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16.01.2012: Wintertraum im Vogelparadies
Gmünder Naturliebhaber auf der Spur des Silberreihers im Naturschutzgebiet
Bucher Stausee
Anmutig löst er sich von der Wasseroberfläche, wie einen Fächer breitet
er die Schwingen aus und zeigt jede einzelne seiner silbrig-weiß
schimmernden Federn: Der Anblick eines Silberreihers ist ein Wintertraum. 20
Naturfreunde aus der Region durften ihn bei einem Besuch im
Naturschutzgebiet Bucher Stausee bei Ellwangen erleben.
Der Silberreiher gehört zu den Wintergästen, die den malerischen See
regelmäßig zu ihrem Winterdomizil küren, wie die Vogelexperten des
Naturschutzbunds Deutschland (NABU) und des Naturkundevereins Schwäbisch
Gmünd den Exkursionsteilnehmern erklärten. So zeigten sich im morgendlichen
Dunst dieses Sonntags 15 prächtige Silberreiher, bevor sie abhoben, um auf
den nahegelegenen Wiesen und Feldern Mäuse zu jagen.
Früher war der große Schreitvogel auch bei uns ganzjährig anzutreffen, wurde
aber wegen seiner als Hutschmuck begehrten silbrigen Schwanzfedern fast
ausgerottet. Nur in einigen unzugänglichen Gegenden Osteuropas haben sich
die Bestände erhalten und nehmen seit einigen Jahrzehnten wieder zu, seit
Schutzmaßnahmen greifen und aufwändig verzierte Damenhüte aus der Mode
gekommen sind.
Der Silberreiher ist nicht der einzige Gast, der das üppige Nahrungsangebot
im Bucher Stausee nutzt. Zu sehen waren auch Graugänse, Krickente und
Rostgans sowie Kormoran und Gänsesäger. Auch einige Bekassinen – scheue
braune Watvögel mit ihrem unverkennbar langen Schnabel – hatten sich
eingefunden. Allerdings war eine Anzahl gewohnter Wintergäste ausgeblieben,
die um diese Zeit gewöhnlich am See anzutreffen sind – so zum Beispiel der
melodiös trompetende Singschwan. Da das Wetter zurzeit in Russland und
Skandinavien vergleichsweise mild und schneearm ist, finden die Vögel noch
genügend Nahrung in den Gewässern und auf den Wiesen ihrer Heimat.
Doch dies kann sich rasch ändern, sollte sich der Winter doch noch zu einem
Gastspiel entschließen. NABU und Naturkundeverein warten schon gespannt auf
die Ausbeute ihrer nächsten Vogelsafari am 15. Februar. Dann geht es an den
Faiminger Stausee bei Lauingen an der Donau – ebenfalls ein fantastisches
Gebiet für Naturbeobachter.
Alle Exkursionstermine der kommenden Monate im Internet auch unter:
www.nabu-gmuend.de
11.01.2012: Lichtbildervortrag über die
Exkursionstagung zum Ackerwildkrautschutz in Ostwürttemberg und im Ries
Im Rahmen der monatlichen Vorträge der Arbeitsgemeinschaft Botanik des
Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd berichtete Prof. Dr. Dieter Rodi über die Exkursionstagung zum Ackerwildkrautschutz in Ostwürttemberg. Die Tagung
wurde im Juni letzten Jahres durchgeführt und stand in engem Zusammenhang
mit dem Projekt „100 Äcker für die Vielfalt“, das von der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt unterstützt wird. 80 interessierte Teilnehmerinnen und
Teilnehmer waren aus verschiedenen Ländern Mitteleuropas angereist.
Die Einführungsvorträge fanden in Kirchheim/Ries statt. Am ersten
Exkursionstag wurden vier extensivierte, blumenreiche Äcker mit vielen
besonders gefährdeten Arten bei Brainkofen, Mögglingen, Dischingen und
Utzmemmingen besucht. Sie wurden in das bundesweite Netz der „100 Äcker für
die Vielfalt“ aufgenommen. Es wurden Informationstafeln aufgestellt und an
die bewirtschaftenden Landwirte Urkunden übergeben. Am zweiten Exkursionstag
wurden besonders artenreiche Äcker in der Umgebung von Kirchheim/Ries
angeschaut. Den Abschluss der Exkursionstagung bildete der Besuch bei den
blumenreichen Rankenäckern bei Marktoffingen im Ries, die ebenfalls in das
Netzwerk der „100 Äcker für die Vielfalt“ aufgenommen wurden.
Der von der Botanik-AG des Naturkundevereins
veranstaltete Vortrag fand am Mittwoch, 11. Januar um 20.00 Uhr im
Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 16 statt.
24.11.2011: Landespreis für Heimatforschung an
Mitglied des Naturkundevereins
Der mit 5.000 € dotierte Hauptpreis des „Landespreis für Heimatforschung“
wurde am 24.11.Werner K. Mayer für sein Buch „Der Unterjura in der Umgebung
von Schwäbisch Gmünd“ verliehen. Zur Preisverleihung in Bühl/Baden reisten
mit dem Bus Mitglieder des Naturkundevereins und Freunde von Werner K.
Mayer. In seinen Dank schloss der
Geehrte vor allem auch die Geologie-Arbeitsgemeinschaft sowie die Vereinsleitung
des NKV ein, die durch ihr Mitwirken und Vertrauen das Buch erst ermöglicht
haben.
Das Preisgeld geht ausschließlich an gemeinnützige Zwecke. Es kommt zu einem
großen Teil auch dem Ausbau des Geologischen Pfades zugute.
12. Nov.
2011: Zu Singschwan und Silberreiher ins Donaumoos
Haben sie schon einmal richtigen Schwanengesang gehört? Wahrscheinlich
nicht,
denn unser einheimischer Höckerschwan ist stumm. Nicht so sein sibirischer
Vetter, der Singschwan. Vor Jahrhunderten war er auch bei uns heimisch,
taucht seither
aber nur noch als Wintergast bei uns auf, um in eisfreien Gewässern nach
Nahrung zu suchen.
Den Singschwan, andere Wintergäste und verspätete Durchzügler wie den
Silberreiher, zahlreiche Entenarten und die ersten nordischen Saat- und
Blässgänse konnte man am Samstag, 12. November, kennenlernen. Der Gmünder Naturkunde-verein und die NABU-Gruppe Schwäbisch Gmünd in
Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS) Schwäbisch Gmünd lud zu einer
Exkursion in das Donaumoos bei Sontheim ein. Hoffen durfte man auch auf Spuren
des Bibers, der sich dieses Feuchtgebiet schon vor einigen Jahren als
Lebensraum zurückerobert hat. Experten des NABU erklärten dabei die
Besonderheiten dieser Naturlandschaft und ihres Tier- und Pflanzenreichtums.
November 2011
Im November 2011 wurde der Brutplatz des Flussregenpfeifers am
Rande der
Lorcher Baggerseen durch verschiedene Baumaßnahmen wesentlich verbessert.
Initiator war das Naturkundevereinsmitglied Manfred Müller. Der Großteil der
Mittel wurde auf Antrag des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd über den
Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis vom Regierungspräsidium Stuttgart
beigesteuert.
06.11.2011 Albertus Magnus-Tagung in Ellwangen/Jagst
Am 06.11. fand bei Ellwangen die Albertus Magnus-Tagung des
Vereinszweigs Ostwürttemberg der Gesellschaft für Naturkunde in
Württemberg mit dem Thema Der Virngrundwald im schwäbisch-fränkischen
Keuperbergland statt. Neben einer ausgedehnten Wanderung mit Themen zur
Waldgeschichte, Waldwirtschaft und Waldökologie durch Forstwirtschaftler und
Experten wurden an Nachmittag im Waldgasthof "Grüner Baum" in Stocken
mehrere interessante Vorträge angeboten.
Ende Oktober: Abfischen im Schießtalsee
Ende Oktober wurde nach 4 Jahren der Schießtalsee abgelassen und vom
Fischereiverein abgefischt. Der See wird erst im Vorfrühling 2012 wieder
gefüllt werden. Der Naturkundeverein hofft, dass dadurch die Kaulquappen
sich wieder voll entwickeln können und es im Juni wieder zu einer größeren
Jungkrötenwanderung kommen wird.
27.10.11:
Vielfältiges Leben am Radweg
Stego`s Museumskaffee in Straßdorf war am 27. 10. Schauplatz eines
bemerkenswerten Vortrages von Peter Tobies im Namen des Naturkundevereins.
Herr Tobies stellte die Vielfalt der Natur an der ehemaligen Klepperletrasse
zwischen Schwäbisch Gmünd Südbahnhof und Reitprechts anhand sehr schöner und
aufschlussreicher Bilder vor.
Ein besonderer Schwerpunkt waren die verschiedenen Hummelarten mit ihrer
interessanten Biologie. Diese Bienenverwandten finden in unserer intensiv
genutzten Agrarlandschaft immer weniger Futterpflanzen und geeigneten
Lebensraum. Am Beispiel der Dunklen Erdhummel verdeutlichte Tobies die Wahl
des Nistplatzes der überwinterten, sehr großen Hummelkönigin beispielsweise
in Erdlöchern oder alten Mäusenestern. Dabei baut sie eine Eiwiege und
bebrütet die ersten Eier wie eine Glucke. Nach dem Schlupf der ersten
Arbeiterinnen übernehmen diese die Aufgaben im noch jungen Hummelstaat. Es
werden Nektartönnchen zur Aufzucht der Larven angelegt und fleißig Pollen
und Nektar eingebracht. Es wird für ausreichende Klimatisierung gesorgt und
das Nest laufend erweitert.100 bis 600 Tiere kann so ein Hummelstaat zählen.
Im Oktober findet schließlich der Hochzeitsflug der Jungköniginnen und
männlichen Drohnen statt. Danach sterben alle Arbeiterinnen und Drohnen und
die verbliebenen Jungköniginnen suchen sich bis zum nächsten Frühjahr einen
Überwinterungsplatz.
Die Böschungen am Radweg sind so für unendlich viele Tier-und Pflanzenarten
ein letzter Rückzugsraum geworden. Zahllose Bienen, Fliegenarten und
verschiedenste Falter finden an dem, auch an Pflanzenarten reichen Streifen
Nahrung und Brutmöglichkeiten. Das bei uns sonst kaum vorkommende
Dichtblütige Habichtskraut mit einigen ebenfalls bemerkenswerten Verwandten,
Gefleckte Taubnessel und viele Wildsträucher vervollständigen das Angebot.
Ausgesprochen bemerkenswert sind die Knorpelgallen an den Eicheln. Diese
entstehen
durch den Stich einer bestimmten Eichengallwespe in die junge Eichel zwecks
Eiablage. Ein dabei ebenfalls injizierter arttypischer Stoff animiert die
Eichel zu Zellwucherungen. Diese verändert ihre ursprüngliche Form nun
derart, dass sie als Eichel kaum noch zu erkennen ist. Sie sollen durch
diese Formveränderung für Eichelhäher wohl nicht mehr als Futter zu erkennen
sein.
In seiner lockeren Form brachte Peter Tobies seinem Publikum vielfältige
Zusammenhänge in unserer Natur nahe und lud zu eigenen Beobachtungen
praktisch vor der Haustür ein.
22.10.2011: Sicherungsmaßnahmen im Fuggerle
Am 22.10.wurden am Rande des Vereinsgrundstücks Fuggerle von der Firma
Gunst und Tomesch aus Sicherungsgründen einige Bäume gefällt. Die
Aufräumarbeiten übernahmen Mitglieder des Naturkundevereins. Rudi Übelhör
fungierte als Initiator.
20.10.2011: Faszination Fledermaus:
NABU-Vortrag über die Kobolde der Nacht
Wussten Sie, dass eine Fledermaus mit den Ohren „sieht“? Dass
Fledermäuse ähnlich wie wir Menschen meist nur eines, maximal zwei Junge auf
die Welt bringen? Dass einige Arten bis zu 30 Jahre alt werden können? Diese
und mehr Geheimnisse aus
dem Leben der faszinierenden Nachtkobolde gab der
erfahrene Fledermausschützer Markus Schmid am Donnerstag, 20. Oktober, um
19.30 Uhr im Gasthaus Krone, Böbinger Straße 3 in Schwäbisch Gmünd-Zimmern
preis.
Bei seinem Vortrag zeigte Schmid anhand eigener Fotos, wie die
heimlichen Nachtjäger leben und was man tun kann, damit sie in Haus und
Garten Nahrung und Unterschlupf finden. Gastgeber waren der Naturschutzbund
(NABU) und der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd.
19.10.2011: Naturkundlicher
Vortrag über den Hauswald der Gmünder.
Das Taubental als Naherholungsgebiet erfreut sich bei der Gmünder
Bevölkerung seit langem großer Beliebtheit. Von der Innenstadt in kurzer Zeit
auch zu Fuß gut erreichbar, bietet es sowohl dem Erholungssuchenden als auch
dem Naturbegeistertem allerhand Möglichkeiten.
Das Taubental zeigt beispielhaft auf verhältnismäßig engem Raum die
verschiedenen Waldformen der engeren Umgebung von Schwäbisch Gmünd.
Da wären der Eichen-Hainbuchen-Wald um den beliebten Aussichtspunkt
Lindenfirst, der Buchen-Tannen-Wald in seinen verschiedenen Variationen und
der feuchte Schluchtwald in den Klingen zu nennen. Jede dieser Waldformen
ist an den natürlichen Untergrund besonders angepasst. Deswegen ist die
Bodenvegetation mit einigen, zum Teil bemerkenswerten Arten auch sehr
unterschiedlich ausgebildet. Weiße Pestwurz, Hasenlattich und sogar
Orchideen machen den stadtnahen Erholungswald auch für Kenner zu einem
Naturerlebnis.
Am 19.10.11 um 19.30 Uhr entführte Udo Gedack, der 1.Vorsitzende des
Naturkundevereins und Leiter der AG Botanik, sein Publikum ganz gegen seine
Gewohnheit nicht in tropische Gefilde, sondern stellte die Natur,
sozusagen vor der Haustür, vor.
Udo Gedack gelang es hervorragend, seinen Zuschauern
die bemerkenswertesten Blütenpflanzen und Farne sowie auch verschiedene
tierischen Bewohner des Taubentalwaldes näher bringen. Dabei ging er immer
wieder auf die vielfältigen Überlebensstrategien seiner natürlichen Bewohner
und die oft Erstaunen hervorrufenden Verflechtungen zwischen den einzelnen
Lebensformen
ein.
Der Lichtbildervortrag war eine Gemeinschaftsveranstaltung von
Naturkundeverein
und VHS und fand im Saal des Gebäudes der VHS am Münsterplatz bei freiem
Eintritt statt.
19.10.2011: Gerd Schneider mit Vortrag über Giftpflanzen und Pflanzengifte
Am 19. 10.2011 zeigte der 2.Vorsitzende des Naturkundevereins, Gerd
Schneider, einem zwar kleinen, aber umso interessierteren Publikum einen
Vortrag über Giftpflanzen und Pflanzengifte. Im Laufe des Vortrages erfuhren
seine Zuhörer allerlei Interessantes und faszinierendes über die
verschiedenen Giftgruppen und ihre Wirkung. So ist das gefährliche Solanin
in den bekannten Lebensmitteln Kartoffel, Tomate und Paprika zu finden.
Daher kann vor dem Genuss von grünen Kartoffeln und Tomaten nur gewarnt
werden.
Andere wichtige Alkaloide mit zum Teil so bekannten Giften wie Nikotin,
Morphin, gewonnen aus der Samenkapsel des Schlafmohns, und Strychnin, das
auch in einer verdünnten Dosis von 1: 30000 zwar hochgiftig ist, aber auch
dann noch so bitter schmeckt, so dass es sich trotz der Ansicht vieler
Autoren von Kriminalromanen kaum für einen Mord eignet. Ein anderes häufiges
Gift ist das Atropin, das man vor allem in den Beeren der Tollkirsche
nachgewiesen hat. Drei Beeren genügen bei Kindern, ungefähr zehn bei
Erwachsenen, um diese in ernsthafte Lebensgefahr zu bringen. In so bekannten
Kübelpflanzen wie den Engelstrompeten, sowie die im Mittelalter als
Hexenpflanzen bezeichneten Stechapfel und Alraune ist der gefährliche Stoff
zu finden. Anregende Stoffe sind dagegen die häufig als Genussmittel
verwendeten Gifte Koffein und “Teein“. Sie wirken psychoaktiv und es war
auch zu erfahren, dass Teein eigentlich auch Koffein ist, das im
Nervensystem nur langsamer freigesetzt wird. Oxalsäure ist ebenfalls ein
Gift, welches z.B. im Rhabarber enthalten ist . Sie wirkt reizend und ätzend
und muss jedoch in sehr großer Menge genossen werden, um ihre Wirkung zu
entfalten. Die Brennnessel schließlich verfügt über Brennhaare ähnlich wie
Infektionsnadeln, die bei Berührung abbrechen und ihre Gifte Ameisensäure,
Serotonin und Histamin in die Haut injizieren. Cannabis letztendlich ist
eine aus dem Indischen Hanf gewonnene Droge die außer der Rauschwirkung
vermutlich das Schmerzgedächtnis oder auch andere Erinnerungen löschen
können.
So manches Aha-Erlebniss war bei den Zuhöhrern von Gerd Schneider zu
bemerken und so bleibt die Hoffnung , dass der in Kürze geplante zweite Teil
des Vortrages vielleicht noch ein paar Besucher mehr anlocken wird.
03.10.2011: Zugvogel-Autobahn führt über den
Gmünder Raum
Naturfreunde aus der Region konnten tausende Tiere über
Spraitbach sehen – NABU: bei Windkraft-Planung auf Zugrouten Rücksicht
nehmen
Jeden Herbst ziehen viele Millionen Vögel südwärts, um den Winter am
Mittelmeer oder noch weiter südlich, im tropischen Afrika zu verbringen. Was
selbst in unserer Region nur wenige wissen: Eine wichtige „Vogel-Autobahn“
führt direkt über den schwäbischen Wald und den Albtrauf. Tausende und
abertausende von Vögeln haben in den vergangenen Wochen, von den meisten
Menschen unbemerkt, unser Gebiet durchquert.
Dabei ist es gar nicht so schwierig, dieses beeindruckende Naturschauspiel
zu beobachten, wenn man weiß, wo und wann es sich lohnt, den Feldstecher in
den Himmel zu richten. 23 Vogelfreunde, darunter Anfänger, Profis und sogar
ein aus Südafrika zugezogener „Birder“, bezogen vor kurzem mit den Experten
Josef Müller und R. Böker vom NABU Schwäbisch Gmünd einen Spähposten bei
Hertighofen in der Nähe von Spraitbach.
Die Ausbeute konnte sich sehen lassen: Insgesamt 28 Vogelarten bekamen die
Naturfreunde an diesem Tag vor das Fernglas. Mit sage und schreibe 6600
Tieren stellten die Buchfinken die absolute Mehrheit unter den gefiederten
Ferntouristen. Bei den Buchfinken sind es übrigens nur die Weibchen, die
sich auf die tausende von Kilometern lange Reise machen – die Gründe hierfür
sind nicht genau geklärt. Mit 800 Exemplaren war die Ringeltaube die
zweithäufigste Zugvogelart, die die Vogelbeobachter zu Gesicht bekamen.
Eines der Highlights war ein einzelner Kiebitz, der auf seinem Zug Richtung
Süden eine mehrtägige Verschnaufpause eingelegt hatte und sich den Vogelfans
nun ganz aus der Nähe zeigte. Dieser Vogel mit seinem witzigen Schopf war
früher auch auf den Wiesen der Ostalb häufiger zu sehen. Aber mit dem
Trockenlegen der Feuchtwiesen und dem voranschreitenden Grünlandumbruch ist
der Kiebitz aus unserer Gegend so gut wie verschwunden.
„Die Vogelzugwege, die über unser Gebiet führen, sind sehr sensibel“, sagt
Armin Dammenmiller, Vorsitzender der Gmünder NABU-Gruppe. „Deshalb ist es
äußerst wichtig, bei der Planung von Windkraftanlagen, die jetzt im Zuge der
notwendigen Energiewende in unserer Region entstehen sollen, auf diese
Zugwege Rücksicht zu nehmen.“ Gleiches gelte für die Wanderungswege von
Fledermäusen, über die leider sehr viel weniger bekannt sei.
Mehreren Studien zufolge kann eine falsche Standortwahl von Windkraftanlagen
viele Vögel und Fledermäuse das Leben kosten, was insbesondere die ohnehin
gefährdeten Arten ernsthaft im Bestand bedrohen kann. Von Seiten des NABUs
wird deshalb bei der aktuellen Teilfortschreibung des Regionalplans, der den
Bau von Windkraftanlagen in Ostwürttemberg erleichtern soll, darauf
geachtet, dass die Belange des Natur- und Artenschutz nicht unter die Räder
kommen.
25.09.2011: Öffentliche Führung auf dem Geologischen Pfad
Seit 37 Jahren gibt es
den Geologischen Pfad vom Hölltal auf den Hohenrechberg.
Mit einem Höhenunterschied von nahezu 400 m auf einer Strecke von ca. 5,5 km
erschließt er große Teile der Schichtfolgen von Keuper und Jura.
Am Sonntag, 25.09.11, führte Michael Stegmaier von der Geologie-AG
des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd auf dem 2. Abschnitt von Mutlangen
bis
zur Spitze des 707 m hohen Rechbergs.
Der Pfad mit seinen insgesamt 24 Erklärungstafeln wurde durch einen
kompetenten
Kenner natürlich noch wesentlich spannender. Von Tafel 9 bis zur Spitze
konnten die
Unterjurastufe vom Numismalismergel bis zur Oberjurastufe in den Oberen
Felsenkalken veranschaulicht werden.
19.09.2011 NKV an der Kinderakademie Hektor
beteiligt
Am 19.09 fand die Auftaktveranstaltung der Kinderakademie Hektor
statt, bei der einige Mitglieder des Naturkundevereins Kurse durchführen.
Besonderes Interesse fanden die Mikroskopie-Kurse.
18.09.2011: Tag des Geotops auf dem nördlichen
Albuch
Der Tag des Geotops wurde im Jahr der Geowissenschaften 2002 das erste
Mal deutschlandweit durchgeführt und findet seitdem alljährlich am
dritten Sonntag im September statt. An dem Aktionstag werden der breiten
Bevölkerung Orte von erdgeschichtlicher Bedeutung vorgestellt, an denen man
die Entwicklung der Erde und des Lebens nachvollziehen kann: geologisch
herausragende und sehenswerte Aufschlüsse, Landschaftsformen, Quellen,
Höhlen, Vertiefungen.
Bereits zum 7. Mal beteiligte sich der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd
mit seiner geologischen Arbeitsgemeinschaft daran. Treffpunkt war die kleine
Kapelle bei den Inneren Kitzinghöfen auf der Gemarkung Bartholomä.
Der Leiter der AG Geologie, Werner K. Mayer, führte die ca. 2 1/2 stündige
Wanderung vom Nordrand des Albuchs durch das Rechberger Buch und hinab über
die Bargauer Steige bis zum Parkplatz am Feuersee in Schwäbisch Gmünd-Bargau.
Dabei wurden zunächst vom Inneren Kitzinghof aus die Kuhhülbe und die
Fuchshülbe als Feldhülben besichtigt. Weitere Station war eine Doline
südlich des Kitzingtales und auf den Unterschied zwischen Dolinen und
Erdfällen aufmerksam gemacht. Das Fehlen von Waldhülben im Rechberger Buch
wurde dadurch erklärt, dass in diesem Bereich nie Waldweide getrieben wurde,
weil die Obrigkeit stets die Jagd ausübte. Am Bargauer Kreuz finden sich
Sandgruben, in denen früher eiszeitliche Griessande ergraben wurden. Das
Kreuz selbst steht auf einer Verschanzung aus dem Spanischen Erbfolgekrieg.
Wall und Graben sind heute noch deutlich sichtbar.
Die alte Bargauer Steige bot sich vom Hangenden in den Felsenkalken des
Oberjura bis zum Liegenden im Opalinuston des Mitteljuras als
schichtkundlicher Aufschluss an.
Eine Besonderheit stellt auch das Geotop am Forstweg, ein aufgelassener
Steinbruch oberhalb des Kolpingshauses dar. Hier wird die Tektonik des
Schwäbischen Lineaments mit Schichtverstellungen, Reibungsbrekzien und
Horizontalharnischen deulich sichtbar wird.
Zum Abschluss wurden an der Lichs südlich von Bargau die Stellen besucht, wo
die Reichsstadt Schwäbisch Gmünd im Jahre 1793 (allerdings vergeblich)
versucht hatte, Eisenbergbau zu betreiben.
Die Veranstaltung litt unter dem den ganzen Vormittag strömenden starken
Regen, der die Teilnehmerzahl auf besonders wetterfeste Naturfreunde
begrenzte.
09.-11.09.2011: Prof. Dr. Dieter Rodi beim
naturwissenschaftlichem Netzwerk
In der
Zeit vom 09. bis 11. September fand in Bonn das Jahrestreffen des
Netzwerks der
naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas
statt. Dr. Rodi hat den Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd vertreten.
Höhepunkte waren der Besuch des Museums König und des
Naturschutzgeschichtlichen Museums auf der Drachenburg.
10.08.2011 Ehrenmitglied Frau Lore Prezler
verstorben
Am 27. Juli 2011 verstarb das langjährige Ehrenmitglied des
Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd, Frau Lore Prezler, im Alter von 88
Jahren. Sie hat die Kasse des Naturkundevereins von 1978 bis 1999
gewissenhaft verwaltet. Dafür wurde ihr 1999 die Ehrenmitgliedschaft
verliehen. Sie war vor allem in der Botanik AG aktiv und hat bei den
Pflegeaktionen tatkräftig mitgewirkt. Dort sorgte sie auch für die
Verpflegung, ebenso bei Vereinstreffen im Fuggerle.
Der Naturkundeverein hat an ihrem Grabe eine Blumenschale niedergelegt und
hat ihrer beim Vereinstreffen im Fuggerle am 10. August 2011 und darüber
hinaus in besonderer Weise gedacht. Auch den in den letzten Monaten
verstorbenen Mitgliedern Leopold Axmann, Schwäbisch Gmünd, Heinz Lehmann und
Hugo Schmid, Waldstetten wurde ehrend gedacht.
10.08.2011 Treffen im Fuggerle zu einem gemütlichen Beisammensein
Wie in jedem Jahr, so lädt auch in diesmal die Botanik-AG alle
Mitglieder der
verschiedenen Arbeitsgemeinschaften des Naturkundevereins zu einem
gemütlichen Beisammensein ein. Treffpunkt ist das vereinseigene Grundstück
im Fuggerle. Es liegt im Westen der Stadt am Zusammenfluss von Heuchelbach
und Deutenbach und beinhaltet mehrere sich selbst überlassene Teiche.
Beginn ist 18.00 h. Gäste sind willkommen.
02.07.2011: Bunte Blumen-Äcker in
Brainkofen und Täferrot
Die Arbeitsgemeinschaften Botanik des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd
führte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule eine Untersuchung der
blumenreichen Äcker bei Brainkofen und Täferrot durch.
Zunächst wurde das Feldflorareservat Birkichäcker bei Brainkofen, das am 17
Juni diesen Jahres in die „100 Äcker für die Vielfalt“ der Bunderepublik
Deutschland aufgenommen wurde, besucht. Die frisch errichtete Schautafel gab
Gelegenheit, in den Schutzacker einzuführen. Anschließend konnte die bunte
Farbenpracht mit Kornrade, Kornblumen, Klatschmohn und verschiedenen
Kamillenarten bewundert werden. Auch einige seltene Sandzeiger-Arten wie
Dreiblättriger Ehrenpreis, Sandmohn und Ackerkrummhals wurden vorgestellt.
In Täferrot wurde die Pflanzenwelt auf dem extensivierten Randstreifen eines
Sandackers besichtigt, der im Rahmen der Flurneuordnung Täferrot als
Ausgleichsmaßnahme eingerichtet wurde. Besonders fielen dort der
Kleinsauerampfer und der Reiherschnabel auf.
Prof. Dr. Dr. Dieter übernahm in bewährter Weise die Führung vor Ort.
18.05.2011:Botanische Wanderungen im Transkaukasus
Zwischen pontischem Küstengebirge
der Türkei und den iranischen Gebirgen liegt der Transkaukasus oder auch
Kleiner Kaukasus genannt. Durch seine geographische Lage mit sehr komplexer,
oft vulkanisch geprägter Geologie und stark unterschiedlichen klimatischen
Einflüssen hat sich eine sehr vielfältige Flora entwickelt, die an
Artenreichtum beispielsweise jener der Alpen nicht nachsteht. Deshalb ist
diese Region auch im Hinblick auf Artenvielfalt schützenswert und für jeden
Naturliebhaber eine Reise wert.
Einen Einblick in die Flora Transkaukasiens zeigte der Diavortrag von Dr.
Helmut Haas am 18.5.2011 im Vortragsraum der
vhs am Münsterplatz um 19:30 Uhr.
20.04.2011: Naturkundliche
Beobachtungen in Bern, um Bern und um Bern herum
Anlässlich der Tagung des Netzwerkes der naturwissenschaftlichen
Vereinigungen Mitteleuropas war Prof. Dr. Dieter Rodi in Bern.
Das Netzwerk der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas ist ein
loser Zusammenschluss von Naturkundevereinen aus dem deutschsprachigen Raum,
die sich zum Ziel gesetzt haben, Erfahrungen im Hinblick auf
naturwissenschaftliche Bildung auszutauschen. Der Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd ist Gründungsmitglied. Die Mitglieder treffen sich einmal
jährlich. Die Tagung im letzten September hat die Schweizer Akademie der
Naturwissenschaften in Bern durchgeführt.
Prof. Dr. Dieter Rodi berichtete mit Lichtbildern von den Exkursionen dieser
Tagung. Eine Stadtführung informierte über die Geschichte und die
Entwicklung der Stadt Bern.
Als erstes Naherholungsgebiet wurde der Elfenpark in der Aare-Aue südöstlich
von Bern vorgestellt. Dabei ging es vor allem um die Verbindung von Kunst
und Natur. Ein Naturschutzgebiet mit seiner Vogelwelt wurde genauer
betrachtet.
Mit der Standseilbahn erreichte man den südlich von Bern 300m höher
gelegenen Gurten. Er lädt im Sommer zum Wandern, zum Disco-Golfen und zum
Grillen ein. Für Kinder gestaltete Lehrpfade vermitteln Kenntnisse über die
Tierwelt. Im Winter gibt es Gelegenheit zum Rodeln, Skifahren und
Schanzen-Springen.
Mit dem Zug fuhr man einige Kilometer nach Westen zum Naturschutzgebiet
Schwarzenbach. Es ist ein in den Berner Sandstein tief eingeschnittenes Tal
mit interessanter Pflanzenwelt.
Mit dem Bus ging es in die Voralpenberge zum Selibühl, bestehend aus
sandigen Flyschgestein. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf das
Schweizer Hochland bei Bern und den dahinter liegenden Schweizer Jura. Im
Osten ist der Thuner See sichtbar und im Süden der über 300 m höhere
Gantrisch. Neben der bemerkenswerten Pflanzenwelt ist dort im
Selibühl-Sattel im September der Vogelzug zu beobachten.
Die weiteste Reise führte am Thuner See vorbei mitten
in die Alpen nach Grindelwald. Am Unteren Grindelwaldgletscher konnte man
sehr gut den durch den Klimawandel bedingten Gletscherrückgang verfolgen.
Ein Bergrutsch war erkennbar, der durch den Rückgang des Gletschers
verursacht wurde. Durch Stau des Schmelzwassers hat er einen bedrohlichen
See gebildet. Am Weg fand man eine interessante Kalk-Hochgebirgsflora.
13.04.2011:
Vortrag über Landschaft und Vegetation auf Island
Landschaft und Vegetation auf Island zeigte der von Richard Müller im
Vereinsheim
der
Naturfreunde angebotene Vortrag.
Island, das sich mit einer
Vielzahl an Naturformen von allen Ländern Europas abhebt, war Inhalt eines
Vortrages im Rahmen der Vortragsreihe des Naturkundevereins Schwäbisch
Gmünd.
Die im Nordatlantik liegende Insel ist die größte Vulkaninsel der Erde und
befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Island liegt auf
dem Mittelatlantischen Rücken. Die nordamerikanische Platte grenzt hier an
die eurasische Platte. Die Landschaft, vom Vulkanismus geprägt, zeigt
zahlreiche Flüsse, Seen und Wasserfälle. Geysire und heiße Quellen werden
nicht nur touristisch genutzt, sondern bieten auch in Form der Geothermie
Energie in schier unendliche Quantität.
Die rund 470 Arten der isländischen Flora weisen einige endemische Arten
auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben
wachsende Flechten und Moose an. Zwergstrauchheiden wechseln sich mit
Tundren , Sand- und Kiesvegetationen ab. Weiden und zahlreiche
Wiesenformationen bieten insbesondere der Schafhaltung ausgedehnte Flächen.
31.03.2011: Schwäbische Heimat würdigt
Unicornis-Buch
Landeskonservator Reinhard Wolf hat das neue Unicornis-Buch „Der Unterjura
in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ in der Ausgabe 2011/1 der Zeitschrift
Schwäbische Heimat vorgestellt, beschrieben und gewürdigt. Er beginnt
mit den Worten: „Schon beim flüchtigen Durchblättern kommt Freude auf.
Derart brillante Aufnahmen von Fossilien sieht man wirklich selten. allein
das Anschauen der Bilder kann in einem naturkundlich interessierten Leser
Begeisterung wecken.
Mit Sachkunde führt er den Leser durch die einzelnen Kapitel. ...“Besonders
wertvoll ist auch das Kapitel Landschaft, Boden und Vegetation des
Unterjuras, das eine Verknüpfung zwischen Geologie und Landschaft schafft.“
„… Wer im Albvorland unterwegs ist, egal ob wandernd oder auf Exkursion, tut
gut daran, dieses empfehlenswerte Buch zur Vorbereitung zu verwenden. Er
wird die Landschaft mit ganz anderen Augen sehen und viele interessante
Dinge entdecken, die ihm ansonsten verborgen blieben.
Das Buch ist in den Buchhandlungen und beim Verlag erhältlich, aber auch
beim Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd portofrei über
schatzmeister@nkv-gd.de zu beziehen. Preis € 24,80.
27.03.2011: Gmünder Naturliebhaber auf
der Spur von Spechten und Wasseramseln bei Zimmern
Schwäbisch Gmünd. Wissen Sie, wie eine Wasseramsel aussieht? Experten von
NABU und Naturkundeverein zeigten vor kurzem 25 Gmünder Naturfreunden, wo
man den charmanten Vogel in Laufnähe zur Stadt an der Rems nach Beute
tauchen sehen kann. Es blieb nicht das einzige Highlight der Exkursion.
Wie der Name sagt, ist Cinclus cinclus, die Wasseramsel etwa amselgroß,
dabei braun und mit einem auffälligen schneeweißen Brustfleck. Am Remswehr
bei Zimmern sahen die Gmünder Vogelbeobachter ein Wasseramsel-Weibchen auf
typische Weise auf- und abwippen. Seit Jahren zieht dort im Frühjahr ein
Brutpaar seine Jungen groß. „Die Wasseramsel bevorzugt schnell fließende
Stellen in Fließgewässern“, erklärte Dr. Karen Debler vom Naturschutzbund
(NABU) Schwäbisch Gmünd. „Dort taucht sie nach den Larven von Köcher-,
Stein- und Eintagsfliegen.“ An Stellen wie hier, die auch im Winter eisfrei
bleiben, ist der Vogel das ganze Jahr über zu beobachten.
Die Niederung zwischen der Rems und dem Zimmerner Mühlbach gehört zu den
raren Auwaldgebieten unserer Umgebung. Hier zeigen zurzeit die Blüten von
Lerchensporn und Lungenkraut, von Waldschlüsselblume und Moschuskraut
überdeutlich, dass der Frühling begonnen hat. In der Quellflur der
Lembergquelle findet man zudem Brunnenkresse und Sumpfdotterblume.
Vor allem aber sind die Aue und der benachbarte Buchen-Mischwald ein
Paradies für Spechte. So sahen die Exkursionsteilnehmer den Kleinspecht in
der Rinde der Weiden nach Insekten suchen und die Stämme auf morsche Stellen
für den Bau seiner Bruthöhle abklopfen.
Im etwas höher gelegenen Waldgebiet zeigten sich Kleiber, Mittelspecht und
Buntspecht. Lediglich der Schwarzspecht, der nach den Beobachtungen des NABU
hier vorkommt, war nicht zu sehen – möglicherweise war dieser
Frühlingsmorgen dem Helligkeit liebenden Vogel zu trübe. „Der Schwarzspecht
hat eine wichtige ökologische Funktion“, erklärte NABU-Experte Armin
Dammenmiller. „In den Stämmen alter Buchen zimmert er seine Bruthöhlen, die
später ,Nachmietern’ wie Hohltaube oder Fledermäusen als Quartier dienen.“
Bedauerlicherweise konnten die Naturfreunde auch sehen, wozu der derzeitige
starke Holzeinschlag in unseren Wäldern führt, dass unzählige Spechtbäume
diesem zum Opferfallen. Auf einem Holzsammelplatz konnte ein Stamm mit
Schwarzspechthöhlen betrachtet werden. Dafür aber konnte die Gruppe im etwas
lichteren Wald den Grünspecht hören und sehen – in den benachbarten Wiesen
finden diese Vögel ihre Hauptnahrung, nämlich Ameisen.
In großer Zahl zeigten sich den Gmünder Naturliebhabern auch verschiedene
Meisenarten – so ein Trupp Schwanzmeisen mit ihren typischen verlängerten
Schwanzfedern sowie Blau-, Hauben-, Tannen-, Sumpf- und Kohlmeise. Auch den
Rotmilan, den Zilpzalp und das Rotkehlchen bekamen die Naturfreunde vor das
Fernglas – sowie im Ufergehölz des Mühlbachs der Zaunkönig, einer der
kleinsten aber nicht unbedingt leisesten europäischen Vogel.
Für etliche Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie dieses artenreiche
aber wenig bekannte Gebiet in unmittelbarer Umgebung der Stadt erkunden
durften. „Wenn Naturfreunde aus Gmünd oder von anderswo solche Naturräume
entdecken und ihren Wert, anhand des Artenreichtums und ihrer Vielfalt
schätzen lernen, dann haben unsere Führungen ihren Zweck erfüllt“, erklärte
Dammenmiller abschließend. Insgesamt konnten an diesem Morgen insgesamt 37
verschiedene Vogelarten gesehen und gehört werden, was für diese Jahreszeit
in unseren heimischen Biotopen, bei einer derartigen Exkursion hervorragend
ist.
17.03.11: Von der Industriewüste zum
Naturparadies
Vortrag beim Gmünder NABU und NKV zeigte: Zerstörte Flächen sind für die
Natur nicht verloren
Die Natur kann sich selbst von sehr tiefen Wunden schnell erholen, wenn man
sie nur lässt. Dies ist die Botschaft eines Vortrags über die Renaturierung
von Braunkohlerevieren, den Dr. Stefan Röhrscheid, Leiter des NABU-Projekts
Naturparadies Grünhaus, in Schwäbisch Gmünd hielt.
Rund 30 Naturfreunde folgten im Gasthaus Krone in Zimmern gebannt dem
Bildvortrag des NABU-Experten, der mit zum Teil hervorragenden Aufnahmen
dokumentierte, wie sich die Natur aufgegebene Tagebauflächen in den
Braunkohlerevieren der Niederlausitz zurückerobert. Kreiselwespe und
Heidelibelle sind dort heute ebenso zuhause wie die Rispenflockenblume und
der seltene Brachpieper. Wegen des wieder gestiegenen Grundwasserspiegels
geben sich mittlerweile auch Amphibien wie die Kreuzkröte und Wasservögel
wie die Pfeifente ein Stelldichein in der ehemaligen Bergbauwüste.
Möglich wurde dies nur, weil der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sich
bereits kurz nach der Wende um den Erwerb eines rund 20 Quadratkilometer
großen Areals in der Niederlausitz bemühte – in der Konkurrenz mit
Landwirten und Fremdenverkehr drohte der Naturschutz zu kurz zu kommen. Die
Anstrengungen hatten Erfolg: Mittlerweile ist das Gebiet in den Besitz der
Naturschutzorganisation übergegangen – finanziert wurde der Kauf durch
Spendengelder – auch aus Baden-Württemberg und dem Ostalbkreis.
Nach der Aufgabe des Braunkohlebergbaus Anfang der 90er Jahre blieben im
Gebiet gewaltige, bis zu 100 Meter tiefe Gruben zurück, die mit dem Abraum
aus anderen Abbaugebieten wieder weitgehend verfüllt wurden, erklärte
Röhrscheid. Der NABU versucht seither, dort ein möglichst strukturreiches
Gemisch von Lebensräumen entstehen zu lassen, zu dem neben Heide,
Sandflächen und Naturwäldern auch Grundwasserseen gehören.
Zum Teil geschieht dies durch gezielte Pflanzung einiger einheimischer Bäume
und Sträucher, die dann im Laufe der Zeit einen naturnahen Wald bilden,
erklärte Röhrscheid. Großenteils wird das Gebiet jedoch auch einfach sich
selbst überlassen. So steigt der für den Bergbau künstlich abgesenkte
Grundwasserspiegel wieder an und begünstigt die Bildung von Feuchtgebieten.
Andernorts hemmt der sauer reagierende Abraumboden das Pflanzenwachstum, so
dass die Flächen nur sehr langsam oder gar nicht wieder bewachsen werden.
Dies eröffnet Lebensräume etwa für die Sichelschrecke, verschiedene
Hautflügler oder den Flussregenpfeifer. Eine Vielzahl von Pionierpflanzen
liefert Nahrung für seltene Schmetterlingsarten wie das Facetten-Widderchen
oder den Spiegelfalter, wie Röhrscheid mit herrlichen Fotoaufnahmen
nachwies. Trotz seiner geringen Größe beherbergt das Grünhaus-Gebiet heute
einen Großteil der im Bundesland Brandenburg gefährdeten Tier- und
Pflanzenarten, betonte der studierte Forstwirt.
Nach Einschätzung des NABU hat das Projekt Grünhaus durchaus
Modellcharakter. „Auch in Baden-Württemberg gibt es Flächen, deren
Artenreichtum durch menschliche Nutzung stark geschädigt worden sind“,
erklärt Walter Beck, Pressesprecher des NABU Schwäbisch Gmünd. Die
Erfahrungen mit Grünhaus zeigten, dass man diese Gebiete der Natur durchaus
zurückgeben kann, wenn sie nicht mehr gebraucht werden –
„ehrenamtliches Engagement der Bürger und politische Unterstützung natürlich
vorausgesetzt.“
16. März 2011 - Hauptversammlung wählt Udo Gedack zum neuen
Vorsitzender
Bei der Hauptversammlung des Naturkundevereins trat Professor Dr.
Friedrich Bay nach 5-jähriger erfolgreicher Tätigkeit satzungsgemäß
zurück. Zum Nachfolger wählte die Versammlung Udo Gedack. Gerd Schneider
folgt ihm als 2. Vorsitzender.
Zuvor gab Dr. Bay seinen Rechenschaftsbericht über erfolgreiche Jahre.
Im vergangenen Jahr bündelte das 120-jährige Bestehen des Vereins die
Kräfte.
Zwei hochwertige Geologie-Ausstellungen in Böbingen und im Prediger in
Schwäbisch Gmünd sowie die Herausgabe des Buches „Der Unterjura in der
Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ waren die Höhepunkte. Die Teilnehmer am
RemsTotal-Tag mit einer Fossilienschürfe, die Ausrichtung der Tagung der
Deutschen Naturkundevereine, der Geotoptag im Oberen Wental sowie die
Ausrichtung der Albertus-Magnus Tagung in Schwäbisch Gmünd brachten
viele Naturkundler in unseren Raum. Bemerkenswerte Vorträge und
Führungen rundeten das Jubiläum ab.
Dem Kassenbericht des Schatzmeisters Hans Miksche war zu entnehmen, dass
der NkV über 300 Mitglieder zählt und die Kasse trotz der Buchkosten
stimmig ist. Die Kassenprüfer Gerd Schneider und Rainer Waldenmaier
bescheinigten ihm eine gewissenhafte Buchführung.
Nach der Aussprache ergriff der stellvertretende Vorsitzende Udo Gedack
das Wort, um Prof. Dr. Bay für die Arbeit der vergangenen fünf Jahre zu
danken. Er überreichte ihm zum Dank ein ornithologisches Buchgeschenk.
Bei den Wahlen wurde Udo Gedack einstimmig zum neuen Vorsitzenden
gewählt. Gerd Schneider unterstützt ihn künftig als Stellvertreter. Dr.
Bay bleibt als Sonderbeauftragten der Führungsspitze erhalten. Er leitet
auch weiterhin die laufende Amphibienschutzaktion im Schießtal.
Die übrigen Posten wurden bestätigt: Die Organisation übernehmen
weiterhin Prof. Dr. Rodi und Hans Holm Rademann. Schriftführer ist
Manfred Boni, Pressewart Werner K. Mayer.
Im Anschluss an den zügigen Verlauf schloss sich ein gut besuchter
Diavortrag von Erich Klotz über Kirgisien – Naturkundliches über das
Himmelsgebirge - an.
16.03.2011: Naturkundliches aus dem Himmelsgebirge durch Erich Klotz
Das Himmelsgebirge, auch Tjanschan genannt, begleitet die
zentralasiatischen Hochflächen im hufeisenförmigen Verlauf ihrer
Gebirgsumgrenzung nach Nordwesten hin. Es ist ein in mehrere West-Ost
streichende Ketten, zusätzlich durch Bruchschollen gegliedertes Gebirge, in
das vier große Beckenlandschaften eingefügt sind. Die durchschnittliche Höhe
um vier- bis fünftausend Metern Höhe wird von einzelnen, die 7000er Höhe
überschreitenden Gipfeln geprägt.
Das Klima im innersten Asien ist streng kontinental, die jährlichen
Niederschläge sind mit nicht einmal 400 mm sehr gering; lediglich der
Westrand hat geringfügig bessere Werte. Am Gebirgsfuß breiten sich darum
Halbwüsten, im Gebirge selbst in mehreren Stufen Steppengürtel aus.
Deutliche Unterschiede bestehen zwischen Nord- und Südexposition. Die
Pflanzenwelt ist artenreich und sehr vielgestaltig, hoch der Anteil der
Endemiten. Im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gedeihen etwa 5.500 Arten,in
der alpinen und subnivalen Stufe immerhin noch ca. 1650.
Der geringe Jahresniederschlag führt in Abhängigkeit von der
Standortexposition zur Auflockerung der Vegetationsdecke, im Extremfall zur
Vegetationslosigkeit.
Erwähnenswert ist, dass sich auch in Mitteleuropa verbreitete Pflanzen
finden und dass im westlichen Himmelsgebirge wilde Obstbaumarten Stammformen
unsrer Kulturobstsorten sind.
Der Vortrag von Erich Klotz, eine Veranstaltung des Naturkundevereins und
der VHS, fand am 16.03.2011 um 19.30 h im VHS-Saal am Münsterplatz statt.
05. März 2011: Einführung in die
Praxis des Amphibienschutzes
Für die Amphibienschutzaktion im Schießtal werden wieder Helferinnen und
Helfer gesucht. Zur Vorbereitung fand eine theoretische Einführung um 9.00
Uhr im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse in
Schwäbisch Gmünd statt.
Zur Einführung in die Praxis des Amphibienschutzes traf man sich um 14.00
Uhr am Haupteingang zum Schießtal-Freibad.
30.01.2011: Was bisher nur im Magazin ruhte. Finissage zur Ausstellung
"Schichten, Spuren & Spiralen" beendete das Jubiläumsjahr des
Naturkundevereins
Mit der Finissage zur Ausstellung "Schichten, Spuren & Spiralen" am
30. Januar beendete der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd sein
Jubiläumsjahr.
(fb) Seit 1890 treffen sich in Gmünd Leute, die an den
Naturwissenschaften interessiert sind, zum gegenseitigen Gedankenaustausch.
Sie wollen aber auch Kenntnisse in allgemein verständlicher Form vermitteln.
Dies geschieht durch Vorträge, Kurse, Arbeitsgemeinschaften, Ausstellungen
und Exkursionen, nicht zuletzt mit eigenen Veröffentlichungen. Damit dient
die Arbeit des Nkv auch der Förderung des naturkundlichen Unterrichts an den
Schulen.
Zu Beginn des Jubiläumsjahrs gab der Nkv das Buch "Der Unterjura in der
Umgebung von Schwäbisch Gmünd" heraus, verfasst vom Leiter der
Arbeitsgemeinschaft Geologie, Werner K. Mayer. Er ist der
Ausstellungskatalog für die beiden geologischen Ausstellungen in Böbingen
(11. April bis 30 Mai) und in Schwäbisch Gmünd (5. November 2010 - 30 Januar
2011).
Bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Böbinger Seelilien und der
Unterjura im Albvorland" stand neben den Fossilien der Sammler die aufwendig
präparierte Platte (12 Quadratmeter) einer Seelilienkolonie im Mittelpunkt.
Das Naturkundemuseum Stuttgart stellte zum ersten Mal den Böbinger
Seelilienfund vor, der bisher nur im Magazin ruhte. Das interessierte
Fachpublikum aus der Umgebung und aus dem ganzen Land hatte sich
eingefunden.
Der Deutsche Naturkundeverein (Sitz in Stuttgart) veranstaltete am 30.
Mai sein Jahrestreffen, verbunden mit botanisch-geologischen Exkursionen im
Albvorland und am Albtrauf. Der Nkv beteiligte sich am 16. Mai im Rahmen
seiner Ausstellung mit einem Geo-Aktionstag für Kinder an den
Veranstaltungen zu "RemsTotal", die zum ersten Mal an der Rems durchgeführt
wurden. Insgesamt wurden in der Böbinger Ausstellung über 2500 Besucher
gezählt.
Der Besuch der Ausstellung "Schichten, Spuren & Spiralen" im Museum
Prediger in Schwäbisch Gmünd hatte im Dezember Einbußen durch die
Schneekatastrophe. Die Ausstellung vermittelte dem Publikum eine Vorstellung
davon, wie "steinreich" Gmünd ist. Viele Fossilien kommen hier in besonders
dicht gepackten lagen vor. Die Arieten - im Volksmund "Schnecken" genannt -
können besonders groß und schwer werden.
Schon die Römer schätzten die Qualität der in der Umgebung von Gmünd
anstehenden Sand- und Kalksteine beim Bau des Limes. Im Mittelalter wurde
der Angulatensandstein für die Stadtmauern und Türme verwendet. Heimischer
Gagat, ein fossiles Holz, wurde wichtig für die heimischen Silberschmiede,
welche Schmuck und Rosenkränze daraus herstellten. Die sehr sorgfältig
bearbeiteten Präparate unserer Sammler fanden bei den Besuchern der
Ausstellung großes Lob. Ingesamt waren 400 Präparate ausgestellt und
sorgfältig angeordnet und beschriftet worden, den Fachleuten vom Gmünder
Museum sei Dank! Die Gmünder Ausstellung wurde von 1582 Personen besucht.
Unsere Vereinsmitglieder erklärten bei 25 Führungen den Besuchern ihre
Ausstellung.
Am 13. November führte der Naturkundeverein die Albertus
Magnus-Tagung mit dem Thema "Keuper und Unterjura in der Umgebung von
Schwäbisch Gmünd". Dabei fanden die Höhlen in den Felsen des Nepperbergs,
des Salvators und seine Kirche besondere Beachtung. Vielen auswärtigen
Teilnehmern waren die Kostbarkeiten des Salvators völlig unbekannt. Das
Taubental wurde naturkundlich gewürdigt und die Einrichtungen des
Naturatums erläutert: Ein pädagogisches Angebot der Stadt für das Lernen
in der Natur.
22.01.2011: Geologengruppe Ostalb zu Besuch in der Ausstellung
Schichten, Spuren & Spiralen
Die Geologengruppe Ostalb aus Aalen war zu Gast beim Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd. Im Museum im Prediger erhielten sie eine Sonderführung
in der Ausstellung Schichten, Stufen und Spiralen – der Unterjura in der
Umgebung von Schwäbisch Gmünd.
Werner K. Mayer begrüßte die Gruppe um Uli Sauerborn, Dr. Rudolf
Schlegelmilch und Hans-Dieter Bolter. Er betonte die freundschaftliche
Verbindung zwischen den Geologen des ostwürttembergischen Raumes. Sein
Ansinnen war es, zu verdeutlichen, dass die Region mit Aalen, Schwäbisch
Gmünd und Heidenheim, auf geologisch-paläntologischem Sektor den Jura
einmalig abdeckt.
Während um Schwäbisch Gmünd die Schichtfolge des Unterjura hervorragend
repräsentiert ist, was die Ausstellung beweist, besitzt der Raum Aalen
deutliche Schwerpunkte im Mitteljura. Nicht zuletzt deshalb wurde die
Gesteinsfolge von Opalinuston und Eisensandstein bereits 1864 als
Aalenium bezeichnet und ist bis heute international anerkannt.
Der Bergbaupfad in Aalen-Wasseralfingen, die Industriegeschichte der
Schwäbischen Hüttenwerke, aber auch der Raum Bopfingen mit seinen
hervorragenden Fundmöglichkeiten im höheren Mitteljura sind einmalige
Themen, die in ihrer Gesamtheit längst noch nicht aufgearbeitet sind.
Auch Heidenheim mit seinen Oberjuraschichten ist ein geologisch
bemerkenswerter Raum. Das Steinheimer Becken, die Korallenschichten von
Nattheim und Gerstetten, Königsbronn als auch heute noch markanter
Industriestandort, aus der Bergbautätigkeit entstanden, die gewichten
Rohstoffbetriebe im Waibertal mit ihrem reinen Calciumcarbonat sowie die
Oolithe um Schnaitheim mit ihren bemerkenswerten Bauwerken im gesamten
Raum, sind Themen, die auch geotouristisch weit höhere Bedeutung
erlangen könnten. Mayer und Michael Stegmaier lösten sich bei der
anschließenden Führung gegenseitig ab und vermittelten den fachkundigen
Zuhörern Details zu den ausgestellten Objekten. Es entspannten sich rege
Diskussionen über die hohe Qualität der Präparation, der Seltenheit der
Objekte, aus denen die Seelilien von Böbingen und die Stachelhäuterfauna
aus Schechingen herausragen.
Berühmtheit erlangten die Arieten um Gmünd schon zu Quenstedts Zeiten
durch ihre Größe, Vielfalt und exakte Ausbildung. Die vielfältigen Artvarienten der Prodactylioceraten, der Androgynoceraten und der
Liparoceraten, durch Dietmar Münch einzigartig präpariert, sind Basis
für weiterreichende paläontologische Untersuchungen. Fossile Krebse aus
den Phosporitknollen, durch Hannes Peukert und Thomas Balle exakt
präpariert, erregten ebenso Bewunderung, wie die Amaltheenarten oder die
Vielfalt der Ammoniten aus der Hammerstadter Brekzie. Über den fossilen
Korallenstock von Hans Miksche aus dem Übergang der Jurensismergel zum
Opalinuston wurden schon viele Diskussionen geführt. Auch sie war
Gegenstand eines längeren, vertieften Gesprächs. Zum Abschluss brachte
Mayer mit einem Goethe-Gedicht das Erstaunen über die Vielfalt der Natur
zum Ausdruck. Er betonte, dass die Ausstellung nicht zuletzt auch auf
der Leistung des anwesenden Dr. Rudolf Schlegelmilch aufbaut, der mit
seinen Ammoniten- und Belemniten-Werken wichtige paläontologische
Grundlagen schuf.
Im Anschluss an die Führung wartete Paul Stummer im Kornhaus auf die
Aalener und Gmünder Geologen. Es ist ein Glücksfall, dass seine
Ausstellung parallel zum Prediger-Event fossile Objekte zeigt, die
aufzeigen, wie Stummer mit Phantasie und formalem Können aus fossilen
Stücken Kunstwerke formt. Bei einem abschließenden Statement im Paulaner
betonte Werner K. Mayer, dass es notwendig wäre, die einmalige
Sonderstellung, die Aalen als Typuslokalität der internationalen
Jurastufe des Aaleniums genießt, nicht nur zu bewahren sondern seiner
Bedeutung entsprechend auszubauen.
Uli Sauerborn, der Leiter des Urweltmuseums, des Limes-Museum und der
Ostalb-Geologen, betonte seinerseits die Wichtigkeit, das gesamte
geologische Wissen der Region zusammenzuführen und gemeinsam anzubieten.
Er bedankte sich bei der Arbeitsgemeinschaft Geologie und bei Paul
Stummer für einen gelungen Nachmittag.
19.Januar 2011: Aus Quenstedts Schatzkiste - Die Unterjura-Fossilien
der Paläontologischen Sammlung der Universität Tübingen
Mit einem weiteren Vortrag wird die Reihe der Begleitvorträge im Rahmen
der Ausstellung im Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd abgeschlossen.
Im Refektorium des Predigers berichtete die Dipl.-Geologin M.
Aiglstorfer von der Universität Tübingen über die fossilen Bestände aus
dem Schwarzjura in der Universitätssammlung in Tübingen.
Die paläontologische Universitätssammlung Tübingen zählt zu den
bedeutendsten Europas. Sie wurde im Wesentlichen vom Begründer der
Paläontologie Tübingens, Friedrich August Quenstedt aufgestellt, und von
seinen Nachfolgern stets erweitert. Mit über 600.000 Objekten ist sie
häufig Ziel zahlreicher Wissenschaftler aus der ganzen Welt. Derzeit
befindet sie sich im Wiederaufbau und wird ab April wieder vollständig
öffentlich zugänglich sein.
Ein Schwerpunkt ist der Unterjura der Schwäbischen Alb - die Zeit als
das Jura-Meer sich über weite Flächen Deutschlands und Frankreichs
ausbreitete und sich mit ihm eine einzigartige Vielfalt an
Meereslebewesen bildete. Der Vortrag schlug den Bogen vom Moment, als
das Jurameer begann, vor 200 Millionen Jahren bis zu den weltberühmten
Meeresablagerungen des Posidonienschiefer-Meeres vor 182 Millionen
Jahren. Anhand zahlreicher, einmaliger Funde aus der Tübinger Sammlung,
darunter merkwürdige Haie, lebendige Fossilien wie den Quastenflosser
aber auch unsere entferntesten Verwandten, frühe Säugetiere, die sich
wohl im Uferbereich des Jurameeres aufhielten, wurden längst vergangene
Ökosysteme charakterisiert. Der Vortrag gab darüber hinaus Einblicke in
die Aufgaben und Probleme bei der Bewahrung einer Sammlung, die als
Kulturgut der Menschheit für nachfolgende Generationen bewahrt werden
soll. Dementsprechend berichtete die Referentin über die derzeitigen
Anstrengungen, die Objekte in ansprechender Form wieder herzurichten.
Manuela Aiglstorfer zeigte auch Depotbilder der Sammlung des
verstorbenen Gmünder Architekten Hans Schöne, die seinerzeit als die
größte Arietenkalksammlung der Welt bezeichnet wurde.
Gerhard Stiegele wurde 85
Am 15. September feierte Gerhard Stiegele, seit 1969 aktives Mitglied im
Nkv, seinen 85. Geburtstag. Besonders engagiert war er in der
Geologie-Arbeitsgemeinschaft. Als Fossiliensammler hat er wertvolle
Funde zutage gefördert, die auch in der jüngsten Geologie-Ausstellung im
Prediger zu sehen waren. Ein weiteres erfolgreiches Hobby war die
Archäologie.
Nachrufe
n den letzten Monaten
verstarben langjährige Mitglieder des Naturkundevereins:
Hubert Schwarz, Schwäbisch Gmünd, Albert Seitz, Iggingen und Friedrich
Winter.
Mitglieder des Naturkundevereins haben ihrer gedacht.
17.12.10: Dr. Christian Wagner
über Vogelparadiese in Süddeutschland
Vögel sind für jeden
Naturliebhaber ein lohnendes Beobachtungsobjekt – die meisten leben
weniger versteckt und sind besser zu sehen als etwa Laubfrosch oder
Wasserspitzmaus. Will man aber seltene oder besondere Vogelarten
beobachten, wie etwa den Uhu oder den Seidenschwanz, dann heißt es auch
hier: Gewusst wo. Welche unbekannten Kleinode es in gar nicht so weiter
Ferne zu entdecken gibt, zeigte Dr. Christian Wagner, Autor des Buches
„Vögel beobachten in Süddeutschland“ am Donnerstag, 17. Dezember, um
19.30 Uhr im Gashaus Krone, Schwäbisch Gmünd Zimmern, Böbinger Straße 3.
Als Gast der NABU-Gruppe und des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd
führte der Vogelexperte auf eine ornithologische Bildreise durch
Süddeutschland, die eine ungeahnte Artenvielfalt und Fülle an
Lebensräumen offenbarte.
01.Dezember 2010: Vortrag über Landschaft, Boden und Vegetation im
Unterjura um Schwäbisch Gmünd durch Prof. Dr. Dieter Rodi
Im Zusammenhang mit dem Buch
„Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ und der
Geologie-Ausstellung „Schichten, Spuren und Spiralen“ im Prediger
berichtete der Referent in einem Lichtbildvortrag am Mittwoch, 1.
Dezember im Saal der Volkshochschule am Münsterplatz über
seine jahrelangen Erfahrungen und Beobachtungen zum Unterjura bei
Schwäbisch Gmünd.
Die Landschaft im Unterjura (Schwarzer Jura) ist Teil der Süddeutschen
Schichtstufenlandschaft. Die Gesteine des Unterjura sind sehr
vielgestaltig: Es gibt harte, schwer verwitterbare Kalksteinbänke,
feinkörnige, ebenfalls harte Sandsteinbänke, dazwischen mergelige und
tonige Lagen. Da die Schichten leicht nach Südosten einfallen, bilden
die harten Bänke Steilstufen, die mergeligen und tonigen Lagen sanft
geneigte Hänge.
Aus den unterschiedlichen Gesteinen der einzeln Schichten bilden sich
ganz unterschiedliche Böden, auf denen wiederum ganz verschiedene
Pflanzengesellschaften gedeihen.
Der Reihe nach wurden die einzelnen Unterstufen des Unterjura in Wort
und
Bild dargestellt: Psilonotenton, Angulatensandstein, Arietenkalk,
Turneriton, Numismalismergel, Amaltheenton, Posidonienschiefer und
Jurensismergel.
Der Psilonotenton fällt im Gelände kaum auf. Der Angulatensandstein
bildet lehmige Sandböden, die bei Trockenheit saure Wälder tragen. Beim
Arietenkalk wird vor allem die mit Schluchtwäldern und Hecken bewachsene
Steilstufe mit ihren Frühblühern wie Scilla und Lerchensporn
hervorgehoben. Auch die Kalkscherbenäcker mit vielen seltenen
Ackerwildkräutern wie Adonisröschen und Ackerhahnenfuß
werden erwähnt. Die schweren Böden der Turneritone und Amaltheentone
sind für den Ackerbau wenig geeignet. Dort finden sich Wälder und
Wiesen. An quelligen Stellen findet man Feuchtwiesen mit
Wiesenknöterich, Trollblumen und Breitblättrigem Knabenkraut.
Auf den kalkhaltigen Mergelböden der Numismalismergel, aber vor allem
des Posidonienschiefers und der Jurensismergel haben sich bei extensiver
Nutzung besonders blumenreiche Äcker mit Adonisröschen, Feldrittersporn,
Ackerwachtelweizen und Ackerklappertopf ausgebildet. In Südlage treten
Blumenwiesen mit Wiesensalbei, Margerite, Knautie und Wiesenbocksbart
auf.
Zum Schluss wurde der Rätische Limes beim Grubenholz bei Mögglingen mit
seiner ehemaligen Steinmauer aus Arietenkalk vorgestellt, die eine
besonders kalkliebende Flora hervorgebracht hat.
25.November 2010: Auf Floßfahrt durch die Tethys - pseudoplanktonische
Seelilien aus Trias und Jura
Im Rahmen der Fossilienausstellung im Prediger in Schwäbisch Gmünd stand
am 25.11.10 ein besonders spannender Vortrag an. Dr. Hans Hagdorn,
Begründer und Museumsleiter des Muschelkalkmuseums Ingelfingen sprach im
Refektorium um 19 Uhr über driftende Seelilienkolonien aus der Trias und
dem Jura.
Während bei uns in Mitteleuropa vor 240 Millionen Jahren der Gipskeuper
abgelagert wurde, setzten sich in Süd-China in schlecht durchlüfteten
Meereströgen des Tethys-Ozeans schwarze Schiefergesteine ab. Darin
fanden zahlreiche Saurier, aber auch Ammoniten und riesige, mit
Seelilien besetzte Treibholzflöße ihre letzte Ruhestätte. Diese
Lagerstätte erlaubt faszinierende Vergleiche mit den Schwarzschiefern
des Unterjura vom Vorland der Schwäbischen Alb, insbesondere mit der
Böbinger Lagerstätte in den Numismalismergeln und den Seelilien aus dem
Posidonienschiefer um Holzmaden.
Mit der politischen Öffnung Chinas erlangten auch die Fossillagerstätten
von Guanling Weltruhm, nicht zuletzt durch die Forschungen eines
deutsch-chinesischen Teams, an denen das Ingelfinger Muschelkalkmuseum
mit dem Referenten maßgeblich beteiligt ist.
Der gut besuchte Vortrag führte in ein Gebiet von exotischer Schönheit
mit spektakulären Fossilien.
13. November 2010: Albertus Magnus-Tagung in Schwäbisch Gmünd
Im November 2010 fand traditionsgemäß die Albertus Magnus-Tagung des
ostwürttembergischen Vereinszweigs der Gesellschaft für Naturkunde in
Württemberg statt. Der Naturkundeverein war in seinem Jubiläumsjahr
wieder einmal Ausrichter. Sie stand unter dem Thema: Keuper und
Unterjura von Schwäbisch Gmünd und Umgebung. Geologie, Fauna, Flora.
Bereits um 9.30 h begann die 2 1/2stündige Exkursion. Der
Treffpunkt lag am Beginn der Salvatorstraße. Nach der Begrüßung durch
Dipl. Ing. Hans Wolf, den Leiter des Vereinszweigs und Prof. Dr.
Friedrich Bay, den Vorsitzenden des Naturkundevereins, ging die
Wanderung zunächst zum Nepperberg. Im ehemaligen Buhl´schen Garten
wurden die Teilnehmer von Frau Dr. Ingeborg Pfander erwartet. Sie
gewährte freundlichen Einlass in die zahlreichen Stollen im
Stubensandstein. Zusammen mit Werner K. Mayer erläuterte sie ihre
Ansicht, dass der 27 m tiefe Stollen, in dem zur Zeit der
Wintersonnenwende (20./21.12.) der Lichtstrahl der Sonne die hintere
Wand hell erleuchtet, möglicherweise keltischen Ursprungs sein könnte.
Die auf dem Grundstück gefundenen Scherben wurden von den Archäologen
als römisch eingeordnet. Die künstlichen Höhlen, Stollen und Terrassen,
die wohl zur Zeit der Salvator-Renovation durch Caspar Vogt ab 1617 als
Steinmetzwerkstätten gedient haben könnten, wurden besichtigt. Über die
"Elfenwiese" und durch den Pfarrgarten ging es zum Salvator mit den aus
dem Fels gemeißelten Kapellen, Statuen und Reliefs. Eine weiteres Thema
war die Hydrogeologie im Stubensandstein.
Im Walderlebnispfad NATURATUM übernahmen die Professoren Dr. Dieter Rodi
und
Dr. Friedrich Bay die Führung. Da der Einstieg vom Salvator kommend
nicht üblich war, wurde zunächst über die Entstehung und die Ziele des
Naturatums berichtet. Anhand einer Karte wurde die Route von Station
13-15 und 6-1 vorgestellt. Exemplarisch erläuterte bei Station 13
„Spechte“ Prof. Dr. Bay die didaktische Konzeption mit
Wissensvermittlung über die Infotafeln und Anregungen zum Beobachten an
Naturobjekten über die Unterweisungstafeln. Erlebnismomente gab es bei
den Stationen „Geheimnisvoller Wald“, „Weitsprung, Vergleich mit
Tieren“, „Rutsche im Knollenmergel“, „Pirschpfad“ und „Fuchsbau“. Bei
Station 1 stellte Prof. Dr. Rodi die Schichten des Waldes vor und
zeigte, wie man spielerisch Tiere den einzelnen Schichten zuordnen kann
und wie man Bau und Lebensweise von Bodentieren anhand von Drehwürfeln
vermitteln kann. Die etwa dreißig Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren
von der Konzeption sehr angetan.
Nach der Mittagspause begannen um 14.15 h die Vorträge im Refektorium des
Kulturzentrums Prediger. Die Abfolge lautete:
Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Prof. Dr. Friedrich Bay
vom Naturkundeverein und Dipl. Ing. Hans Wolf von der Gesellschaft für
Naturkunde.
Hans Wolf sprach über den Dominikanermönch Albertus Magnus und seine
Erbschaft an das Gmünder Dominkanerinnenkloster Gotteszell.
Danach führte Werner K. Mayer durch die derzeitige Ausstellung
Schichten, Spuren und Spiralen: Der Unterjura von Schwäbisch Gmünd.
Nach einer Kaffeepause begann Udo Gedack seinen Lichtbildervortrag zum
Thema: Typische Pflanzen, Amphibien und Reptilien beim Salvator und im
Taubental.
Prof. Dr. Dieter Rodi zeigte ebenfalls Lichtbilder zum Thema:
Landschaft, Boden und Vegetation des Unterjura um Schwäbisch Gmünd.
Die Teilnehmer der Tagung kamen nicht nur aus den naturkundlichen
Vereinen der Region, sondern auch weitere an der Natur interessierte
Personen waren als Gäste willkommen.
14. November 2010: Führung mit Wolfgang Wilhelm in der Ausstellung
Schichten, Spuren & Spiralen
Eine weitere Führung in der bemerkenswerten Ausstellung über den
Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd hielt am Sonntag, 14.11.2010
Wolfgang Wilhelm von der Arbeitsgemeinschaft Geologie im Naturkundeverein.
Wolfgang Wilhelm, der sich gewöhnlich mit historischen und archäologischen
Fragestellungen nördlich der Rems beschäftigt, ist auch ein erdgeschichtlich
versierter Fachmann. Er lud zu einer rund 45minütigen Führung ein.
10. November 2010: Vortrag über Patagonien
Was grünt und blüht am Ende der Welt? Naturerlebnisse auf der
anderen Hälfte unseres Globus´machen dem Reisenden bewusst, wie
einzigartig die Evolution verlaufen ist,
wie großartig sich die Tier- und Pflanzenwelt entsprechend den
unterschiedlichen Bedingungen von Klima und Umwelt entwickelt hat.
Der Gmünder Reise- und Naturfotograf Gerhard Albrecht war mit Rucksack
und Zelt einige Male in Südamerika und dort in Patagonien bis unweit von
Kap Horn unterwegs.
In diesem Dia-Vortrag berichtete er in einer Zusammenfassung im
Naturkundeverein über seine Eindrücke und Funde aus Flora und Fauna. Die
Reise begann in den urtümlich anmutenden Araukarienwäldern des Nordens,
berührte entlang der berühmten Ruta 40 die Bereiche der hochandinen
Steppe der Südkordilleren - mit spektakulären Bildern von Cerro Torre
und Fitzroy - ging bis zu den rauen Landstrichen auf den Inseln um Kap
Horn und den Nationalparks von Feuerland.
Zum Schluss mündete der Bericht des Referentenauf den Spuren von Charles
Darwin und unter mächtigen Patagonischen Zypressen in den Regenwäldern
in Chile.
Damit erschloss sich dem Besucher eine Entdeckungsreise durch
eindrucksvolle, fast unberührte Naturräume mit einer fremdartigen
Pflanzen- und Tierwelt.
Der Vortrag im Naturkundeverein wurde am Mittwoch, 10. November, 20 Uhr,
im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 16
gehalten.
05.11.10 - 30.01.11: Schichten - Spuren und Spiralen -
eine Ausstellung im Museum Prediger in Schwäbisch Gmünd
Am 05.11. wurde im Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd um 19.00 h die
Ausstellung
Schichten, Spuren und
Spiralen:
Der Unterjura in der Umgebung
von Schwäbisch Gmünd
eröffnet. Auf ca. 400 m2 werden in den Ausstellungsräumen im I.
Stock des Prediger die schönsten Fossilien aus dem Unterjura-Vorland um
Schwäbisch Gmünd gezeigt. Darunter sind vor allem viele Platten mit
Lebensspuren aus dem Angulatensandstein, die Vielfalt der Arieten aus
dem Arietenkalk, die berühmte Stachelhäuterfauna aus dem Psilonotenton
und die Seelilienkolonie von Böbingen.
Erstmals wird auch die "einsame Koralle", eine koloniäre Koralle aus dem
oberen Toarcium und vieles andere präsentiert.
Zur Begrüßung sprachen vor ca. 230 Teilnehmern der Erste Bürgermeister
Dr. Joachim Bläse sowie der Vorsitzende des Naturkundevereins, Prof. Dr.
Friedrich Bay.
Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Günther Schweigert vom Staatlichen
Museum in Stuttgart. Sein Thema war: Donnerkeil und Ammonshorn - die
Fossilien des Schwarzen Jura in Schwaben.
Im Anschluss führte Werner K. Mayer in die von allen Besuchern als
bemerkenswert bezeichnete Ausstellung ein.
25.10.10 Vorstellung des Unterjurabuchs im Refektorium des Predigers
Im Vorfeld der Ausstellung Schichten, Spuren & Spiralen - der
Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd wurde durch
Oberbürgermeister Richard Arnold das Unterjurabuch vorgestellt. Im
Refektorium des Predigers präsentierten die Museumsleiterin Dr. Gabriele
Holthuis, Oberbürgermeister Richard Arnold, der Autor Werner K. Mayer,
Prof. Dr. Dieter Rodi als Mitautor und der Vorsitzende des
Naturkundevereins, Prof. Dr. Friedrich Bay das neue Buch. Es dient vor
allem auch als Ausstellungskatalog. Die Gmünder Tagespost schrieb
darüber: "Nicht nur ein Geologiebuch für Fachleute, sondern ein
Geologielesebuch für Jeden: "Der Unterjura in der Umgebung von
Schwäbisch Gmünd" bringt verblüffende Zusammenhänge ans Tageslicht. Und
die Überschrift in der Rems-Zeitung lautete: "Ein Augenöffner für
verborgene Schätze".
Werner K. Mayer listete eine Fülle von Förderern und Sammlern auf, denen
er Dank sagte. Dank galt auch dem Pfeil-Verlag in München für die
aufwändige Gestaltung.
Zum Jubiläum sagte der Oberbürgermeister: "Wir haben hier seit 120
Jahren einen Schatz". Dr. Rodi kündigte das nächste Projekt an, das zur
Landesgartenschau 2014 als Buch erscheinen soll. Es handelt passen vom
Taubental und Lindenfirst, vom Nepperberg und vom Salvator.
21.10.10: Walter Schall-Preis für Werner K. Mayer
Am 21.10. um 19.15 h erhielt Werner K. Mayer in Stuttgart im Löwentor
für seine wissenschaftlichen Leistungen zum Buch „Der Unterjura in der
Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ den Walter-Schall-Preis der
Gesellschaft für Naturkunde. In einem Kurzvortrag stellte er seine
Ergebnisse vor. Der Preis wurde vom Vorsitzenden der
Gesellschaft, Prof. Dr. Blum im Beisein des Oberbürgers der Stadt
Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold, überreicht.
28.09.2010: Arbeitsraum des Naturkundevereins ab sofort im Uni-Park
Der Brand der Maria Kahle-Schule
in Schwäbisch Gmünd hat
weit reichende Auswirkungen. Da die Klösterleschule zwischenzeitlich
wieder für den Schulbetrieb benötigt wird, war der NKV natürlich bereit,
seinen Arbeitsraum in 3. OG dieses Gebäudes zu räumen. Die Stadt stellte
als Ausweichquartier einen großen Raum im Uni-Park in der Buchstraße zur
Verfügung. Ab sofort werden daher die Veranstaltungen der
Mikroskopie-AG, entgegen den Ankündigungen im aktuellen Programm, im
Haus Nr. 6 (Längsbau) im 1. OG, Zimmer 200, stattfinden.
25.09.10: Führung im Muschelkalkmuseum in Ingelfingen
Dr. Hans Hagdorn ist ein begeisterter Paläontologe und langjähriger
Sammler. Aus den vielen Fundstücken seiner Heimat in Muschelkalk und
Keuper hat er ein einzigartiges Museum in der ehemaligen "Inneren
Kelter" errichtet, das weit über die Grenzen des Landes Beachtung
findet. Berühmt wurde der Zittel-Preisträger und Ehrenmitglied der
Deutschen Paläontologischen Gesellschaft auch durch die Mitarbeit an der
Ausgrabung der pseudoplanktonischen Seelilienkolonien von Süd-China. Sie
sind die weltweit ältesten Kolonien und um ca. 30 Millionen Jahre älter
wie der Böbinger Fund aus dem Unterjura. Dr. Hagdorn empfing den
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Samstag, den 25.09.10 in seinem
Museum in Ingelfingen im Kochertal und führte durch seine einmalige
Sammlung, die durch Seelilien aus aller Welt bereichert wurde.
Zusätzliche Attraktivität erhielt das Museum durch die Einbeziehung der
Sammlung Kugler im darüber liegenden Stockwerk. Werner Kugler hat vor
kurzem seine Sammlung von Sauriern aus dem Lettenkeuper von
Vellberg-Eschenau der Alberti-Stiftung übergeben.
19.09.10: Naturkundeverein beim Tag des Geotops im Wental
Bereits zum sechsten
Mal beteiligte sich der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am
bundesweiten Tag des Geotops. Diesmal bot er eine geologisch-botanische
Wanderung im Oberen Wental an. Treffpunkt war der Parkplatz bei der
Kläranlage in Bartholomä. Zeitpunkt: 9.30 Uhr.
Vorbei an der Kläranlage im Gewann Gänsteich ging es zunächst zu den
beiden
großen Dolinen am Beginn des Oberen Wentals. Da sie am tiefsten Punkt
der Gemeinde liegen, nehmen sie zur Zeit der Schneeschmelze große
Wassermassen auf.
Sie treten 72 Stunden später am Brenztopf im Brenztal wieder aus.
Das Hexenloch südlich von Irmannsweiler ist eine flache dolinenartige
Vertiefung, in der Karstspalten des Oberjuras bis zu 2 m tiefe Gräben
bilden. Der Weg führte vorbei am Ulrichsholz zu den Dolomitfelsen beim
Wental-Landhotel. Dort wurde die bemerkenswerte Vegetation der
Dolomitfelsen vorgestellt. Es wurde auch auf die Probleme von Tourismus
und Naturschutz eingegangen.
Nach Überquerung der Straße ging es weiter in Richtung "Wentalweible "
bis zur Schutzhütte. Beim Spitzbubenstadel wurde über die in den letzten
Jahren durch Auslichtung erfolgte Freistellung der Felsen diskutiert.
Anschließend wurden einige auf Feuersteinen gedeihenden säurezeigenden
Pflanzen vorgestellt.
Werner K. Mayer übernahm den geologischen, Prof. Dr. Dieter Rodi den
botanischen Teil. Die Wanderung dauerte ca. 2 1/2 Stunden. Gelegenheit
zur Einkehr bot das Landhotel Wental.
18.09.10: Naturkundliche Wanderung in den Schluchten des Welzheimer
Waldes
Waldwirtschaft,
Höhlengeologie und Herbstbotanik waren die Themen dieser Exkursion. Am
Beispiel des Gellbachtales im Welzheimer Wald bei Wahlenheim wurde von
Revierförster Friedemann Friz aufgezeigt, wie in den Keupertälern im
Bereich der Buchen-Tannenwälder naturnahe Waldwirtschaft betrieben
werden kann. Die Entstehung von Klingen, Höhlen und Grotten wurde am
Beispiel der Sauklinge erläutert. Auf der Wanderung entlang des
Gellbaches zeigte Prof. Dr. Dieter Rodi Herbstblumen, Farne, Moose und
Pilze zeigen.
Die kostenfreie Exkursion wurde vom Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd in
Zusammenarbeit mit der VHS Schwäbisch Gmünd angeboten.
14.09.10:
Besuch der Ausstellung "Kalzit - Glitzernde Kristalle von der Ostalb" im
Urweltmuseum in Aalen
Die Arbeitsgemeinschaft
Geologie im Naturkundeverein lud seine Mitglieder und auch
Interessenten zu einem Besuch des Aalener Urweltmuseum ein.
Zum ersten Mal wird im Aalener Urweltmuseum eine Ausstellung mit
herrlichen Kalzitkristallen präsentiert.
Die ungewöhnliche Sonderausstellung zeigt einmalige Mineralfunde aus
unserer Region, ergänzt durch besondere Kalzitkristale aus aller
Welt. Sie wurden über mehrere Jahre hinweg auf zahlreichen Exkursionen
im Bereich der östlichen Schwäbischen Alb zusammengetragen und stammen
aus den Sammlungen von Franz Fischer und Michael Stegmaier.
Michael Stegmaier erwartete um 19.00 Uhr die Teilnehmer vor dem
Urweltmuseum in Aalen und führte anschließend einfühlsam durch die
Ausstellung.
10.09.10: Ab September wieder Veranstaltungen im Vereinsheim der
Naturfreunde
Die
Botanik-AG
konnte im letzten
Halbjahr ihre Veranstaltungen nicht im baufälligen Vereinsheim der
Naturfreunde (Hintere Schmiedgasse 16) durchführen. Dankenswerterweise
konnten die Veranstaltungen in der
Geschäftsstelle
des Deutschen Alpenvereins (Uferstr. 38)
stattfinden.
Ab September finden
die Veranstaltungen wieder im Vereinsheim der Naturfreunde statt.
25.07.10: Gebirgsausfahrt zur Krinnenspitze
Die Gebirgsausfahrt zur Krinnenspitze bei Nesselwängle am 25.07. konnte
für ca. 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erfolgreich unter Führung von
Udo Gedack und Hans Holm Rademann durchgeführt werden.
15.06.10: Amphibienschutz im Schießtal
Leider ist die Jungkrötenwanderung im Juni fast vollkommen ausgefallen.
Da das Ablassen und Abfischen des Schießtalsees im Jahre 2007 sich auf
die Jungkrötenwanderungen in den Jahren 2008 und 2009 positiv
auswirkte, wird angestrebt, den See im Herbst 2010 wieder einmal
abzulassen und abzufischen.
14.06.10: Schatzmeister Hans Miksche wurde 70
Am 04.05. nahm Hans Miksche die Gratulation des Naturkundevereins
zum 70. Geburtstag entgegen. In der Vereinsratssitzung am 14.06.
wurden seine Aktivitäten als Schatzmeister, beim Verkauf der UNICORNIS
Veröffentlichungen und bei der Vor- und Nachbereitung der
Geologie-Ausstellungen gewürdigt.
12.06.10: GEO-TAG Blumenwanderung zwischen Böbingen und Mögglingen
Bunte
Blumen-Äcker und Raine mit vielen Schmetterlingen
Die Arbeitsgemeinschaften
Botanik und Insektenkunde des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd führten
in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule am GEO-Tag der Artenvielfalt
eine Wanderung zwischen Böbingen und Mögglingen durch. Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten auf Wunsch einen
Biodiversitäts-Wanderpass, der zur Teilnahme an einem Gewinnspiel
berechtigt.
Sie war gewissermaßen auch der GEO-Tag der Artenvielfalt in
vereinfachter Form mit dem Schwerpunkt "Der Acker als Laubensraum für
Wildkräuter, Insekten und Vögel".
Er wurde zusammen mit weiteren Exkursionen vom Arbeitskreis Naturschutz
Ostwürttemberg als Tage der Artenvielfalt vom 02.05. bis 2.06.10
organisiert.
Nach einer kurzen Einführung
in die Geologie des Unterjura als Nachbereitung zur Geologie-Ausstellung
in Böbingen besuchten die Teilnehmer die Blumen- und
Insekten-Artenvielfalt auf Äckern und an sonnigen Rainen am Barnberg bei
Böbingen. Anschließend betrachteten sie einen besonders artenreichen
Acker und einen feuchten Graben in der Hinteren Hart. Roter Mohn,
orangerotes Adonisröschen, blaue Kornblume, dunkelblauer Rittersporn,
gelber Ackerklappertopf und weißer Milchstern und viele weitere
Ackerblumen erfreuten die Interessenten. Dieser Acker ist deshalb so
artenreich, weil der Landwirt heute noch die Bewirtschaftung durchführt,
wie sie vor über 50 Jahren bei uns üblich war.
Prof. Dr. Dieter Rodi (Pflanzen) und Prof. Dr. Andreas Beck (Insekten)
hatten die Führung der kostenfreien Veranstaltung übernommen. Die
Teilnehmer waren von der wahrgenommenen Artenvielfalt begeistert.
30.05.10: Der Deutsche Naturkundeverein zu Gast in Böbingen/Rems
Das alljährliche Treffen der naturkundlichen Vereine fand 2010 in
Böbingen statt. Der Deutsche Naturkundeverein traf sich gleichsam zur
Finissage der Ausstellung am 30.05.10. Nach einer Einführung in die
Ausstellung und in die Geologie des Albvorlandes ging es ins Gelände
nach Schwäbisch Gmünd-Bargau. Dort wurden zwei naturkundliche Führungen
angeboten.
Beim Eintreffen der Bezirksvereine aus Göppingen, Heidenheim, Esslingen,
Ludwigsburg und Reutlingen begrüßte Prof. Dr. Dieter Rodi die Teilnehmer
und nahm die Buseinteilung vor.
Als Exkursion A wurde durch Werner K. Mayer (Geologie) und Manfred
Walderich (Botanik) eine geologisch-botanische Führung angeboten.
Zunächst wurden die Teilnehmer durch Mayer in die bemerkenswerte
Ausstellung
im Bürgersaal eingeführt. Es entspann sich darüber hinaus eine lebhafte
Diskussion und Nachfrage nach dem neuen Unterjurabuch. Um 11.15
Uhr ging es mit dem Bus
nach Bargau zum Parkplatz Feuersee. Hier fand eine interessante
Wanderung entlang des Eselsbaches (Opalinuston, Wasserfallbank,
Eisensandstein, Bacherlenwald) statt,
die nur kurzzeitig vom Regen unterbrochen wurde. Das Schlössle
(Eisensandstein), der Weg über Blumenwiesen zum Treppenweg und Geotop
(Wohlgeschichtete Kalke,
Verwerfungszone des Schwäbischen Lineamentes) waren weitere Stationen.
Für viele zu einem Höhepunkt gestaltete sich der schwierige Aufstieg
durch die Lacunosamergel und den Steig durch die Unteren Felsenkalke zum
Hohen Kreuz am Scheuelberg.
Die Pause im Naturfreundehaus am Himmelreich war willkommene
Erholungsphase, ehe es über das Beurener Kreuz, vorbei an der
Himmelsquelle bis zum Bargauer Kreuz ging. Hier erklärte Mayer die
verschiedenen Vertiefungen in Form von Dolinen, Hülben, Gries-Sandgruben
und die Verschanzungen aus dem Spanischen Erbfolgekrieg.
Beim Abstieg konnte Manfred Walderich noch die interessante und
vielfältige Flora der Impressamergel, vor allem auch mit der seltenen
Spargelerbse, erläutern.
Die Exkursion B wurde als Botanisch-geologische Führung mit Prof. Dr.
Dieter Rodi (Botanik) und Michael Stegmaier (Geologie) angeboten. Sie
begann nach der Ankunft sogleich mit einer Fahrt zu einer typischen
Wiesenvegetation. Die Teilnehmer/innen waren überrascht über die
blumenreichen Feucht und Trockenwiesen im Klotzbachtal. Die Führung in
der Unterjura-Ausstellung durch Michael Stegmaier hat alle sehr
interessiert, besonders auch die ergänzenden Darstellungen über
Lebensweise der Seelilien, Ammoniten und Fische.
Diese Gruppe fuhr anschließend ebenfalls zum Parkplatz am Feuersee in
Bargau. Auf der Wanderung vom Feuersee zum
Bargauer Kreuz wurden bei den Stationen des Braunjura und Weißjura die
Zusammenhänge zwischen Gestein, Boden und Vegetation durch Michael
Stegmaier und Dr. Rodi erläutert.
Besonders beeindruckt hat die Wacholderheide an der Bargauer Steige auf
Impressa-Mergeln mit vielen seltenen Arten wie Spargelerbse, Echte
Kugelblume, Mücken-Händelwurz und Weiße Waldhyazinthe. Die rüstigen
Wanderer schauten noch einen Steinbruch der Wohlgebankten Kalke an und
fanden dabei auch einige Fossilien. Nach einer Kaffeepause im
Kolpinghaus zeigt auf dem Rückweg Dieter Rodi noch eine sehr schöne
Blumenwiese und erläuterte, mit welchen Bewirtschaftungsmaßnahmen solche
Mageren Salbei-Glatthaferwiesen mit Unterstützung des
Landschaftserhaltungsverbandes des Ostalbkreises erhalten werden können.
29.05.10: Auf Orchideensuche rund um den Heldenberg
Die Arbeitsgemeinschaft Botanik des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd
führte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule die diesjährige
Maiwanderung rund um den Heldenberg unter dem Aspekt des internationalen
Jahres der Artenvielfalt durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
erhielten nach Wunsch einen Biodiversitäts-Wanderpass, der zur Teilnahme
an einem Gewinnspiel berechtigt. 65 interessierte Wanderer waren
erschienen.
Nach einer Einführung in die Route, die Wacholderheiden und die
Landschaft bei der Reiterleskapelle konnten neben den bereits verblühten
Frühlingsenzianen und den noch nicht blühenden Gelben Enzianen folgende
Orchideenarten beobachtet werden: Weißes Waldvögelein, Weiße
Waldhyazinthe, Nestwurz, Großes Zweiblatt, Mücken-Händelwurz,
Fliegen-Ragwurz, Bleiches Knabenkraut, Männliches Knabenkraut, Helm-
Knabenkraut und Breitblättriges Knabenkraut.
Weitere kennzeichnende Pflanzenarten der Wacholderheiden und ihre
ökologischen Ansprüche wurden vorgeführt. Im Wald wurden artenreiche
Hangbuchenwälder und Bärlauch-Eschen-Bergahornwälder studiert.
Zum Schluss wurde ein sehr artenreiches Kalkflachmoor im Christental mit
vielen Breitblättrigen Knabenkräutern besucht.
Die Führung wurde von Prof. Dr. Dieter durchgeführt, der sich über das
große Interesse freuen durfte.
22.05.2010: Blumen und Streuobstwiesen des Unterjura in der Umgebung
von Böbingen
Im Rahmen einer Führung von VHS Schwäbisch Gmünd und
Naturkundeverein mit Professor Dr. Dieter Rodi trafen sich die
naturkundlich Interessierten um 14.00 Uhr am Rathaus Böbingen. Nach
Besichtigung der laufenden Ausstellung und der Bildung von
Fahrgemeinschaften ging es ins Gelände. Hier versuchte Dr. Rodi, den
Zusammenhang zwischen Gestein, Bodenbildung und Vegetation zu erläutern.
Gerade um Böbingen gibt es noch intakte Blumen und Streuobstwiesen, die
besucht und besprochen wurden.
16.05.10: Fröhliches Fossilienbuddeln bei RemsTotal in Böbingen
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Geologie hatten sich zum
120-jährigen Jubiläum des Naturkundevereins etwas Besonders ausgedacht:
ein fröhliches Fossilienbuddeln für jung und alt.
Ort des Geschehens war der Platz vor der Römerhalle in Böbingen; Anlass
dazu war die Teilnahme der Gemeinde Böbingen am RemsTotal-Tag am
16.05.10 in der Zeit von 11.00 - 17.00 Uhr.
Es kommt nicht alle Jahre vor, dass erfahrene Sammler sich von ihren
fossilen Duplikaten trennen. Und wenn, dann meistens im Tausch oder für
Geld.
In Böbingen war dies anders. Hier haben die Sammler zunächst um die
Böbinger Seelilienkolonie eine besondere Ausstellung gestaltet, die weit
und breit Beachtung findet. Wenn man im Internet mit Schlagwort
Unterjura oder Böbinger Seelilien sucht, dann öffnen sich seitenweise
Hinweise auf Böbingen und deren bemerkenswerte Ausstellung. Natürlich
auch auf das Unterjurabuch, das der Ausstellung seinen besonderen Reiz
gibt.
Um junge Menschen zur Beschäftigung mit der Natur anzuregen, lagen am
Sonntag vor der Römerhalle vier riesige Haufen mit Erdaushub
verschiedener Farbe. In ihnen waren zentnerweise Fossilien,
versteinerte Hölzer und Mineralien versteckt. Hier konnten sich die
jungen Forscher mit Häckchen, kleinen Schaufeln oder Hämmern austoben
und nach fossilen Schätzen suchen. Und sie wurden fündig, denn rund eine
Tonne Fossilien und Mineralien vergruben die Sammler der Geologie AG um
ihrem Leiter Werner K. Mayer. Und Michael Riek, der Sohn des örtlichen
Bauunternehmers gab sich mit seinem schmucken Minibagger reichlich Mühe,
sie fachgerecht zu verstecken.
Doch bevor es ans Werk ging, stand noch eine kleine Aufgabe bevor. Die
Teilnehmer mussten sich zunächst eine Grablizenz erwerben. In der
Ausstellung im Bürgersaal war zuvor eine einfache Quizfrage zu lösen.
Wer nicht von selbst drauf kam, konnte sich die Erklärungen von
Professor Dr. Dieter Rodi zur Ausstellung anhören. Er war an diesem Tag
stark gefordert, denn Hunderte von Interessenten bewunderten die
ausgestellten Stücke. Schon früh voran die Prominenz mit Landrat Klaus
Pavel, dem Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold,
Staatssekretär Richard Drautz und dem Böbinger Bürgermeister Jürgen
Stempfle.
Seelilien war das Lösungswort und um die schon berühmten Seelilien von
Böbingen war ja auch die ganze Ausstellung ausgerichtet. Fein säuberlich
schrieben Dr. Erhard Grallath und Dieter Prölß vom Geschichts- und
Heimat Heimatvereins die schmucken Urkunden aus.
Mit der Grablizenz in der Hand durften der/die „lizenzierten"
Sucher/innen nach Herzenslust wühlen. Fündig wurden sie allemal. Da gab
es Ammoniten, fossile Hölzer und Mineralien. „Katzengold" zu Hauf,
„Flädle" waren zu finden, aber auch Korallen, Schnecken, Muscheln,
Belemniten.
Es ist gar nicht so einfach, sie richtig einzuordnen. Aber Hilfe in Form
erfahrener Sammlern stand zur Verfügung. Sie halfen beim Bearbeiten und
Präparieren und wussten meist auch noch Name und den einstigen Fundort.
Mit Dietmar Münch und Michael Stegmaier standen zwei erfahrene
Präparatoren zur Verfügung. Gleich daneben zeigten Prof. Dr. Frieder Bay
und Stukkateurmeister Paul Stummer, wie man schöne Fossilien formt und
auf was es bei den Tieren ankommt.
Es war also ein Spaß für die Großeltern mit ihren Enkeln und hunderte
junger Familien. Kaum dass sich der Bagger bewegte, waren Scharen von
Kindern dort zur Stelle, wo immer wieder ein Schubkarren voller
Beutestücke vergraben wurde. Wolfgang Wilhelm, August Freudenreich und
Mitglieder des Heimatvereins sorgten für die nötige Ordnung.
Dass der leibliche Genuss nicht zu kurz kam, standen wiederum
ehrenamtliche Helfer um Gabi Ernst zur Verfügung. Während
die Jungen schürften, konnten die Alten schlürfen. Der Erlös ging an die
örtliche Bücherei.
Und wem das alles zu anstrengend war, der konnte sich in der Bürgerhalle
bei Hans Miksche und Manfred Boni nicht nur das Buch erwerben, sondern
auch besonders schön präparierte Fossilien und Mineralien.
Aber auch noch dem offiziellen Ende wurde auf den Gesteinshaufen bis in
den späten Abend hinein weiter gewühlt, denn Schatzsucher lassen nicht
so schnell locker.
04.05.2010:Die Schichtfolge im Unterjura
Einen weiteren Vortrag bot die Geologie-AG des Naturkundevereins
anlässlich der Ausstellung über die Böbinger Seelilien und den Unterjura
im Albvorland an.
Werner K. Mayer besprach im Bürgersaal in Böbingen "Die
Schichtfolge im Unterjura".
In dem Diavortrag stützte er sich vor allem auf die im Rahmen seiner
Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse, die zum Unicornis-Buch "Der
Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd" geführt haben.
Im Anschluss an den Vortrag, der sich mehr mit der Stratigraphie
beschäftigte, zeigte er den interessierten Zuhörern noch die dazu
gehörigen Leitfossilien aus den besprochenen Schichten.
21.04.10: Auf der Lüneburger
Heide - Naturbeobachtungen zwischen Elbe und Weser
Das heutige Gebiet der
Lüneburger Heide war einst geprägt von großflächigen Heidelandschaften, die
sich auf den nährstoffarmen Sandböden nach Waldrodung
und Schafbeweidung als Folgegesellschaft dieses Raubbaus an der Natur
gebildet hatten.
Nach der Umstellung auf modernere Formen der Landnutzung dominieren hier
jedoch inzwischen Wälder, Viehweiden und Agrarlandschaften. Dazwischen
lassen sich aber noch Reste intakter Naturlandschaften, etwa Moore und
Binnendünengebiete, mit einer hochgradig gefährdeten Flora und Fauna
entdecken. Einige der dort vorkommenden Arten besitzen hier ihre letzten
Rückzugsgebiete in ganz Deutschland. Solche Seltenheiten finden sich aber
nicht nur in den kläglichen Resten natürlicher Lebensräume, sondern vielfach
auch in vom Menschen wenig gestörten Ersatzlebensräumen, wie etwa
aufgelassenen Sandgruben und auf den oft riesigen, meist völlig
menschenleeren Truppenübungsplätzen.
Dr. Heiko Bellmann aus Lonsee brachte seinem Publikum am Mittwoch, dem
21.04.10 in der Volkshochschule am Münsterplatz diese einmalige Landschaft
und ihre vielfältige Natur anhand seiner vorzüglichen Aufnahmen näher.
21.04.2010: Vortrag über "Seelilien durch die Erdgeschichte"
Im Rahmen der Ausstellung sprach Werner K. Mayer am Mittwoch,
21.04.2010 im Bürgersaal über "Seelilien durch die Erdgeschichte".
Die zum Stamm der Stachelhäuter gehörende Klasse der Seelilien gibt es
schon seit dem Erdaltertum und zwar seit dem Mittleren Kambrium. Man
kennt etwa 5 000 Arten. Während in der Vergangenheit bis zur Kreidezeit
gestielte Arten vorherrschten, überwiegen heute die stiellosen Arten.
Der Referent zeigte zahlreiche Beispiele der vier Unterklassen und ging
im speziellen auf die Seelilien des Jura und vor allem auf die
Seelilienkolonie von Böbingen ein.
17.04.10: Frühblüher an der Unterjura-Kante bei Schönhardt mit Prof. Dr.
Rodi
Der Naturkundeverein setzte seine Jubiläumsveranstaltungen mit einer
Wanderung in der Nähe von Böbingen fort.
Am Beispiel der Frühblüher konnte in Ergänzung zu der
Unterjura-Ausstellung sehr gut der Zusammenhang zwischen Geologie,
Landschaft, Boden und Vegetation gezeigt werden.
Die Frühblüher der Wälder und Hecken blühen und fruchten im März und
April und ziehen sich im Mai in ihre unterirdischen Organe zurück. Im
Sommer würden sie von höheren Stauden wie Brennnessel oder Giersch
überwuchert werden. Für die rasche Entwicklung und die Bildung von
Speicherorganen für das kommende Jahr brauchen sie dazu einen sehr
lockeren, humosen, kalk- und nährstoffeichen Boden. Diesen finden sie
insbesondere an der Unterkante des Arietenkalkes und den darunter
liegenden Hängen. Optimal ist diese Bedingung an der Steilkante nördlich
von Schönhardt der Fall.
Folgende Frühblüher konntenen mit ihren Speicherorganen gezeigt werden:
Lerchensporn mit rübenartigen Knollen, Scharbockskraut mit
Wurzelknollen, Anemone und Aronstab mit unterirdischen Kriechsprossen,
Blaustern, Goldstern und Märzenbecher mit Zwiebeln.
Zur Einführung in die Geologie und Landschaft trafen sich viele
interessierte Naturfreunde am Samstag, 17. April um 14.00 Uhr in der
Geologieausstellung im Bürgersaal des Rathauses in Böbingen.
Anschließend fuhr man nach Bildung von Fahrgemeinschaften nach
Schönhardt mit einem Zwischenhalt zur Landschaftsbetrachtung beim
Feldkreuz. Frühblüher und Böden wurden auf einer Wanderung von
Schönhardt zum Mühlhölze besucht.
Die kostenlose Führung mit Prof. Dr. Dieter Rodi veranstaltete der NKV
in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Schwäbisch Gmünd und Böbingen.
15.04.10: Vorsitzender Prof. Dr. Friedrich Bay wurde 70
Der Vorsitzende des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd und der Leiter
der Ortsgruppe Schwäbisch Gmünd des Naturschutzbundes Deutschland
feierte am 15.04. seinen 70. Geburtstag. Dazu gratulierten ihm die
Naturkundler recht herzlich und danken ihm für seine Aktivitäten für
Natur und Umwelt rund um Gmünd.
Er wurde 1940 in der Ortschaft Hürben im Brenztal geboren. Nach dem
Abitur in Giengen/Brenz absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum
Volkschullehrer am Pädagogischen Institut in Esslingen. In Wernau wurde
ihm seine erste Anstellung als Junglehrer übertragen. Dort lernte er
seine Ehefrau Irmela kennen. Aus dieser glücklichen Verbindung sind drei
Töchter hervorgegangen.
Nach einem Pädagogikstudium in Tübingen und einer kurzen Assistentenzeit
in Ludwigsburg unterrichtete er seit 1969 als Professor für Biologie und
ihre Didaktik mit den Schwerpunkten Zoologie und Ökologie an der PH
Schwäbisch Gmünd bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2005.
Neben seiner vollen Berufstätigkeit als Dozent promovierte er in den
Siebzigerjahren in Tübingen über Fledermäuse. Friedrich Bay hat eine
ganze Anzahl von Veröffentlichungen aus dem Gebiet der Biologie und der
Biologiedidaktik aufzuweisen.
Friedrich Bay hat sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich über seine
Aufgaben als Professor an der PH Schwäbisch Gmünd hinaus zum Wohle der
Allgemeinheit in naturkundlich orientierten Vereinen und in
Naturschutz-Arbeitsgruppen bei der
Vermittlung von Kenntnissen und bei Belangen des Umwelt-, Biotop- und
Artenschutzes überdurchschnittlich engagiert. Zu Gute kamen ihm dabei
seine hervorragenden vielseitigen fachwissenschaftlichen, pädagogischen
und didaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, seine Kontaktfreudigkeit
sowie sein Organisationstalent.
Beim Elternbeirat am Scheffold-Gymnasium und vor allem im Gemeinderat
der Evangelischen Kirche in Waldstetten engagiert er sich darüber hinaus
im sozialen und religiösen Bereich.
Für seine vielfältige ehrenamtlichen Tätigkeiten erhielt Friedrich Bay
im November 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
14.04.2010: Filmvortrag über Tag und Nachtfalter
Die Arbeitsgemeinschaft Insektenkunde des NKV bot in einer
gemeinsamen Veranstaltung mit der VHS Schwäbisch Gmünd einen
interessanten Filmabend über Tag- und Nachtfalter, insbesondere
Schmetterlinge unserer Heimat, an.
Die Filme zeigten faszinierende Bilder vom aufregenden Leben
einheimischer Insekten am Wegesrand, die Blütenbesucher von Knautie,
Klee und Flockenblume, sowie das Leben an der Brennnessel.
Die Filmautorin, Frau Ursula Sixt, beschäftigt sich seit vielen Jahren
mit der Aufzucht und der Dokumentation heimischer Schmetterlinge. Sie
ist bekannt durch zahlreiche Ausstellungen Ihrer Fotos von bestechender
Qualität, wie im Jahre 2002 im Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd.
Seit einigen Jahren befasst Sie sich mit der filmischen Dokumentation
Ihrer Beobachtungen. Die dabei erzielten Ergebnisse führen das
Insektenleben einheimischer Arten – insbesondere das der Schmetterlinge
– in neuer, einzigartiger Sichtweise vor Augen.
11.04.10 - 30.05.10: Die
Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland
Am 11. April wurde im Bürgerzentrum in Böbingen/Rems eine von der
Geologie-AG
des Naturkundevereins zusammen mit der Gemeinde Böbingen vorbereitete
Ausstellung
„Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland"
eröffnet.
Erstmalig wurde die vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart
aufwendig sandgestrahlte, große Seelilienkolonie aus dem
Numismalismergel von Böbingen gezeigt. Diese Kolonie ist der älteste
Nachweis von auf Treibholz angesiedelten Seelilien in Europa. Sie sind
älter als die berühmten Seelilienkolonien aus dem Posidonienschiefer von
Holzmaden.
In der Ausstellung werden außerdem zahlreiche Funde aus den
Gesteinsschichten des Unterjura rund um Böbingen präsentiert. Auch aus
Böbinger Baugebieten vergangener Jahre stammen zahlreiche bemerkenswerte
Funde.
Zur Ausstellungseröffnung hielt Dr. Günter Schweigert vom
Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart den Festvortrag
anlässlich des 120-jährigen Jubiläum des Naturkundevereins. Sein Thema
lautete:
Der Unterjura in Süddeutschland -
nicht nur Saurier.
Außerdem wurde auch das neue UNICORNIS-Buch Nr. 12 „Der Unterjura in der
Umgebung von Schwäbisch Gmünd" durch Werner K. Mayer, den Leiter der
Arbeitsgemeinschaft Geologie, vorgestellt.
11.04.10: Unterjurabuch vorgestellt
Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e.V. hat sein neuestes Buch in
der Unicornis-Reihe vorgestellt. Quasi zum Jubiläum des Vereins erschien
das als Unterjurabuch bezeichnete Werk "Der Unterjura in der Umgebung
von Schwäbisch Gmünd".
Auf 255 Seiten mit 300 meist farbigen Abbildungen, Tabellen und Profilen
sowie einer morphologischen und einer geologischen Karte beinhaltet es
in 11 Kapiteln folgende Themen: Fundstellen für Aufschlüsse und
Fossilien und eine naturräumliche Gliederung.
Es berichtet über die Stellung des Unterjura im Gefüge der Erdkruste und
erklärt den Schichtaufbau. Nach dem Vergleich der Internationalen
Schichtstufengliederung mit dem Quenstedt`schen Alphabet handelt es sehr
fein die Schichtstufengliederung ab.
Der Landschaft, Boden und Vegetation ist Kapitel 6 gewidmet. Es
erläutert in Kapitel 7 die wichtigsten Fossilgruppen im Unterjura.
Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln beschreibt dessen Entwicklung
und Kapitel 9 führt auf, wie die Gesteine des Unterjura genutzt wurden.
Eine Fachwörtererläuterung sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis
runden das Werk ab.
Der Autor, Werner K. Mayer, ist langjähriger Leiter der
Arbeitsgemeinschaft Geologie im NKV. Den Beitrag aus Kapitel 6 zu
Landschaft, Boden und Vegetation übernahm Prof. Dr. Dieter Rodi.
Das Buch ist sowohl über den regionalen Buchhandel wie auch direkt beim
Naturkundeverein unter Mail:
schatzmeister@nkv-gd.de portofrei zu beziehen.
Es kostet @ 24,80.
2010: 120 Jahre Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd
Im Jahre 2010 feiert der Naturkundeverein sein 120-jähriges
Bestehen. Dazu sind während des Jahres eine ganze Reihe von
Veranstaltungen geplant. Den Auftakt
bildete am 11.04.10 die Eröffnung der Fossilienausstellung in Böbingen
mit dem
Thema "Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland.
17.03.10: Jahreshauptversammlung des Naturkundevereins
Die diesjährige Jahreshauptversammlung wurde im Vortragssaal der
Volkshochschule abgehalten. Da dieses Jahr keine Wahlen anfielen,
gestaltete sich
der Abend vorwiegend zu einer Rückschau des Vorsitzenden, Prof. Dr.
Frieder Bay, über die zahlreichen Veranstaltungen des vergangenen
Jahres. Nach seinem Kassenbericht und einer Aussprache darüber wurden
dem Schatzmeister, Hans Miksche,
einstimmig Entlastung erteilt.
Auf die kommenden Veranstaltungen des Jubiläumsjahres wurde hingewiesen,
ehe
sich im Anschluss der botanische Vortrag von Udo Gedack anschloss.
17.03.10: Lebensräume im
Namaqualand
Der Name Namaqualand
steht für eines der interessantesten Naturphänomene Südostafrikas: Die
meiste Zeit des Jahres ist das Gebiet trocken und bietet dem Betrachter kaum
Spektakuläres. Doch im Frühling scheint die Erde aufzubrechen, und der Boden
überzieht sich mit einem prachtvollen Blütenteppich, der in allen denkbaren
Farben leuchtet. Die Region verdankt ihren Namen dem Volk der Nama -
Khoikhoi-Hirten, die vor rund 2000 Jahren in der kargen Einöde südlich der
Oranje siedelten.
Udo Gedack, der Leiter der Botanik-AG in NKV berichtete in einem spannenden
Diavortrag über diesen interessanten Landstrich.
Unter anderem zeigte Gedack einen besonderen Lebensraum, die so genannte
Knersvlakte. Dieses holländische Wort für Knirschfläche bezeichnet große,
mit Quarzkieseln bedeckte Flächen, über welche die Buren einst mit ihren
sechsspännigen Ochsenkarren fahren mussten. Hier haben sich vornehmlich
sukkulente, als wasserspeichernde Pflanzen in großer Arten- und Formenfülle
perfekt angepasst. Manche Tierart tut es ihnen gleich. Hervorragend getarnte
Heuschreckenarten und Reptilien werden mit den Unbilden dieses extremen
Lebensraumes fertig. Auch außerhalb der kurzen Regenperiode im Frühjahr, die
oft auch ausfällt, ist dieser Lebensraum für den Beobachter einzigartig.
10.02.10: Zwischen
Offenbarungsglaube und Evolutionstheorie: Theodor Wolf - ein bewegtes
Forscherleben
Werner K. Mayer hielt obigen Vortrag in Zusammenarbeit von VHS und
NKV im VHS-Saal am Münsterplatz in Schwäbisch Gmünd.
Der in Bartholomä auf dem Albuch 1841 geborene Franz Theodor Wolf ist
sowohl in seiner Heimatgemeinde wie auch im schwäbischen Raum nahezu
unbekannt. Dabei verbirgt sich hinter seinem Namen eine große
Persönlichkeit als Naturwissenschaftler.
Nicht umsonst steht er in Ecuador, wo er lange Jahre tätig war, noch
heute in großen Ansehen. Eine Galápagos-Insel trägt ebenso seinen Namen
wie die höchste vulkanische Erhebung der größten Insel des
Galápagos-Archipels. Zu seinen Ehren ist ein Gletscher am höchsten
ecuadorianischen Andenberg, dem Chimborazo, benannt.
Wolf gilt nach Alexander von
Humboldt als der bahnbrechende Erforscher Ecuadors. Zunächst als
Professor der Naturwissenschaften in Quito, später als Staatsgeologe des
Lande, begründete er sein landesweites Ansehen. Sein Hauptwerk über die
Geologie und Geographie Ecuadors war über Jahrzehnte unübertroffen.
Zurück in Deutschland arbeitete er für den Vulkanologen Alfons Stübel
zwölf Jahre lang dessen umfangreiche Südamerika-Sammlung auf. Sie fand
ihren Platz in der Abteilung für vergleichende Länderkunde im Museum für
Völkerkunde in Leipzig. Daneben widmete er sich der Pflanzengattung der
Fingerkräuter. In seiner umfangreichen Monographie der Gattung
Potentilla untersuchte und beschrieb er alle damals bekannten Arten. Sie
gilt noch heute als ein Beispiel ungemein exakter Arbeit und deutschen
Forscherfleißes. Die Republik Ecuador ernannte ihn 1921 zu ihrem
Ehrenbürger. Wolf starb 1924 in Dresden-Plauen.
Werner K. Mayer, Mühlberger-Preisträger 2009, hat die spannende
Lebensgeschichte Wolfs nachvollzogen. Der Dia-Vortrag führte durch die
Stationen seines Wirkens.
27.11.09: Umweltschutzpreis der Heimatsmühle
Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd war dieses Jahr wegen seiner
Amphibienschutzaktionen im Schießtal einer der Gewinner des 20.
Heimatsmühle-Umweltschutzpreises. Der 2. Preis (450,00 €) wurde am
27.11. von Prof. Dr. Friedrich Bay (als Organistor), von Dietmar
Bildlingmaier (als Fachreferent) und Frau Nikolai
(als Betreuerin von Schülergruppen) entgegengenommen.
18.11.09: Aus der Flora des Großen Kaukasus
Einen Einblick in die Blumenvielfalt des Kaukasus gab Dr. Helmut Haas
aus Aalen in seinem Dia-Vortrag am 18.11.09 im Klösterle-Saal der
Volkshochschule am Münsterplatz.
Der zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer gelegene Große Kaukasus
zählt neben den Rocky Mountains und dem Himalaya zu den höchsten,
ursprünglichsten und am wenigsten bekannten Bergmassiven der nördlichen
Hemisphäre. Leider geriet diese interessante Gebirgsregion in den letzten
Jahren eher durch politische und kriegerische Auseinandersetzungen in die
Schlagzeilen.
Weit weniger bekannt war, dass mit etwa 6 400 Arten von Gefäßpflanzen der
Große Kaukasus ungewöhnlich blumenreich ist, wobei die Flora besonders viele
Endemiten, also nur hier vorkommende Pflanzen, enthält. In keiner Region der
gemäßigten Zonen gibt es prozentual mehr endemische Pflanzen als in diesem
Hochgebirge. So zählt der Große Kaukasus zu einem der wichtigsten "Hotspots"
von Biodiversität.
21.10.09: Dr. Heiko Bellmann: Carnivoren - Fleisch fressende Pflanzen
In einer gemeinsamen Veranstaltung von Naturkundeverein und
Volkshochschule hielt Dr. Heiko Bellmann am 21.10.09 im Saal des
VHS-Gebäudes, Am Münsterplatz, einen interessanten Vortrag. Sein Thema waren
die Carnivoren - "Fleisch fressende Pflanzen".
In nährstoffarmen Lebensräumen, etwa in Mooren, haben viele Pflanzen
besondere Strategien entwickelt, um zusätzliche Nahrungsquellen zu
erschließen. Eine der interessantesten ist zweifellos die Ausbildung der
Carnivorie, also das Erbeuten und Verdauen tierischer Beute. Derartige
„Fleisch fressende Pflanzen" kommen auch in der heimischen Natur vor,
erreichen aber erst in den Tropen und Subtropen, insbesondere in Südostasien
und Australien, ihre höchste Artenfülle.
Außer heimischen Arten, wie Sonnentau, Wasserfalle, Fettkraut und
Wasserschlauch, wurden im Vortrag auch zahlreiche Vertreter wärmerer Länder
vorgestellt, die bei uns in Botanischen Gärten bewundert werden können,
vielfach aber auch von Liebhabern kultiviert werden.
17.10.09: Albertus Magnus-Tagung 2009 in Königsbronn
Die
diesjährige Albertus Magnus-Tagung der Gesellschaft für Naturkunde in
Württemberg, Vereinszweig Ostwürttemberg, wurde in Königsbronn
abgehalten.
Das Thema lautete: Karst, Wasser und Eisen der östlichen Schwäbischen
Alb.
Es gliederte sich in zwei Teile - eine Exkursion von Königsbronn nach
Itzelberg und Nachmittagsvorträge.
Auf Grund des beginnenden Regens wurde die Begrüßung durch Bürgermeister
Stütz und den Leiter des Vereinszweigs Ostwürttemberg, Dipl. Ing. Hans
Wolf im Rathausfoyer von Königsbronn vorgenommen.
Danach führte Werner K. Mayer vom Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd die
Gruppe zum Brenztopf und erläuterte die Zusammenhänge zwischen Dolinen,
Karsterscheinungen und den Quelltöpfen des
tiefen Karsts. Über Brenz und Ziegelbach führte der Weg durch das
ehemalige Zisterzienserkloster. Am Epitaph von Johann Georg Blezinger an
der Kirche beleuchtete er das Leben des wohl bedeutendsten Unternehmers
im ostwürttembergischen Raum des 18. Jahrhunderts.
Bewunderung erregten die seit wenigen Wochen wieder aufgestellten
gusseisernen Epitaphe an der Klostermauer. Sie wurden alle im ehemaligen
herzoglichen Hüttenwerk in Königsbronn gegossen.
Vorbei an der heute privatwirtschaftlich orientierten Unternehmung der
SHW-Casting, wo auch gegossene Kalanderwalzen im Rohzustand zu sehen
waren, ging es zur Pfefferquelle am östlichen Rand der Gemeinde. Die
Pfefferquelle entwässert die westlichen Teile des Härtsfelds von Ebnat
bis Ochsenberg.
Im Industriedenkmals Alter Flammofen wurden die Naturkundler von
Dipl. Ing. Ulrich Knöller erwartet. Der Vorsitzende des Kulturvereins
führte dabei in die Technologie des frühen 19. Jahrhunderts ein.
Bewunderung erregten die damals innovative Technik des zweizügigen
Flammofens und der hölzerne 100-Ztr.-Kran, mit dem die Kokillen aus der
Walzenfertigung nicht nur senkrecht und waagrecht sondern auch radial
bewegt werden konnten.
Im aufgelassenen Steinbruch der Firma Vollmer beschrieb Mayer die durch
die chemische Verwitterung entstandenen Kluft- und Höhlenformen. Im
Steinbruch lassen sich lokale Riffe, so genannte Bioherms, sowie
Rasenmatten (Biostroms) im Wechsel mit Schichtablagerungen erkennen. Am
Itzelberger See mit seinen Wasserpflanzen, Fischen und Wasservögeln
besprachen Hans Wolf und Dr. Klaus Schmieder die dort durch
Frühjahrshochwasser entstandene Situation der saisonalen Verdrängung
höherer Wasserpflanzen.
Nach dem Mittagessen im Cafe Seeblick am Itzelberger See begannen die
Nachmittagsvorträge im Schulgebäude des Forstlichen Bildungszentrums
Königsbronn.
Thomas Emmerich, der Leiter des Zentrums, hatte seine Einrichtung
dankenswerterweise zur Verfügung gestellt und gab einen Einblick in die
Arbeit des Forstzentrums. Hans Wolf begrüßte Referenten und Teilnehmer,
ehe die je 20-minütigen Kurzvorträge begannen.
Werner K. Mayer begann bildunterstützt über Karst, Wasser und Eisen der
Ostalb und speziell von Königsbronn. Er zeigte unter anderem
aufschlussreiche Bilder über die Entstehung einer neuen Doline und eines
diesjährigen Frühjahrshochwassers auf dem Albuch.
Das Thema von Prof. Dr. Klaus Schmieder von der Universität lautete:
Wasserpflanzen der Brenz und des Itzelberger Sees und ihre
Bestandsdynamik. Mehrjährige Untersuchungen zeigten, dass durch die
Frühjahrshochwasser höhere Wasserpflanzen geschädigt wurden und die
Algenbildung zunahm, sich aber im Jahresverlauf immer wieder teilweise
erholten.
Nach der Kaffeepause sprach Dr. Rainald Hoffmann vom Regierungspräsidium
Stuttgart über Fische der Brenz und des Itzelberger Sees. Er plädierte
für den Einbau von Fischtreppen, um die Situation für natürliche
Fischpopulationen zu verbessern.
Die Veranstaltung schloss mit dem Vortrag von Prof. Dr. Immo Eberl aus
Ellwangen über den Zisterzienserorden und das Kloster Königsbronn mit
seiner Eisenindustrie. Er sprach über die Bedeutung des Klosters als
eine der jüngsten Einrichtungen in Süddeutschland.
Hans Wolf bedankte sich bei der Gemeinde Königsbronn und beim
Forstzentrum für die gewährte Hilfestellung bei der Ausrichtung der
gelungenen Tagung.
16.10.09: Nachruf auf Frau Elisabeth Nolte
Am 16. Oktober 2009 ist Frau Elisabeth Nolte im Alter von 81 Jahren
ihrem am 23. Januar 2009 verstorbenen Gatten Willi Nolte nachgefolgt.
Als Tochter des über Jahrzehnte im Naturkundeverein aktiven
Vorstandmitglieds Karl Kratochwille war sie schon seit ihrer Jugend mit
dem Naturkundeverein verbunden und hat regelmäßig an Aktivitäten des
Naturkundevereins teilgenommen. Mitglieder des Naturkundevereins haben
sie bei der Trauerfeier begleitet und ihrer gedacht.
07.10.09: Vortrag über
Naturkundliche Schönheiten an der Ostküste Australiens
Naturkundeverein und Volkshochschule luden zu einem Vortrag am Mittwoch,
den 7.10.09, 19.30 h in den Klösterle-Vortragssaal ein. Das Thema lautete:
Naturkundliche Schönheiten an der Ostküste Australiens. Referent war Werner
K. Mayer von der Arbeitsgemeinschaft Geologie des NkV.
Australienreisen sind derzeit sehr beliebt, zumal der weit entfernte
Kontinent naturkundlich viel zu bieten hat. Der Referent startete mit
Bildern von Sydney
und Brisbane. Über die Glasshouse Mountains und die Tablelands führte der
Weg
in Richtung Great Barrier-Reef. Bilder zeigten die Schönheiten der Inseln
von
Frazer-Island, Heron-Island, den Whitsundays und dem Opal-Reef. Im
Eungella-Nationalpark waren die scheuen Schnabeltiere zu bewundern, am
Daintree-River Krokodile. Aufnahmen aus den großen Seewasser-Aquarien von
Sydney und Townsville waren ebenso enthalten wie Unterwasser-Aufnahmen von
Korallen, Anemonen, Muscheln und Stachelhäutern. Der 90-minütige Vortrag
wurde von zahlreichen
Naturfreunden besucht.
11.-13. September: Jahresversammlung des Netzwerks der
naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas (nnvm) in Magdeburg
Als Vertreter des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd nahm Prof. Dr. Dieter
Rodi an dem Jahrestreffen des nnvm teil. Der nnvm ist ein lockerer
Zusammenschluss der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas. Er
ging aus dem Dachverband der naturwissenschaftlichen Vereinigungen
Deutschlands hervor, dem der Nkv seit seiner Gründung angehörte.
Die zentrale Veranstaltung war die Konferenz am Samstagvormittag, in dem der
Sprecher der Lenkungsgruppe, Herr Prof. Dr. Finke, die Ziele und Aufgaben
der Vereinigung klar herausstellte, die vor allem dem Erfahrungsaustausch
dienen. Auch das weitere Vorgehen wurde diskutiert. Die Lenkungsgruppe wurde
wieder gewählt (s. www.nnvm.org).
Als Begleitprogramm gab es eine sehr interessante Stadtführung, eine
Besichtigung
des Jahrtausendturmes im Gartenschaugelände 1999 mit seiner hervorragenden
Ausstellung über die Entwicklung von Technik und Kultur seit dem
Steinzeitalter
und eine interessante Exkursion im Biosphärenreservat Mittelelbe.
Die Jahresversammlung 2010 wird im Berner Oberland in der Zeit vom 10.-12-
September sein.
20.09.09 Tag des
Geotops 2009 – Die Weiherwiesen
Bereits zum 9. Mal wurde bundesweit am 3. Sonntag im September zum Tag
des Geotops aufgerufen. Überall in Deutschland wurden geführte Wanderungen
zu besonderen Geotopen durchgeführt. Zum fünften Mal beteiligte sich die
Arbeitsgemeinschaft Geologie des Naturkundevereins regional daran. Das
Interesse war jeweils riesengroß.
Geotope sind bemerkenswerte Zeugnisse der Erdgeschichte. Als Naturerbe sind
sie Wissenschaftsobjekte und Naturdenkmale zugleich. Sie prägen oft
Landschaft und deren Menschen gleichermaßen.
Das diesjährige Thema waren die Weiherwiesen auf dem nördlichen Albuch.
Dazu hatten sich rund 80 Personen eingefunden. Durch Einsatz einer
fahrbaren,
batteriebetriebenen Lautsprecheranlage konnten die Erläuterungen auch bei
der großen Teilnehmermenge gut verstanden werden
Vom Parkplatz aus führte Werner K. Mayer die Teilnehmer vorbei an alten
Eisengruben, so genannten Pingen, zu den Weiherwiesen. Bei Ausgrabungen auf
Grund von Luftbildern entdeckte man dort ein ehemaliges römisches
Kleinkastell. Bei den intensiven Untersuchungen fand man in Teilen des
ehemaligen Kastellgrabens große Mengen von Eisenschlacken.
Eine Besonderheit in der sonst wasserlosen Landschaft bildet der Weiherbach.
Er fließt nur bei anhaltenden Regenfällen und/oder bei Schneeschmelze. Er
entspringt am westlichen Ende des Naturschutzgebiets aus zahlreichen Quellen
und speist die beiden künstlich aufgestauten Weiher. Nach ca. 1 km Lauf
endet er in einer Doline, die "Wasserfall" genannt wird. Das Wasser tritt im
Kocher-/Brenztal wieder zutage. Durch ein Trockental, vorbei an
Dolinenschwärmen und Äckern, in tertiären Feuersteinlehmen gelegen, gelangte
man zurück zum Ausgangspunkt.
Auch die einmalige Flora dieses bemerkenswerten Naturschutzgebietes wurde
durch den Leiter der Botanik-AG, Udo Gedack erläutert.
09.09.09: Geologie in der Innenstadt
Eine geologische Stadtführung, gemeinsam mit der VHS, bot der
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Mittwoch, den 09.09.09 an. Werner K.
Mayer von der Arbeitsgemeinschaft Geologie konnte den Teilnehmern
verdeutlichen, wie die in der Nähe anstehenden Gesteine des Stubensandsteins
und des Angulatensandsteins das historische Gmünd geprägt haben. Bei seinem
Rundgang durch die Innenstadt erläuterte er die Vielfalt der
verwendeten Gesteinssorten an Hand von Beispielen.
Bereits am Treffpunkt beim Marienbrunnen auf dem Marktplatz bot sich die
Gelegenheit, über die Erze, aus denen der eiserne Wasserkasten gegossen
wurde, zu sprechen. Sie stammen einerseits aus den höffigen Flözen des
Eisensandsteins um Aalen und andererseits von den tertiären Bohnerzen des
Härtsfeldes. Johanniskirche, Glockenturm und Münster waren weitere
Stationen. Aufschlussreich waren auch die Kerben an Glockenturm,
Johanniskirche und Münster. Sie bildeten sich durch Feuerschlagen mittels
Feuersteinen und Zunder, Kienspan oder Stroh am, silikatreichen
Stubensandstein. Mit der entfachten Flamme wurde das Osterfeuer entzündet.
Diese Kerben sind heute Kleindenkmale, die geschützt werden sollten.
05.09.09:
Botanische Kartierexkursion des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd
Der
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd führte in diesem Jahr wieder in
Zusammenarbeit mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft
Südwestdeutschland im Welzheimer Wald bei Kaiserbach in der Nähe des
Bannwaldes Steinhäusle eine botanische Kartierexkursion durch.
Nach einer Einführung in die Kartiermethoden bei einer
Waldhütte inmitten des Kartiergebiets ging die Wanderung vom
Stubensandstein zu den Bunten Mergeln in die Schlucht des Gänsbachs zum
Treibsee. Dieser wurde früher als Stausee für die Holzflößerei benutzt,
was sich im Name ausdrückt. Von dort ging es auf einem anderen Weg
wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Unterwegs wurden
sämtliche Farn- und Blütenpflanzen erfasst und in eine Liste
eingetragen.
29.08.09: Botanische Exkursion zum Naturschutzgebiet Kapf
bei Trochtelfingen am Riesrand
Die
Exkursion wurde von der Botanik-AG des Naturkundevereins in
Zusammenarbeit mit der Volkshochschule durchgeführt. Bei optimalem
Wanderwetter war eine größere Gruppe
unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Rodi unterwegs.
Das am Riesrand gelegene Gebiet weist einige geologische und botanische
Besonderheiten auf, die im Gmünder Raum nicht zu sehen sind. Die
Vegetation ist vom kontinentalen
Klima des Rieses beeinflusst. So kommt in dem Orchideenwald neben einer
Reihe von Orchideen auch der Berghaarstrang vor.
Besonders beeindruckte die Saumgesellschaft am Rand des
Orchideen-Buchenwalds mit dem seltenen Diptam, der in
Ostwürttemberg nur dort gedeiht, der Berg-Kronwicke und der Schwarzen
Platterbse, die ebenfalls nur in Wärmegebieten wächst.
Beeindruckt waren die Teilnehmer/Innen auch von der Raupe des
Schwalbenschwanzes in der Wacholderheide.
18.08.09: Nochmalige Salvator- und Tunnelführung in
Schwäbisch Gmünd
Auf Grund der unerwartet großen Resonanz auf die
erd-, landschafts- und kulturgeschichtliche Führung am Salvator und das
Interesse am Tunnel versprachen
die beiden Organisatoren, Werner K. Mayer und Johannes Zengerle
die Veranstaltung nochmals zu wiederholen.
Sie sollte vorrangig vor allem für diejenigen angeboten werden, die am
ersten Termin vor Ort waren und auf Grund des riesigen Andrangs wieder
nach Hause gingen.
Dennoch waren wieder rund 160 Interessenten am Fuß des Salvators
zugegen, die in jeweils zwei geteilten Führungen Tunnel und Salvator
besichtigten.
Die Meinung der Teilnehmer war einhellig: Der Salvator ist als kunst-
und kulturhistorische Stätte ein Gmünder Alleinstellungsmerkmal, dem in
Zukunft wieder mehr Beachtung zukommen sollte. Auf Grund des Aufrufs
"Rettet den Salvator" gingen bereits eine Reihe von Spenden ein, die als
gemeinnützig eingestuft werden und für eine Restaurierung zunächst auf
einem Sonderkonto der Münstergemeinde als Eigentümer gesammelt werden.
04.08.09: Salvator- und Tunnelführung mit Werner K. Mayer und Johannes
Zengerle
Eine Abendführung am Salvator und im Gmünder Tunnel bot
der Naturkundeverein am Dienstag, den 04.08.09 an. Interessenten wurden
von der Geologie-AG zu einer erd-, landschafts- und
kulturgeschichtlichen Betrachtung der beliebten Gmünder Wallfahrtsstätte
eingeladen. Da kurz zuvor der neue Oberbürgermeister, Richard Arnold,
zusammen mit Herzogin Diana von Württemberg den Salvator besuchte und
auch die beiden Tageszeitungen darüber berichteten, war ein riesiges,
kaum zu bewältigendes Interesse der Bevölkerung vorhanden.
Die beiden Organisatoren, Werner K. Mayer und Johannes Zengerle mussten
kurzfristig darauf reagieren. Sie boten daher im Wechsel zwei Mal eine
Tunnelführung und einen Salvator-Rundgang an.
Mayer sprach zunächst über die Keupersandsteine, insbesondere die am
Salvator auftretenden Schichtfolgen des Stubensandsteins und deren
Einordnung innerhalb der Erdkruste. Der landschaftsgeschichtliche Aspekt
befasste sich mit dem Nepperberg und seiner Namensgebung als
"angebohrter Berg". Er wies auf die 22 Gesteinsarten hin, die am
Salvator zu erkennen sind und erklärte sie zum Teil durch Beispiele.
Die Teilnehmer zeigten großes Interesse an der Deutung der
Salvatorbrille und den Hinweisen auf den Donzdorfer Sandstein, aus denen
Caspar Vogt seine Bildstöcke um 1620 schuf. Deutlich sind auch die vier
Epochen des Ausbaus der Wallfahrtstätte zu erkennen. In der Symbolik der
Muschelkapelle stecken viele deutbare naturkundliche Ansätze, deren
Wissen zum Verständnis ihrer christlichen Aussagen beitragen.
Dass der Oberbürgermeister Richard Arnold an der Muschelkapelle die
Bürger empfing und sein großes Interesse am Salvator bekundete, war ein
sehr erfreulicher Aspekt der Führung. Er rief zu einer
bürgerschaftlichen Aktion zur Rettung des Salvators auf und begeisterte
damit die Teilnehmer.
Johannes Zengerle, der verantwortliche Bauleiter des Gmünder Tunnels,
wanderte seinerseits mit einer großen Interessentenschar zum
Tunnelprojekt. In vier Gruppen aufgeteilt wurden die einzelnen Bauphasen
erkundet. Im Vortragsraum konnten die
Bürger viel über den Baufortgang erfahren.
Auf Grund des übergroßen Interesses versprachen die beiden
Exkursionsführer, in den nächsten Wochen nochmals Führungen anzubieten.
01.08.09: Geologie-AG bei der Fossilienausstellung in
Crailsheim
In
Crailsheim läuft derzeitig bis September eine interessante Ausstellung
über fossile Pflanzen und Hölzer. Ihr Titel: Aus Holz wird Stein -
Kieselhölzer aus dem Keuper Frankens.
Das NKV-Mitglied Siegfried Nikel, der maßgeblich daran beteiligt ist,
hatte dazu eingeladen. Er führte die Arbeitsgemeinschaft Geologie
einfühlsam und spannend im Stadtmuseum im Spital in der Spitalstraße.
Unter den Exponaten ist auch ein 12 m langer fossiler Baumstamm einer
Conifere aus dem Schilfsandstein des Oberen Bühlertals zu bewundern, den
Siegfried Nikel vor einigen Jahren im Bühlertal vollständig ausgrub.
Darüber hinaus wurde eine weitere fossile Baumart, eine
Markholznadelbaumart, gefunden. Sie ist im Keuper sehr selten.
Nikel machte er auch auf "exotische Gerölle" aufmerksam, mit denen sich
der Transportweg und die Herkunft der Schilfsandsteine nachweisen lässt.
So konnten auch die möglichen Wuchsgebiete der Keuperkoniferen ermittelt
werden.
Seit Jahren beschäftigt sich Nikel auch mit Beobachtungen zur
Holzzersetzung in den Treibhölzern aus dem Oberen Bühlertal. Auf
Spurensuche nach Mikroorganismen fand er Pilzfruchtkörper an
Kieselhölzern. Seine erläuternden großformatigen Bilder zeigen
Fremdstrukturen der verschiedensten Art. Über deren Erscheinungen stehen
die wissenschaftlichen Erklärungen erst am Anfang.
Im Anschluss an die Führung lud die Familie Nikel die Mitglieder der
Geologie-AG noch zu einer Besichtigung seiner umfangreichen Sammlung von
Keuperhölzern nach Bühlerzell ein.
19.07.09: Gebirgsausfahrt ins Kleine Walsertal
Auch in diesem Jahr wurde wieder zusammen mit der VHS
eine eintägige Gebirgsausfahrt angeboten. Ein voller Omnibus brachte die
Teilnehmer der naturkundliche Exkursion nach Riezlern ins Kleine Walsertal.
Mit dem Lift ging es zur Ifenhütte. Von dort wurden zwei verschiedene
Gruppenwanderungen zum Gottesacker und auf demselben Weg wieder zurück
angeboten. Exkursionsführer waren die Botaniker Hans H. Rademann und Prof.
Dr. Dieter Rodi.
Dr. Rodi hatte einen kurzen Exkursionsführer zusammengestellt, den er beiden
Gruppen zu Beginn erläuterte und sowohl in die Geologie wie auch in die
Vegetationsgliederung des Allgäus einführte.
Bei bestem Wanderwetter bereitete der kurzweilige Aufstieg, immer wieder
unterbrochen durch interessante Erläuterungen der beiden Biologen, keinerlei
Schwierigkeiten. Die körperliche Anstrengung war überlagert von der Menge
wissenswerter Informationen, die von den Teilnehmern dankbar aufgenommen
wurden.
18.Juli.09: Führung zu den Höhlen am Rosenstein mit
Roger Schuster
Am Samstag, 18.07.09 bot die Arbeitsgemeinschaft
Geologie des Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd eine Führung zu und in den
Höhlen am Rosenstein an. Trotz widriger Umstände und Starkregen zur
vereinbarten Zeit besuchte Roger Schuster, aktiver Höhlenforscher, mit der
Gruppe zunächst die Kleine Scheuer.
Er erläuterte dort Beobachtungen zur Tektonik und wies und auf die
mehrphasige Entstehung durch einen unterirdischen Bachlauf hin. Auch über
archäologische Funde, vor allem die Entdeckung einer
Rentierdasselfliegenlarve aus Gagat, dem ältesten Artefakt aus fossilem
Holz, wusste er zu berichten.
Des Weiteren wurde die Dreieingangshöhle besucht. Hier vermittelte er,
wie ein Höhlenbach ein verzweigtes Gangsystem geschaffen hat. Auch die
nachfolgende Wirkung der Korrosion durch Sickerwasser war dort anschaulich
zu sehen.
Spannend für die anwesenden Jugendlichen war auch der Besuch des Finsteren
Loches. Der abschließende Blick bei klarem Wetter von der Ruine Rosenstein
auf die Ebenen des Albvorlandes entschädigte für die empfangene Nässe.
05. Juli 2009: Jahresausflug des NKV
Der
Jahresausflug des Naturkundevereins führte dieses Jahr am Sonntag, 05. Juli,
in das neue Biosphärengebiet Schwäbisch Alb um Münsingen. Bei strömendem
Regen trafen sich um 7.00 Uhr 38 Personen am ZOB zur Busabfahrt. Da in
Zainingen an diesem Wochenende das Hülbenfest stattfand, mussten wir wegen
Straßensperrung bereits bei der Ortseinfahrt aussteigen. Dort begrüßte uns
unser Exkursionsleiter, Herr Günter Künkele, der seit Jahren den
Truppenübungsplatz Münsingen naturkundlich erforschte und einige Bücher dazu
veröffentlicht hat. Nach einer kurzen Einführung in die Geologie
besichtigten wir die Hülbe in Zainingen. Dort wurde auch die Entstehung der
Hülbe erläutert.
An der Einführungstafel beim Parkplatz vor dem ehemaligen Truppenübungsplatz
wurde der Begriff Münsinger Hardt als ehemaliger Hutewald und die
Geschichte des Truppenübungsplatzes erläutert. Auf die Bedeutung der
Panzerringstraße und heutige Nutzung als Erprobungsstrecke für Lastwagen hat
Herr Künkele hingewiesen und daran sowie an anderen Beispielen darauf die
Interessenkonflikte zwischen den Ansprüchen von Tourismus und Naturschutz in
dem Biosphärengebiet hingewiesen, das von Reutlingen über Münsingen bis nach
Kirchheim Teck reicht. Bei der Wanderung quer durch den ehemaligen
Truppenübungsplatz auf den Routen 6 und 5 hat uns Herr Künkele interessante
Pflanzen, z.B. eine Sommerwurzart und den Kleinen Wiesenbocksbart erläutert.
Besonders viele verschiednen Schmetterlinge (Widderchen, Mohrenfalter,
Schachbrett und Nachtfalter) konnten fotografiert werden. An seltenen Vögeln
sahen und hörten wir Braunkehlchen und Schwarzkehlen. Es wurde auch auf die
Schafbeweidung, die Wasserversorgung und auf die um den ehemaligen Schafhof
noch vorhandenen Streuobstbestände mit alten Obstsorten eingegangen. Wir
konnten auch die Leittürme, die Schießbahnen und die Beobachtungsbunker
sehen.
Von dem 1937 evakuierten Dorf Gruorn steht nur noch dir Kirche und ein
weiteres Gebäude. Beim Besuch der Kirche konnten wir auf einem Bild die
Größe und Lage des ehemaligen Dorfes sehen. Bemerkenswert war auch der sehr
gepflegte Friedhof um die Kirche. Gruorn entstand wie Zainingen auf einem
ehemaligen Vulkanschlot, weil dadurch auf der verkarsteten Alb die
Wasserversorgung gesichert war. Nach einem Rundgang durch das
ehemalige Dorf, von dem nur noch wenige Mauerreste vorhanden sind,
wanderten wir zum Parkplatz Tailfingen, an dem bereits der Bus auf uns
wartete. In seiner Dankrede hob Herr Rodi die humorvolle und umfassende
Information über den ehemaligen Truppenübungsplatz, über naturkundliche und
heimatgeschichtliche Themen hervor. So war die Wanderung für Mitglieder der
verschiednen Arbeitsgemeinschaften des Gesamtvereins besonders interessant.
Nach einer Mittagspause begann die Führung im Erholungsgebiet Beutenlay
südlich von Münsingen. Besonders bemerkenswert war eine Reihe von
verschiedenen heimischen Sträuchern, wobei die im Allgäu beheimatete
Pimpernuss durch ihre blasig aufgequollenen Früchte auffiel. Im
Feldflorareservat konnten verschieden Feldfrüchte vorgestellt werden:
Einkorn, Emmer und Dinkel, Lein und Buchweizen. Dazwischen lagen einige
Schwarzbrache-Äcker, die im Herbst frisch umgebrochen waren. An seltenen
kalkliebenden Wildkräutern fanden wir den Frauenspiegel (Rote Liste 3), die
Ackerröte und die Nachtlichtnelke. Auf einem größeren, schon länger nicht
bearbeiten Acker (Grünbrache) gab es sehr viele Ackerwildkräuter, z.B. die
Duftlose Kamille. Am Waldrand waren einige wärmeliebende Stauden zu sehen,
z.B. Diptam und Purpurblauer Steinsame.
Auf den anschließenden Trockenrasen fielen der Gelbe Enzian und die
Küchenschelle auf. Um 17.00 traten wir die Heimreise an und waren um 18.30
Uhr wieder in Schwäbisch Gmünd. Trotz des wechselhaften Wetters war die
Exkursion sehr gut gelungen.
21.06.09: Jahrestreffen des Deutschen Naturkundevereins
in Göppingen
Am
Jahrestreffen in Göppingen nahm auch der Naturkundeverein Schwäbisch
Gmünd teil. Die gemeinsame Fahrt mit dem Bus der Heidenheimer Gruppe
begann am Sonntag um 9.15 Uhr. Es wurden zwei Exkursionen angeboten:
Die
Exkursion A mit geologischer, kulturgeschichtlicher und
botanischer Ausrichtung führte zum Zeugenberg Hohenstaufen und zur
Spielburg, wo die Rutschmasse der Spielburg erläutert wurde. Ebenfalls
besucht wurden das Jurafangowerk mit Schieferbruch in Bad Boll
(Geopark-Infostelle Schwäbische Alb) und das neue Staufer-Museum in
Hohenstaufen.
Die Exkursion B mit forstwirtschaftlich, botanisch und geologischem
Schwerpunkt befasste sich mit der Nordalb und dem Oberen Filstal.
Revierförster Schürle führte im Hutewald Nordalb. Die Geologie des
Oberen Filstales, die Felsformationen sowie die Trockenrasen mit ihrer
Flora waren der Ansatz für vertiefte Betrachtungen und Gespräche. Ebenso
wurde das Jurafangowerk mit dem Schieferbruch in Bad Boll besucht.
In den Exkursionskosten war der Preis für den außerordentlich gut
gelungenen neuen Führer „Erdgeschichtliche Wanderungen im Stauferkreis
Göppingen“ enthalten.
Die
Rückfahrt von Göppingen nach Schwäbisch Gmünd erfolgte dann vom
pünktlich vom vereinbarten Treffpunkt in Göppingen, ZOB.
Dem Naturkundeverein Göppingen ist für eine gut vorbereitete und
interessante Veranstaltung zu danken.
15.06.09: Gelungener Amphibienschutz - Rückblick
Die starke Hin- und
Rückwanderung der Amphibien erfolgte dieses Jahr Anfang April. Dies fiel
mit den letzten Schultagen vor den Osterferien zusammen. So hatten die
Schüler Gelegenheit zu stärkerer Beteiligung als in den letzten Jahren,
und die Erfolge können sich sehen lassen. Die genaue Auswertung ergab:
Insgesamt wurden 959 Tiere von Schülern über die Straße getragen.
Der größte Anteil entfiel mit 774 Tieren aus Schüler der
A.-Stifter-Realschule. Den Lehrerinnen Frau Braun, Frau Gasch und
Frau Übelmesser sei herzlich für ihre organisatorische Hilfe gedankt.
Dank auch an die anderen! Frau Nicolai half mehrmals mit Ihren Schülern
von der Klösterleschule und Herr Grün kam mit Schülern von St. Josef.
Am 22. April fand eine Pressekonferenz im Nebenzimmer des Gasthauses
"Kübele" statt, um öffentlich zu zeigen, dass nun die Rettung der
Amphibien bereits im 30. Jahr stattfindet. 1979 musste die Feuerwehr
ausrücken, um die Masse der überfahrenen Tiere von der Straße zu räumen.
Dies war der Anlass für Mitarbeiter der ZF um Walter Haslauer und
Peter Aleksejew gewesen, nun aktiv zu werden. Ein provisorischer Zaun
wurde gebaut, die Arbeitsgemeinschaft Amphibien und Reptilien wurde
gegründet. Jedes Jahr fanden sich Freiwillige, um im Schießtal zu
helfen.
Die Rückwanderung der Jungtiere begann am Dienstag, 9. Juni und
verstärkte sich am Mittwoch. Am Donnerstag war Feiertag: Fronleichnam.
So wurde die Sperrung der Richard-Bullinger Straße für den gesamten
Verkehr allgemein akzeptiert. Die künstliche Beregnung der Straße erwies
sich als voller Erfolg. Hunderte von Besuchern kamen, um die wandernden
Jungtiere zu beobachten. Nur als die Sperrung noch am Montag, 15. Juni
vormittags aufrecht erhalten wurde, kam es zu telefonischen Protesten.
Eine Leserbriefaktion in den Zeitungen, wie schon in früheren Jahren,
blieb jedoch aus.
Die Akzeptanz für die Maßnahme nimmt zu.
09.06.09: Einweihung des
Naturschutzgebietes Wental
Zur Vorbereitung der Ausweisung des
Naturschutzgebietes Wental haben die damalige Bezirksstelle für Naturschutz
und Landschaftspflege (jetzt Referat 56 Naturschutz des Regierungspräsidiums
Stuttgart) unter der Betreuung von Oswald Jäger, der Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd und der Wentaltreff (ein Zusammenschluss von Biologen der
Region Ostwürttemberg) die fachlichen Grundlagen geschaffen.
Sie wurden im Buch „Das Wental“ (Herausgeber Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd) im Einhorn-Verlag Schwäbisch Gmünd 2003 veröffentlicht.
Nachdem noch einige offene Fragen, vor allem die Interessenkonflikte
zwischen Naturschutz und Tourismus im Felsenmeer einvernehmlich gelöst
werden konnten, wurde die Verordnung zum Schutz des Wentals als
Naturschutzgebiet am
29. Dezember 2008 erlassen.
Die Einweihung fand am 9. Juni 2009 durch Enthüllung der Informationstafeln
am Eingang des Felsenmeeres durch den Regierungspräsidenten des RP
Stuttgart, Herrn Johannes Schmalzl statt. Außer Herrn Schmalzl, der das
Naturschutzgebiet in seiner Bedeutung für Ostwürttemberg als Landschaft mit
vielen geschützten Tieren und Pflanzen würdigte und dem Vorbereitungsteam
dankte, begrüßten Herr Landrat Hermann Mader vom Landratsamt Heidenheim,
Herr Erster Landesbeamter Hubert Götz als Verteter von Landrat Pavel,
Ostalbkreis, Herr Bürgermeister Rainer Schaller (Steinheim ) und Herr
Bürgermeister Wolfgang Hofer (Essingen).
Von den 29 Autoren des Wentalbuchs
waren immerhin zehn erschienen, darunter auch der Schäfer Johannes Smietana
mit einem Mutterschaf und zwei Lämmern. Ohne Schafbeweidung können die
wertvollen Heideflächen des Wentals nicht gepflegt und erhalten werden.
Herr Oswald Jäger erläuterte die beiden Tafeln und ging dabei besonders auf
die Tafel ein, auf der auf einem Foto des Felsenmeers die Bereiche gelb
markiert sind, auf denen sich die Besucher aufhalten, spielen, klettern und
grillen können. Es wurden keinen Verbote ausgesprochen, sondern positiv
einige Bereiche für den Tourismus freigegeben.
Beim Spaziergang im Felsenmeer, entlang der Heidekraut-Heide und im unteren
Teil des Wentals bis zum Spitzbubenstadel erklärte Herr Prof. Dr. Dieter
Rodi als einer der Redakteure des Wentalbuches die Entstehung des Wentales
als Trockental und die Entstehung der bizarren Dolomitfelsen. Außerdem
stellte er einige bemerkenswerte Pflanzen vor. Herr Ralf Worm erläuterte als
Geschäftsführer des Landschafts-erhaltungsverbandes Ostalbkreis die Probleme
der Pflege der Heiden. Herr Revierförster Rösch brachte Beiträge zum Waldbau
und Herr Reinhard Wolf vom RP gab allgemeine Informationen zum Naturschutz.
Weiterer Erfahrungsaustausch fand bei Kaffe und Kuchen in der
Wentalgaststätte statt. Dort hielt der Naturschutzbeauftragte des Gebietes,
Herr Revierförster Kühnhöfer einen Power-Point-Vortrag über die
Neukonzeption des Naturlehrpfades im Wental.
27.05.09: Auf nach
Münsingen – der Natur wegen.
Wer den Ortsnamen Münsingen hört, denkt an ein geruhsames Städtchen auf
der Rauen Alb und besonders an harte Übungen auf dem angrenzenden, 67 km2
großen Truppenübungsplatz. Seit 2006 ist dies Vergangenheit. Die Stadt
und der riesige Platz sind ein Herzstück eines noch ausgedehnteren
Biosphärengebietes geworden, das dem natürlichen Wachstum interessanter
Pflanzen und Tiere reichlich Lebensraum bietet.
Dieses erhalten gebliebene Stück echter Albnatur und das Feldflorareservat
Beutenlay mit seinen Faunenschönheiten, seinen seltenen Bäumen und
Sträuchern, seinen Blumenwiesen und insbesondere seinem Feldflorareservat
mit vielen besonderen Ackerwildkräutern wurde am Mittwoch, den 27.05.2009 um
20.00 h im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 16 für
jedermann mit Lichtbildern von Peter Aleksejew und Dr. Dieter Rodi
vorgestellt.
Es war eine Einführung für die zahlreichen Mitglieder und Naturfreunde,
die sich am Jahresausflug des NKV beteiligen werden. Sie wurden zusätzlich
mit Informationsmaterial über dieses, erst vor kurzem von der UNESCO als
Biosphärenschutzgebiet ausgewiesene Kleinod auf der Schwäbischen Alb
versorgt.
Am Sonntag, den 05.07.2009 werden diese Besonderheiten in einer
Ganztagesexkursion mit Herrn Günter Künkele, einem erfahrenen Kenner der
Gegend, erwandert und entdeckt.
23.05.09 in
Königsbronn: Geologie an der Quelle im Rahmen der Woche Europäischer
Geoparks.
Die Gemeinde Königsbronn besitzt alles, womit sich die
Karsterscheinungen der Schwäbischen Alb eindrucksvoll und
augenscheinlich dokumentieren lassen: große Dolinenfelder auf dem Albuch
und dem Härtsfeld, einen Steinbruch, der die zerklüfteten Kalke und
Höhlensysteme zeigt und vor allem zwei Quelltöpfe des Tiefen Karsts im
Talgrund.
Der Brenztopf und der Pfeffertopf waren die treibenden Kräfte für die
Schmieden und Hochöfen einer frühen Eisenverhüttung und
-eisenverarbeitung im Brenztal.
Auch die Gmünder Sensenschmiede versuchten immer wieder, sich direkt an
den Rohstoffen im Brenztal zu beteiligen.
Im Rahmen der Woche der Europäischen Geoparks bot der Kulturverein
Königsbronn und der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Samstag,
23.05.09 eine gemeinsame Führung mit dem Thema „Geologie an der Quelle“
an.
Den geologischen Part übernahm der Leiter der Arbeitsgemeinschaft
Geologie im Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd, Werner K. Mayer. Er
führte zu den beiden Quelltöpfen und einem markanten Steinbruch. Hier
ließen sich Karsterscheinungen und Höhlenbildungen eindrucksvoll
dokumentieren.
Erich Vomhoff führte für den Kulturverein die Teilnehmer in der Alten
Gießerei, einem Industriedenkmal der Schwäbischen Hüttenwerke von hohem
Rang. Hier bestand die Gelegenheit, den alten zweizügigen Flämmofen und
einen beinahe 200 Jahre alten Holzkran mit einer Tragkraft von 100
Zentnern zu besichtigen und sachkundige Informationen zu erhalten. Hier
wurden seinerzeit immerhin schon Hartgusswalzen mit einer Länge von 6,50
m gegossen und zur Weiterverarbeitung gebracht.
Nebenbei wurde die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters und
der Schwäbischen Hüttenwerke eingeflochten.
Rund 100 Teilnehmer nahmen bei sonnigem und sehr warmem Wetter an der
dreistündigen, erfolgreich verlaufenen Führung teil.
Südwestdeutscher Floristentag
am 16. und 17. Mai 2009 in Schwäbisch Gmünd
Die Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. (BAS)
führte in diesem Jahr ihren 19. Floristentag in Zusammenarbeit mit dem
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e.V. (Nkv) in Schwäbisch Gmünd und
Umgebung durch. Die Tagungen der BAS fanden seither in Karlsruhe,
Stuttgart, Freiburg und Ulm statt. So war es an der Zeit, auch einmal
Ostwürttemberg zu besuchen, zumal die Ostalb eine Reihe von
floristischen Besonderheiten bieten kann.
Zur Tagung waren insgesamt über 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus
ganz Südwestdeutschland erschienen. Sie begann mit den Vorträgen am
Samstag, 16. Mai um 9.15 im Kleinen Saal des Prediger mit Begrüßungen
durch den 1. Vorsitzenden der Botanischen Arbeitsgemeinschaft
Südwestdeutschland, Thoma Breunig, durch den 1 Vorsitzenden des
Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd, Prof. Dr. Friedrich Bay und durch
den Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, Dr. Joachim Bläse.
Anschließend führte Prof. Dr. Dieter Rodi in die Landschaft des Albuch
mit besonderer Berücksichtigung der Exkursionsgebiete ein. Anschließend
fanden, unterbrochen durch eine Mittagspause, folgende Fachvorträge
statt:
Biodiversität kennen lernen – Schularten und Schulgelände (Dr. Karlheinz
Köhler), Ostwürttembergische Ackerflora seit 1797
(Hans Wolf),
Morphologische Variabilität der Flaumeiche in Südwestdeutschland (Dr.
Carl Höcke), Die Landschaft der Goldsterne – vergleichende
Beobachtungen aus 20 Jahren (Monika Peukert),
Die Gattung Celtis in Südwestdeutschland (Thomas Breunig),
ie Wilde Rebe (vitis vinifera ssp. sylvestris) –
Biologie, Ökologie, Aspekte des Artenschutzes (Annemarie Radkowitsch).
Um 17 Uhr schloss die alljährliche Mitgliederversammlung der BAS an.
Nach den Berichten des Vorstandes, der Schatzmeisterin und der
Kassenprüfer wurde der Vorstand und die Schatzmeisterin entlastet.
Anschließend wurden der Vorsitzende (Thomas Breunig), seine
Stellvertreter/Stellvertreterin (Prof. Dr. Reinhard Böcker, Norbert Höll
und Annemarie Radkowitsch) und die Schatzmeisterin (Rita Hofbauer)
wiedergewählt. Zu den bisherigen Beiräten (Siegfried Demut, Dr. Adam
Hölzer, Dr. Walter Lang, Dr. Markus Sonnberger, Uwe Fessenbecker, Helmut
Herwanger, Eberhard Koch, und Jürgen Vögtlin) kamen für Ostwürttemberg
Prof. Dr. Dieter Rodi und für das Staatliche Museum für Naturkunde in
Stuttgart Dr. Arno Wörz hinzu. Über die Tätigkeit der Arbeitskreise
Kinder und Jugend, Characeen, Adventivflora und Geobotanik wurde
berichtet.
Am Sonntag 17. Mai begannen um 9 Uhr
am Hauptbahnhof in Schwäbisch Gmünd zwei Exkursionen. Die BAS hat sich in
Zusammenarbeit mit den Museen für Naturkunde in Stuttgart und Karlsruhe die
Aufgabe gestellt, die Verbreitung der Farn- und Blütenpflanzen in einer
landesweiten floristischen Kartierung zu erfassen. Beispielhaft wurde für
den Floristentag ein Quadratkilometer am Albtrauf südlich von Bargau
ausgewählt.
In zwei Gruppen: Annemarie Radkowitsch, Ingeborg Lenske, Manfred Walderich
und Dr. Dieter Rodi bzw. Thomas Breunig und Dr. Hermann Spieß wurden jeweils
annähernd 270 Farn- und Blütenpflanzen erfasst. Die Ergebnisse sollen in
einer Tabelle zusammengeführt werden.
Die zweite Exkursion
besuchte zwei Naturschutzgebiete auf dem Albuch.
Im Naturschutzgebiet Raue Wiese zeigten Peter Aleksejew, Jürgen und Brigitte
Adler und Dr. Thomas Grund die Pflanzenwelt der feuchten Feuersteinlehme,
insbesondere die Borstgrasrasen mit Arnika und Sparriger Binse und die
Übergangsmoore mit Scheidenwollgras, Schmalblättrigem Wollgras, der
Moosbeere und dem Waldläusekraut. Harald Buchmann vom Regierungspräsidium
Stuttgart konnte von der Pflege des Naturschutzgebietes berichten. Auf einer
Rundwanderung im Felsenmeer des Naturschutzgebietes Wental unter Führung von
Peter Aleksejew wurde vor allem die Flora der Dolomitfelsen mit dem seltenen
Rasen-Seinbrech, der Rotblütigen (Sand-)Schaumkresse und verschiedenen
Streifenfarnen vorgestellt. Die Kalkarmen Magerweiden
(Wiesenhafer-Flügelginster-Heiden) auf den trockenen Feuersteinlehm-Böden
waren vor allem durch das Heidekraut, den Flügelginster, die Arnika und das
Hundsveilchen geprägt. Der Erhalt dieser für die Ostalb besonderen
Pflanzengesellschaft durch Schaf-Beweidung und Pflege wurde durch Ralph Worm
erläutert. Eine Wanderung durch das Wental unterhalb der Wental-Gaststätte
mit Forstdirektor i. R. Max Riehle und Ralph Wormbeschloss die Exkursion.
Die Tagung endete am Sonntag, 17. Mai, gegen 17 Uhr.
25.04.09: Ehrennadel für Prof. Dr. Rodi
Eine weitere Ehrung wurde dem Ehrenvorsitzenden des Naturkundevereins
Schwäbisch Gmünd zuteil. Er erhielt am 25.04.09 bei der
Mitgliederversammlung des Landesnaturschutzverbandes die Ehrennadel des LNV
für 25 Jahre erfolgreiche Tätigkeit als Sprecher des ANO.
Die Naturschutz treibenden Vereine des Ostalbkreises gratulierten ihrem
langjährigen Sprecher herzlich zur Auszeichnung.
15.04.09: Vortrag
über das „Geheimnis“ Patagonien
Naturkundeverein und VHS luden zu einem Dia-Vortrag am
15. April 09 im VHS-Vortragssaal am Münsterplatz ein.
Im Süden von Chile und Argentinien liegt Patagonien. Es ist ein
mythisches Land, dort in Südamerika am anderen Ende der Welt. Kontraste
geben die Eindrücke mit der Pampa im Osten, unberührtem Regenwald im
Westen und den schroffen Bergen und gewaltigen Gletschern der
Südkordilliere. Die einzigartige Natur ist von Wind und rauem Wetter
geprägt. Ein Ketten von großen Nationalparks laden zu Beobachtungen und
Erlebnissen
ein.
Gerhard Albrecht vom Naturkundeverein war dort mit Rucksack und Zelt
über zwei Monate auf einer Rundtour unterwegs.
In seinem Dia-Vortrag zeigt er faszinierende Bilder von seinen
Wanderungen und Abenteuern in diesen großartigen Landschaften und
vermittelte - neben Beispielen aus dem Tier- und Pflanzenreich -
Eindrücke der schier endlosen Weite unter einem Himmel ohne Horizont.
01.04.09: Prof. Dr. Ulrich Kull: Die großen
Aussterbe-Ereignisse in der Erdgeschichte und ihre Bedeutung für das
Evolutionsgeschehen.
Im so genannten
"Darwin-Jahr" 2009, jährt sich der Geburtstag von Charles Darwin zum 200.
Mal. Hinzu kommt, dass seit seiner Bahn brechenden Veröffentlichung "On the
origins of species by means.." 150 Jahre vergangen sind.
Prof. Dr. Ulrich Kull, früher Professor am Botanischen Institut der
Universität Stuttgart und ehemals Vorsitzender der Gesellschaft für
Naturkunde in Württemberg, bot in diesem Zusammenhang obigen
Lichtbildervortrag an, den der Naturkundeverein zusammen mit der
Volkshochschule ausrichtete.
Ein Aussterben (Extinktion), d. h. Verschwinden von Arten, ohne Nachkommen
zu hinterlassen, erfolgt häufig im Verlauf der Evolution. Weit mehr als 95 %
aller entstandenen Arten sind wieder ausgestorben. Man unterscheidet
gewöhnliche Aussterbe-Ereignisse und Massenextinktionen.
Zunächst wurde an Hand der ersteren über die Ursachen von Aussterben
gesprochen. Regionale Aussterbe-Ereignisse, wie z.B. gegen Ende der
Tertiärzeit in Südamerika, leiten über zu Massenextinktionen, die weltweit
gleichzeitig wirksam wurden. Deren Zeitpunkte, Genauigkeit dieser Datierung,
mögliche Ursachen und unmittelbare Auswirkungen wurden erörtert und die
Folgen für Pflanzen, Tiere und den Evolutionsvorgang insgesamt dargestellt.
Im Vordergrund standen die Massenaussterben an der Perm/Trias-Grenze und der
Kreide/Tertiär-Grenze .
Ohne das letztgenannte Massenaussterben wären die Säugetiere wohl nicht oder
zumindest nicht so rasch eine herrschende Tiergruppe geworden und daher auch
die Evolution der Primaten (Herrentiere) vermutlich viel langsamer erfolgt
und es gäbe wahrscheinlich (noch?) keine Menschen, so die Aussagen des
kompetenten Biologen und Evolutionsforschers.
Der Vortrag im Klösterle-Saal der VHS am Münsterplatz wurde vom NKV wie
immer kostenlos angeboten und erfreute sich einer großen Besucherzahl.
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