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25.07.10:
Gebirgsausfahrt zur Krinnenspitze
Die Gebirgsausfahrt zur Krinnenspitze bei
Nesselwängle am 25.07. konnte für ca. 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen
erfolgreich unter Führung von Udo Gedack und Hans Holm Rademann
durchgeführt werden.
15.06.10: Amphibienschutz im Schießtal
Leider ist die Jungkrötenwanderung im Juni fast
vollkommen ausgefallen. Da das Ablassen und Abfischen des Schießtalsees
im Jahre 2007 sich auf die Jungkrötenwanderungen in den Jahren 2008 und
2009 positiv auswirkte, wird angestrebt, den See im Herbst 2010 wieder
einmal abzulassen und abzufischen.
14.06.10: Schatzmeister Hans Miksche wurde 70
Am 04.05. nahm Hans Miksche die Gratulation
des Naturkundevereins zum 70. Geburtstag entgegen. In der
Vereinsratssitzung am 14.06. wurden seine Aktivitäten als Schatzmeister,
beim Verkauf der UNICORNIS Veröffentlichungen und bei der Vor- und
Nachbereitung der Geologie-Ausstellungen gewürdigt.
12.06.10: GEO-TAG Blumenwanderung zwischen Böbingen und Mögglingen
Bunte
Blumen-Äcker und Raine mit vielen Schmetterlingen
Die Arbeitsgemeinschaften
Botanik und Insektenkunde des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd führten in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule am GEO-Tag der Artenvielfalt
eine Wanderung zwischen Böbingen und Mögglingen durch. Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten auf Wunsch einen Biodiversitäts-Wanderpass, der zur Teilnahme an einem Gewinnspiel
berechtigt.
Sie war gewissermaßen auch der GEO-Tag der Artenvielfalt in
vereinfachter Form mit dem Schwerpunkt "Der Acker als Laubensraum für
Wildkräuter, Insekten und Vögel".
Er wurde zusammen mit weiteren Exkursionen vom Arbeitskreis Naturschutz
Ostwürttemberg als Tage der Artenvielfalt vom 02.05. bis 2.06.10
organisiert.
Nach einer
kurzen Einführung in die Geologie des Unterjura als Nachbereitung zur
Geologie-Ausstellung in Böbingen besuchten die Teilnehmer die Blumen- und
Insekten-Artenvielfalt auf Äckern und an sonnigen Rainen am Barnberg bei
Böbingen. Anschließend betrachteten sie einen besonders artenreichen Acker
und einen feuchten Graben in der Hinteren Hart. Roter Mohn, orangerotes
Adonisröschen, blaue Kornblume, dunkelblauer Rittersporn, gelber
Ackerklappertopf und weißer Milchstern und viele weitere Ackerblumen
erfreuten die Interessenten. Dieser Acker ist deshalb so artenreich, weil der
Landwirt heute noch die Bewirtschaftung durchführt, wie sie vor über 50
Jahren bei uns üblich war.
Prof. Dr. Dieter Rodi (Pflanzen) und Prof. Dr. Andreas Beck (Insekten)
hatten die Führung der kostenfreien Veranstaltung übernommen. Die
Teilnehmer waren von der wahrgenommenen Artenvielfalt begeistert.
30.05.10: Der Deutsche Naturkundeverein zu Gast in Böbingen/Rems
Das alljährliche Treffen der naturkundlichen Vereine fand 2010 in Böbingen statt. Der Deutsche Naturkundeverein
traf sich gleichsam zur Finissage der Ausstellung am 30.05.10. Nach
einer Einführung in die Ausstellung und in die Geologie des Albvorlandes
ging es ins Gelände nach Schwäbisch Gmünd-Bargau. Dort wurden zwei
naturkundliche Führungen angeboten.
Beim Eintreffen der Bezirksvereine aus Göppingen, Heidenheim, Esslingen,
Ludwigsburg und Reutlingen begrüßte Prof. Dr. Dieter Rodi die Teilnehmer
und nahm die Buseinteilung vor.
Als Exkursion A wurde durch Werner K. Mayer (Geologie) und Manfred
Walderich (Botanik) eine geologisch-botanische Führung angeboten.
Zunächst wurden die Teilnehmer durch Mayer in die bemerkenswerte
Ausstellung
im Bürgersaal eingeführt. Es entspann sich darüber hinaus eine lebhafte
Diskussion und Nachfrage nach dem neuen Unterjurabuch. Um 11.15
Uhr ging es mit dem Bus
nach Bargau zum Parkplatz Feuersee. Hier fand eine interessante
Wanderung entlang des Eselsbaches (Opalinuston, Wasserfallbank,
Eisensandstein, Bacherlenwald) statt,
die nur kurzzeitig vom Regen unterbrochen wurde. Das Schlössle
(Eisensandstein), der Weg über Blumenwiesen zum Treppenweg und Geotop
(Wohlgeschichtete Kalke,
Verwerfungszone des Schwäbischen Lineamentes) waren weitere Stationen.
Für viele zu einem Höhepunkt gestaltete sich der schwierige Aufstieg
durch die Lacunosamergel und den Steig durch die Unteren Felsenkalke zum
Hohen Kreuz am Scheuelberg.
Die Pause im Naturfreundehaus am Himmelreich war willkommene
Erholungsphase, ehe es über das Beurener Kreuz, vorbei an der
Himmelsquelle bis zum Bargauer Kreuz ging. Hier erklärte Mayer die
verschiedenen Vertiefungen in Form von Dolinen, Hülben, Gries-Sandgruben
und die Verschanzungen aus dem Spanischen Erbfolgekrieg.
Beim Abstieg konnte Manfred Walderich noch die interessante und
vielfältige Flora der Impressamergel, vor allem auch mit der seltenen
Spargelerbse, erläutern.
Die Exkursion B wurde als Botanisch-geologische Führung mit Prof. Dr.
Dieter Rodi (Botanik) und Michael Stegmaier (Geologie) angeboten. Sie
begann nach der Ankunft sogleich mit einer Fahrt zu einer typischen
Wiesenvegetation. Die Teilnehmer/innen waren überrascht über die
blumenreichen Feucht und Trockenwiesen im Klotzbachtal. Die Führung in
der Unterjura-Ausstellung durch Michael Stegmaier hat alle sehr
interessiert, besonders auch die ergänzenden Darstellungen über
Lebensweise der Seelilien, Ammoniten und Fische.
Diese Gruppe fuhr anschließend ebenfalls zum
Parkplatz am
Feuersee in Bargau. Auf der Wanderung vom Feuersee
zum Bargauer Kreuz wurden bei den Stationen des Braunjura und Weißjura
die Zusammenhänge zwischen Gestein, Boden und Vegetation durch Michael
Stegmaier und Dr. Rodi erläutert.
Besonders beeindruckt hat die Wacholderheide an der Bargauer Steige auf
Impressa-Mergeln mit vielen seltenen Arten wie Spargelerbse, Echte
Kugelblume, Mücken-Händelwurz und Weiße Waldhyazinthe. Die rüstigen
Wanderer schauten noch einen Steinbruch der Wohlgebankten Kalke an und
fanden dabei auch einige Fossilien. Nach einer Kaffeepause im
Kolpinghaus zeigt auf dem Rückweg Dieter Rodi noch eine sehr schöne
Blumenwiese und erläuterte, mit welchen Bewirtschaftungsmaßnahmen solche
Mageren Salbei-Glatthaferwiesen mit Unterstützung des
Landschaftserhaltungsverbandes des Ostalbkreises erhalten werden können.
29.05.10: Auf Orchideensuche rund um den Heldenberg
Die Arbeitsgemeinschaft Botanik des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd
führte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule die diesjährige Maiwanderung
rund um den Heldenberg unter dem Aspekt des internationalen Jahres der
Artenvielfalt durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten nach Wunsch
einen Biodiversitäts-Wanderpass, der zur Teilnahme an einem Gewinnspiel
berechtigt. 65 interessierte Wanderer waren erschienen.
Nach einer Einführung in die Route, die Wacholderheiden und die Landschaft
bei der Reiterleskapelle konnten neben den bereits verblühten
Frühlingsenzianen und den noch nicht blühenden Gelben Enzianen folgende
Orchideenarten beobachtet werden: Weißes Waldvögelein, Weiße
Waldhyazinthe, Nestwurz, Großes Zweiblatt, Mücken-Händelwurz,
Fliegen-Ragwurz, Bleiches Knabenkraut, Männliches Knabenkraut, Helm-
Knabenkraut und Breitblättriges Knabenkraut.
Weitere kennzeichnende Pflanzenarten der Wacholderheiden und ihre
ökologischen Ansprüche wurden vorgeführt.
Im Wald wurden artenreiche Hangbuchenwälder und Bärlauch-Eschen-Bergahornwälder studiert.
Zum Schluss wurde ein sehr artenreiches Kalkflachmoor im Christental mit
vielen Breitblättrigen Knabenkräutern besucht.
Die Führung wurde von Prof. Dr. Dieter durchgeführt, der sich über das
große Interesse freuen durfte.
22.05.2010: Blumen und Streuobstwiesen des Unterjura in der Umgebung
von Böbingen
Im Rahmen einer Führung von VHS Schwäbisch Gmünd und
Naturkundeverein mit Professor Dr. Dieter Rodi trafen sich
die naturkundlich Interessierten um 14.00 Uhr am Rathaus Böbingen. Nach Besichtigung
der laufenden Ausstellung und der Bildung von Fahrgemeinschaften ging es
ins Gelände. Hier versuchte Dr. Rodi,
den Zusammenhang zwischen Gestein, Bodenbildung und Vegetation zu
erläutern.
Gerade um Böbingen gibt es noch intakte Blumen und Streuobstwiesen, die
besucht und besprochen wurden.
16.05.10: Fröhliches Fossilienbuddeln bei RemsTotal in Böbingen
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Geologie hatten sich zum
120-jährigen Jubiläum des Naturkundevereins etwas Besonders ausgedacht: ein
fröhliches Fossilienbuddeln für jung und alt.
Ort des Geschehens war der Platz vor der Römerhalle in Böbingen; Anlass dazu
war die Teilnahme der Gemeinde Böbingen am RemsTotal-Tag am 16.05.10 in
der Zeit
von 11.00 - 17.00 Uhr.
Es kommt nicht alle Jahre vor, dass erfahrene Sammler sich von ihren
fossilen Duplikaten trennen. Und wenn, dann meistens im Tausch oder für
Geld.
In Böbingen war dies anders. Hier haben die Sammler zunächst um die Böbinger Seelilienkolonie eine besondere Ausstellung gestaltet, die weit und
breit Beachtung findet.
Wenn man im Internet mit Schlagwort Unterjura oder Böbinger Seelilien sucht,
dann öffnen sich seitenweise Hinweise auf Böbingen und deren bemerkenswerte
Ausstellung. Natürlich auch auf das Unterjurabuch, das der Ausstellung
seinen besonderen Reiz gibt.
Um junge Menschen zur Beschäftigung mit der Natur anzuregen, lagen am
Sonntag vor der Römerhalle vier riesige Haufen mit Erdaushub verschiedener
Farbe. In ihnen waren zentnerweise Fossilien, versteinerte Hölzer und
Mineralien versteckt. Hier konnten sich die jungen Forscher mit Häckchen,
kleinen Schaufeln oder Hämmern austoben und nach fossilen Schätzen suchen.
Und sie wurden fündig, denn rund eine Tonne Fossilien und Mineralien
vergruben die Sammler der Geologie AG um ihrem Leiter Werner K. Mayer.
Und Michael Riek, der Sohn des örtlichen Bauunternehmers gab sich mit
seinem schmucken Minibagger reichlich Mühe, sie fachgerecht zu
verstecken.
Doch bevor es ans Werk ging, stand noch eine kleine Aufgabe bevor. Die
Teilnehmer mussten sich zunächst eine Grablizenz erwerben. In der Ausstellung im Bürgersaal
war zuvor eine einfache Quizfrage zu lösen. Wer nicht von selbst drauf
kam, konnte sich die Erklärungen von Professor Dr. Dieter Rodi zur
Ausstellung anhören. Er war an diesem Tag stark gefordert, denn Hunderte
von Interessenten bewunderten die ausgestellten Stücke. Schon früh voran
die Prominenz mit Landrat Klaus Pavel, dem Schwäbisch Gmünder
Oberbürgermeister Richard Arnold, Staatssekretär Richard Drautz und dem
Böbinger Bürgermeister Jürgen Stempfle.
Seelilien war das Lösungswort und um die schon berühmten Seelilien von
Böbingen war ja auch die ganze Ausstellung ausgerichtet. Fein säuberlich
schrieben Dr. Erhard Grallath und Dieter Prölß vom Geschichts- und
Heimat Heimatvereins die schmucken Urkunden
aus.
Mit der Grablizenz in der Hand durften der/die „lizenzierten" Sucher/innen nach Herzenslust wühlen. Fündig
wurden sie allemal. Da gab es Ammoniten, fossile Hölzer und Mineralien.
„Katzengold" zu
Hauf, „Flädle" waren zu finden, aber auch Korallen, Schnecken, Muscheln, Belemniten.
Es ist gar nicht so einfach, sie richtig einzuordnen. Aber Hilfe in Form
erfahrener Sammlern stand zur Verfügung. Sie halfen beim Bearbeiten und Präparieren und wussten meist auch noch Name und den
einstigen Fundort.
Mit Dietmar Münch und Michael Stegmaier standen zwei erfahrene
Präparatoren zur Verfügung. Gleich daneben zeigten Prof. Dr. Frieder Bay
und Stukkateurmeister Paul Stummer, wie man schöne Fossilien formt und
auf was es bei den Tieren ankommt.
Es war also ein Spaß für die Großeltern mit ihren Enkeln und hunderte junger
Familien. Kaum dass sich der Bagger bewegte, waren Scharen von Kindern
dort zur Stelle, wo immer wieder ein Schubkarren voller Beutestücke
vergraben wurde. Wolfgang Wilhelm, August Freudenreich und Mitglieder des Heimatvereins
sorgten für die nötige Ordnung.
Dass der leibliche Genuss nicht zu kurz kam, standen wiederum
ehrenamtliche Helfer
um Gabi Ernst zur Verfügung. Während die Jungen schürften, konnten
die Alten schlürfen. Der Erlös ging an die örtliche Bücherei.
Und wem das alles zu anstrengend war, der konnte sich in der Bürgerhalle bei
Hans Miksche und Manfred Boni nicht nur das Buch erwerben, sondern auch
besonders schön präparierte Fossilien und Mineralien.
Aber auch noch dem offiziellen Ende wurde auf den Gesteinshaufen bis in
den späten Abend hinein weiter gewühlt, denn Schatzsucher lassen nicht
so schnell locker.
04.05.2010:Die Schichtfolge im Unterjura
Einen weiteren Vortrag bot die Geologie-AG des Naturkundevereins
anlässlich der Ausstellung über die Böbinger Seelilien und den Unterjura
im Albvorland an.
Werner K. Mayer besprach im Bürgersaal in Böbingen "Die Schichtfolge im
Unterjura".
In dem Diavortrag stützte er sich vor allem auf die im Rahmen seiner
Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse, die zum Unicornis-Buch "Der
Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd" geführt haben.
Im Anschluss an den Vortrag, der sich mehr mit der Stratigraphie
beschäftigte, zeigte er den interessierten Zuhörern noch die dazu gehörigen
Leitfossilien aus den besprochenen Schichten.
21.04.10:
Auf der Lüneburger Heide - Naturbeobachtungen zwischen Elbe und Weser
Das heutige Gebiet der
Lüneburger Heide war einst geprägt von großflächigen Heidelandschaften, die
sich auf den nährstoffarmen Sandböden nach Waldrodung
und Schafbeweidung als Folgegesellschaft dieses Raubbaus an der Natur
gebildet hatten.
Nach der Umstellung auf modernere Formen der Landnutzung dominieren hier
jedoch inzwischen Wälder, Viehweiden und Agrarlandschaften. Dazwischen
lassen sich aber noch Reste intakter Naturlandschaften, etwa Moore und
Binnendünengebiete, mit einer hochgradig gefährdeten Flora und Fauna
entdecken. Einige der dort vorkommenden Arten besitzen hier ihre letzten
Rückzugsgebiete in ganz Deutschland. Solche Seltenheiten finden sich aber
nicht nur in den kläglichen Resten natürlicher Lebensräume, sondern vielfach
auch in vom Menschen wenig gestörten Ersatzlebensräumen, wie etwa
aufgelassenen Sandgruben und auf den oft riesigen, meist völlig
menschenleeren Truppenübungsplätzen.
Dr. Heiko Bellmann aus Lonsee brachte seinem Publikum am Mittwoch, dem 21.04.10
in der Volkshochschule am Münsterplatz diese einmalige Landschaft und ihre
vielfältige Natur anhand seiner vorzüglichen Aufnahmen näher.
21.04.2010: Vortrag über "Seelilien durch die Erdgeschichte"
Im Rahmen der Ausstellung sprach Werner K. Mayer am Mittwoch,
21.04.2010 im Bürgersaal über
"Seelilien durch die Erdgeschichte".
Die zum Stamm der
Stachelhäuter
gehörende Klasse der Seelilien gibt es schon seit dem Erdaltertum und
zwar seit
dem Mittleren Kambrium. Man kennt etwa 5 000 Arten. Während in der
Vergangenheit bis zur Kreidezeit gestielte Arten vorherrschten, überwiegen heute die
stiellosen Arten.
Der Referent zeigte zahlreiche Beispiele der vier Unterklassen und ging im speziellen auf die Seelilien des Jura und vor allem auf die
Seelilienkolonie von Böbingen ein.
17.04.10: Frühblüher an der Unterjura-Kante bei Schönhardt mit Prof. Dr.
Rodi
Der Naturkundeverein setzte seine Jubiläumsveranstaltungen mit einer
Wanderung in der Nähe von Böbingen fort.
Am Beispiel der Frühblüher konnte in Ergänzung zu der Unterjura-Ausstellung
sehr gut der Zusammenhang zwischen Geologie, Landschaft, Boden und
Vegetation gezeigt werden.
Die Frühblüher der Wälder und Hecken blühen und fruchten im März und April
und ziehen sich im Mai in ihre unterirdischen Organe zurück. Im Sommer
würden sie von höheren Stauden wie Brennnessel oder Giersch überwuchert
werden. Für die rasche Entwicklung und die Bildung von Speicherorganen für
das kommende Jahr brauchen sie dazu einen sehr lockeren, humosen, kalk- und
nährstoffeichen Boden. Diesen finden sie insbesondere an der Unterkante des
Arietenkalkes und den darunter liegenden Hängen. Optimal ist diese Bedingung
an der Steilkante nördlich von Schönhardt der Fall.
Folgende Frühblüher konntenen mit ihren Speicherorganen gezeigt werden:
Lerchensporn mit rübenartigen Knollen, Scharbockskraut mit Wurzelknollen,
Anemone und Aronstab mit unterirdischen Kriechsprossen, Blaustern, Goldstern
und Märzenbecher mit Zwiebeln.
Zur Einführung in die Geologie und Landschaft trafen sich viele interessierte
Naturfreunde am Samstag, 17. April um 14.00 Uhr in der Geologieausstellung
im Bürgersaal des Rathauses in Böbingen. Anschließend fuhr man nach Bildung
von Fahrgemeinschaften nach Schönhardt mit einem Zwischenhalt zur
Landschaftsbetrachtung beim Feldkreuz. Frühblüher und Böden wurden auf einer
Wanderung von Schönhardt zum Mühlhölze besucht.
Die kostenlose Führung mit Prof. Dr. Dieter Rodi veranstaltete der NKV in Zusammenarbeit
mit der Volkshochschule Schwäbisch Gmünd und Böbingen.
15.04.10:
Vorsitzender Prof. Dr. Friedrich Bay wurde 70
Der Vorsitzende des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd und der Leiter
der Ortsgruppe Schwäbisch Gmünd des Naturschutzbundes Deutschland feierte
am 15.04. seinen 70. Geburtstag. Dazu gratulierten ihm die Naturkundler
recht herzlich und danken ihm für seine Aktivitäten für Natur und Umwelt
rund um Gmünd.
Er wurde 1940 in der Ortschaft Hürben im Brenztal geboren. Nach dem
Abitur in Giengen/Brenz absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum
Volkschullehrer am Pädagogischen Institut in Esslingen. In Wernau wurde
ihm seine erste Anstellung als Junglehrer übertragen. Dort lernte er
seine Ehefrau Irmela kennen. Aus dieser glücklichen Verbindung sind drei
Töchter hervorgegangen.
Nach einem Pädagogikstudium in Tübingen und einer kurzen Assistentenzeit
in Ludwigsburg unterrichtete er seit 1969 als Professor für Biologie und
ihre Didaktik mit den Schwerpunkten Zoologie und Ökologie an der PH
Schwäbisch Gmünd bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2005.
Neben seiner vollen Berufstätigkeit als Dozent promovierte er in den
Siebzigerjahren in Tübingen über Fledermäuse. Friedrich Bay hat eine
ganze Anzahl von Veröffentlichungen aus dem Gebiet der Biologie und der
Biologiedidaktik aufzuweisen.
Friedrich Bay hat sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich über seine
Aufgaben als Professor an der PH Schwäbisch Gmünd hinaus zum Wohle der
Allgemeinheit in naturkundlich orientierten Vereinen und in
Naturschutz-Arbeitsgruppen bei der
Vermittlung von Kenntnissen und bei Belangen des Umwelt-, Biotop- und
Artenschutzes überdurchschnittlich engagiert. Zu Gute kamen ihm dabei
seine hervorragenden vielseitigen fachwissenschaftlichen, pädagogischen
und didaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, seine Kontaktfreudigkeit
sowie sein Organisationstalent.
Beim Elternbeirat am Scheffold-Gymnasium und vor allem im Gemeinderat
der Evangelischen Kirche in Waldstetten engagiert er sich darüber hinaus
im sozialen und religiösen Bereich.
Für seine vielfältige ehrenamtlichen Tätigkeiten erhielt Friedrich Bay
im November 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
14.04.2010: Filmvortrag über Tag und Nachtfalter
Die Arbeitsgemeinschaft Insektenkunde des NKV bot in einer
gemeinsamen Veranstaltung mit der VHS Schwäbisch Gmünd einen
interessanten Filmabend über Tag- und Nachtfalter, insbesondere
Schmetterlinge unserer Heimat, an.
Die Filme zeigten faszinierende Bilder vom aufregenden Leben
einheimischer Insekten am Wegesrand, die Blütenbesucher von Knautie,
Klee und Flockenblume, sowie das Leben an der Brennnessel.
Die Filmautorin, Frau Ursula Sixt, beschäftigt sich seit vielen Jahren
mit der Aufzucht und der Dokumentation heimischer Schmetterlinge. Sie
ist bekannt durch zahlreiche Ausstellungen Ihrer Fotos von bestechender
Qualität, wie im Jahre 2002 im Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd.
Seit einigen Jahren befasst Sie sich mit der filmischen Dokumentation
Ihrer Beobachtungen. Die dabei erzielten Ergebnisse führen das
Insektenleben einheimischer Arten – insbesondere das der Schmetterlinge
– in neuer, einzigartiger Sichtweise vor Augen.
11.04.10 - 30.05.10: Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im
Albvorland
Am 11. April wurde im Bürgerzentrum in Böbingen/Rems
eine von der Geologie-AG
des Naturkundevereins zusammen mit der Gemeinde Böbingen
vorbereitete Ausstellung
„Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland"
eröffnet.
Erstmalig wurde die vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart
aufwendig sandgestrahlte, große Seelilienkolonie aus dem Numismalismergel von Böbingen gezeigt. Diese Kolonie ist der älteste
Nachweis von auf Treibholz angesiedelten Seelilien in Europa. Sie sind
älter als die berühmten Seelilienkolonien aus dem Posidonienschiefer von
Holzmaden.
In der Ausstellung werden außerdem zahlreiche Funde aus den
Gesteinsschichten des Unterjura rund um Böbingen präsentiert. Auch aus
Böbinger Baugebieten vergangener Jahre stammen zahlreiche bemerkenswerte
Funde.
Zur Ausstellungseröffnung hielt Dr. Günter Schweigert vom
Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart den Festvortrag
anlässlich des 120-jährigen Jubiläum des Naturkundevereins. Sein Thema
lautete:
Der Unterjura in Süddeutschland -
nicht nur Saurier.
Außerdem wurde auch das neue UNICORNIS-Buch Nr. 12 „Der Unterjura in der Umgebung
von Schwäbisch Gmünd" durch Werner K. Mayer, den Leiter der
Arbeitsgemeinschaft Geologie, vorgestellt.
11.04.10: Unterjurabuch vorgestellt
Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e.V. hat sein neuestes Buch in
der Unicornis-Reihe vorgestellt. Quasi zum Jubiläum des Vereins erschien
das als Unterjurabuch bezeichnete Werk "Der Unterjura in der Umgebung
von Schwäbisch Gmünd".
Auf 255 Seiten mit 300 meist farbigen Abbildungen, Tabellen und Profilen
sowie einer morphologischen und einer geologischen Karte beinhaltet es
in 11 Kapiteln folgende Themen: Fundstellen für Aufschlüsse und
Fossilien und eine naturräumliche Gliederung.
Es berichtet über die Stellung des Unterjura im Gefüge der Erdkruste und
erklärt den Schichtaufbau. Nach dem Vergleich der Internationalen
Schichtstufengliederung mit dem Quenstedt`schen Alphabet handelt es sehr
fein die Schichtstufengliederung ab.
Der Landschaft, Boden und Vegetation ist Kapitel 6 gewidmet. Es
erläutert in Kapitel 7 die wichtigsten Fossilgruppen im Unterjura.
Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln beschreibt dessen Entwicklung
und Kapitel 9 führt auf, wie die Gesteine des Unterjura genutzt wurden.
Eine Fachwörtererläuterung sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis
runden das Werk ab.
Der Autor, Werner K. Mayer, ist langjähriger Leiter der
Arbeitsgemeinschaft Geologie im NKV. Den Beitrag aus Kapitel 6 zu
Landschaft, Boden und Vegetation übernahm Prof. Dr. Dieter Rodi.
Das Buch ist sowohl über den regionalen Buchhandel wie auch direkt beim
Naturkundeverein unter Mail:
schatzmeister@nkv-gd.de portofrei zu beziehen.
Es kostet @ 24,80.
2010: 120 Jahre Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd
Im Jahre 2010
feiert der Naturkundeverein sein 120-jähriges Bestehen. Dazu sind
während des Jahres eine ganze Reihe von Veranstaltungen geplant. Den
Auftakt
bildete am 11.04.10 die Eröffnung der Fossilienausstellung in Böbingen
mit dem
Thema "Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland.
17.03.10: Jahreshauptversammlung des Naturkundevereins
Die diesjährige Jahreshauptversammlung wurde im
Vortragssaal der
Volkshochschule abgehalten. Da dieses Jahr keine Wahlen anfielen,
gestaltete sich
der Abend vorwiegend zu einer
Rückschau des Vorsitzenden, Prof. Dr.
Frieder Bay, über die zahlreichen Veranstaltungen des vergangenen
Jahres. Nach seinem Kassenbericht und einer Aussprache darüber wurden
dem Schatzmeister, Hans Miksche,
einstimmig Entlastung erteilt.
Auf die kommenden Veranstaltungen des Jubiläumsjahres wurde hingewiesen,
ehe
sich im Anschluss der botanische Vortrag von Udo Gedack anschloss.
17.03.10:
Lebensräume im Namaqualand
Der Name Namaqualand
steht für eines der interessantesten Naturphänomene Südostafrikas: Die
meiste Zeit des Jahres ist das Gebiet trocken und bietet dem Betrachter kaum
Spektakuläres. Doch im Frühling scheint die Erde aufzubrechen, und der Boden
überzieht sich mit einem prachtvollen Blütenteppich, der in allen denkbaren
Farben leuchtet. Die Region verdankt ihren Namen dem Volk der Nama -
Khoikhoi-Hirten, die vor rund 2000 Jahren in der kargen Einöde südlich der
Oranje siedelten.
Udo Gedack, der Leiter der Botanik-AG in NKV berichtete in einem spannenden
Diavortrag
über diesen interessanten Landstrich.
Unter anderem zeigte Gedack einen besonderen Lebensraum, die so genannte
Knersvlakte. Dieses holländische Wort für Knirschfläche bezeichnet große,
mit Quarzkieseln bedeckte Flächen, über welche die Buren einst mit ihren
sechsspännigen Ochsenkarren fahren mussten. Hier haben sich vornehmlich
sukkulente, als wasserspeichernde Pflanzen in großer Arten- und Formenfülle
perfekt angepasst. Manche Tierart tut es ihnen gleich. Hervorragend getarnte
Heuschreckenarten und Reptilien werden mit den Unbilden dieses extremen
Lebensraumes fertig. Auch außerhalb der kurzen Regenperiode im Frühjahr, die
oft auch ausfällt, ist dieser Lebensraum für den Beobachter einzigartig.
10.02.10: Zwischen
Offenbarungsglaube und Evolutionstheorie: Theodor Wolf - ein bewegtes
Forscherleben
Werner K. Mayer hielt obigen Vortrag in Zusammenarbeit von VHS und
NKV im VHS-Saal am Münsterplatz in Schwäbisch Gmünd.
Der in Bartholomä auf dem Albuch 1841 geborene Franz Theodor Wolf ist
sowohl in seiner Heimatgemeinde wie auch im schwäbischen Raum nahezu
unbekannt. Dabei verbirgt sich hinter seinem Namen eine große
Persönlichkeit als Naturwissenschaftler.
Nicht umsonst steht er in Ecuador, wo er lange Jahre tätig war, noch
heute in großen Ansehen. Eine Galápagos-Insel trägt ebenso seinen Namen
wie die höchste vulkanische Erhebung der größten Insel des
Galápagos-Archipels. Zu seinen Ehren ist ein Gletscher am höchsten
ecuadorianischen Andenberg, dem Chimborazo, benannt.
Wolf gilt nach Alexander von
Humboldt als der bahnbrechende Erforscher Ecuadors. Zunächst als
Professor der Naturwissenschaften in Quito, später als Staatsgeologe des
Lande, begründete er sein landesweites Ansehen. Sein Hauptwerk über die
Geologie und Geographie Ecuadors war über Jahrzehnte unübertroffen.
Zurück in Deutschland arbeitete er für den Vulkanologen Alfons Stübel
zwölf Jahre lang dessen umfangreiche Südamerika-Sammlung auf. Sie fand
ihren Platz in der Abteilung für vergleichende Länderkunde im Museum für
Völkerkunde in Leipzig. Daneben widmete er sich der Pflanzengattung der
Fingerkräuter. In seiner umfangreichen Monographie der Gattung
Potentilla untersuchte und beschrieb er alle damals bekannten Arten. Sie
gilt noch heute als ein Beispiel ungemein exakter Arbeit und deutschen
Forscherfleißes. Die Republik Ecuador ernannte ihn 1921 zu ihrem
Ehrenbürger. Wolf starb 1924 in Dresden-Plauen.
Werner K. Mayer, Mühlberger-Preisträger 2009, hat die spannende
Lebensgeschichte Wolfs nachvollzogen. Der Dia-Vortrag führte durch die
Stationen seines Wirkens.
27.11.09: Umweltschutzpreis der
Heimatsmühle
Der
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd war dieses Jahr wegen seiner
Amphibienschutzaktionen im Schießtal einer der Gewinner des 20.
Heimatsmühle-Umweltschutzpreises. Der 2. Preis (450,00 €) wurde am
27.11. von Prof. Dr. Friedrich Bay (als Organistor), von Dietmar
Bildlingmaier (als Fachreferent) und Frau Nikolai
(als Betreuerin von
Schülergruppen) entgegengenommen.
18.11.09: Aus der Flora des Großen Kaukasus
Einen Einblick in die Blumenvielfalt des Kaukasus gab Dr. Helmut Haas aus
Aalen in seinem Dia-Vortrag am 18.11.09 im Klösterle-Saal der
Volkshochschule am Münsterplatz.
Der zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer gelegene Große Kaukasus
zählt neben den Rocky Mountains und dem Himalaya zu den höchsten,
ursprünglichsten und am wenigsten bekannten Bergmassiven der nördlichen
Hemisphäre. Leider geriet diese interessante Gebirgsregion in den letzten
Jahren eher durch politische und kriegerische Auseinandersetzungen in die
Schlagzeilen.
Weit weniger bekannt war, dass mit etwa 6 400 Arten von
Gefäßpflanzen der Große Kaukasus ungewöhnlich blumenreich ist, wobei die
Flora besonders viele Endemiten, also nur hier vorkommende Pflanzen,
enthält. In keiner Region der gemäßigten Zonen gibt es prozentual mehr
endemische Pflanzen als in diesem Hochgebirge. So zählt der Große Kaukasus
zu einem der wichtigsten "Hotspots" von Biodiversität.
21.10.09: Dr. Heiko Bellmann: Carnivoren - Fleisch fressende Pflanzen
In einer gemeinsamen
Veranstaltung von Naturkundeverein und Volkshochschule hielt Dr. Heiko
Bellmann am 21.10.09 im Saal des VHS-Gebäudes, Am Münsterplatz, einen
interessanten Vortrag. Sein Thema waren die Carnivoren - "Fleisch fressende
Pflanzen".
In nährstoffarmen Lebensräumen, etwa in Mooren, haben viele Pflanzen
besondere Strategien entwickelt, um zusätzliche Nahrungsquellen zu
erschließen. Eine der interessantesten ist zweifellos die Ausbildung der
Carnivorie, also das Erbeuten und Verdauen tierischer Beute. Derartige
„Fleisch fressende Pflanzen" kommen auch in der heimischen Natur vor,
erreichen aber erst in den Tropen und Subtropen, insbesondere in Südostasien
und Australien, ihre höchste Artenfülle.
Außer heimischen Arten, wie Sonnentau, Wasserfalle, Fettkraut und Wasserschlauch, wurden im Vortrag auch
zahlreiche Vertreter wärmerer Länder vorgestellt, die bei uns in Botanischen
Gärten bewundert werden können, vielfach aber auch von Liebhabern kultiviert
werden.
17.10.09:
Albertus Magnus-Tagung 2009 in Königsbronn
Die diesjährige Albertus
Magnus-Tagung der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg,
Vereinszweig Ostwürttemberg, wurde in Königsbronn abgehalten.
Das Thema lautete: Karst, Wasser und Eisen der östlichen Schwäbischen
Alb.
Es gliederte sich in zwei Teile - eine Exkursion von Königsbronn nach
Itzelberg und Nachmittagsvorträge.
Auf Grund des beginnenden Regens wurde die Begrüßung durch Bürgermeister
Stütz und den Leiter des Vereinszweigs Ostwürttemberg, Dipl. Ing. Hans Wolf
im Rathausfoyer von Königsbronn vorgenommen.
Danach führte Werner K. Mayer vom Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd die Gruppe zum Brenztopf und erläuterte die
Zusammenhänge zwischen Dolinen, Karsterscheinungen und den Quelltöpfen des
tiefen Karsts. Über Brenz und Ziegelbach führte der Weg durch das ehemalige
Zisterzienserkloster. Am Epitaph von Johann Georg Blezinger an der Kirche
beleuchtete er das Leben des wohl bedeutendsten Unternehmers im
ostwürttembergischen Raum des 18. Jahrhunderts.
Bewunderung erregten die seit wenigen Wochen wieder aufgestellten
gusseisernen Epitaphe an der Klostermauer. Sie wurden alle im ehemaligen
herzoglichen Hüttenwerk in Königsbronn gegossen.
Vorbei an der heute privatwirtschaftlich orientierten Unternehmung der
SHW-Casting, wo auch gegossene Kalanderwalzen im Rohzustand zu sehen waren,
ging es zur Pfefferquelle am östlichen Rand der Gemeinde. Die Pfefferquelle
entwässert die westlichen Teile des Härtsfelds von Ebnat bis Ochsenberg.
Im Industriedenkmals Alter Flammofen wurden die Naturkundler von
Dipl. Ing. Ulrich Knöller erwartet. Der Vorsitzende des Kulturvereins führte
dabei in die Technologie des frühen 19. Jahrhunderts ein. Bewunderung
erregten die damals innovative Technik des zweizügigen Flammofens und
der hölzerne 100-Ztr.-Kran, mit dem die Kokillen aus der Walzenfertigung
nicht nur senkrecht und waagrecht sondern auch radial bewegt werden
konnten.
Im aufgelassenen Steinbruch der Firma Vollmer beschrieb Mayer die durch
die chemische Verwitterung entstandenen Kluft- und Höhlenformen. Im
Steinbruch lassen sich lokale Riffe, so genannte Bioherms, sowie
Rasenmatten (Biostroms) im Wechsel mit Schichtablagerungen erkennen. Am Itzelberger See
mit seinen Wasserpflanzen, Fischen und Wasservögeln besprachen Hans Wolf
und Dr. Klaus Schmieder die dort durch Frühjahrshochwasser entstandene
Situation der saisonalen Verdrängung höherer Wasserpflanzen.
Nach dem
Mittagessen im Cafe Seeblick am Itzelberger See begannen die
Nachmittagsvorträge im Schulgebäude des Forstlichen Bildungszentrums
Königsbronn.
Thomas Emmerich, der Leiter des Zentrums, hatte seine Einrichtung
dankenswerterweise zur Verfügung gestellt und gab einen Einblick in die
Arbeit des Forstzentrums. Hans Wolf begrüßte Referenten und Teilnehmer,
ehe die je 20-minütigen Kurzvorträge begannen.
Werner K. Mayer begann bildunterstützt über Karst, Wasser und Eisen der
Ostalb und speziell von Königsbronn. Er zeigte unter anderem
aufschlussreiche Bilder über die Entstehung einer neuen Doline und eines
diesjährigen Frühjahrshochwassers auf dem Albuch.
Das Thema von Prof. Dr. Klaus Schmieder von der Universität lautete:
Wasserpflanzen der Brenz und des Itzelberger Sees und ihre
Bestandsdynamik. Mehrjährige Untersuchungen zeigten, dass durch die
Frühjahrshochwasser höhere Wasserpflanzen geschädigt wurden und die
Algenbildung zunahm, sich aber im Jahresverlauf immer wieder teilweise
erholten.
Nach der Kaffeepause sprach Dr. Rainald Hoffmann vom Regierungspräsidium
Stuttgart über Fische der Brenz und des Itzelberger Sees. Er plädierte
für den Einbau von Fischtreppen, um die Situation für natürliche
Fischpopulationen zu verbessern.
Die Veranstaltung schloss mit dem Vortrag von Prof. Dr. Immo Eberl aus
Ellwangen über den Zisterzienserorden und das Kloster Königsbronn mit
seiner Eisenindustrie. Er sprach über die Bedeutung des Klosters als
eine der jüngsten Einrichtungen in Süddeutschland.
Hans Wolf bedankte sich bei der Gemeinde Königsbronn und beim
Forstzentrum für die gewährte Hilfestellung bei der Ausrichtung der
gelungenen Tagung.
16.10.09: Nachruf auf Frau Elisabeth Nolte
Am 16. Oktober 2009
ist Frau Elisabeth Nolte im Alter von 81 Jahren ihrem am 23. Januar 2009
verstorbenen Gatten Willi Nolte nachgefolgt. Als Tochter des über Jahrzehnte im Naturkundeverein aktiven
Vorstandmitglieds Karl Kratochwille war sie schon seit ihrer Jugend mit
dem Naturkundeverein verbunden und hat regelmäßig an Aktivitäten des
Naturkundevereins teilgenommen. Mitglieder des Naturkundevereins haben
sie bei der Trauerfeier begleitet und ihrer gedacht.
07.10.09: Vortrag über
Naturkundliche Schönheiten an der Ostküste Australiens
Naturkundeverein und Volkshochschule luden zu einem Vortrag am Mittwoch,
den 7.10.09, 19.30 h in den Klösterle-Vortragssaal ein. Das Thema lautete:
Naturkundliche Schönheiten an der Ostküste Australiens. Referent war Werner
K. Mayer von der Arbeitsgemeinschaft Geologie des NkV.
Australienreisen sind derzeit sehr beliebt, zumal der weit entfernte
Kontinent naturkundlich viel zu bieten hat. Der Referent startete mit Bildern
von Sydney
und Brisbane. Über die Glasshouse Mountains und die Tablelands führte der Weg
in Richtung Great Barrier-Reef. Bilder zeigten die Schönheiten der Inseln
von
Frazer-Island, Heron-Island, den Whitsundays und dem Opal-Reef. Im
Eungella-Nationalpark waren die scheuen Schnabeltiere zu bewundern, am Daintree-River Krokodile. Aufnahmen aus den großen Seewasser-Aquarien von
Sydney und Townsville waren ebenso enthalten wie Unterwasser-Aufnahmen von
Korallen, Anemonen, Muscheln und Stachelhäutern. Der 90-minütige Vortrag
wurde von zahlreichen
Naturfreunden besucht.
11.-13. September:
Jahresversammlung des Netzwerks der naturwissenschaftlichen Vereinigungen
Mitteleuropas (nnvm) in Magdeburg
Als Vertreter des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd nahm Prof. Dr. Dieter
Rodi an dem Jahrestreffen des nnvm teil. Der nnvm ist ein lockerer
Zusammenschluss der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas. Er
ging aus dem Dachverband der naturwissenschaftlichen Vereinigungen
Deutschlands hervor, dem der Nkv seit seiner Gründung angehörte.
Die zentrale Veranstaltung war die Konferenz am Samstagvormittag, in dem der
Sprecher der Lenkungsgruppe, Herr Prof. Dr. Finke, die Ziele und Aufgaben
der Vereinigung klar herausstellte, die vor allem dem Erfahrungsaustausch
dienen. Auch das weitere Vorgehen wurde diskutiert. Die Lenkungsgruppe wurde
wieder gewählt (s. www.nnvm.org).
Als Begleitprogramm gab es eine sehr interessante Stadtführung, eine
Besichtigung
des Jahrtausendturmes im Gartenschaugelände 1999 mit seiner hervorragenden
Ausstellung über die Entwicklung von Technik und Kultur seit dem
Steinzeitalter
und eine interessante Exkursion im Biosphärenreservat Mittelelbe.
Die Jahresversammlung 2010 wird im Berner Oberland in der Zeit vom 10.-12-
September sein.
20.09.09 Tag des
Geotops 2009 – Die Weiherwiesen
Bereits zum 9. Mal wurde bundesweit am 3. Sonntag im September zum Tag
des Geotops aufgerufen. Überall in Deutschland wurden geführte Wanderungen
zu besonderen Geotopen durchgeführt. Zum fünften Mal beteiligte sich die
Arbeitsgemeinschaft Geologie des Naturkundevereins regional daran. Das
Interesse war jeweils riesengroß.
Geotope sind bemerkenswerte Zeugnisse der Erdgeschichte. Als Naturerbe sind
sie Wissenschaftsobjekte und Naturdenkmale zugleich. Sie prägen oft
Landschaft und deren Menschen gleichermaßen.
Das diesjährige Thema waren die Weiherwiesen auf dem nördlichen Albuch.
Dazu hatten sich rund 80 Personen eingefunden. Durch Einsatz einer
fahrbaren,
batteriebetriebenen Lautsprecheranlage konnten die Erläuterungen auch bei
der großen Teilnehmermenge gut verstanden werden
Vom Parkplatz aus führte Werner K. Mayer die Teilnehmer vorbei an alten
Eisengruben, so genannten Pingen, zu den Weiherwiesen. Bei Ausgrabungen auf
Grund von Luftbildern entdeckte man dort ein ehemaliges römisches
Kleinkastell. Bei den intensiven Untersuchungen fand man in Teilen des
ehemaligen Kastellgrabens große Mengen von Eisenschlacken.
Eine Besonderheit in der sonst wasserlosen Landschaft bildet der Weiherbach.
Er fließt nur bei anhaltenden Regenfällen und/oder bei Schneeschmelze. Er
entspringt am westlichen Ende des Naturschutzgebiets aus zahlreichen Quellen
und speist die beiden künstlich aufgestauten Weiher. Nach ca. 1 km Lauf
endet er in einer Doline, die "Wasserfall" genannt wird. Das Wasser tritt im
Kocher-/Brenztal wieder zutage. Durch ein Trockental, vorbei an
Dolinenschwärmen und Äckern, in tertiären Feuersteinlehmen gelegen, gelangte
man zurück zum Ausgangspunkt.
Auch die einmalige Flora dieses bemerkenswerten Naturschutzgebietes wurde
durch den Leiter der Botanik-AG, Udo Gedack erläutert.
09.09.09: Geologie in der Innenstadt
Eine geologische Stadtführung, gemeinsam mit der VHS, bot der
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Mittwoch, den 09.09.09 an. Werner K.
Mayer von der Arbeitsgemeinschaft Geologie konnte den Teilnehmern
verdeutlichen, wie die in der Nähe anstehenden Gesteine des Stubensandsteins
und des Angulatensandsteins das historische Gmünd geprägt haben. Bei seinem
Rundgang durch die Innenstadt erläuterte er die Vielfalt der
verwendeten Gesteinssorten an Hand von Beispielen.
Bereits am Treffpunkt beim Marienbrunnen auf dem Marktplatz bot sich die
Gelegenheit, über die Erze, aus denen der eiserne Wasserkasten gegossen
wurde, zu sprechen. Sie stammen einerseits aus den höffigen Flözen des
Eisensandsteins um Aalen und andererseits von den tertiären Bohnerzen
des Härtsfeldes. Johanniskirche, Glockenturm und Münster waren weitere
Stationen. Aufschlussreich waren auch die Kerben an Glockenturm,
Johanniskirche und Münster. Sie bildeten sich durch Feuerschlagen
mittels Feuersteinen und Zunder, Kienspan oder Stroh am, silikatreichen
Stubensandstein. Mit der entfachten Flamme wurde das Osterfeuer
entzündet. Diese Kerben sind heute Kleindenkmale, die geschützt werden
sollten.
05.09.09:
Botanische Kartierexkursion des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd
Der
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd führte in diesem Jahr wieder in
Zusammenarbeit mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft
Südwestdeutschland im Welzheimer Wald bei Kaiserbach in der Nähe des
Bannwaldes Steinhäusle eine botanische Kartierexkursion durch.
Nach einer Einführung in die Kartiermethoden bei einer
Waldhütte inmitten des Kartiergebiets ging die Wanderung vom
Stubensandstein zu den Bunten Mergeln in die Schlucht des Gänsbachs zum
Treibsee. Dieser wurde früher als Stausee für die Holzflößerei benutzt,
was sich im Name ausdrückt. Von dort ging es auf einem anderen Weg
wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Unterwegs wurden
sämtliche Farn- und Blütenpflanzen erfasst und in eine Liste
eingetragen.
29.08.09: Botanische Exkursion zum Naturschutzgebiet Kapf bei
Trochtelfingen am Riesrand
Die
Exkursion wurde von der Botanik-AG des Naturkundevereins in
Zusammenarbeit mit der Volkshochschule durchgeführt. Bei optimalem
Wanderwetter war eine größere Gruppe
unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Rodi unterwegs.
Das am Riesrand gelegene Gebiet weist einige geologische und botanische
Besonderheiten auf, die im Gmünder Raum nicht zu sehen sind. Die
Vegetation ist vom kontinentalen
Klima des Rieses beeinflusst. So kommt in dem Orchideenwald neben einer
Reihe von Orchideen auch der Berghaarstrang vor.
Besonders beeindruckte die Saumgesellschaft am Rand des
Orchideen-Buchenwalds mit dem
seltenen Diptam, der in Ostwürttemberg nur dort gedeiht, der
Berg-Kronwicke und der Schwarzen Platterbse, die ebenfalls nur in
Wärmegebieten wächst.
Beeindruckt waren die Teilnehmer/Innen auch von der Raupe des
Schwalbenschwanzes in der Wacholderheide.
18.08.09: Nochmalige Salvator- und Tunnelführung in Schwäbisch
Gmünd
Auf Grund der unerwartet großen Resonanz auf die erd-,
landschafts- und kulturgeschichtliche Führung am Salvator und das
Interesse am Tunnel versprachen
die beiden Organisatoren, Werner K.
Mayer und Johannes Zengerle die Veranstaltung nochmals zu
wiederholen.
Sie sollte vorrangig vor allem für diejenigen angeboten werden, die am
ersten Termin vor
Ort waren und auf Grund des riesigen Andrangs wieder nach Hause gingen.
Dennoch waren wieder rund 160 Interessenten am Fuß des Salvators zugegen,
die in jeweils zwei geteilten Führungen Tunnel und Salvator besichtigten.
Die Meinung der Teilnehmer war einhellig: Der Salvator ist als kunst- und
kulturhistorische Stätte ein Gmünder Alleinstellungsmerkmal, dem in Zukunft
wieder mehr Beachtung zukommen sollte. Auf Grund des Aufrufs "Rettet den
Salvator" gingen bereits eine Reihe von Spenden ein, die als gemeinnützig
eingestuft werden und für eine Restaurierung zunächst auf einem Sonderkonto
der Münstergemeinde als Eigentümer gesammelt werden.
04.08.09: Salvator- und Tunnelführung mit Werner K. Mayer und Johannes
Zengerle
Eine Abendführung am
Salvator und im Gmünder Tunnel bot der Naturkundeverein am Dienstag, den
04.08.09 an. Interessenten wurden von der Geologie-AG zu einer erd-,
landschafts- und kulturgeschichtlichen Betrachtung der beliebten Gmünder
Wallfahrtsstätte eingeladen. Da kurz zuvor der neue Oberbürgermeister,
Richard Arnold, zusammen mit Herzogin Diana von Württemberg den Salvator
besuchte und auch die beiden Tageszeitungen darüber berichteten, war ein
riesiges, kaum zu bewältigendes Interesse der Bevölkerung vorhanden.
Die beiden Organisatoren, Werner K. Mayer und Johannes Zengerle mussten
kurzfristig darauf reagieren. Sie boten daher im Wechsel zwei Mal eine
Tunnelführung und einen Salvator-Rundgang an.
Mayer sprach zunächst über die Keupersandsteine, insbesondere die am
Salvator auftretenden Schichtfolgen des Stubensandsteins und deren
Einordnung innerhalb der Erdkruste. Der landschaftsgeschichtliche Aspekt
befasste sich mit dem Nepperberg und seiner Namensgebung als "angebohrter
Berg". Er wies auf die 22 Gesteinsarten hin, die am Salvator zu erkennen
sind und erklärte sie zum Teil durch Beispiele.
Die Teilnehmer zeigten großes Interesse an der Deutung der Salvatorbrille
und den Hinweisen auf den Donzdorfer Sandstein, aus denen Caspar Vogt seine
Bildstöcke um 1620 schuf. Deutlich sind auch die vier Epochen des Ausbaus
der Wallfahrtstätte zu erkennen. In der Symbolik der Muschelkapelle stecken
viele deutbare naturkundliche Ansätze, deren Wissen zum Verständnis ihrer
christlichen Aussagen beitragen.
Dass der Oberbürgermeister Richard Arnold an der Muschelkapelle die Bürger
empfing und sein großes Interesse am Salvator bekundete, war ein sehr
erfreulicher Aspekt der Führung. Er rief zu einer bürgerschaftlichen Aktion
zur Rettung des Salvators auf und begeisterte damit die Teilnehmer.
Johannes Zengerle, der verantwortliche Bauleiter des Gmünder Tunnels,
wanderte seinerseits mit einer großen Interessentenschar zum Tunnelprojekt.
In vier Gruppen aufgeteilt wurden die einzelnen Bauphasen erkundet. Im
Vortragsraum konnten die
Bürger viel über den Baufortgang erfahren.
Auf Grund des übergroßen Interesses versprachen die beiden Exkursionsführer,
in den nächsten Wochen nochmals Führungen anzubieten.
01.08.09:
Geologie-AG bei der Fossilienausstellung in Crailsheim
In Crailsheim läuft
derzeitig bis September eine interessante Ausstellung über fossile
Pflanzen und Hölzer. Ihr Titel: Aus Holz wird Stein - Kieselhölzer aus
dem Keuper Frankens.
Das NKV-Mitglied Siegfried Nikel, der maßgeblich daran beteiligt ist,
hatte dazu eingeladen. Er führte die Arbeitsgemeinschaft Geologie
einfühlsam und spannend im Stadtmuseum im Spital in der Spitalstraße.
Unter den Exponaten ist auch ein 12 m langer fossiler Baumstamm einer
Conifere aus dem Schilfsandstein des Oberen Bühlertals zu bewundern, den
Siegfried Nikel vor einigen Jahren im Bühlertal vollständig ausgrub.
Darüber hinaus wurde eine weitere fossile Baumart, eine
Markholznadelbaumart, gefunden. Sie ist im Keuper sehr selten.
Nikel machte er auch auf "exotische Gerölle" aufmerksam, mit denen sich
der Transportweg und die Herkunft der Schilfsandsteine nachweisen lässt.
So konnten auch die möglichen Wuchsgebiete der Keuperkoniferen ermittelt
werden.
Seit Jahren beschäftigt sich Nikel auch mit Beobachtungen zur
Holzzersetzung in den Treibhölzern aus dem Oberen Bühlertal. Auf
Spurensuche nach Mikroorganismen fand er Pilzfruchtkörper an
Kieselhölzern. Seine erläuternden großformatigen Bilder zeigen
Fremdstrukturen der verschiedensten Art. Über deren Erscheinungen stehen
die wissenschaftlichen Erklärungen erst am Anfang.
Im Anschluss an die Führung lud die Familie Nikel die Mitglieder der
Geologie-AG noch zu einer Besichtigung seiner umfangreichen Sammlung von
Keuperhölzern nach Bühlerzell ein.
19.07.09: Gebirgsausfahrt ins Kleine Walsertal
Auch in diesem Jahr wurde wieder zusammen mit der VHS eine eintägige
Gebirgsausfahrt angeboten. Ein voller Omnibus brachte die Teilnehmer der
naturkundliche Exkursion nach Riezlern ins Kleine Walsertal. Mit dem
Lift ging es zur Ifenhütte. Von dort wurden zwei verschiedene
Gruppenwanderungen zum Gottesacker und auf demselben Weg wieder zurück
angeboten. Exkursionsführer waren die Botaniker Hans H. Rademann und Prof.
Dr. Dieter Rodi.
Dr. Rodi hatte einen kurzen Exkursionsführer zusammengestellt, den er beiden
Gruppen zu Beginn erläuterte und sowohl in die Geologie wie auch in die
Vegetationsgliederung des Allgäus einführte.
Bei bestem Wanderwetter bereitete der kurzweilige Aufstieg, immer wieder
unterbrochen durch interessante Erläuterungen der beiden Biologen, keinerlei
Schwierigkeiten. Die körperliche Anstrengung war überlagert von der Menge
wissenswerter Informationen, die von den Teilnehmern dankbar aufgenommen
wurden.
18.Juli.09: Führung zu den Höhlen am Rosenstein mit Roger Schuster
Am Samstag, 18.07.09 bot die Arbeitsgemeinschaft Geologie des
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd eine Führung zu und in den Höhlen am
Rosenstein an. Trotz widriger Umstände und Starkregen zur vereinbarten Zeit
besuchte Roger Schuster, aktiver Höhlenforscher, mit der Gruppe zunächst die
Kleine Scheuer.
Er erläuterte dort Beobachtungen zur Tektonik und wies und auf die
mehrphasige Entstehung durch einen unterirdischen Bachlauf hin. Auch über
archäologische Funde, vor allem die Entdeckung einer
Rentierdasselfliegenlarve aus Gagat, dem ältesten Artefakt aus fossilem
Holz, wusste er zu berichten.
Des Weiteren wurde die Dreieingangshöhle besucht. Hier vermittelte er,
wie ein Höhlenbach ein verzweigtes Gangsystem geschaffen hat. Auch die
nachfolgende Wirkung der Korrosion durch Sickerwasser war dort anschaulich
zu sehen.
Spannend für die anwesenden Jugendlichen war auch der Besuch des Finsteren
Loches. Der abschließende Blick bei klarem Wetter von der Ruine Rosenstein
auf die Ebenen des Albvorlandes entschädigte für die empfangene Nässe.
05. Juli
2009: Jahresausflug des NKV
Der Jahresausflug des
Naturkundevereins führte dieses Jahr am Sonntag, 05. Juli, in das neue
Biosphärengebiet Schwäbisch Alb um Münsingen. Bei strömendem Regen trafen
sich um 7.00 Uhr 38 Personen am ZOB zur Busabfahrt. Da in Zainingen an
diesem Wochenende das Hülbenfest stattfand, mussten wir wegen
Straßensperrung bereits bei der Ortseinfahrt aussteigen. Dort begrüßte uns
unser Exkursionsleiter, Herr Günter Künkele, der seit Jahren den
Truppenübungsplatz Münsingen naturkundlich erforschte und einige Bücher dazu
veröffentlicht hat. Nach einer kurzen Einführung in die Geologie
besichtigten wir die Hülbe in Zainingen. Dort wurde auch die Entstehung der
Hülbe erläutert.
An der Einführungstafel beim Parkplatz vor dem ehemaligen Truppenübungsplatz
wurde der Begriff Münsinger Hardt als ehemaliger Hutewald und die
Geschichte des Truppenübungsplatzes erläutert. Auf die Bedeutung der
Panzerringstraße und heutige Nutzung als Erprobungsstrecke für Lastwagen hat
Herr Künkele hingewiesen und daran sowie an anderen Beispielen darauf die
Interessenkonflikte zwischen den Ansprüchen von Tourismus und Naturschutz in
dem Biosphärengebiet hingewiesen, das von Reutlingen über Münsingen bis nach
Kirchheim Teck reicht. Bei der Wanderung quer durch den ehemaligen
Truppenübungsplatz auf den Routen 6 und 5 hat uns Herr Künkele interessante
Pflanzen, z.B. eine Sommerwurzart und den Kleinen Wiesenbocksbart erläutert.
Besonders viele verschiednen Schmetterlinge (Widderchen, Mohrenfalter,
Schachbrett und Nachtfalter) konnten fotografiert werden. An seltenen Vögeln
sahen und hörten wir Braunkehlchen und Schwarzkehlen. Es wurde auch auf die
Schafbeweidung, die Wasserversorgung und auf die um den ehemaligen Schafhof
noch vorhandenen Streuobstbestände mit alten Obstsorten eingegangen. Wir
konnten auch die Leittürme, die Schießbahnen und die Beobachtungsbunker
sehen.
Von dem 1937 evakuierten Dorf Gruorn steht nur noch dir Kirche und ein
weiteres Gebäude. Beim Besuch der Kirche konnten wir auf einem Bild die
Größe und Lage des ehemaligen Dorfes sehen. Bemerkenswert war auch der sehr
gepflegte Friedhof um die Kirche. Gruorn entstand wie Zainingen auf einem
ehemaligen Vulkanschlot, weil dadurch auf der verkarsteten Alb die
Wasserversorgung gesichert war. Nach einem Rundgang durch das
ehemalige Dorf, von dem nur noch wenige Mauerreste vorhanden sind,
wanderten wir zum Parkplatz Tailfingen, an dem bereits der Bus auf uns
wartete. In seiner Dankrede hob Herr Rodi die humorvolle und umfassende
Information über den ehemaligen Truppenübungsplatz, über naturkundliche und
heimatgeschichtliche Themen hervor. So war die Wanderung für Mitglieder der
verschiednen Arbeitsgemeinschaften des Gesamtvereins besonders interessant.
Nach einer Mittagspause begann die Führung im Erholungsgebiet Beutenlay
südlich von Münsingen. Besonders bemerkenswert war eine Reihe von
verschiedenen heimischen Sträuchern, wobei die im Allgäu beheimatete
Pimpernuss durch ihre blasig aufgequollenen Früchte auffiel. Im
Feldflorareservat konnten verschieden Feldfrüchte vorgestellt werden:
Einkorn, Emmer und Dinkel, Lein und Buchweizen. Dazwischen lagen einige
Schwarzbrache-Äcker, die im Herbst frisch umgebrochen waren. An seltenen
kalkliebenden Wildkräutern fanden wir den Frauenspiegel (Rote Liste 3), die
Ackerröte und die Nachtlichtnelke. Auf einem größeren, schon länger nicht
bearbeiten Acker (Grünbrache) gab es sehr viele Ackerwildkräuter, z.B. die
Duftlose Kamille. Am Waldrand waren einige wärmeliebende Stauden zu sehen,
z.B. Diptam und Purpurblauer Steinsame.
Auf den anschließenden Trockenrasen fielen der Gelbe Enzian und die
Küchenschelle auf. Um 17.00 traten wir die Heimreise an und waren um 18.30
Uhr wieder in Schwäbisch Gmünd. Trotz des wechselhaften Wetters war die
Exkursion sehr gut gelungen.
21.06.09:
Jahrestreffen des Deutschen Naturkundevereins in Göppingen
Am Jahrestreffen in
Göppingen nahm auch der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd teil. Die
gemeinsame Fahrt mit dem Bus der Heidenheimer Gruppe begann am Sonntag
um 9.15 Uhr. Es wurden zwei Exkursionen angeboten:
Die
Exkursion A mit geologischer, kulturgeschichtlicher und
botanischer Ausrichtung führte zum Zeugenberg Hohenstaufen und zur
Spielburg, wo die Rutschmasse der Spielburg erläutert wurde. Ebenfalls
besucht wurden das Jurafangowerk mit Schieferbruch in Bad Boll
(Geopark-Infostelle Schwäbische Alb) und das neue Staufer-Museum in
Hohenstaufen.
Die Exkursion B mit forstwirtschaftlich, botanisch und geologischem
Schwerpunkt befasste sich mit der Nordalb und dem Oberen Filstal.
Revierförster Schürle führte im Hutewald Nordalb. Die Geologie des
Oberen Filstales, die Felsformationen sowie die Trockenrasen mit ihrer
Flora waren der Ansatz für vertiefte Betrachtungen und Gespräche. Ebenso
wurde das Jurafangowerk mit dem Schieferbruch in Bad Boll besucht.
In den Exkursionskosten war der Preis für den außerordentlich gut
gelungenen neuen Führer „Erdgeschichtliche Wanderungen im Stauferkreis
Göppingen“ enthalten.
Die Rückfahrt von
Göppingen nach Schwäbisch Gmünd erfolgte dann vom pünktlich vom
vereinbarten Treffpunkt in Göppingen, ZOB.
Dem Naturkundeverein Göppingen ist für eine gut vorbereitete und
interessante Veranstaltung zu danken.
15.06.09: Gelungener Amphibienschutz - Rückblick
Die starke Hin- und
Rückwanderung der Amphibien erfolgte dieses Jahr Anfang April. Dies fiel
mit den letzten Schultagen vor den Osterferien zusammen. So hatten die
Schüler Gelegenheit zu stärkerer Beteiligung als in den letzten Jahren,
und die Erfolge können sich sehen lassen. Die genaue Auswertung ergab:
Insgesamt wurden 959 Tiere von Schülern über die Straße getragen.
Der größte Anteil entfiel mit 774 Tieren aus Schüler der
A.-Stifter-Realschule. Den Lehrerinnen Frau Braun, Frau Gasch und Frau
Übelmesser sei herzlich für ihre organisatorische Hilfe gedankt. Dank
auch an die anderen! Frau Nicolai half mehrmals mit Ihren Schülern von
der Klösterleschule und Herr Grün kam mit Schülern von St. Josef.
Am 22. April fand eine Pressekonferenz
im Nebenzimmer des Gasthauses "Kübele" statt, um öffentlich zu zeigen,
dass nun die Rettung der Amphibien bereits im 30. Jahr stattfindet. 1979
musste die Feuerwehr ausrücken, um die Masse der überfahrenen Tiere von
der Straße zu räumen. Dies war der Anlass für Mitarbeiter der ZF
um Walter Haslauer und Peter Aleksejew gewesen, nun aktiv zu werden. Ein
provisorischer Zaun wurde gebaut, die Arbeitsgemeinschaft Amphibien und
Reptilien wurde gegründet. Jedes Jahr fanden sich Freiwillige, um im
Schießtal zu helfen.
Die Rückwanderung der Jungtiere begann am Dienstag, 9. Juni und
verstärkte sich am Mittwoch. Am Donnerstag war Feiertag: Fronleichnam.
So wurde die Sperrung der Richard-Bullinger Straße für den gesamten
Verkehr allgemein akzeptiert. Die künstliche Beregnung der Straße erwies
sich als voller Erfolg. Hunderte von Besuchern kamen, um die wandernden
Jungtiere zu beobachten. Nur als die Sperrung noch am Montag, 15. Juni
vormittags aufrecht erhalten wurde, kam es zu telefonischen Protesten.
Eine Leserbriefaktion in den Zeitungen, wie schon in früheren Jahren,
blieb jedoch aus.
Die Akzeptanz für die Maßnahme nimmt zu.
09.06.09: Einweihung des
Naturschutzgebietes Wental
Zur Vorbereitung der Ausweisung des Naturschutzgebietes Wental
haben die damalige Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege
(jetzt Referat 56 Naturschutz des Regierungspräsidiums Stuttgart) unter der
Betreuung von Oswald Jäger, der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd und der
Wentaltreff (ein Zusammenschluss von Biologen der Region Ostwürttemberg) die
fachlichen Grundlagen geschaffen.
Sie wurden im Buch „Das Wental“ (Herausgeber Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd) im Einhorn-Verlag Schwäbisch Gmünd 2003 veröffentlicht.
Nachdem noch einige offene Fragen, vor allem die Interessenkonflikte
zwischen Naturschutz und Tourismus im Felsenmeer einvernehmlich gelöst
werden konnten, wurde die Verordnung zum Schutz des Wentals als
Naturschutzgebiet am
29. Dezember 2008 erlassen.
Die Einweihung fand am 9. Juni 2009 durch Enthüllung der Informationstafeln
am Eingang des Felsenmeeres durch den Regierungspräsidenten des RP
Stuttgart, Herrn Johannes Schmalzl statt. Außer Herrn Schmalzl, der das
Naturschutzgebiet in seiner Bedeutung für Ostwürttemberg als Landschaft mit
vielen geschützten Tieren und Pflanzen würdigte und dem Vorbereitungsteam
dankte, begrüßten Herr Landrat Hermann Mader vom Landratsamt Heidenheim,
Herr Erster Landesbeamter Hubert Götz als Verteter von Landrat Pavel,
Ostalbkreis, Herr Bürgermeister Rainer Schaller (Steinheim ) und Herr
Bürgermeister Wolfgang Hofer (Essingen).
Von den 29 Autoren des Wentalbuchs waren immerhin zehn
erschienen, darunter auch der Schäfer Johannes Smietana mit einem
Mutterschaf und zwei Lämmern. Ohne Schafbeweidung können die wertvollen
Heideflächen des Wentals nicht gepflegt und erhalten werden.
Herr Oswald Jäger erläuterte die beiden Tafeln und ging dabei besonders auf
die Tafel ein, auf der auf einem Foto des Felsenmeers die Bereiche gelb
markiert sind, auf denen sich die Besucher aufhalten, spielen, klettern und
grillen können. Es wurden keinen Verbote ausgesprochen, sondern positiv
einige Bereiche für den Tourismus freigegeben.
Beim Spaziergang im Felsenmeer, entlang der Heidekraut-Heide und im unteren
Teil des Wentals bis zum Spitzbubenstadel erklärte Herr Prof. Dr. Dieter
Rodi als einer der Redakteure des Wentalbuches die Entstehung des Wentales
als Trockental und die Entstehung der bizarren Dolomitfelsen. Außerdem
stellte er einige bemerkenswerte Pflanzen vor. Herr Ralf Worm erläuterte als
Geschäftsführer des Landschafts-erhaltungsverbandes Ostalbkreis die Probleme
der Pflege der Heiden. Herr Revierförster Rösch brachte Beiträge zum Waldbau
und Herr Reinhard Wolf vom RP gab allgemeine Informationen zum Naturschutz.
Weiterer Erfahrungsaustausch fand bei Kaffe und Kuchen in der
Wentalgaststätte statt. Dort hielt der Naturschutzbeauftragte des Gebietes,
Herr Revierförster Kühnhöfer einen Power-Point-Vortrag über die
Neukonzeption des Naturlehrpfades im Wental.
27.05.09: Auf nach
Münsingen – der Natur wegen.
Wer den Ortsnamen Münsingen hört, denkt an ein geruhsames Städtchen auf
der Rauen Alb und besonders an harte Übungen auf dem angrenzenden, 67 km2
großen Truppenübungsplatz. Seit 2006 ist dies Vergangenheit. Die Stadt
und der riesige Platz sind ein Herzstück eines noch ausgedehnteren
Biosphärengebietes geworden, das dem natürlichen Wachstum interessanter
Pflanzen und Tiere reichlich Lebensraum bietet.
Dieses erhalten gebliebene Stück echter Albnatur und das Feldflorareservat
Beutenlay mit seinen Faunenschönheiten, seinen seltenen Bäumen und
Sträuchern, seinen Blumenwiesen und insbesondere seinem Feldflorareservat
mit vielen besonderen Ackerwildkräutern wurde am Mittwoch, den 27.05.2009 um
20.00 h im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 16 für
jedermann mit Lichtbildern von Peter Aleksejew und Dr. Dieter Rodi
vorgestellt.
Es war eine Einführung für die zahlreichen Mitglieder und Naturfreunde,
die sich am Jahresausflug des NKV beteiligen werden. Sie wurden zusätzlich
mit Informationsmaterial über dieses, erst vor kurzem von der UNESCO als
Biosphärenschutzgebiet ausgewiesene Kleinod auf der Schwäbischen Alb
versorgt.
Am Sonntag, den 05.07.2009 werden diese Besonderheiten in einer
Ganztagesexkursion mit Herrn Günter Künkele, einem erfahrenen Kenner der
Gegend, erwandert und entdeckt.
23.05.09 in
Königsbronn: Geologie an der Quelle im Rahmen der Woche Europäischer
Geoparks.
Die Gemeinde Königsbronn besitzt alles, womit sich die
Karsterscheinungen der Schwäbischen Alb eindrucksvoll und
augenscheinlich dokumentieren lassen: große Dolinenfelder auf dem Albuch
und dem Härtsfeld, einen Steinbruch, der die zerklüfteten Kalke und
Höhlensysteme zeigt und vor allem zwei Quelltöpfe des Tiefen Karsts im
Talgrund.
Der Brenztopf und der Pfeffertopf waren die treibenden Kräfte für die
Schmieden und Hochöfen einer frühen Eisenverhüttung und
-eisenverarbeitung im Brenztal.
Auch die Gmünder Sensenschmiede versuchten immer wieder, sich direkt an
den Rohstoffen im Brenztal zu beteiligen.
Im Rahmen der Woche der Europäischen Geoparks bot der Kulturverein
Königsbronn und der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Samstag,
23.05.09 eine gemeinsame Führung mit dem Thema „Geologie an der Quelle“
an.
Den geologischen Part übernahm der Leiter der Arbeitsgemeinschaft
Geologie im Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd, Werner K. Mayer. Er
führte zu den beiden Quelltöpfen und einem markanten Steinbruch. Hier
ließen sich Karsterscheinungen und Höhlenbildungen eindrucksvoll
dokumentieren.
Erich Vomhoff führte für den Kulturverein die Teilnehmer in der Alten
Gießerei, einem Industriedenkmal der Schwäbischen Hüttenwerke von hohem
Rang. Hier bestand die Gelegenheit, den alten zweizügigen Flämmofen und
einen beinahe 200 Jahre alten Holzkran mit einer Tragkraft von 100
Zentnern zu besichtigen und sachkundige Informationen zu erhalten. Hier
wurden seinerzeit immerhin schon Hartgusswalzen mit einer Länge von 6,50
m gegossen und zur Weiterverarbeitung gebracht.
Nebenbei wurde die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters und
der Schwäbischen Hüttenwerke eingeflochten.
Rund 100 Teilnehmer nahmen bei sonnigem und sehr warmem Wetter an der
dreistündigen, erfolgreich verlaufenen Führung teil.
Südwestdeutscher Floristentag am 16. und 17.
Mai 2009 in Schwäbisch Gmünd
Die Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. (BAS)
führte in diesem Jahr ihren 19. Floristentag in Zusammenarbeit mit dem
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e.V. (Nkv) in Schwäbisch Gmünd und
Umgebung durch. Die Tagungen der BAS fanden seither in Karlsruhe,
Stuttgart, Freiburg und Ulm statt. So war es an der Zeit, auch einmal
Ostwürttemberg zu besuchen, zumal die Ostalb eine Reihe von
floristischen Besonderheiten bieten kann.
Zur Tagung waren insgesamt über 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus
ganz Südwestdeutschland erschienen. Sie begann mit den Vorträgen am
Samstag, 16. Mai um 9.15 im Kleinen Saal des Prediger mit Begrüßungen
durch den 1. Vorsitzenden der Botanischen Arbeitsgemeinschaft
Südwestdeutschland, Thoma Breunig, durch den 1 Vorsitzenden des
Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd, Prof. Dr. Friedrich Bay und durch
den Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, Dr. Joachim Bläse.
Anschließend führte Prof. Dr. Dieter Rodi in die Landschaft des Albuch
mit besonderer Berücksichtigung der Exkursionsgebiete ein. Anschließend
fanden, unterbrochen durch eine Mittagspause, folgende Fachvorträge
statt:
Biodiversität kennen lernen – Schularten und Schulgelände (Dr. Karlheinz
Köhler), Ostwürttembergische Ackerflora seit 1797
(Hans Wolf),
Morphologische Variabilität der Flaumeiche in Südwestdeutschland (Dr.
Carl Höcke), Die Landschaft der Goldsterne – vergleichende
Beobachtungen aus 20 Jahren (Monika Peukert),
Die Gattung Celtis in Südwestdeutschland (Thomas Breunig),
ie Wilde Rebe (vitis vinifera ssp. sylvestris) –
Biologie, Ökologie, Aspekte des Artenschutzes (Annemarie Radkowitsch).
Um 17 Uhr schloss die alljährliche Mitgliederversammlung der BAS an.
Nach den Berichten des Vorstandes, der Schatzmeisterin und der
Kassenprüfer wurde der Vorstand und die Schatzmeisterin entlastet.
Anschließend wurden der Vorsitzende (Thomas Breunig), seine
Stellvertreter/Stellvertreterin (Prof. Dr. Reinhard Böcker, Norbert Höll
und Annemarie Radkowitsch) und die Schatzmeisterin (Rita Hofbauer)
wiedergewählt. Zu den bisherigen Beiräten (Siegfried Demut, Dr. Adam
Hölzer, Dr. Walter Lang, Dr. Markus Sonnberger, Uwe Fessenbecker, Helmut
Herwanger, Eberhard Koch, und Jürgen Vögtlin) kamen für Ostwürttemberg
Prof. Dr. Dieter Rodi und für das Staatliche Museum für Naturkunde in
Stuttgart Dr. Arno Wörz hinzu. Über die Tätigkeit der Arbeitskreise
Kinder und Jugend, Characeen, Adventivflora und Geobotanik wurde
berichtet.
Am Sonntag 17. Mai begannen um 9 Uhr am Hauptbahnhof
in Schwäbisch Gmünd zwei Exkursionen. Die BAS hat sich in Zusammenarbeit mit
den Museen für Naturkunde in Stuttgart und Karlsruhe die Aufgabe gestellt,
die Verbreitung der Farn- und Blütenpflanzen in einer landesweiten
floristischen Kartierung zu erfassen. Beispielhaft wurde für den
Floristentag ein Quadratkilometer am Albtrauf südlich von Bargau
ausgewählt.
In zwei Gruppen: Annemarie Radkowitsch, Ingeborg Lenske, Manfred Walderich
und Dr. Dieter Rodi bzw. Thomas Breunig und Dr. Hermann Spieß wurden jeweils
annähernd 270 Farn- und Blütenpflanzen erfasst. Die Ergebnisse sollen in
einer Tabelle zusammengeführt werden.
Die zweite
Exkursion besuchte zwei Naturschutzgebiete auf dem Albuch.
Im Naturschutzgebiet Raue Wiese zeigten Peter Aleksejew, Jürgen und Brigitte
Adler und Dr. Thomas Grund die Pflanzenwelt der feuchten Feuersteinlehme,
insbesondere die Borstgrasrasen mit Arnika und Sparriger Binse und die
Übergangsmoore mit Scheidenwollgras, Schmalblättrigem Wollgras, der
Moosbeere und dem Waldläusekraut. Harald Buchmann vom Regierungspräsidium
Stuttgart konnte von der Pflege des Naturschutzgebietes berichten. Auf einer
Rundwanderung im Felsenmeer des Naturschutzgebietes Wental unter Führung von
Peter Aleksejew wurde vor allem die Flora der Dolomitfelsen mit dem seltenen
Rasen-Seinbrech, der Rotblütigen (Sand-)Schaumkresse und verschiedenen
Streifenfarnen vorgestellt. Die Kalkarmen Magerweiden
(Wiesenhafer-Flügelginster-Heiden) auf den trockenen Feuersteinlehm-Böden
waren vor allem durch das Heidekraut, den Flügelginster, die Arnika und das
Hundsveilchen geprägt. Der Erhalt dieser für die Ostalb besonderen
Pflanzengesellschaft durch Schaf-Beweidung und Pflege wurde durch Ralph Worm
erläutert. Eine Wanderung durch das Wental unterhalb der Wental-Gaststätte
mit Forstdirektor i. R. Max Riehle und Ralph Wormbeschloss die Exkursion.
Die Tagung endete am Sonntag, 17. Mai, gegen 17 Uhr.
25.04.09: Ehrennadel für Prof. Dr. Rodi
Eine weitere Ehrung wurde dem Ehrenvorsitzenden des Naturkundevereins
Schwäbisch Gmünd zuteil. Er erhielt am 25.04.09 bei der
Mitgliederversammlung des Landesnaturschutzverbandes die Ehrennadel des LNV
für 25 Jahre erfolgreiche Tätigkeit als Sprecher des ANO.
Die Naturschutz treibenden Vereine des Ostalbkreises gratulierten ihrem
langjährigen Sprecher herzlich zur Auszeichnung.
15.04.09:
Vortrag über das „Geheimnis“ Patagonien
Naturkundeverein und VHS luden zu einem Dia-Vortrag am 15. April 09 im
VHS-Vortragssaal am Münsterplatz ein.
Im Süden von Chile und Argentinien liegt Patagonien. Es ist ein
mythisches Land, dort in Südamerika am anderen Ende der Welt. Kontraste
geben die Eindrücke mit der Pampa im Osten, unberührtem Regenwald im
Westen und den schroffen Bergen und gewaltigen Gletschern der
Südkordilliere. Die einzigartige Natur ist von Wind und rauem Wetter
geprägt. Ein Ketten von großen Nationalparks laden zu Beobachtungen und
Erlebnissen
ein.
Gerhard Albrecht vom Naturkundeverein war dort mit Rucksack und Zelt
über zwei Monate auf einer Rundtour unterwegs.
In seinem Dia-Vortrag zeigt er faszinierende Bilder von seinen
Wanderungen und Abenteuern in diesen großartigen Landschaften und
vermittelte - neben Beispielen aus dem Tier- und Pflanzenreich -
Eindrücke der schier endlosen Weite unter einem Himmel ohne Horizont.
01.04.09: Prof. Dr. Ulrich Kull: Die großen
Aussterbe-Ereignisse in der Erdgeschichte und ihre Bedeutung für das
Evolutionsgeschehen.
Im so genannten
"Darwin-Jahr" 2009, jährt sich der Geburtstag von Charles Darwin zum 200.
Mal. Hinzu kommt, dass seit seiner Bahn brechenden Veröffentlichung "On the
origins of species by means.." 150 Jahre vergangen sind.
Prof. Dr. Ulrich Kull, früher Professor am Botanischen Institut der
Universität Stuttgart und ehemals Vorsitzender der Gesellschaft für
Naturkunde in Württemberg, bot in diesem Zusammenhang obigen
Lichtbildervortrag an, den der Naturkundeverein zusammen mit der
Volkshochschule ausrichtete.
Ein Aussterben (Extinktion), d. h. Verschwinden von Arten, ohne Nachkommen
zu hinterlassen, erfolgt häufig im Verlauf der Evolution. Weit mehr als 95 %
aller entstandenen Arten sind wieder ausgestorben. Man unterscheidet
gewöhnliche Aussterbe-Ereignisse und Massenextinktionen.
Zunächst wurde an Hand der ersteren über die Ursachen von Aussterben
gesprochen. Regionale Aussterbe-Ereignisse, wie z.B. gegen Ende der
Tertiärzeit in Südamerika, leiten über zu Massenextinktionen, die weltweit
gleichzeitig wirksam wurden. Deren Zeitpunkte, Genauigkeit dieser Datierung,
mögliche Ursachen und unmittelbare Auswirkungen wurden erörtert und die
Folgen für Pflanzen, Tiere und den Evolutionsvorgang insgesamt dargestellt.
Im Vordergrund standen die Massenaussterben an der Perm/Trias-Grenze und der
Kreide/Tertiär-Grenze .
Ohne das letztgenannte Massenaussterben wären die Säugetiere wohl nicht oder
zumindest nicht so rasch eine herrschende Tiergruppe geworden und daher auch
die Evolution der Primaten (Herrentiere) vermutlich viel langsamer erfolgt
und es gäbe wahrscheinlich (noch?) keine Menschen, so die Aussagen des
kompetenten Biologen und Evolutionsforschers.
Der Vortrag im Klösterle-Saal der VHS am Münsterplatz wurde vom NKV wie
immer kostenlos angeboten und erfreute sich einer großen Besucherzahl.
28.03.09:
Moose im Gelände und unter dem Mikroskop
Die Arbeitsgemeinschaften
Botanik und Mikroskopie des Naturkundevereins führten in einer einmaligen
Veranstaltung gemeinsam einen Mooskurs durch. Sie trafen sich am Parkplatz
am Ende der Taubentalstraße in Schwäbisch Gmünd.
Morgens fanden unter der Leitung des Moosspezialisten Gerd Höhenberger im
Taubental Kennübungen vor allem der Moose an trockenen und feuchten
Stubensandsteinfelsen statt. Nachmittags wurden die gesammelten Moose in
Vereinsraum des NKV in der Pestalozzi-Schule unter dem Mikroskop betrachtet
und genauer bestimmt. Dabei wurden die verschiedenen Formen der Moose
vorgestellt. Gerd Schneider und Prof. Dr. Dieter Rodi unterstützten die
Arbeit am Mikroskop.
19.03.09:
Einführung in die digitale Praxis für Naturkundler
Im Vereinsraum des
Naturkundevereins in der Pestalozzi-Schule fand eine Einführung in die
digitale Praxis statt. Gerd Schneider bot einen Erfahrungsaustausch über
digitale Diaschau, Projektion mit Powerpoint, Irfan View und andere
Präsentationsprogramme an. Er war speziell an Naturkundler des
Naturkundevereins und der Naturfreude gerichtet und wurde gut angenommen.
11.03.09: Jahreshauptversammlung des Naturkundevereins
Die diesjährige Jahreshauptversammlung des
Naturkundevereins wurde im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren
Schmiedgasse 16 abgehalten.
Der Vorsitzende, Prof. Dr. Friedrich Bay erbrachte einen ausführlichen
Rechenschaftsbericht, der ebenso wie der Bericht des Schatzmeisters Hans
Miksche die einstimmige Entlastung zur Folge hatte. Wichtigster
Tagesordnungspunkt war die Satzungsänderung. Er war mustergültig
vorbereitet, so dass auch dieser Punkt einstimmig verabschiedet wurde.
Der Vorsitzende gab im Ausblick eine Reihe geplanter Veranstaltungen
bekannt.
Sie sind bereits im neuen Programmheft beschrieben.
Im Anschluss an die Hauptversammlung fand der Vortrag von Jochen Klein im
Rahmen der Botanik-AG: Abenteuer
Westafrika, der mit Lichtbildern unterlegt
wurde, und den Beifall der Anwesenden fand, statt.
07.03.09: Amphibienschutz im
Schießtal - Einführung und Pflegeaktion
Wie in jedem Jahr vor Beginn der Amphibienwanderung im Schießtal wurde
sowohl
in die Theorie wie auch in die Praxis eingeführt.
Zur Vorbereitung fand daher am Samstagmorgen um 9.00 h zunächst eine
theoretische Einführung statt. Treffpunkt war das Vereinsheim der
Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 14 in Schwäbisch Gmünd. Hier
wurden nicht nur langjährige Mitarbeiter, sondern auch Anfänger mit den
Besonderheiten der Amphibien vertraut gemacht.
Zur Einführung in die Praxis traf man sich um 14.00 Uhr am Haupteingang zum
Schießtal-Freibad. Hier wurden auch unter Beteiligung einer Grundschulklasse
der Klösterleschule die Fangrinnen vor dem Amphibienzaun gereinigt.
Oberbürgermeister Wolfgang Leidig lobte bei seinem Besuch die Arbeit der
ehrenamtlichen Amphibienhelfer.
26.01.09: Peter
Aleksejew wurde 80 Jahre alt
Am 26.01.09 feierte in seinem Reihenhaus auf
dem Rehnenhof ein hervorragender Naturkundler und Ehrenmitglied des
Naturkundevereins seinen 80. Geburtstag.
Peter Aleksejew hat sich sein Leben lang im Beruf und in vielen Ehrenämtern
für das Gemeinwohl der Gmünder Bürger und darüber hinaus engagiert.
Er kam 1942 aus dem Osten nach Deutschland und nach dem zweiten Weltkrieg
nach Schwäbisch Gmünd. Jahrelang war er in der Zahnradfabrik Lenksysteme
Schwäbisch Gmünd beruflich tätig und in deren Betriebsrat aktiv. Seit 1951
ist er Mitglied bei der Bergwacht Schwäbisch Gmünd und hat in der 50er- und
60er Jahren den Rettungs- und Streifendienst mit aufgebaut.
Seit den
70er-Jahren hat er seine ehrenamtlichen Tätigkeiten auf den Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd verlagert. Sein Organisationstalent und seine
Kontaktfreudigkeit kamen dem Naturkundeverein bei der Gründung mehrerer
Arbeitsgemeinschaften zugute. Bis ins hohe Alter hat er die
Botanik-Arbeitsgemeinschaft und die Arbeitsgemeinschaft Landschaftspflege
geleitet und beim Amphibienschutz im Schießtal mitgewirkt. Seine
naturkundlichen Vorträge waren überall sehr beliebt. Als fachkundiger
Botaniker hat er bei der vom Staatlichen Museum Stuttgart durchgeführten
landesweiten floristischen Kartierung mitgewirkt. Ebenso war er bei der
Biotopkartierung am Ende der 70er-Jahre ein gewissenhafter und zuverlässiger
Partner. In Schwäbisch Gmünd hat er größere Tagungen des Arbeitskreises
heimischer Orchideen ausgerichtet.
Bei der Gründung des Arbeitkreises Naturschutz Ostwürttemberg, Raum
Schwäbisch Gmünd, war er wesentlich beteiligt. Er hat Landschaftsputz- und
Landschafts-Pflegeaktionen mit organisiert und dabei selbst aktiv Hand
angelegt. Er hat die Ausweisung und Erforschung von Naturschutzgebieten mit
Rat und Tat unterstützt.
Den Wentaltreff, eine Vereinigung interessierter Botaniker von
Ostwürttemberg, hat er ins Leben gerufen und jahrelang geleitet. Viele
Veröffentlichungen über die Verbreitung von Pflanzen und über
Naturschutzgebiete in Ostwürttemberg stammen aus seiner Feder.
Für sein ehrenamtliches Engagement hat er 1995 das Verdienstkreuz am Bande
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Er hat sich
aber auf seinen Lorbeeren nicht ausgeruht, sondern weiterhin beim
Umweltbeirat, später bei der Agenda 21 Gruppe Stadtplanung und
Stadtentwicklung sowie der Baumkommission der Stadt Schwäbisch Gmünd
mitgearbeitet. Für die Errichtung des Walderlebnispfades Taubental (Naturatum)
brachte er viele gute Ideen ein. Seit sich die Weleda-Gärten bei Wetzgau
stark ausgedehnt haben, führt er dort regelmäßig Führungen durch. Seine
Freunde und Bekannten wünschen Peter Aleksejew, dass er noch viele Jahre in
Fröhlichkeit und Gesundheit zusammen mit seiner Frau, seinen Kindern und
Enkeln verbringen darf.
23.01.09: Langjähriges Mitglied Willi Nolte verstorben
Am 23. Januar 2009 ist im Alter von 82 Jahren Herr Willi Nolte
verstorben. Er war über 40 Jahre aktives Mitglied des Naturkundevereins und
längere Zeit Schatzmeister. Auch hat er sich um die Bibliothek des Vereins
gekümmert und bei der Gestaltung der naturkundlichen Sammlungen mitgewirkt.
Außerdem hat er regelmäßig als Graveur bei Vorführungen in der
Ott-Pauserschen Fabrik mitgearbeitet. 19 Jahre hat er als Vorsitzender des
Josefsvereins und als Mesner die Josefskapelle betreut. Mitglieder des
Naturkundevereins haben ihn bei der Trauerfeier begleitet. Herr Nolte hat
sich um den Naturkundeverein verdient gemacht.
21.01.09: Vortrag - Die Seychellen -
Paradies im Indischen Ozean
Am
21.01.09 entführte Josef Müller aus Alfdorf im Rahmen des aktuellen
Vortragsprogramms des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd die Besucher in die
faszinierende Inselwelt der Seychellen. Der Referent berichtete über
seine Reiseerlebnisse auf drei der Inseln dieses Archipels.
Bei dem Vortrag ging er unter anderem auf die vielen endemischen Vogelarten
ein. Speziell wurden die Inseln Praslin und La Digue, sowie die
Korallen-Insel Bird Island mit ihrer riesigen und einzigartigen
Seeschwalbenkolonie, nebst den dort vorkommenden Fregatt- und Tropikvögeln
gezeigt, ebenso wie viele weitere Tier- und Pflanzenarten dieser Inseln.
Der Vortrag fand in Zusammenarbeit mit Volkshochschule und NABU in
Klösterle-Saal der VHS am Münsterplatz statt.
Nachrufe
Am 22.10.2008 ist
Dr. Norbert Schoch
im Alter von 76 Jahren gestorben. Er war
seit 1978 Mitglied des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd. Er hat den
Naturkundeverein während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von
1970-1986
mit Rat und Tat unterstützt. Sehr gerne nahm er mit seiner Frau an den
Jahresausflügen des Naturkundevereins teil. Wir bewahren ihm ein
ehrendes Andenken.
Herr
Gerhard Nagel ist nach kurzer, schwerer Krankheit am 08.09.2008 im
Alter von 71 Jahren verstorben. Für die Herausgabe der UNICORNIS-Hefte
und der Programme des Naturkundevereins beim Einhorn-Verlag war er uns
stets ein freundlicher, zuvorkommender und hilfsbereiter Berater. Dafür
danken wir ihm herzlich.
03.12.08: Die schönsten Geotop-Ensembles der Region Ostwürttemberg
Durch das Unesco-Prädikat erhielt der Geopark Schwäbische Alb eine
beachtliche Aufwertung. Auch die östliche Schwäbische Alb mit ihrer Fülle
erdgeschichtlicher Besonderheiten wird daran partizipieren.
In seinem Vortrag stellte Werner K. Mayer 10 Beispiele von Geotop-Ensembles
in Ostwürttemberg vor. Sie lassen sich thematisch im Rahmen abgeschlossener
Wanderungen erarbeiten. Sie verbinden meist verschiedene geschützte Geotope
in Landschaften mit hohem Erlebniswert.
Geotope sind Bildungen der unbelebten Natur, die sich auf Grund ihrer
Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen. Sie sind
Schaufenster in die Erdgeschichte. Dazu zählen z.B. die Weiherwiesen, das
Obere Brenztal, das Hürbetal mit der Charlottenhöhle, der Geologische Pfad
auf den Hohenrechberg, das Steinheimer Becken, der Bergbau in der Aalener
Bucht oder die Teufelsklinge und der nördliche Albuchrand.
Die Veranstaltung von Naturkundevereins und Volkshochschule im
Klösterle-Saal der VHS fand reges Interesse.
20.11.08: Vortrag über das
"Paradies im Pazifik"
Karen Debler aus Heubach hielt am 20.11.08 im Gasthaus Krone in
Gmünd-Zimmern einen Vortrag über die Galápagos-Inseln. Naturkundeverein und
NABU Ortsgruppe Schwäbisch Gmünd luden dazu ein.
Karen Debler ging in diesem Vortrag über die bekannten Inseln im
Pazifik vor der Küste von Ecuador auf deren Entstehung im allgemeinen und
auf die einzigartige Fauna nebst ihren endemischen Arten im besonderen ein.
Von den vorkommenden Arten sind unter anderem die Landleguane, Meerechsen,
Riesenschildkröten und Meeressäugetiere bekannt; nebst den 48 Seevögeln, die
diese Inseln zu einem Paradies für Naturliebhaber haben werden lassen.
Diese Inselgruppe wurde dereinst vor allem durch die umfangreichen Studien
von Charles Darwin berühmt.
05.11.08: Anwendungen in
der Geologie: "Zement, Zucker und Zahnpasta"
Baden Württemberg und die
Region Ostwürttemberg sind reich an vielfältigen und hochwertigen nutzbaren
Gesteinen und Industriemineralien. In unserem täglichen Leben sind wir auf
eine große Menge mineralischer Rohstoffe angewiesen. Gerade daher und
angesichts der Entwicklung der Energie-, Metall- und Rohstoffpreise sind die
heimischen Abbaustätten auch in der Zukunft besonders wichtig.
Dies machte Dr. Wolfgang Werner vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und
Bergbau in diesen Tagen im Rahmen der Vortragsreihe von Regionalverband
Ostwürttemberg, VHS und Naturkundeverein im Klösterle-Saal der Gmünder
Volkshochschule sehr anschaulich deutlich.
Dabei weist unser Land eine große Rohstoffvielfalt auf. Diese reiche von
Kiesen und Sanden über Natursteine, Zement- und Ziegeleirohstoffen, Erzen
und Schiefer bis zu Steinsalz, so Dr. Werner. Die hier abgebauten Rohstoffe
begegnen den Menschen im täglichen Leben. Unser Land ist nicht nur die Wiege
der deutschen Zementindustrie, sondern auch Standort der größten
Steinsalzproduktion in Deutschland und der ältesten Erzabbaustellen in
Königsbronn und Wasseralfingen.
Aber auch der Rohstoff der Zukunft, nämlich der Quarzsand, wird hier
abgebaut. In vielen Lebensbereichen finden diese Rohstoffe Verwendung,
angefangen von der Zahnpasta über die Baustoffe und Düngemittel bis hin zur
Papierherstellung.
Auf rund 270 Hektar werden an 24 Abbaustellen in Ostwürttemberg Rohstoffe
gewonnen und in Verarbeitungsbetrieben zu hochwertigen Produkten veredelt.
Nicht weniger als 5,3 Millionen Tonnen Rohstoffe werden in unserer Region
Jahr für Jahr abgebaut. Der Vorteil dieses Abbaus ist die Marktnähe der
vorhandenen Rohstoffe, denn sie werden fast ausschließlich auch wieder im
Land eingesetzt.
Für diese nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen ist es daher erforderlich,
die besten Stellen im Land zu kennen, an denen mächtige und hochwertige
Rohstoffe vorliegen. Auch in der Zukunft kommt es daher darauf an, nicht
zuletzt durch Verminderung der Flächeninanspruchnahme und des
Energieverbrauchs, besonders mächtige und hochwertige Lagerstätten zu
erkunden, zu kartieren und zu sichern. Damit soll auf möglichst kleiner
Fläche die größtmögliche Menge an Rohstoffen langfristig abgebaut werden
können.
Sehr anschaulich gab Dr. Werner einen Überblick, wie diese Aufgaben durch
das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau und die Regionalplanung
erfüllt werden. Er wies besonders auf die Bedeutung der Regionalplanung hin,
welche die Aufgabe der Sicherung dieser Flächen habe. Dabei müssten auch
vielfältige Nutzungskonflikte aufgearbeitet werden. Denn die Ansprüche an
den Raum seien vielfältig und müssten hierbei zum Ausgleich gebracht werden.
Dabei sei das planende Vorgehen, die besonders ertragreichen Standorte zu
erkunden, besonders wichtig und angesichts der Bedeutung der Rohstoffe für
die vielfältigen Lebensbereiche sei es erforderlich, auf geringer Fläche
vorübergehend einen Abbau zu ermöglichen. Die Flächen könnten anschließend
wieder einer allgemeinen Nutzung zugeführt werden, seien also nicht
verlorenen Flächen.
Dass für diese bedeutsame Aufgabe nur 0,2 Prozent der Fläche in Anspruch
genommen werden, verdeutliche den verantwortlichen Umgang mit der Sicherung
und dem Abbau so notwendiger Rohstoffe.
Dr. Werner gelang es mit seinem umfassenden Vortrag die Zuhörer zu fesseln,
was sich auch in der anschließenden Diskussion zeigte.
25.10.08: Albertus Magnus-Tagung des
Vereinszweigs Ostwürttemberg der Gesellschaft für Naturkunde in
Giengen-Hürben
Wie jedes Jahr veranstaltete der Vereinszweig Ostwürttemberg der
Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg im Spätherbst seine Jahrestagung.
Sie ist benannt nach dem in nahen Lauingen geborenen Theologen und
Naturforscher Albertus Magnus.
In diesem Jahr befasste sich die Tagung mit einem Themenkomplex rund um
das Lone- und Hürbetal.
In der Heidenheimer Presse wurde darüber wie folgt berichtet:
"Bereits am Vormittag konnte Dipl. Ing. Hans Wolf aus Ellwangen, der Leiter
des Vereinszweigs Ostwürttemberg, an der Vogelherdhöhle knapp 40, meist
auswärtige Besucher begrüßen.
Danach führte Hermann Huber, der Vorsitzende des Naturkundevereins
Heidenheim, die Gruppe entlang der neuen Schautafeln zur Vogelherdhöhle.
Dabei wurde die Erforschung dieser Fundstelle und ihre Bedeutung für die
Eiszeitarchäologie und ganz besonders für die Entstehung der Kunst
ausführlich besprochen.
An der letzten Schautafel, die Umwelt und Lebensweise der Eiszeitkünstler
und -jäger zum Thema hat, durften ein paar Schleuderspeerwürfe, mit Repliken
von Hermann Huber nicht fehlen. Viele Teilnehmer hatten diese
"Superfernwaffe" der Eiszeitjäger noch nie in Aktion gesehen.
Vom Vogelherd fuhr die Gruppe nach Hürben zur Charlottenhöhle. Bei deren
Besichtigung erklärte Gerd Höhenberger aus Nördlingen auch die Moose und
Flechten in der Höhle.
Während des Mittagessens im Höhlenhaus erzählte Eduard Geisser, der Leiter
des Höhlenvereins Hürben, wie der Komplex aus Höhlenhaus, Erlebnispark und
Höhlenschauland entstanden ist und wie er betrieben wird.
Zum Nachmittagsprogramm im Vortragssaal des Höhlenhauses hatte sich die
Teilnehmerzahl auf ca. 65 Personen erhöht, vor allem durch Mitglieder des
Naturkundevereins Heidenheim. Zunächst berichtete Dr. Wilhelm Schloz, bis
vor wenigen Jahren Hydrogeologe am Geologischen Landesamt in Stuttgart, über
seine Forschungen zum Thema "Hürbe, Lone, Brenz und der Karstwasserspiegel
der Ostalb." Er konnte neue und überraschende Erkenntnisse vorlegen.
Danach referierte Hermann Huber seine Überlegungen zur "Charlottenhöhle und
ihrem Alter". Aus den Forschungsergebnissen zur Talentwicklung der Urbrenz
kam er auf eine Entstehungszeit der Höhle zwischen 3 und 2,5 Millionen
Jahren v. Chr. Sie mündete damals mit einem Fluss auf den in gleicher Höhe
liegenden Brenztalboden eben aus.
Nach einer Kaffeepause folgte als krönender Abschluss der Tagung ein Vortrag
von Dr. habil. Harald Floß von der Uni Tübingen zum Thema "Eiszeitkunst der
Vogelherdhöhle und die ältesten menschlichen Kunstwerke". Mit hervorragenden
Bildern verglich er in einem lebendigen und humorvollen Referat die
Vogelherdfiguren mit den wenigen Kunstwerken ähnlichen Alters, die in Europa
gefunden wurden.
Danach beendete Hans Wolf mit einem Schlusswort offiziell die Tagung.
Trotz fortgeschrittener Zeit machte Eduard Geisser das Angebot einer Führung
durch das im Sommer eröffnete Höhlenschauland, was von einigen Teilnehmern
noch gerne wahrgenommen wurde.
18.10.08: Pflegeaktion im Naturdenkmal Auwald
Remswasen
Die im Frühjahr wegen des Wintereinbruchs ausgefallene Pflegeaktion im
Naturdenkmal Auwald Remswasen zwischen Zimmern und Hussenhofen wurde am
Samstag, den 18.10.08 nachgeholt. Sie war notwendig geworden, weil
inzwischen Amphibientümpel zugewachsen waren und auch der Waldsaum naturnah
gepflegt werden musste. Auch der leider immer wieder anfallende Müll musste
entfernt werden.
Eine kleine, aber schlagkräftige Truppe mit den erforderlichen Geräten und
der richtigen Arbeitskleidung ausgestattet, bewältigte die Arbeit
fachgerecht bis gegen Mittag. Sie wurde nur von einem zünftigen Vesper
unterbrochen, mit dem der Naturkundeverein gerne die fleißigen Helfer etwas
entschädigte.
14.10.08: Die Seelilien aus dem Numismalismergel von Böbingen - Führung
und Vortrag
Anlässlich
der erstmaligen Präsentation des Böbinger Seelilien-Fundes bot der
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd zusammen mit der Gemeindeverwaltung
Böbingen am 14.10.08, um 19.00 h eine Führung im neuen Bürgerzentrum an.
Seelilien sind Meerestiere und gehören zum Stamm der Stachelhäuter. Zu ihnen
zählen auch die Seesterne, Seeigel, Seegurken und Haarsterne. Die
Besonderheit liegt in der Fünfzähligkeit ihres Aufbaus. Bewegung und
Nahrungsaufnahme erfolgt über ein spezielles System, das Wassergefäß- oder
Ambulakralsystem. Wie bei einer pneumatischen Anlage wird der Druck in die
feinsten Körperteile geleitet.
Die Böbinger Seelilien gehören zu den artikulierten Seelilien der Gattung
Seirocrinus. Sie sind zwar identisch mit der Holzmadener Art Seirocrinus
subangularis aus den Posidonienschiefern, nur sind sie wesentlich älter.
Es war eine Überraschung, als aus dem tiefer liegenden Numismalismergel in
Oberböbingen im Jahre 1993 vom Staatlichen Museum in Stuttgart eine nahezu
100 m² große Platte geborgen werden konnte. Zwischenzeitlich hat das Museum
eine ca. 20 m² große Platte von der Unterseite her aufwendig präpariert.
Einige Elemente daraus waren nun in Böbingen ausgestellt.
Funde einzelner Körperteile dieser Seelilie, wie Stielglieder und Armteile
sind in den
Mergelschichten um Schwäbisch Gmünd nichts Ungewöhnliches.
Ein bruchstückhafter Erstfund stammt aus 1977 von Gerhard Stiegele, der ihn
auf dem Gügling fand. Die Kelchfragmente liegen im Museum im Prediger.
Weitere Bruchstücke wurden auch in Bettringen und Waldstetten gefunden.
Einzigartig am Böbinger Fund ist die Einlagerungsart. Da die aus Tausenden
von Calcitplättchen bestehenden Tiere nach ihrem Tode schnell zerfallen,
müssen ungewöhnliches Ereignisse ihren Tod herbeigeführt haben. Das könnte
z.B. durch Wassertrübungen in einer Lähmung ihres Wassergefäßsystems
bestanden haben.
Diese und anderweitige Informationen waren Gegenstand des
Informationsabends, an dem Werner K. Mayer, der Leiter der
Geologie-Arbeitsgemeinschaft des Naturkundevereins über diesen Fund und
Seelilien im allgemeinen sprach.
Weitere Seelilienfunde aus dem Jura konnten ebenfalls an diesem Abend
besichtigt werden.
08.10.08: Naturkundliche Beobachtungen im Gasteiner Tal
Immer wenn Prof. Dr. Dieter Rodi Urlaub macht, lässt er im Nachgang
naturkundlich Interessierte daran teilnehmen; so auch am Mittwoch, 08.10.08,
20.00 h im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse in
Schwäbisch Gmünd.
Im Rahmen des Stammtisches der AG Botanik sprach er über Naturkundliche
Beobachtungen im Gasteiner Tal am Rande des Nationalparks Hohe Tauern.
Seine Beobachtungen hatte er auch in Dias festgehalten.
07.10.08: Vortrag von Wolfgang Wilhelm über Gagat
Im Rahmen des monatlichen Stammtisches der AG Geologie sprach Wolfgang
Wilhelm über das Thema: Gagat - Vorkommen und Nutzung.
Nachdem vor einigen Wochen Wolfgang Wilhelm im Rahmen einer Führung alte
Gagat-Abbaustellen im Keuper bei Durlangen besucht hatte, wurde das Thema
Gagat nunmehr umfassend erläutert. Anhand von Handstücken zeigte der
Referent den Unterschied zwischen Süßwasser- und Meeresgagat sowie zwischen
weichem und hartem Gagat auf. Interesse fanden auch die von Wilhelm selbst
nach historischen Funden gefertigten Anhänger aus Keupergagat.
21.09.08: Ansturm auf die
"Geologie an der Quelle"
Zum 7. Mal wurde bundesweit der Tag des Geotops begangen. Weit über 200
Veranstaltungen in Deutschland, davon 44 in Baden-Württemberg, brachten der
Bevölkerung erdgeschichtliche Themen nahe. Zum vierten Mal beteiligte sich
der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd daran. Das diesjährige Motto lautete:
"Geologie an der Quelle"
Die Heidenheimer Zeitung berichtete darüber:
"Rund 200 Wanderer aus der Region fanden sich dazu vor dem Palais Blezinger,
dem heutigen Rathaus ein. 39 Geotope gibt es auf der Gemarkung Königsbronn:
Hülben, Dolinen, Steinbrüche, Kies- und Sandgruben, Quellen.
Werner K. Mayer, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geologie, führte zu
markanten Stellen in Königsbronn und verstand es trefflich, die Geologie und
die Heimatgeschichte des Ortes am Brenzursprung anschaulich zu vermitteln.
Der Brenztopf ist die größte Quelle unserer Gegend. Bereits 1529 wurde hier
eine "neue Schmiede" mit acht Wasserrädern gebaut. Berühmt wurde der 1772
errichtete eiserne "Wasserkasten", ein Wunderwerk der damaligen Technik.
Im Klosterhof erläuterte Mayer die bedeutende Geschichte des
Zisterzienserklosters, das von 1308 bis 1806 die Geschichte Königsbronns
bestimmte.
Weiter ging es zur Pfefferquelle, die vor Jahrhunderten mit einem Stauwehr
zur Nutzung der Wasserkraft versehen wurde. 1540 entstand hier der erste
Hochofen des nahe gelegenen Eisenhüttenwerks Königsbronn.
Der Vorsitzende des Kulturvereins, Dipl.-Ing. Ulrich Knöller, empfing die
Wanderer im historischen Flammofengebäude. 1844 entstand der
Doppelflammofen, den man mit geringem Aufwand wieder funktionsfähig machen
könnte, so Knöller. Bis 1920 war dieser Ofen in Betrieb. Der historische
Holzkran wäre, so Knöller, ebenfalls mit geringen Mitteln wieder
herzurichten.
Beim Steinbruch Vollmer wies Werner K. Mayer an der aufgelassenen Abbauwand
auf zwei Riffkörper hin.
Am Wasserwerk beim Itzelberger See wartete dann der technische
Betriebsleiter Rainer Junginger, der den Besuchern die Geschichte des
Wasserzweckverbandes Albuch-Härtsfeld vermittelte. Auch über die Tierwelt
wusste der passionierte Jägersmann viel zu berichten."
17.09.08 Naturkundliche Wanderungen im Heil`gen Land
Der Naturkundeverein bot in
Zusammenarbeit mit der Volkshochschule am 17.09.08 einen botanischen Vortrag
an. Referent war Erich Klotz aus Eislingen, den drei Exkursionen in die
nachstehenden Länder führten .
Der Vordere Orient, Israel, Jordanien und die Halbinsel Sinai, der biblische
Weg in das „Land, wo Milch und Honig fließt“, ist maßgeblich geprägt von
Wüsten und Halbwüsten. Es sind weit überwiegend Stein- u. Gebirgswüsten.
Lediglich die dem Mittelmeer zugewandte Seite des judäischen Gebirges hat
Anteil an der Mittelmeerflora.
Die Pflanzenwelt der Wüsten und Halbwüsten ist, wenn auch vom Deckungsgrad
her mehr als dürftig, überraschend artenreich.
Vier Florenreiche steuern dazu Elemente bei: zum einen die schon genannte
Mittelmeerflora, zum anderen das saharo-sindische, das irano-turanische und
zuletzt - am äußersten Nordrand seiner Verbreitung - das sudanesische
(tropische) mit wenigen, gleichwohl markanten Arten.
Die Wanderungen führen von Mittelmeerischen über die Halbwüsste in den
Negev, die Gebirgswüste des Sinai, die Felsenburgen des Nubischen Sandsteins
im Süden Jordaniens und schließlich in die ostjordanische Wüste und die
Wüste Juda.
Wüste zeichnet sich durch sehr geringe Jahresniederschläge aus. Entsprechend
dürftig, ja vielfach sogar vegetationslos, ist die Pflanzenwelt. Deren
Fortkommen ist nur durch eine Vielzahl artspezifischer Anpassungen und
Ausrüstungen möglich. Lediglich die Extremwüste ist pflanzenleer.
Geologisch interessant ist die Fortsetzung des ostafrikanischen
Grabenbruchs. Der Jordangraben mit dem tiefsten natürlichen Punkt der Erde,
dem Toten Meer, liegt knapp 400 m unter Meeresniveau.
Drei Gesteinsarten prägen das Landschaftsbild. Da ist zum einen der Granit
mit grauer und rötlicher Matrix als Sockel. Darüber, wenn auch nicht
überall, der vielfältig farbige Nubische Sandstein, überlagert vom
Kalkgestein des Tethysmeeres. Beiderseits des Jordangrabens finden sich an
Bruchspalten empor gedrungene magmatische Gesteine. Die Vielfalt und
Farbigkeit der Gesteine ergeben zusammen mit der Schroffheit der Erhebungen
ein überaus beeindruckendes Landschaftsbild.
In der anschließenden regen Diskussion wollten die Besucher vor allem vom
Referenten wissen, wie man solche Individualreisen erfolgreich durchführt.
08.-13. 09. 08: Pilzberatung in der
Schiller-Realschule in Schwäbisch Gmünd
Der Naturkundeverein führte in der Zeit vom 8. September bis
einschließlich 13. September täglich eine Pilzberatung durch. Der
Pilzexperte Peter Tobies bot sich dafür kostenlos an.
Treffpunkt war im Innenhof der Schiller-Realschule jeweils um 18.00 Uhr.
Körbe sollten aus Naturschutzgründen nicht wahllos zum Aussortieren gefüllt
werden, sondern es durften von interessanten Pilzen nur wenige Exemplare
vorgelegt werden.
Vom Angebot wurde reger Gebrauch gemacht.
06.09.08: Floristische Kartierexkursion bei
Laufen/Kocher
Die Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland führte auch in
diesem Jahr an ausgewählten Beispielen von Baden-Württemberg eine
floristische Kartierung durch.
Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd hat sich bereit erklärt, alle
Blütenpflanzen und Farne auf einem Rundweg innerhalb eines Quadratkilometers
östlich von Laufen/Kocher zu erfassen und in eine von der Botanischen
Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland erarbeitete Tabelle einzutragen.
Am Treffpunkt beim Gasthaus Germania in Laufen am Kocher trafen fünf
interessierte Mitglieder des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd ein: Herr
Prof. Dr. Dieter Rodi aus Schwäbisch Gmünd als Organisator und
wissenschaftlicher Leiter, Herr Hans Payerl aus Eschach als ortskundiger
Kenner der Flora, Herr Manfred Walderich aus Gingen/Fils als Botaniker, Frau
Ulrike Schnitzler aus Aalen als Protokollantin und Herr Siegfried Nikel aus
Bühlerzell als ortskundiger Geologe. Der im Programm angekündigte
Leiter der Botanik AG, Herr Udo Gedack, konnte krankheitshalber leider nicht
teilnehmen.
Nach einer Einführung in die Landschaft und die Kartiermethoden ging es ins
Gelände. In dem Schluchtwald der Hundsklinge wurden sieben verschiedene
Farne und viele kennzeichnende Arten nasser Stellen wie Milzkraut und
Alpen-Hexenkraut gefunden. In den Wiesen gab es viele Gräser, z. B.
Glatthafer und Goldhafer, sowie Blumen, z. B. Schafgarbe, Wiesenflockenblume
und Behaarter Löwenzahn. Auf den Sandäckern in Kartoffelfeldern und am Rande
von Maisäckern der Hochfläche konnten interessante Ackerwildkräuter erfasst
werden, z. B. Reiherschnabel, Knopfkraut und Hühnerhirse. Insgesamt konnten
in den vorgesehenen 4 Stunden bis 12.30 Uhr 212 Arten aufgeschrieben werden.
Die Ergebnisse der Kartierung werden zur Zeit in ein Programm der
Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland von Frau Schnitzler
digital eingetragen und nach Fertigstellung zur Auswertung dorthin
weitergeleitet.
02.09.08:
Gagatbergwerk bei Durlangen erkundet
Die Arbeitsgemeinschaft
Geologie im Naturkundeverein lud zu einem Waldspaziergang bei Durlangen ein.
Wolfgang Wilhelm, auch durch seine archäologischen Forschungen bekannt,
führte zahlreiche Interessierte zu den Stellen, wo schon im Mittelalter
Gagat abgebaut wurde. Der "Schwarze Bernstein", auch Augstein genannt, war
ein gesuchter Werkstoff, aus dem in Gmünd Gebetsketten, so genannte
Paternoster und später Rosenkränze gefertigt wurden.
Gagat besteht aus in Faulschlamm eingelagerten Hölzern, deren
Kohlenstoffgehalt sich im Verlauf von Jahrmillionen erhöhte. Das schwarze
Material ist zäh, glänzend, schnitzbar und polierfähig. Wilhelm gelang es,
an den Fundstellen im heimatlichen Stubensandstein eine weiten Bogen über
die europäischen Fundorte, Be- und Verarbeitung, die Produkte und den
Vertrieb über wichtige Handelswege zu schlagen.
Die Teilnehmer bedankten sich für eine interessante Lehrstunde in Heimat-
und Naturkunde.
20.07.08:
Gebirgsausfahrt ins Kleine Walsertal
Traditionell führt der Naturkundeverein
jedes Jahr eine Gebirgswanderung durch.
Sie war zusammen mit der Volkshochschule ausgeschrieben.
Mit 40 Personen ging es diesmal unter Führung von Hans Holm Rademann und
Gerd Schneider ins Kleine Walsertal. Wegen des schlechten Wetters konnte die
geplante Wanderung nur teilweise durchgeführt werden. Auf dem neuen Weg in
Richtung Fellhorn über die Rote Wand gab es viele interessante Pflanzen. Die
Rückkehr ins Kleine Walsertal erfolge wieder über die Kanzelwandbahn.
06.07.08: Jahresausflug nach Augsburg
Am Jahresausflug nahmen 27 Personen teil. Die
Organisation hatten Udo Gedack und Gerd Schneider. Der Vormittag war bei
gutem Wetter dem Studium der Flora und Fauna der sehr interessanten
Halbtrockenrasen der Königsbrunner Heide gewidmet. Nachmittags wurde der
Goldene Saal des Augsburger Rathauses besichtigt. Anschließend mussten die
Teilnehmenden bei der Besichtigung der Fuggersiedlung leider im strömenden
Regen von Haus zu Haus rennen.
02.07.08: Nkv im Studio des
Schwabenradios in Ulm
Vier Mitglieder des Naturkundevereins wirkten
im Studio des Schwabenradios in Ulm unter der Leitung von Raymond Contrael
bei einer Life-Sendung von 17 bis 18 Uhr über den Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd mit: Prof. Dr. Bay, Hans Holm Rademann, Prof. Dr. Dieter
Rodi und Wolfgang Wilhelm.
Der Naturkundeverein freute sich darüber, über das Medium Rundfunk Interesse
für die verschiedenen Wissensgebiete der heimatlichen Natur wecken zu
können.
14.07.08: Tag der Artenvielfalt im Taubental
bei Schwäbisch Gmünd
Zum dritten Mal fand in der Umgebung von
Schwäbisch Gmünd der Tag der Artenvielfalt statt - dieses Mal im
Erholungswald Taubental. Vormittags wurde die Vielfalt der Pflanzen- und
Tierarten fachlich erfasst. Nachmittags konnten die Besucher des
Erlebniswaldpfades Naturatum, insbesondere Familien, an einzelnen Stationen
die Artenvielfalt selbst kennen lernen. Initiator war wiederum Prof. Dr.
Dieter Rodi.
Ein Ziel der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im
Juni 1992 in Rio de Janeiro war die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Das
Thema Biodiversität (Artenvielfalt) ist in diesem Frühjahr besonders
aktuell, da vom 19.-30.Mai in Bonn die UNO-Naturschutzkonferenz zu diesem
Thema stattfand. Der für den Naturschutz zuständige Minister von
Baden-Württemberg hat am 4. März dieses Jahres die Countdown-Erklärung 2010
für biologische Vielfalt unterzeichnet, bei der sich das Land für die
Förderung der Artenvielfalt einsetzt.
Ziel solcher Aktionen ist es:
- die Diskrepanz zu
überwinden, die in der Bevölkerung zwischen Naturinteressen einerseits und
Nichtwissen über die Natur und Naturzusammenhänge andererseits besteht;
- der Fehleinschätzung entgegenzutreten, dass es in unserer zivilisierten
Umwelt keine beobachtbare Natur mehr gibt;
- der Naturentfremdung von Kindern und Schülern entgegenzuwirken;
- einem viel größeren Personenkreis Wissensgrundlagen zu vermitteln und
damit zu grundsätzlichen Debatten im Arten- und Naturschutzbereich allgemein
zu befähigen.
Das Redaktionsteam der Zeitschrift GEO organisiert seit 1999 in Deutschland
den GEO-Tag der Artenvielfalt, der jeweils am zweiten Juni-Wochenende
stattfindet.
Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg ist diesem Beispiel gefolgt
und hat im Lande schon mehrere solcher Tage veranstaltet.
In diesem
Jahr führte der Arbeitskreis Naturschutz Ostwürttemberg (ANO) als regionale
Gruppe des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg mit allen am
Naturschutz interessierten Vereinen des Ostalbkreises in der Zeit vom 13.
bis 22. Juni zum dritten Mal eine Artenschutzwoche mit verschiedenen
Exkursionen durch.
Die Veranstaltung der Gmünder ANO-Gruppe fand am 14. Juni unter der
Federführung des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd im Namen von GEO im
stadtnahen Erholungswald Taubental statt. Das Taubental wurde diesmal
deshalb ausgewählt, weil seit der Eröffnung des Erlebniswaldpfades Naturatum
im Juli 2007 das Taubental vor allem von Familien sehr stark besucht wird
und damit die oben genannten Naturschutz-Ziele zum Erhalt der Artenvielfalt
in dem sehr artenreichen Taubental besonders gut realisiert werden können.
Treffpunkt
für die mehr fachlich orientierten Vormittagsveranstaltungen war jeweils der
Parkplatz am Ende der Taubentalstraße.
Da die Vögel im Juni nur frühmorgens singen und auch nur dann gut zu
beobachten sind, begann diese Exkursion schon um 6 Uhr und endete gegen 9
Uhr.
Die übrigen Kleingruppen arbeiteten von 9.15.-12 Uhr.
Es wurden von zum Teil auswärtigen Fachleuten Führungen zu folgenden Themen
in verschiedenen Lebensräumen des Taubentals angeboten:
Blütenpflanzen und Farne, Moose, Pilze und Flechten, Kleintiere mit
besonderer Berücksichtigung von Schmetterlingen und Tieren des
Taubentalbaches.
Bereits bei Voruntersuchungen wurden folgende Artenzahlen erfasst: 247 Farn-
und Blütenpflanzen, 76 Moose, 24 Flechten, 131 Pilze, 45 Vögel, 13
Schmetterlinge und etwa 15 Kleintiere der Bäche. Am Tag der Artenvielfalt
wurden überraschend noch viele weitere Arten entdeckt, so dass sich
letztlich folgender Stand ergab:
300 Farn- und Blütenpflanzen, 84 Moose, 234 Pilze, 28 Flechten, 35 Vögel (in
den letzten 5 Jahren 52), 20 Insekten, insbesondere Schmetterlinge, 15
Kleintiere der Gewässer. Die Gesamtzahl betrug nunmehr 730 Arten auf etwa 1
km². Es waren einige Neufunde für Ostwürttemberg dabei.
Eine Gelegenheit zu einer
Mittagspause bei gleichzeitigem
Erfahrungsaustausch gab es im Gasthaus Krone in Wetzgau.
Nachmittags wurden
wichtige Vertreter der einzelnen Lebensräume und ihre Lebensweise an
bestimmtem Stationen entlang des Naturatums allgemeinverständlich
dargestellt. Die Besucher konnten dort selbst Pflanzen und Tiere entdecken
und untersuchen. Hier spielte der pädagogische Aspekt der Naturerfahrung und
des Naturerlebens die Hauptrolle :
Die Einführung dazu fand um 13.45 beim Parkplatz Wetzgauer Friedhof statt.
14.00-15.00: Beim Treffpunkt am Ökomobil bei Station 1 hieß es: Was lebt in
der Waldstreu und im Totholz?
Weitere Themen waren:
Von 14.00-15.00 am Treffpunkt Station 3 gab es Tierbeobachtungen mit dem
Fernglas
15.00-16.00: Treffpunkt Station 19 oder beim Ökomobil: Kleintiere der Bäche
15.00-16.00: Treffpunkt Parkplatz am Ende der Taubentalstraße: Taubental als
Erholungs- und Wirtschaftswald
16.00-17.00: Treffpunkt Station 2: Bäume, Sträucher und Blumen am Wegesrand
16.00-17.00: Treffpunkt Station 19: Farne, Moose, Flechten und Pilze entlang
der Schlucht
Die Anfangs- und Endzeiten für die Veranstaltungen wurden so gewählt, dass
An- und Abfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich waren
Nachruf für Herrn Horst Bacher
Am 9. Juni 2008
verstarb Herr Horst Bacher im Alter von 82 Jahren. Eigentlich wollte
er Biologie studieren. Jedoch kam er 1943 nach dem Abitur zu den
Gebirgsjägern und hat die Kriegsjahre in Russland erlebt. Danach musste er
mehr als 4 Jahre in Sibirien in einem Kohlebergwerk Leid und Entbehrungen
ertragen. 1951 begann Horst Bacher in Tübingen ein Studium der Volks- und
Betriebswirtschaftslehre. 1955 trat er in den Schuldienst ein und übernahm
1964 die Leitung der Kaufmännischen Schule in Schwäbisch Gmünd.
Bei seinen naturkundlichen Interessen widmete Horst Bacher sich der
Vogelbeobachtung, fand aber auch Gefallen an der Stubenvogelhaltung und der
Taubenzucht. Mit dem Eintritt in den Naturkundeverein (1974) schloss sich
Horst Bacher den Vogelkundlern an. 1977 gründete er mit Gleichgesinnten die
Ortsgruppe Schwäbisch Gmünd des Deutschen Bundes für Vogelschutz (heute
NABU). Er versprach sich davon Anschluss an einen größeren Kreis von
wissenschaftlich arbeitenden Ornithologen. So besuchte Bacher international
bekannte Vogelschutzgebiete und vervollständigte sein Wissen anhand der
ornithologischen Fachbücher. Selbständig arbeitete er sich in die Technik
der Aufzeichnung und Auswertung Vogelstimmen ein und legte eine umfangreiche
Sammlung der Stimmen einheimischer Vögel an. In Zusammenarbeit mit seinen
Freunden kartierte Horst Bacher die Vögel des Kalten Feldes (UNICORNIS
1991).
Seine
Vogelführungen waren beliebt, weil er die Vogelbeobachtungen lebendig zu
vermitteln verstand, nicht nur die Kenntnisse förderte, sondern auch die
Liebe zur Natur weckte. In vielen Vorträgen in der Volkshochschule und beim
Naturkundeverein hatte er ein Stammpublikum. Die beliebtesten, genau
erforschten Exkursionsgebiete Horst Bachers waren das Kalte Feld, der
Stuifen und das Donauried.
Juni 08: Erfolgreiche Amphibien-Jungtierwanderung im Schießtal
Vom
Freitag 06.06. bis Sonntag 08.06. 2008 war die Richard-Bullinger-Straße im
Schießtal in Schwäbisch Gmünd für den Durchgangsverkehr gesperrt, und zwar
ab dem Haupteingang zum Freibad bis zur Abzweigung nach Lindach. Die Straße
wurde mit Wasser besprengt, um es den jungen Kröten und Grasfröschen zu
ermöglichen, gefahrlos den Asphalt zu überqueren. Zum ersten Mal seit 2004
hatte im See wieder der Nachwuchs ein Stadium erreicht, dass die Jungtiere
an Land gingen. Drei Jahre lang waren die Nachkommen ausgeblieben.
Ein Rückgang der Arten ist nach dem Naturschutzgesetz der Anlass zum
Handeln. So ließ die Stadtverwaltung eine naturschutzrechtliche
Stellungnahme „Amphibien im Schießtal“ erstellen. Der Autor ist Hubert
Laufer aus Offenburg, Amphibienbeauftragter des Landes Baden-Württemberg.
Die Empfehlungen seines Gutachtens waren:
- den
See ablassen und abfischen ( wurde am 03.11.2007 durchgeführt)
-
Sträucher und Bäume des Uferbewuchses
sollten zurückgenommen werden, um eine bessere Besonnung und Erwärmung des
Wassers zu erreichen. Außerdem sollten mehrere Flachwasserzonen eingerichtet
werden (realisiert im Februar/März 2008).
-
Es sollten mehr typische Ufervegetation und
mehr Unterwasserpflanzen angesiedelt werden (noch nicht in Angriff
genommen).
-
Kein neuer Fischbesatz im
Jahr 2008, um den Einfluss der Fische zu überprüfen.
Im März/April trugen – wie schon seit 29 Jahren - Freiwillige unter Leitung
des Naturkundevereins die Kröten, Frösche und Molche im April über die
Straße. Sie halfen auch bei der Rückwanderung der Tiere. Allerdings war die
Zahl der wandernden Amphibien wegen des ausbleibenden Nachwuchses drastisch
zurückgegangen.
Die regelmäßigen
Beobachtungen des Sees im Jahr 2008 ergaben
-
Das Wasser weist keine kritischen Werte der
chemischen Analyse auf.
-
Die Entwicklung der Kaulquappen verlief
normal:
-
Es kam zur Bildung von Schwärmen der
Jungtiere, die den See durchzogen.
Ab Donnerstag, 05.06.08 wurde
beobachtet, dass die ersten Jungkröten und –frösche ans Land kamen. Das
Ordnungsamt der Stadt veranlasste die Sperrung der Straße für den
Durchgangsverkehr und richtete die entsprechenden Umleitungen ein.
Zum ersten Mal wurden die gesperrte Straße und der Grünstreifen auf beiden
Seiten mit Wasser besprengt, um den kleinen Kröten und Fröschen das
Überqueren zu erleichtern. Die Rechnung ging auf: Es kam zu einer
Beschleunigung der Wanderung. Die Zahl der erfolgreich laufenden Jungtiere
ist nun groß genug, um die Erhaltung der Arten zu garantieren. Die
Beeinträchtigungen der Industrie und des Personenverkehrs hielt sich in
Grenzen.
Die erfolgreiche Umsetzung der Empfehlungen des Gutachtens ist ein schönes
Beispiel dafür, dass in abgestimmtem Vorgehen von Ehrenamtlichen, den
Behörden der Stadt und dem Baubetriebsamt solche Probleme gut gelöst
werden können. Die Möglichkeit, hier mit technischen Mitteln Hilfen zu
geben, ist mit dem Absperren und Besprengen der Straße noch nicht
erschöpft.
Unsere Umwelt gehört nicht dem Menschen allein, auch die Tiere haben ein
Lebensrecht. Mit den winzigen Jungtieren ist es allerdings recht schwierig.
Sie müssen alleine laufen. Dabei prägen sie sich die Umgebung ein.
11.06.08: Einführungsvortrag zum Jahresausflug nach Augsburg
Zum
Jahresausflug nach Augsburg und der Königsbrunner Heide gab es am 11.06.,
20.00 Uhr im Vereinsheim der Naturfreunde, Hintere Schmiedgasse 16, einen
Einführungsvortrag.
Udo Gedack und Gerd Schneider hatten ihn ausgearbeitet und stellten die
Besonderheiten
der diesjährigen Exkursion vor.
16.04.08: Vortrag von Dr.
Bellmann zum "Leben im toten Holz"
So widersprüchlich es
auch klingen Mag: Totholz ist eine wichtige Grundlage für neues Leben. In
ihm und aus ihm entwickeln sich zahlreich neue Organismen, die ganz auf
diese Nahrungsgrundlage angewiesen sind. Hierzu zählen insbesondere Pilze
und Käfer sowie viele andere Insekten. Darunter sind ausgesprochene
Raritäten wie etwa Stachelbärte, Hirschkäfer und verschiedene Bockkäfer,
Prachtkäfer und Rosenkäfer.
Viele dieser hoch spezialisierten Holzbewohner sind heute vom Aussterben
bedroht, da ihnen durch moderne Formen der Waldbewirtschaftung die
Nahrungsgrundlage entzogen wird.
Dr. Heiko Bellmann ist Dozent und Autor zahlreicher naturkundlicher Bücher,
die sich entweder mit speziellen Lebensräumen oder aber Tiergruppen und auch
Pflanzen und Pilzen befassen. Seine Fotodokumente sind sowohl bei
Naturfreunden wie auch in Fachkreisen hoch geschätzt.
Der Vortrag fand am Mittwoch, den 16.04.08 um 20.00 h im Klösterle-Saal der
VHS am Münsterplatz statt. Der Naturkundeverein und die VHS luden dazu ein.
11.04.08: Geothermie aus oberflächennahen und tiefen Bereichen
Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd bot in Zusammenarbeit mit dem
Regionalverband Ostwürttemberg und der Volkshochschule am Freitag, 11.
April, im Klösterle-Saal der Volkshochschule am Münsterplatz einen
hochrangigen Vortrag über die Geothermie an.
Beim zweiten Vortrag im Rahmen der Reihe "Anwendungen in der Geologie"
konnte mit Dr. Hans-Joachim Bayer ein kompetenter Wissenschaftler gewonnen
werden.
Als erstes Bundesland führte Baden-Württemberg in diesem Jahr die
Öko-Pflicht ein. Vom 1. April an muss in neuen Wohngebäuden ein Fünftel des
Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Schon aus diesem Grund findet das Thema Geothermie, also die
Erdwärmegewinnung, immer mehr Beachtung. In den Medien, im Heizungsbau, aber
auch im Bekanntenkreis wird darüber ernsthaft diskutiert.
Was steckt hinter diesem Thema? Wo gibt es überall erschließbare Erdwärme?
Welche Möglichkeiten bestehen hier für den privaten Bereich, welche für die
Nahwärmeversorgung ganzer Stadtteile?
Im Vortrag wurde von Dr. Bayer wurde ein Überblick geboten, welche Wege der
Erdwärmenutzung es gibt, wie Erdwärme erschlossen werden kann, welche
Vorteile sie hat, was die Erschließung im oberflächennahen, d.h. auch im
privaten, Bereich kostet, wo die Gewinnung tiefer Erdwärme sinnvoll ist und
in welcher Weise sie dann uns nutzbar sein kann.
Der Referent, Dr. Hans-Joachim Bayer, ist in einem deutschen
Wirtschafts-unternehmen europaweit in der konkreten Anwendung tätig, aber
lehrt auch als Dozent an der Universität Freiberg/Sachsen, der ältesten
Bergwerksakademie der Welt.
Der Vortrag wurde mit großem Interesse und Beifall wahrgenommen. Es schloss
sich eine wertvolle Diskussion an.
19.03.08: Vortrag über die Naturwunder Namibias im Klösterle-Saal
Namibia, jenes urweltlich anmutende Land zwischen den Wüsten der Namib
und Kalahari und zwischen Kunenefluss und dem Oranje im Süden, gehört zu den
am dünnsten besiedelten Gebieten der Erde. Eine stürmische See liegt vor
seinen Küsten, die kalten Wasser des antarktischen Benguelastroms sorgen für
niedrige Temperaturen und Nebel in Meeresnähe. Nur verborgen offenbart sich
das Leben in den Jahrmillionen alten Dünen und Steinwüsten der Namib. Im
Landesinneren dagegen herrscht die meiste Zeit des Jahres ein extrem
trockenes, heißes Klima. Deshalb sind die weiten Savannenflächen nur
extensiv nutzbar.
Udo Gedack, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Botanik des Naturkundevereins
stellte seinem über 100-köpfigen Publikum am Mittwoch, den 19.03.08 im
Klösterle-Saal der VHS am Münsterplatz dieses interessante Land mit seinen
verschiedenen Lebensräumen vor.
Beginnend mit den uralten Köcherbäumen ging die Reise nach Süden zum
Fischfluss-Canyon, dem zweittiefsten Canyonsystem der Erde bis zum
Oranjefluss, der Grenze zu Südafrika. Hier und weiter nördlich entlang des
Diamantensperrgebiets bringen die Ausläufer des Winterregengebietes eine
einmalige und vielgestaltige Flora hervor - die Sukkulentenkaroo. Die
faszinierende Dünennamib offenbart sich dem Beschauer besonders bei
Sonnenuntergang.
Udo Gedack ging auch hier auf besondere Anpassungen und Überlebensstrategien
der verschiedenen Lebewesen ein. Über Swakopmund, der ehemals deutschen
Küstenstadt, besuchte der Betrachter die urzeitlichen Welwitschia-Pflanzen
und gelangte durch die Flechtennamib zu den großen Robbenkolonien am
Kreuzkap.
Spitzkoppe und Brandbergmassiv sind markante, aus den weiten Ebenen
herausragende Inselberge mit eigenem Klima und dementsprechend angepasster
Flora und Fauna. Hier ist die beste Gelegenheit zur Beobachtung der
Wüstenelefanten. Urzeitliche Felszeichnungen der Buschleute machen vor allem
den Brandberg zu einem Museum unter freiem Himmel.
Der Versteinerte Wald und die Felsgravuren bei Twyfelfontain schließlich
beendeten den Reigen der vielen Sehenswürdigkeiten des Landes.
Der Vortrag war eine gemeinsame Veranstaltung von Naturkundeverein und VHS.
16.03.08: Waldspaziergang - Bäume und Sträucher des Naturatum im
Taubental einmal anders
Zur Vorbereitung des Internet-Auftritts "www.naturatum.de" (Wissen)
wurden alle Bäume entlang des Naturatum-Weges im Taubental aufgelistet.
Dabei wurden 5 verschiedene Nadelbaum-, 17 Laubbaum- und 8 Straucharten
gefunden.
Sie kennen zu lernen, war Grund einer Veranstaltung des Naturkundevereins
zusammen mit dem Naturatum-Arbeitskreis. Sie fand unter der Führung von
Prof. Dr. Dieter Rodi am Sonntag, 16 März statt. Vom Parkplatz am Ende der
Taubentalstraße
führte die Wanderung bis zur Station Totholz und anschließend den gesamten
Pfad des Naturatum entlang. Wie bei einem Quiz konnten die Wanderer nach
einer Einführung die einzelnen Bäume und Sträucher an verschiedenen
Merkmalen erkennen und den übrigen Teilnehmern vorstellen. Im Gespräch wurde
anschließend Vorkommen und Verwendung der einzelnen Arten erarbeitet.
12.03.08: Ingenieurgeologische Anwendungen in der Geotechnik am Beispiel
des Fernleitungsbaus
Die Planung einer 1200 km langen Pipeline durch die Ostsee, mit der Gas
direkt von Russland nach Deutschland geleitet werden soll, sorgte in den
Medien und der Öffentlichkeit für Irritationen. Von verschiedenen Staaten
wurden politische und ökologische Bedenken angemeldet. Beim Bau der 360 km
langen Ethylen-Pipeline Süd von Bayern nach Rheinland-Pfalz ist hingegen der
Spatenstich bereits erfolgt. Die Landeswasserversorgung tauscht derzeit
Rohrleitungen von Aalen zur Versorgung nach Stuttgart aus. Überall sind im
Vorfeld ingenieurgeologische Leistungen erforderlich.
Mit diesem Vortrag eröffnete der Naturkundeverein seine neue Reihe über
"Anwendungen in der Geologie".
Der Referent, Dipl.-Geologe W. Höffner, der an den genannten Objekten
mitbeteiligt ist, berichtete in einer Präsentation mit prägnanten Bildern
und Tabellen über Planung und Durchführung.
Der Vortrag fand in Zusammenarbeit mit der VHS und dem Regionalverband
Ostwürttemberg um 20.00 h im Klösterle-Saal der Volkshochschule statt.
08.03.08: Amphibienschutz im Schießtal
Trotz der ausgebliebenen
Jungkrötenwanderung fand seit Anfang März bis Mitte April 2008 wieder die
Amphibienschutzaktion im Schießtal statt. Zwar wurden bei weitem nicht
die Mengen der Vorjahre erreicht, dennoch konnten über 1500 Tiere wieder zum
Laichgewässer gebracht werden.
Am 08.03.08 wurde für die Teilnehmer wiederum eine Einführung im
Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse gegeben. Am
Nachmittag wurden die Amphibienschützer in die praktische Arbeit
eingewiesen. Dabei reinigten und reparierten sie die Fangzäune und befreiten
die Gräben vom Unrat ihrer Mitmenschen.
05.03.08: Jahreshauptversammlung des Naturkundevereins
Die diesjährige Hauptversammlung fand am Mittwoch, den 05.03.08 im
Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse statt. Der
Vorsitzende, Prof. Dr. Frieder Bay begrüßte die Teilnehmer und gab seinen
Jahresbericht ab. Er gliederte ihn in sechs Abschnitte.
Die Zahl der Veranstaltungen des Vereins in Zusammenarbeit mit der
Volkshochschule schrumpfte zwar etwas. Dennoch waren es immerhin 70
Aktivitäten, für die er sich bei den Verantwortlichen bedankte. Auch haben
sich durch den Einbau einer großen Leinwand sowie ein zentral gesteuertes
Medienpult die Bedingungen grundlegend verbessert. Schon im neuen Programm
kann man ablesen, dass der Saal im "Klösterle" wieder eifrig genutzt wird.
Nach langem Warten erhielt der Verein ein Klassenzimmer im 2. Stock der
Schule.
Es ist mit Stahlschränken ausgerüstet, in denen Mikroskope,
Projektionsgeräte, Akten und Bücher untergebracht werden können. Es hat die
größte Raumnot, vor allem für Mikroskopierkurse, beseitigt.
Wann die "bürgerschaftlichen Räume" eingerichtet werden, an denen der NKV
teilhaben soll, ist unsicher. "Zwischenzeitlich", so Dr. Bay, "sind wir
jedoch versorgt, wenn auch die Lösung nicht optimal ist."
Die Wasserhaltung der Teiche im Vereinsgrundstück Fuggerle soll in
schonender Weise verbessert werden. Die Arbeit an zwei von drei Abschnitten
wurden zwischenzeitlich getätigt. Bei der Sanierung des großen Teiches will
man in vereinfachter Weise
herangehen.
Auf Intervention des NKV und der ANO fand am 3. Mai 2007 eine Sitzung im
Rathaus hinsichtlich des Amphibienschutzes im Schießtal statt. Unter Vorsitz
von Herrn Bürgermeisters Frieser waren alle Beteiligten einschließlich der
Abteilung Naturschutz im Landratsamt anwesend. Beschlossen wurde, den See im
Herbst abzulassen und abzufischen. Von einem ausgewiesenen Fachmann wurde
ein Gutachten erstellt. Danach wurde der Baumbestand am Ufer ausgelichtet
und bessere Ablaichmöglichkeiten geschaffen. Zwei neue Flachwasserzonen
wurden eingerichtet und das nordwestliche Ufer angehoben. Man hofft dadurch
die Chancen für die dezimierte Erdkrötenpopulation wieder verbessern zu
können.
Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem Museum gab es nichts Positives zu
berichten. "Der Verein hat sich inzwischen darauf eingestellt, die enge
Verbindung, die laut seiner Satzung von 1972 festgelegt ist, allmählich
aufzulösen." In der Pressekonferenz vom 13. November 07 wurde die Lage
öffentlich dargestellt.
Die Neuaufstellung der Bibliothek des NKV, die zwischenzeitlich im
Stadtarchiv untergebracht wurde, ist ins Stocken geraten. Wenn der bereits
beschlossene Laptop vorhanden ist, wird daran weiter gearbeitet.
Den ordnungsgemäßigen Kassenbericht trug der Schatzmeister, Hans Miksche,
vor.
Er konnte von einem stabilen Geldkapital berichten.
Aussprache und Entlastung schlossen sich an. Bei der Neuwahl der
Vereinsleitung
ergaben sich keine Änderungen.
Im Anschluss daran fand ein lebendiger Lichtbildervortrag von Dr. H.
Haas über die Flora des Kantabrischen Gebirges in Nordspanien statt.
01.03.08: Pflege des Naturdenkmals Auwald
Remswasen fiel aus
Es war vorgesehen und auch vorbereitet, dass der Naturkundeverein Schwäbisch
Gmünd in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Naturschutz Ostwürttemberg am
Samstag, 01. März, das Naturdenkmal Auwald Remswasen pflegt.
Leider wurde schon am Vortag vom Wetterdienst eine Sturmwarnung
herausgegeben worden, die durchaus ernst zu nehmen war. So wurde der Termin
kurzfristig abgesagt und es war gut so, da ein kurzes Unwetter am
Samstagmorgen wütete.
So wird der Termin noch einmal angesetzt. Er ist notwendig, da der
Amphibientümpel inzwischen wieder zugewachsen ist, so dass die Kaulquappen
die für ihre Entwicklung notwendige Wärme wegen der fehlenden Besonnung
nicht mehr erhalten. Außerdem ist eine Landschaftsputzaktion im Auwald
Remswasen wieder einmal nötig.
20.02.08: Flechten entfernen: Sinnvoller "Baumputz"?
Unter dieser Überschrift erschien in der Rems-Zeitung eine Nachricht von
Peter Tobies von der AG-Pilzkunde. Darin nahm er Stellung zur Frage, ob es
bei der Frühjahrspflege sinnvoll ist, an Obstbäumen und Gartensträuchern die
Flechten zu entfernen. Besorgte Hobbygärtner stellten die Frage, ob die
Gelbfärbungen an Bäumen und Sträuchern Krankheitssymptome wären. Die
Aussagen: "Der Baum ist krank", oder "Der Baum hat einen Pilz", oder "Der
Baum ist von einer Flechte befallen" zeigten, dass Informationsbedarf
besteht.
Die Antwort des Fachmanns: Der Baum ist nicht "krank", aber er trägt eine
Flechte. Es handelt sich um die Gelbflechte (Xanthoria parietina). Bei
diesen "Flecken" handelt es sich um Blattflechten, also um pflanzliche
Lebewesen, die den Bäumen keinerlei Schaden zufügen. Sie sind nur
konkurrenzschwach gegenüber den höheren Pflanzen und benutzen die Bäume nur,
um besser ans Licht zu kommen. Darum ist es auch völlig unsinnig, wenn
Hobbygärtner die Bäume von diesen Flechten "befreien" wollen.
Wer Obstbäume pflegt, sollte sich freuen, wenn an seinen Bäumen viele
verschiedene Flechten wachsen, weil dies auf gute Luftqualität hinweist. In
Industriegebieten sind sie bereits ausgestorben.
Sie sollten unbedingt geschützt werden!
10.02.08: Wintervogelbeobachtungen an der Donau bei Faimingen
Naturkundeverein und NABU luden gemeinsam mit der VHS zur
Vogelbeobachtung an die Donau ein. Armin Dammenmiller und Josef Müller
leiteten eine starke Gruppe von Hobby-Ornithologen auf der Staustufe und in
den angrenzenden Auwälder an und freuten sich über eine außerordentliche
Vogelvielfalt an diesem Tag.
50 Vogelarten konnten beobachtet und erklärt werden. Darunter waren ein
Seeadler,
und Mäusebussarde. Freude bereiteten auch die ca. 25 Singschwäne, die
teilweise bereits heftig balzten. Es konnten Höckerschwäne, Graugänse,
Kandadagänse, eine Rostgans, Tafelenten, Reierenten, Stockenten,
Schnatterenten, Kolbenenten, Krickenten, balzende Schellenten und 6
Spiesenten, aber auch Haubentaucher, Kormorane, Gänsesäger, Zwergtaucher,
Haubentaucher, Blässrallen gesichtet werden. Die Aufzählung wäre
unvollständig ohne die 5 Weisskopfmöwen, 3 Sturmmöwen, Lachmöwen,
Rabenkrähen, Elstern und Saatkrähen. Auf der Anfahrt nach Gundelfingen
konnten auf den Agrarflächen noch Eisvogel, Grünspecht, Buntspecht,
Mittelspecht und Kleinspecht gesehen und an ihrem Ruf und teilweise
trommelnd erkannt werden.
Registriert wurden außerdem Eichelhäher, Misteldrossel, Wacholderdrosseln,
Amsel, en heftig singender Zaunkönig, Rotkehlchen, Buchfink, Gebirgsstelze,
ein Hausrotschwanz, Blau-, Kohl- und Sumpfmeise, Kleiber, Gimpel, Grünfink,
Star, Feldsperlinge sowie Gartenbaumläufer.
Die Teilnehmer waren vom erfolgreichen Auftakt dieses Jahres begeistert.
07.02.08: Besuch des Waldstetter Heimatmuseums
Die Arbeitsgemeinschaft Geologie folgte gerne einer Einladung der
Initiatoren des Waldstetter Heimatmuseums. Von Hannes Peukert begrüßt ergab
sich ein lehrreicher Abend und eine Führung durch die einzelnen Räume des
liebevoll gestalteten Museums. Hannes Peukert erläuterte den Waldstetter
Schwarzjura und Adolf Regen vertiefte die Einblicke in die Steinzeit an Hand
der von ihm zusammen gestellten Objekte. Sowohl die Perlenstickerei, wie
auch die Pfeifenherstellung und ganz speziell die Beindreherei erregten
allgemeine Bewunderung. Am Vortrag von Hannes Peukert spürte man, mit
welcher Freude und Sachkenntnis die Mitglieder des Waldstetter Heimatmuseums
dieses Kleinod zusammen getragen haben. Eine rege
Diskussion, bei der sich der Leiter der Geologie-AG herzlich bedankte,
beschloss einen schönen Abend.
07.11.07: Veröffentlichter Lesebrief des Nkv-Vorsitzenden Dr. Friedrich
Bay zu
"Das Schicksal von Sammlungen in Gmünd"
In der Gmünder Tagespost wurde nachfolgender Leserbrief des
Nkv-Vorsitzenden veröffentlicht:
"Der Brand im Bezirksamt von Lindach, bei dem wertvolle Bestände des
künftigen Schulmuseums zerstört wurden, führte zu interessanten
Entwicklungen. Die Stadt kündigte dem Förderverein: Bis zum 4. November
müssen alle Sammlungen aus den bisher benützten städtischen Räumen entfernt
werden. (..) Inzwischen ergibt sich, wohl auf öffentlichen Druck, eine neue
Lösung in Straßdorf. (..) Interessant ist, dass unsere Stadt vier staatliche
lehrerbildenden Institutionen aufweist, die sich bisher nicht vernehmlich
zum Schulmuseum äußerten: die Pädagogische Hochschale, das Pädagogische
Fachseminar und die beiden Seminare für Grund- und Hauptschulen sowie für
Realschulen.
Es ist leider nicht das erste Mal, dass die Stadt und große Teile der
Öffentlichkeit das Engagement von Ehrenamtlichen in Sachen Museum gering
schätzen. Am Beispiel des Naturkundevereins (Nkv) kann einiges genannt
werden.
Im März 2007 wurde die Dauerausstellung im III. OG des Museums im Prediger
neu eröffnet. Um Platz zu schaffen wurde zwischen dem 16. Januar und dem 1.
Februar 2006 ein großer Teil der Landschaftsgeschichte ausgeräumt, die
Vitrinen zerschlagen, das großflächige Bildmaterial entsorgt und viele der
präsentierten Sammlungsstücke entfernt. So gingen z.B. nach unseren
Informationen 67 präparierte Säugetiere und 36 Vogelpräparate als Leihgaben
an das Staatliche Museum für Naturkunde (Schloss Rosenstein) Stuttgart. Über
den Verbleib der in den Vitrinen ausgestellten Insektenkästen wissen wir
nichts.
Um Missverständnisse zu vermeiden: Diese Sammlungsstücke gehören der Stadt.
Manche wären wieder beschaffbar, manche nicht. Viele Sammlungsstücke waren
dem Museum 1963 vom Nkv als Schenkung übergeben worden. Der Verein hat gemäß
seiner Satzung auch immer wieder das Museum beim Erwerb von Sammlungsstücken
beraten und unterstützt. In unserer mehr als 100jährigen Geschichte hatten
wir z.B. Goldschmiede, die Käfersammlungen anlegten. (..) Ein sehr schönes
Schaustück der früheren Dauerausstellung waren die Prachtkäfer des
Goldschmiedes Rivoir - Verbleib leider unbekannt.
Einige Insektensammlungen von wissenschaftlichem Wert befinden sich noch im
Gmünder Museum. Am 23.04.07 beschloss der Vereinsrat des Nkv, die Stadt zu
bitten, sie möge diese Sammlungen dem Stuttgarter Museum für Naturkunde als
Leihgabe überlassen. Das Gmünder Museum hat kein Personal, das diese
Insektensammlungen überwachen und wirksam vor Zerstörung (z.B. durch
Museumskäfer) schützen könnte.
Eine Sammlung, die vom Museum in den letzten Jahren übernommen wurde, ist
die archäologische Sammlung (vor allem Mittelsteinzeit) des Goldschmieds
Werner Raschke (Mitglied des Nkv). Er war amtlich bestellter
Bodendenkmalspfleger, seine Sammlung gehört also dem Landesdenkmalamt. Sie
wurde als Leihgabe dem Gmünder Museum zur Verfügung gestellt. Wir sind
glücklich, dass Teile davon in in der Dauerausstellung gezeigt werden, wenn
auch nur in sehr bescheidener Aufmachung.
Die Abteilung Geologie ist die nächste Sammlung des Museums, die zur
Überarbeitung und Präsentation in der Dauerausstellung ansteht. Sie enthält
fast ausschließlich Stücke, die Ehrenamtliche zusammengetragen haben. 1963
wurden sie dem Städtischen Museum vom Nkv geschenkt. Einige später hinzu
gekommene Stücke sind nur Leihgaben.
Auf einer Besprechung am 18.10.2007 bei Bürgermeister (BM) Dr. Bläse, an der
Frau Dr. Holthuis und Frau Dr. Boosen vom Museum und Vertreter des
Naturkundevereins teilnahmen, wurde nach den Plänen zur Umgestaltung der
Abteilung Geologie gefragt. Antwort: Sie solle in Zusammenarbeit mit dem
Stuttgarter Museum für Naturkunde überarbeitet werden. Diese Pläne seien
jedoch noch wenig konkret. Und übrigens könne es auch bis dahin noch anders
kommen (versteckter Hinweis auf einen Abbau?).
Was ist der Sammlungsauftrag des Städtischen Museums? Bisher hat es laut
Beschluss des Gemeinderats (1990) den Titel: "Museum für Natur und
Stadtkultur".
Die Wirklichkeit entspricht diesem Bild nicht mehr. Herr BM Dr. Bläse hat
versprochen, bis Mitte November eine amtliche Auskunft über den
Sammlungsauftrag des Städtischen Museums zu geben.
24.10.07:
Naturkundeverein besuchte Saurier-Ausstellung in Stuttgart
Die große Landesausstellung
im Stuttgarter Museum am Löwentor: Saurier - Expedition in die Urzeit -
übertraf alle Erwartungen. Sie zeigte eindrucksvoll, welche einmaligen
Schätze aus heimatlicher Erde unseres Bundeslandes geborgen werden konnten.
Über 300000 Besucher wurden bis zu Ihrem Ende gezählt.
Der Naturkundeverein hatte einen Besuch für Mittwoch, den 24.10.07
organisiert. Mitglieder und naturkundliche interessierte Personen trafen
sich dazu am Bahnhofs in Schwäb. Gmünd. Mit dem BW-Ticket und
verbilligtem Eintritt im Rahmen des Abendtarifs kam für jeden Interessierten
ein erschwinglicher Preis zustande.
Die Teilnehmer nutzten die Möglichkeit einer sachkundigen Führung oder
ergründeten die Aussstellung mittels Audio-Guide. Sie waren von der
hervorragenden Präsentation restlos begeistert.
Saurier waren Erfolgsmodelle der Evolution. Sie entwickelten schon viel
früher als die Säugetiere so hoch eingestufte Eigenschaften wie z.B. die
Warmblütigkeit, die Lebendgeburt, den aufrechten Gang und das Fliegen.
Entgegen der landläufigen Meinung sind sie außerdem nicht ausgestorben: Die
Vögel, die mit fast 10.000 heute lebenden Spezies artenreichste Gruppe der
Landwirbeltiere sind nichts anderes als eine überlebende Gruppe der
Dinosaurier.
Dank eines günstigen Fahrplans waren die Teilnehmer bereit kurz nach 21.00 h
wieder in Schwäbisch Gmünd und bedankten sich bei Michael Stegmaier und Hans
Miksche für die gelungene Organisation.
17.10.07: Vortrag von Prof. Dr. Dieter Rodi über die Bedeutung und
Auswirkungen des Klimawandels für Pflanze, Tier und Mensch
Über
die Bedeutung und die Auswirkungen des Klimawandels hielt Professor Dr.
Dieter Rodi
im Saal der Volkshochschule am Münsterplatz in Zusammenarbeit von VHS mit
dem Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd einen Lichtbildervortrag.
Viele Informationen zum Klimawandel sind gewöhnlich sehr allgemein gehalten.
Dr. Rodi, der sich schon seit über 30 Jahren mit dem Treibhauseffekt
befasst, ging konkret vor allem auf die naturkundlichen Fragestellungen ein.
Er berücksichtigte dabei die regionalen Probleme von Baden-Württemberg und
lokale Ereignisse in Schwäbisch Gmünd.
Nach einer Darstellung der Fakten informierte er über die unterschiedlichen
Vorhersagen der globalen Erwärmung bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Die
Ursachen des Klimawandels wurden anhand von Grafiken anschaulich aufgezeigt.
Einen Schwerpunkt bildeten die Folgen des Klimawandels für die Menschen: Der
Anstieg des Meeresspiegels durch das Schmelzen des Polareises und der
Gletscher bedroht die Küstenbewohner der Meere. Die Klimazonen der
Nordhalbkugel verschieben sich um einige hundert Kilometer nach Norden, die
Vegetationszonen in den Alpen um einige 100 Meter nach oben. Das wirkt sich
auch auf den Tourismus aus.
Wärme liebende, die Gesundheit des Menschen bedrohende Schädlinge haben sich
seit dem warmen Sommer ab 2003 auch in unserer Heimat massenhaft vermehrt.
Dies wurde am Eichenprozessionsspinner durch eine Bilddokumentation aus dem
eigenen Garten aufgezeigt.
Wärme liebende Pflanzen, die bisher ihr Verbreitungsgebiet in den
Mittelmeerländern hatten, haben sich in den letzten Jahren in
Baden-Württemberg ausgebreitet, wie Verbreitungskarten des Naturkundemuseums
Stuttgart belegen. An Hand der Verbreitung verschiedener Pilzarten hatte
schon German Krieglsteiner vor Jahren auf den Klimawandel hingewiesen. Auch
Schmetterlinge wie der Große Feuerfalter, das Taubenschwänzchen und der
Admiral sind bei uns vermehrt anzutreffen. Manche Zugvögel wie der
Weißstorch überwintern nicht mehr in Afrika, sondern in Spanien. Langjährige
Vogelbeobachtungen am Bodensee belegen, dass Wärme liebende Vogelarten wie
das Schwarzkehlchen eingewandert sind, das Braunkehlchen verschwunden ist.
Zum Schluss wurden den zahlreichen Zuhörern Anregungen gegeben, was der
Einzelne, die Naturschutz- und Umweltschutzverbände, die Wirtschaft und die
Politik tun können und müssen, um den bedrohlichen Klimawandel zu stoppen.
Eine anregende Diskussion schloss sich dem Vortrag an.
16.09.07: Ansturm auf die
Teufelsklinge
Der seit einigen Jahren bundesweit durchgeführte Tag des Geotops wurde
auch in diesem Jahr für unseren Bereich von der Arbeitsgemeinschaft Geologie
im Naturkundeverein ausgeschrieben. Vom Angebot des NKV machten zahlreiche
Naturfreunde Gebrauch: Rund 100 Teilnehmer hatten sich am Parkplatz beim
Tumbach am tiefsten Punkt der Straße Heubach - Beuren eingefunden.
In diesem Jahr wurden die Teufelsklinge sowie weitere Geotope am
Albtrauf des nördlichen Albuchrandes erwandert und erläutert.
Geotope sind Schaufenster und Archive zur Erdgeschichte. Sie sind als Teil
des erdgeschichtlichen Erbes schutzwürdig, sei es, dass sie sich durch ihre
besondere erdgeschichtliche Bedeutung oder durch Seltenheit, Eigenart oder
Schönheit auszeichnen.
Es war eine Aufteilung in mehrere Gruppen notwendig, um die
erdgeschichtlichen Besonderheiten am engen Weg zur Teufelsklinge nahe zu
bringen.
Zusammen mit Werner K. Mayer führten Rudolf Übelhör und Roger Schuster, die
an der Erkundigung des Höhlenganges der Teufelsklinge dabei waren.
Die beiden Höhlenkundler erzählten spannend vom Reiz wissenschaftlichen
Forschens in engen Höhlen. Seinerzeit waren sie bis auf eine Länge von 217 m
vorgedrungen. Sie berichteten vor Ort über die damaligen Erkenntnisse und
beschrieben den Höhlenverlauf. Das Höhlensystem des Teufelklingenbröllers
ist zwischenzeitlich auf über 350 Meter offiziell erforscht.
Der Teufelsklingenbröller ist eine intermittierende Karstquelle. Bei hohem
Karstwasserspiegel bildet sich ein Wasserfall, dessen Wassermassen die
anschließende Klinge schufen.
Der Biologe Gerd Schneider machte beim Aufstieg am nördlichen Albuchrand auf
den sichtbaren Vegetationswechsel aufmerksam. Der scharfe Übergang von Kalk
und Kieselsäure liebenden Pflanzen wurde durch das plötzliche Auftreten der
Heidelbeere aufgezeigt. Möglich ist dies nur, weil speziell am Albuchrand
mehrere Meter Feuersteinschutts dem Kalkgebirge auflagern. Sie blieben
als Rest abgetragener Gesteinsschichten übrig. Weil der durch eiszeitliche
Vorgänge gebildete Feuersteinschutt auch Gries genannt wird, war er für den
Griesbrunnen, die Griesklinge und den Griesbach namensgebend.
Werner K. Mayer berichtete, dass der Kitzinghof einst zum Gmünder
Augustinerkloster gehörte und beim Verkauf an Skt. Bartolomäus das Recht für
die Bewohner zur Benutzung der Quelle auf dem wasserlosen Albuch von großer
Bedeutung war.
Er führte die Teilnehmer zu einem alten Grenzstein und sprach über die
Forstgrenzen des Ulmer und Heidenheimer Forsts und der Gmünder Pürsch.
Am Bargauer Kreuz wurden die Auswirkungen des Spanischen Erbfolgekriegs von
vor 300 Jahren anhand der dort noch sichtbaren Verschanzungen auch auf unser
Gebiet besprochen.
09.09.07: Biber und Storch - Jahresausflug des
Naturkundevereins
Der eintägige Jahresausflug des Naturkundevereins führte in den östlichsten
Teil unseres Landkreises, nahe der bayrischen Grenze. Prof. Dr. Dieter Rodi
hatte ihn vortrefflich organisiert und konnte namhafte Naturwissenschaftler
als Führer und Referenten gewinnen.
Die erste Station führte zum Auweiher und der Aumühle bei Wört. Hier führte
der Kreisökologe Ulrich Knitz die Teilnehmer zu einem Biberdamm nahe eines
umfangreichen Röhrichtsgebietes.
Seit 1995 sind im Rotachtal wieder Biber heimisch geworden. Erfolgreiche
Aussetzungsaktionen in Bayern sind der Grund dafür. Sie wanderten langsam
über die Donau und ihre Nebenflüsse wieder ein. Im Naturschutzgebiet
Auweiher, einem 22,8 ha großen Naturschutzgebiet können die Biber ungestört
Bäume fällen, wobei sie Pappeln und Weiden bevorzugen.
Noch zu Beginn des Pleistozäns war der Biber in ganz Europa verbreitet. Im
Verlauf der letzten Eiszeit zog er sich zunehmend nach Süden zurück, um sich
danach wieder gegen Norden auszubreiten. Auch im Mittelalter galt der Biber
als häufig und überall in Baden-Württemberg verbreitet.
Sein Status als „Fisch“ während der Fastenzeit und sein kostbares Fell
führten zu einer immer stärkeren Nachstellung. In deren Folge wurde die Art
im Verlauf von etwa 100 Jahren zu Beginn des 19. Jahrhunderts völlig
ausgerottet. Etwa um 1828 bis 1834 wurden auch die letzten Biberbestände des
Donau- und Illergebietes, in der Gegend um Laupheim, Riedlingen und Ulm
vernichtet.
Der Biber lebt sowohl im Wasser wie auch an Land. Er gehört zu den
semiaquatischen Säugetieren. Seine Ansprüche an den Lebensraum sind gering.
Um eine ausreichende Nahrungsgrundlage zu finden, ist eine wenigstens zehn
Meter breite, gut ausgebildete Weich- und unterholzreiche Hartholzaue
Voraussetzung. Ein abwechslungsreiches Bach- und Flussufer mit
hochwasserfreien Lagen und grabbaren Uferbereichen bietet ihm die
Möglichkeit, Baue oder Burgen anzulegen und zu bewohnen. Eine beständige
Wasserführung mit einem Mindestwasserstand von 50 cm garantiert ihm, über
größere Strecken Baumaterial und Nahrung zu transportieren. Der Eingang
seines Baus unter Wasser schützt vor unbefugtem Zugang. Seine Bauten gräbt
er in relativ hohe Ufer-böschungen hinein oder legt sie als typische
Reisigburgen auf Sandbänken oder Bachschwellen an.
Am Rotach-Kanal bei der Pfladermühle wurde eine Röhrenkonstruktion
besichtigt, mit deren Hilfe der Wasseraufstau an einem Biberdamm in Grenzen
gehalten werden soll. Es soll einerseits dem Biber möglich sein, den
Wasserspiegel auf notwendiges Niveau zu regulieren, andererseits die
Überschwemmung landwirtschaftlicher Grundstücke zu verhindern.
Bei einer Wanderung durch das Weihergebiet bei Stödtlen und Gaxhardt zeigten
Hans Wolf und Ulrich Knitz die verschiedenen Interessenlagen von Fischzucht,
Angel-vereinen und Naturschutz auf. Am Breitweiher erläuterte Knitz, wie
durch den Einbau von starken Drahtgeflechten dammseitig der Biber am
Untergraben der Straße gehindert wird. Hans Wolf erläuterte die Flora in den
Verlandungsbereichen und wies auf das Nixenkraut, den Tännel, den
Wasserhahnenfuß und das Sumpfläusekraut hin. Dr. Rodi stellte das
Pfeifengras, Blutwurz und den Großen Wiesenknopf vor und
zeigte an Hand des niedrigen PH-Wertes der Sandsteinböden am Waldrand die
Zusammensetzung der Flora mit Heidekraut, Borstgras, Dreizack, besonderen
Moosen, Faulbaum und Heidelbeere auf.
Nach dem Mittagessen im Ochsen in Tannhausen, auf dessen Dach bereits der
Unterbau für ein Storchennest eingerichtet wurde, berichtete der
Kreisökologe Dr. Paul Elser in einem durch Power-Point unterstützten Referat
über die Renaturierung des Schlierbaches und des Oberlaufs der Sechta. Die
beiden Fließgewässer waren 1928 bzw. 1950 begradigt worden. Man war bemüht,
den mäandrierenden Verlauf, wie er noch 1829 vorhanden war, nachzubauen.
Dazu war nur eine geringe Tiefe notwendig. Die Ausbildung von Prall- und
Gleithängen wurde den Bächen selbst überlassen. Die notwendigen Grundstücke
konnten in Zusammenarbeit des Landratsamtes Ostalbkreis, des Wasserverbands
Sechta-Eger, des Landschaftserhaltungsverbandes Ostalbkreis sowie der
Gemeinde Tannhausen erworben werden. Durch die Ökologie dieser Auelandschaft
wurden die Grundlagen für die Artenvielfalt wesentlich verbessert. Seltene
Wiesenvögel wie Kiebitze, Rot- und Schwarzmilan, Rohrweihe, Baumfalke und
Graureiher besiedeln heute das Gebiet. Hoffnungen, dass sich auch der Storch
in Tannhausen wieder ansiedelt, sind berechtigt, zumal Nördlinger Störche
immer wieder nahe des Ortes gesehen werden.
In seinem Referat über die Wiederansiedlung von Störchen ging Hans Wolf, der
Vorsitzende des Vereinszweig Ostwürttemberg der Gesellschaft für Naturkunde
in Württemberg auch auf die historische Entwicklung ein. Er berichtete, dass
Weißstörche in Schwäbisch Gmünd bereits seit 1212 und zwar in einem Nest auf
dem Franziskanerkloster nachgewiesen sind. Weitere Neststandorte waren 1525
auf dem Alten Rathaus, 1819 auf dem Münsterdach und 1824 auf der Grät. Einen
Letztnachweis kennt man um 1868/1870.
Aus seiner Verbreitungskarte des Ostalbkreises war erkennbar, dass seit 1875
die Anzahl der Störche stetig abnahm. Der Tiefpunkt war 1975 erreicht. Er
führt dies auf periodische Dürren in der Sahelzone und auf die Veränderung
der Feuchtwiesen und damit die fehlende Nahrungsgrundlage zurück. Ein
drittes Hemmnis sah er in den vielen elektrischen Leitungen, durch die
zahlreiche Jungstörche verenden.
Seit 1975 ist wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Wolf führt dies in erster
Linie auf die Klimaerwärmung zurück. Aber auch die Renaturierung von Bächen
und Flüssen mit mäandrierendem Verläufen, die Feuchtgebiete beinhalten,
tragen zu einer weiteren Verbesserung der Standortgrundlagen für die Störche
bei.
Eine kurze Wanderung im renaturierten Gebiet zeigte den Teilnehmern den
augenscheinlichen Erfolg der Baumaßnahmen. Zu guter Letzt konnten am
Staudamm nördlich von Oberdorf, wo die Sechta ebenfalls renaturiert werden
soll, nochmals zwei vom Biber gebaute Dämme, in Besonderheit mangels
Weichholz aus Maisstauden, bestaunt werden.
04.09.07: Stadtgeologie in
der Innenstadt von Schwäbisch Gmünd
Die AG Geologie bot mit Werner K. Mayer wiederum eine Führung durch
Schwäbisch Gmünd an. Im 3. Teil ging es um die östliche Altstadt und
deren Gesteine. Vor allem an der Königsturmstraße, deren Gebäude zwischen
1880 und 1900 errichtet wurden, konnten die verschiedenen
Schilfsandsteinsorten besprochen werden. An den östlichen Stadttürmen
waren es vor allem Stubensandsteine und deren neuerlichen Alternativen,
über die angeregt diskutiert wurde. Auf dem Rückweg am Franziskaner wurde am
Denkmal von Karl Mauch, dem Wiederentdecker der Ruinen von Zimbabwe, dessen
Forscherleben und seinen Beziehungen zu Gmünd gedacht.
22.07.07: Gebirgsausfahrt ins Allgäu
Die zur Tradition gewordene Gebirgsausfahrt des Naturkundevereins
Schwäbisch Gmünd führte wieder einmal ins Allgäu. Die naturkundliche
Exkursion vom Reuttener Hahnenkamm aus ging mit 32 Teilnehmern bei bestem
Wanderwetter über die Gimpelhütte nach Nesselwängle.
Udo Gedack und Hans-H. Rademann wussten über Fauna und Flora Interessantes
zu berichten.
Die Veranstaltung fand zusammen mit der VHS Schwäb. Gmünd statt.
08.07.07: Eröffnungsveranstaltung des Naturatum
Erlebnis-Waldpfads
Der im Jahre 1970 unter Federführung des Nkv eingerichtete Waldlehrpfad
Taubental wurde vor einigen Jahren aufgegeben. Vertreter und
Vertreterinnen der Stadtverwaltung einschließlich des Agenda-Büros, der
Forstbehörde, der Arbor-Waldpädagogen, der Waldorfschule, der
Klösterle-Schule, des Naturkundevereins und der grafix mediengestaltung
haben mit finanzieller Unterstützung der Fagus-Stiftung in zwei Jahren einen
neuen Pfad „Naturatum ErlebnisWaldpfad“ entwickelt. Er betont neben
den fachlichen Informationen vor allem die pädagogischen Elemente des
Erlebens, der Eigenaktivität und der Kindgemäßheit. Die Mitglieder des
Naturkundevereins haben dabei vor allem bei den Stationen Leben im Walde,
Geologie, Spechte, Totholz sowie Schlucht und Bach mitgewirkt. Bei der mit
1500 Personen sehr gut besuchten Eröffnungsveranstaltung war der
Naturkundeverein mit einem Stand vertreten.
01.07.07: Arbeiten im Vereinsgrundstück "Fuggerle"
Das Vereinsgrundstück „Fuggerle“
obliegt der Betreuung aller Arbeitsgemeinschaften. 2006 wurde die
unzureichende Wasserversorgung der Teiche moniert und der Einsatz eines
Baggers angedacht. Es wurde beschlossen, die vorgesehenen Maßnahmen auf drei
Jahre zu verteilen. Der erste Baggereinsatz fand am 18. Februar 2007 statt.
Dabei wurden auch die standortfremden Sträucher (Spiräen) entfernt und zum
Recyclinghof gefahren. Das Ergebnis ist positiv. Inzwischen sind die Spuren
des Baggereinsatzes weitgehend von der natürlichen Vegetation überwuchert
worden.
23.Juni 07: Albertus Magnus-Tagung
Die diesjährige Tagung des Vereinszweigs Ostwürttemberg der Gesellschaft
für Naturkunde in Württemberg wurde mit dem Schwerpunkt Acker und
Ackerflora seit der Jungsteinzeit in Utzmemmingen und am Riegelberg
durchgeführt.
Der Leiter des Vereinszweigs Ostwürttemberg, Dipl.-Ing. Hans Wolf konnte um
10.00 h rund 60 Teilnehmer am Parkplatz unterhalb der Ofnet-Höhlen bei der
Römervilla begrüßen. Danach gab Dipl.-Geologin Gisela Pösges vom
Rieskratermuseum Nördlingen eine Einführung in die Geologie des
Meteoritenkraters Ries und des Kraterrandbergs Regelberg. Prof. Dr.
Claus-Joachim Kind vom Landesdenkmalamt Baden Württemberg referierte über
alte und neue Forschungsergebnisse an steinzeitlichen Schädelbestattungen in
den Ofnethöhlen.
Peter Aleksejew vom Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd führte zusammen mit
den Botanikern Gerd Höhenberger, Nördlingen, Dr. Eberhard Klauck von der
Freien Universität Berlin und Prof. Dr. Manfred Rösch vom Landesdenkmalamt
in die dort vorhandenen Flechten, Moose, Farne und Blütenpflanzen. Darunter
befanden sich einige einzigartige Acker- und Felsarten.
Nach dem Mittagessen im Adler in Utzmemmingen fanden im Saal des Gasthofes
Referate statt. Gerd Höhenberger und Dr. Eberhard Klauck besprachen die
Flechten, Moose und Farne des Riegelbergs. Das Thema von Prof. Dr. Manfred
Rösch lautete: Die süddeutsche Ackerflora seit der Jungsteinzeit bis zum
Mittelalter als Ausdruck der Bewirtschaftungsweise.
Dipl.-Ing. Hans Wolf referierte über Veränderungen der ostwürttembergischen
Ackerflora seit Beginn der floristischen Erforschung im Jahre 1797, ehe
Dipl.-Biologe Martin Weiss die gegenwärtige Ackerflora von Riegelberg, Ofnet
und Umgebung im Zusammenhang mit dem Vertragsnaturschutz vorstellte.
Das Schlusswort von Prof. Dr. Dieter Rodi vom Naturkundeverein Schwäbisch
Gmünd beinhaltete einen Rückblick auf fünfzig Jahre Ackerfloraforschung.
17.06.07: Jahrestreffen des Deutschen
Naturkundevereins e.V. in Mannheim
Beim Jahrestreffen in Mannheim wurde traditionsgemäß eine Geologische
Exkursion sowie eine Botanische Exkursion angeboten.
Die Geologische Exkursion führte in den nördlichen Odenwald zur Burg
Frankenstein.
Philipp und Gerda Benz vom ausrichtenden Mannheimer Verein führten die
Wanderung über den Frankenstein-Pluton. Nachmittags ging es durch das
Beerbachtal nach Reichenbach im Lautertal bei Bensheim. Hier wurde die
Geologie des Felsberges mit dem Felsenmeer erklärt, ehe im römischen
Steinbruch eine noch vorhandene Riesensäule und ein Altar bewundert werden
konnten.
Elisabeth Hengge führte die Botaniker in einem Gebiet der "Viernheimer
Heide" zu einer Flugsand-Düne. Danach ging es nach Lorsch, wo das
Weltkulturerbe Königshalle erklärt wurde. Eine botanische Führung am alten
und neuen Klostergarten mit eingebrachter typischer Flora der Flugsand-Dünen
um Lorsch rundete das abwechslungsreiche Programm ab.
13.06.07: Wandel
der Landschaft in der Niederlausitz durch den Braunkohletagebau bei
Cottbus/Brandenburg
Über den gewaltigen Wandel
der Landschaft durch den Braunkohletagebau bei Cottbus in der Niederlausitz
berichtete Prof. Dr. Dieter Rodi in einem mit Lichtbildern unterstützten
Vortrag. Er fand am Mittwoch, 13.06.2007 um 20.00 h im Saal des VHS-Zentrums
am Münsterplatz in einer gemeinsamen Veranstaltung des Naturkundevereins und
der Volkshochschule statt.
In einem kurzen Überblick wurde am Beispiel von Cottbus die Geschichte der
Besiedlung der Niederlausitz vor allem durch die Wenden (Sorben) und die
Bedeutung des Braunkohletagebaus für diese Landschaft erläutert. Wegen des
Tagebaus musste und muss die direkt betroffene Bevölkerung umgesiedelt
werden.
Die Braunkohle ist im Jungtertiär vor über 10 Millionen Jahren aus
ehemaligen Mooren entstanden. Das Hauptflöz liegt in 80-120 m Tiefe und ist
etwa 5-20m mächtig. Die darüber liegenden sandig-lehmigen Schichten des
Tertiärs mit vielen Fossilien in Form von Stammresten und Blattabdrücken der
damaligen Wälder mussten für den Tagebau abgeräumt werden. Dasselbe gilt für
die sie noch überlagernden Schichten der Eiszeit mit Findlings-Steinen aus
Skandinavien.
In einem Park in der Nähe von Cottbus wurde ein „Tertiärwald“ im Rahmen der
Bundesgartenschau 1997 eingerichtet. Er zeigt Arten des damaligen
warm-gemäßigten Klimas, wie sie heute in etwa im Missisippi-Delta in
Nordamerika vorkommen. So kann sich der Besucher vorstellen, wie die
Landschaft bei uns vor etwa 10 Millionen Jahren ausgesehen hat.
Anschließend wurden das Klima und die heutigen natürlichen Wälder der
Niederlausitz vorgestellt, wobei besonders auf den Fürst-Pückler-Park
Branitz eingegangen wurde. Die Technik der Braunkohleförderung und die
Verwendung der Braunkohle für die Energiegewinnung wurden besprochen. An
mehreren Beispielen zeigte der Referent auf, wie die durch den
Braunkohletagebau entstandenen Wunden in der Landschaft durch Renaturierung
und durch Anlage von Seen geschlossen wurden und wie in dieser neuen
Seenlandschaft der Naturschutz im Rahmen der Sielmann-Stiftung entwickelt
wurde. Die Internationale Bau-Ausstellung „Fürst-Pückler-Land“ realisiert
neue Ideen für den Tourismus.
13.06.07: Rückblick auf die Amphibien-Schutzaktion
Bei der Amphibienschutzaktion im
Schießtal wurden in etwa 300 Arbeitsstunden von freiwilligen
Helferinnen und Helfern vom 4. März bis 19. April 2590 erwachsene Amphibien
über die Richard-Bullingerstraße zum See und vom 6. bis 29. April 1181
erwachsene Amphibien vom See in den Wald zurückgetragen.
In den letzten zwei Jahren wartete man vergeblich auf die Massenwanderung
der
Jungamphibien aus dem Schießtalsee, obwohl die durch Zahlen belegte
Wanderung der Alttiere und das beobachtete Ablaichen gute Werte erzielt
hatten. In einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Ostwürttemberg
(ANO) wurde die schlechte Wasserqualität des Sees genannt und in der Presse
veröffentlicht. Dies führte zu einer unakzeptablen Äußerung des
Pressesprechers der Stadt Schwäbisch Gmünd, man habe sich mit der Situation
des Schießtalsees abgefunden und werde nichts mehr zur Rettung der Amphibien
tun. Dies widerspricht dem Auftrag des Naturschutzgesetzes.
In einem offenen Brief an Herrn OB Leidig haben der Nkv und der ANO diesem
falschen Verständnis von Naturschutz widersprochen. Dies führte dazu, dass
die Stadt am 3. Mai 2007 zu einem Fachgespräch unter dem Vorsitz von Herrn
Bürgermeister Frieser einlud, an dem Vertreter der naturschützenden Vereine
sowie des Fischereivereins, die Vertreter der tangierten städtischen
Behörden und des Landratsamtes die Situation erörterten. Es wurde
beschlossen, auf Kosten der Stadt durch den Amphibienschutzbeauftragten des
Landes Baden-Württemberg, Herrn Hubert Laufer (Offenburg) ein Gutachten über
die Ursachen des Ausbleibens der Amphibienentwicklung erstellen zu lassen.
Ein Ortstermin dazu mit Herrn Laufer, Vertretern der Stadt und der
naturschützenden Vereine fand am 5. Juni statt. In der Diskussion wurden
Vermutungen geäußert, dass neben dem zu hohen Fischbesatz (vor allem mit
Rotfedern) eventuell auch die Verschmutzung durch die Regenüberlaufbecken
und durch die Erddeponie Herlikofen bedeutsam sein könnte. Es wurde der
Wunsch geäußert, dass der Schießtalsee jährlich im Herbst zur Fischentnahme
abgelassen werden solle. Der BUND Ostwürttemberg hat in Zusammenarbeit mit
einer Praktikantin Wissenswertes zum Schießtalsee unter
www.schießtalsee.de ins
Internet gestellt.
29.04.07: Öffentliche Führung auf dem Geologischen Pfad
Zu einer landschaftsgeschichtlichen Führung auf dem Geologischen Pfad
lud die Arbeitsgemeinschaft Geologie, zusammen mit der Volkshochschule ein.
Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Werner K. Mayer, führte von der Keuper/Unterjura-Grenze
bis zu den Unteren Felsenkalken des Weißen Jura auf Höhe des Hohenrechbergs.
22.04.07 Vogelkundliche Führung auch für Anfänger im Taubental
Zur einer vogelkundlichen Führung im Taubental lud der Vorsitzende des
NKV,
Prof. Dr. Friedrich Bay ein. Sie war vor allem für Anfänger geeignet und
dementsprechend ausgerichtet
Die Veranstaltung des Naturkundevereins, gemeinsam mit der Volkshochschule,
war wie immer kostenlos.
12.04.07: Naturschutz-Sorgen im Schießtal
Seit Tagen wurden die Amphibien im Schießtal von engagierten
Naturschützern über die Straße zum See getragen. Trotz der Betreuung hat
sich der Bestand im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. Nur rund 2400
Erdkröten und Grasfrösche wurden auf
der nördlichen Seeseite gezählt. Die Ursachen des Rückgangs werden derzeitig
erörtert. Seit Freitag, den 04.04.07 hatte die Rückwanderung eingesetzt.
Leidlich war, dass Dietmar Bidlingmaier bereits mehrfach Warnbaken und
Warnschilder, die offensichtlich unliebsamen Zeitgenossen ein Dorn im Auge
waren, aus dem See fischen musste. Anscheinend gibt es immer noch Menschen,
welche die ehrenamtlichen Bemühungen um Natur- und Artenschutz nicht zu
schätzen wissen.
21.03.07: Mit Udo Gedack Im
wilden Süden von Äthiopien
Am Mittwoch, den 21.03.07
berichtete Udo Gedack vom Naturkundeverein über den noch weitgehend
unbekannten Süden von Äthiopien.
Das Land mit seiner uralten Kultur sowie den bisher ältesten Überresten
unserer menschlichen Vorfahren, ist sicher eines der faszinierendsten in
ganz Afrika. Abgesehen von seiner landschaftlichen Vielfalt ist die Vielzahl
seiner Völkergruppen mit allein 83 Hauptsprachen und 200 Dialekten besonders
bemerkenswert. Am Unterlauf des Omoflusses konnten kleinräumig viele
Volksgruppen bis heute ihre eigenständige Kultur bewahren. Weitab der großen
Städte wurde das Gebiet während der Diktatur förmlich vernachlässigt.
Udo Gedack reiste das Äthiopische Rift Valley südlich fast bis zur
kenyanischen Grenze hinab und lernte im Gebiet der großen Seen und des
unteren Omoflusses einige bemerkenswerte Volksgruppen kennen; seien es die
Konso mit ihren in Ostafrika einmaligen Terrassenkulturen, die Hirtenvölker
der Hamar und Tsemay, die Karo, deren Männer eigentümliche Frisuren und
Körperbemalung aufweisen oder die in großer Einöde lebenden Gelep und Ebore.
Die Kamele züchtenden Borena schließlich gewinnen aus dem See des uralten
Vulkankraters El Sod das lebenswichtige Salz für Mensch und Vieh und sind
nicht zuletzt durch ihre singenden Brunnen bekannt.
Untermalt wird dieses bunte Kaleidoskop an Völkern durch Aufnahmen
verschiedener Landschaften, Pflanzen und Tiere.
Die gemeinsame Veranstaltung von Naturkundeverein und Volkshochschule fand
im Saal des VHS-Gebäudes am Münsterplatz statt.
14.03.07: Noch schleppender Verlauf der Amphibienwanderung im
Schießtal
Frau Dr. Christiane Dürr konnte eine motivierte Helferschaft und einen
straffen Zeitplan organisieren. Alle nötigen Vorbereitungen wurden
getroffen. Doch die Amphibien ließen sich Zeit. Nur 275 Tiere, knapp 5 % der
Vorjahreszahl wanderten bisher (13.03.07) zum Auffanggraben und wurden zum
See getragen. Viele Kinder und Jugendliche waren sehr enttäuscht, wollten
sie sich doch gerne in die spannende Arbeit einspannen lassen. Dietmar
Bidlingmaier meldete, dass am 05.03.07 mit wenigen Tieren zwar die Wanderung
begann, am Mittwochabend, 07.03.07 mit 122 Tieren die bisher höchste Zahl
erreicht wurde, die Frostnächte über das Wochenende den weiteren Verlauf
jedoch zum Erliegen brachten. Wenn allerdings am kommenden Wochenende
wärmere Nachttemperaturen und Feuchtigkeit zusammen kommen, wird sicher der
erhoffte Schub einsetzen. Dann sind auch die eingeteilten Helfer gefordert.
Auch die Stadtverwaltung ist mit ihren Vorkehrungen auf dem Laufenden und
wird erst, wenn eine nennenswerte Wanderung gemeldet wird, eine
Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Richard-Bullinger-Straße auf 30 km/h
ausschildern.
06.03.07: Offener Brief an Herrn Oberbürgermeister Leidig - ANO und
Nkv bitten um Interpretation einer Pressemitteilung
Der Pressesprecher der Stadtverwaltung, Klaus Eilhoff, hat im Rahmen
eines Artikels der Gmünder Tagespost vom 26.02.07 über den Amphibienschutz
im Schießtal eine von Nkv und ANO nicht akzeptierte Aussage zu Protokoll
gegeben.
Sie lautete: "Da er [der Schießtalsee] seit dem Jahr 2002 nicht mehr als
Badesee zugelassen sei, habe es seither keine Wasserüberprüfung mehr
gegeben, sagt Stadtsprecher Klaus Eilhoff. Die Stadt habe nicht vor, den See
je wieder für Schwimmer zu empfehlen. Man habe sich mit dem derzeitigen
Zustand abgefunden. Untersuchungen seien deshalb nicht geplant, so Eilhoff.
Weder mit dem Ziel, das Gewässer als Badesee wieder zu öffnen, noch um die
Amphibien zu retten."
Deshalb baten Prof. Dr. Dieter Rodi für die ANO Schwäbisch Gmünd und Prof.
Dr. Frieder Bay für den Naturkundeverein in einem Brief vom 06.03.07 an den
Oberbürgermeister und Stellungnahme zu folgenden Fragen:
1. Welcher verwaltungsinterne Beschluss ist die Basis für die o.g.
Pressemitteilung?
2. Hat der Gemeinderat über diesen Beschluss debattiert oder gar einen
Beschluss gefasst? Wenn ja, wann? Wie lautet dieser?
3. Sind Sie, Herr OB Leidig, sich der Tatsache bewusst, dass Sie sich mit
den o. g. Intentionen im Widerspruch zum Geist des Naturschutzgesetzes des
Landes Baden-Württemberg vom 13. Dezember 2005 befinden?
Dort liest man im §1 unter anderem:
(2) Der wildlebenden heimischen Tier- und Pflanzenwelt sind angemessene
Lebensräume zu erhalten. Dem Aussterben einzelner Tier- und Pflanzenarten
ist wirksam zu begegnen. Ihre Populationen sind in einer dauerhaft
überlebensfähigen Größe zu erhalten. ..
4. Ministerpräsident Oettinger lud am 03.03.07, also vor wenigen Tagen,
Experten für Natur und Umweltschutz in die Staatskanzlei ein und
unterstützte Initiativen, die dem Klimawandel, der Verschwendung von
Ressourcen, dem Schwund der Artenvielfalt und dem Flächenverbrauch
entgegenwirken.
Und was tut die Stadt Schwäbisch Gmünd?
Postitiv sei erwähnt, dass die Stadtverwaltung bei der Vorbereitung der
Krötenwanderung März-April 2007 kooperativ mitgewirkt hat.
Wegen der Bedeutung der Problematik erlauben wir uns, diesen Brief als
Offenen Brief an die örtliche Presse und das Landratsamt Ostalbkreis
weiterzugeben.
03.03.07: Einführung zum Amphibienschutz und
Arbeitseinsatz am Schießtalsee
Die Einführungsveranstaltung fand am 03.03. um
9.00 Uhr im Vereinsheim der Naturfreunde statt. Frau Dr. Christiane und
Dietmar Bidlingmaier brachten den neuen Helfern, darunter auch zahlreichen
Jugendlichen, den Ablauf der jährlichen Schutzaktion nahe.
Nachmittags wurden die Leiteinrichtungen im Schießtal wieder in Ordnung
gebracht. Am vereinbarten Treffpunkt versammelten sich zahlreiche Helfer und
leisteten eine Vielzahl von Arbeitsstunden zur Vorbereitung der Kröten- und
Froschwanderung.
Prof. Dr. Dieter Rodi 75
Jahre alt
Seinen 75. Geburtstag verbrachte Prof. Dr. Dieter Rodi mit seiner Frau
im Schwarzwald. Dennoch gratulierten ihm im Nachhinein dazu zahlreiche
Menschen, darunter auch die Vorstandschaft des Naturkundevereins. Die beiden
Vorsitzenden, Prof. Dr. Frieder Bay und Dr. Chrisiane Dürr überreichten
ihrem Ehrenvorsitzenden eine Fotomappe mit Bildern vieler Aktivitäten der
vergangenen Jahre. Neben vielem anderen tragen das Wentalbuch sowie die Tage
der Artenvielfalt im Wental und vergangenes Jahr am Hohenrechberg seine
maßgebliche Handschrift. Im übrigen ist er das ganze Jahr durchgehend mit
Vorträgen, Begehungen und Gutachten beschäftigt und sein Wort hat weiterhin
in vielen Gremien Gewicht.
Der Naturkundeverein wünscht seinem Ehrenvorsitzenden Gesundheit und einen
weiterhin fruchtbaren Unruhestand.
In der
Schriftenreihe der Landeswasserversorgung erschien von Werner K. Mayer
im Heft 25, 2006 ein Aufsatz über "Die Erneuerung der Hauptleitung 1 – ein
lohnender Exkurs in die Erdgeschichte in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd".
Der Aufsatz beschreibt die schichtkundlichen und paläontologischen
Ergebnisse der Rohrverlegearbeiten in den Jahren 2003 bis 2005 von Heubach
bis Straßdorf.
Das Heft kann bei der Landesversorgung Stuttgart bestellt werden, kann aber
auch über das Internet (www.lw-online.de [Service - Informationsschriften -
Fachinformationen - Heft 25/06] ausgedruckt werden.
Ein ausführlicher Sonderdruck ist ebenfalls über die Landeswasserversorung
Stuttgart zu beziehen.
08.02.07: Die
Kapverdischen Inseln - Erdgeschichte, Land und Leute
Zur
Inselgemeinschaft der makkaronesischen Inseln, den „Inseln der
Glückseligkeit“ im Atlantik, zählen neben den Azoren, Madeira und den
Kanaren auch die Kapverdischen Inseln. Sie liegen rund 450 km westlich des
Senegals und waren jahrhundertlang
Zwischenstation bei Atlantiküberquerungen zwischen Afrika und Südamerika.
Das seit 1975 selbstständige, afrikanische Land ist dabei, touristisch
erschlossen zu werden. Noch hat es vieles seiner Ursprünglichkeit zu bieten.
Werner K. Mayer war auf drei der 9 wesentlichen Inseln. Er berichtete von
Land und Leuten, der erdgeschichtlichen Entstehung und von Trekkingtouren
auf der gebirgigsten der Inseln, Santo Antao. Mit 779 km2 ist sie die
zweitgrößte der Kapverden.
Alle Landschaftsformen, welche die Natur hier zu bieten hat, haben sich auf
dieser vereint: zerklüftete Gipfel, schmale Grate zwischen tiefen Schluchten
und Tälern, Vulkankegel in allen Schattierungen, wüstenhafte, steinige
Mondlandschaften, kühle Waldregionen und üppigste Tropenvegetation inmitten
von steilen Felsenküsten, an denen sich die Wellen des Atlantiks
unaufhörlich brechen.
Rund 100 Zuhörer genossen im neu restaurierten Klösterle-Saal den vom
Naturkundevereins gemeinsam mit der VHS angebotenen Power-Point-Vortrag.
17.01.07: Aus der Blumenwelt Bulgariens - Vortrag
von Dr. Helmut Haas
Auch
wenn nun seit Jahresbeginn Bulgarien zur Europäischen Union gehört, so
wird
dieser Staat im
Herzen des Balkans doch weit weniger bereist als beispielsweise
Griechenland. Entsprechend gering sind auch die Kenntnisse über Bulgarien
und selbst Reiseführer beschreiben vorwiegend die besser touristisch
erschlossene Schwarzmeerküste als das Binnenland mit seiner Bergwelt, die
gerade im Südwesten des Landes durchaus alpine Ausmaße annimmt.
In den meist dünn besiedelten Bergregionen mit oft wenig berührter Natur hat
sich bis heute eine sehr interessante Fauna und Flora erhalten. Aber auch an
der Küste gibt es (noch) bemerkenswerte Pflanzenvorkommen. Das Vorkommen von
Gebirge und Meeresküste in relativ geringen Entfernungen sowie das Angrenzen
an verschiedene Florengebiete bedingt eine große Biodiversität.
Einen Einblick in die Blumen-Vielfalt Bulgariens vom Gebirge zum Meer gab
der Dia-Vortrag
von Dr. Helmut Haas am 17.01.07 im VHS-Gebäude am Münsterplatz. Es war eine
gemeinsame Veranstaltung von Naturkundeverein und Volkshochschule.
25.11.06: Nachlese zum Tag der Artenvielfalt auf dem
Hohenrechberg -
Eintrag der gefundenen Arten in die Artencheckliste von GEO
Der diesjährige Tag der Artenvielfalt am Hohenrechberg hinterließ
Eindrücke.
Prof. Dr. Dieter Rodi, der Initiator, wurde vom zuständigen Redakteur der
Zeitschrift GEO, Tom Müller gebeten, die erzielten Funde dieses Tages in die
Arten-Checkliste im Internet einzutragen. Sie ist unter
www.geo.de/artenvielfalt
(Informationen zum Mitmachen, Arten-Checkliste, Eintragen Ihrer Ergebnisse)
abzurufen.
In dieser Liste sind alle bisher bundesweit an Tagen der Artenvielfalt
gefundenen Arten, von den Bakterien bis zu den Samenpflanzen und von den
Einzellern bis zu den Wirbeltieren, eingetragen. Gegenwärtig sind dies rund
14.000 Arten.
Von den am Hohenrechberg gefundenen über 690 Arten waren 78 noch nicht in
der Checkliste vorhanden.
Die GEO-Redaktion wiederum arbeitet mit BIF-Deutschland zusammen, dem
Deutschen Knoten der „Global Biodiversity Information
Facility“ (www.gbif.de).
Auf diese Weise werden künftig die Neufunde vom Hohenrechberg international
bekannt.
18.11.06: Ornithologische Exkursion ins Gundelfinger Moos
J. Miller, Alfdorf und A. Dammenmiller aus Iggingen luden im Rahmen des
Herbstprogramms des Naturkundevereins und der NABU, Ortsgruppe Schwäbisch
Gmünd, sowie gemeinsam mit der VHS Schwäbisch Gmünd, zur diesjährigen
Herbstexkursion ins Gundelfinger Moos ein.
Ziel waren die im Gundelfinger Moos befindlichen ehemaligen Kiesabbaustellen
sowie die sich dazwischen befindlichen Streuwiesen. Das Gebiet wurde auf
einem Rundweg durchwandert.
Bei dieser Exkursion konnte man den herbstlichen Vogelzug beziehungsweise
die ersten Wintergäste beobachten, die in diesen Biotopen recht zahlreich
anzutreffen sind. Hervorzuheben sind hierbei Arten wie Raubwürger, Kornweihe
und die zahlreichen Silberreiher.
09.11.06 mit Dr. Rudolf Schlegelmilch:
Stereoskopische Streifzüge durch vier Erdteile
Eine optische Besonderheit boten NKV und VHS im neuen Klösterle-Saal an:
einen Vortrag mit Stereo-Lichtbildern in farbechter
Polarisationstechnik.
Dr. Rudolf Schlegelmilch, der vor kurzem für seine vielseitigen Leistungen
mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, zeigte ihn als
farbenprächtigen Extrakt aus vielen seiner Reisen an. Er präsentierte eine
Auswahl aus 18 Jahren 3D-Fotografie.
Dr. Schlegelmilch reicherte ihn neben naturkundlichen Aspekten vor allem mit
länderkundlichen und kunsthistorischen Betrachtungen langer Jahre an.
Inhaltlich befasste er sich mit Geologie und Natur aus Württemberg, Italien,
Kapadokien und den USA - Großfossilien der Urzeit - Feuer und Wasser auf
Island und den Liparischen Inseln. Die Präsentation enthielt "die
Wolkenkratzer" der Gotik, zeigte den "Überschwang" des Rokoko und
Prunkbauten des alten Ägyptens ebenso wie die Tropen Sri Lankas und den
Reichtum Saudi Arabiens.
Die zahlreichen Besucher, die mit 3-D-Brillen ausgestattet wurden, waren
sowohl
über den Inhalt wie auch über die unglaubliche Tiefenwirkung der gezeigten
Bilder erstaunt.
02.11.06:
Fossilfunde von der B-10-Baustelle im Filstal - Führung in
Göppingen-Jebenhausen
Bei einer Führung durch Dr. Anton
Hegele, den Leiter des Göppinger Naturkundemuseums, gewann die
Arbeitsgemeinschaft Geologie des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd
interessante Einblicke in die Schichtverhältnisse im Filstal.
Bekanntlich wurden während der Bauarbeiten an der B 10-Umfahrung Eislingen
zwischen 2002 und 2005 spektakuläre Funde gemacht. Einerseits war es eine
Mergelschicht im obersten Posidonienschiefer, die in einer "Belemnitenseife"
eine Vielzahl isolierter Wirbeltierknochen lieferte und als "Eislinger
Saurierfriedhof" bezeichnet wurde. Eine Ausstellung in der Eislinger
Stadthalle zog viele Besucher an.
Andererseits konnten Privatsammler während der Bauzeit die Schichtfolge vom
Grenzbereich im Oberen Sinemurium bis zum Oberen Toarcium untersuchen. Sie
konnten
mit den gefundenen, zum Teil
seltenen Ammoniten die Zonen und Subzonen des Jurensismergels, des
Amaltheentons, des Posidonienschiefers und der Jurensismergel lückenlos
nachweisen. Aber auch die Begleitfauna wurde durch hervorragend präparierte
Objekte präsentiert. Dazu gehörte auch die Schlitzbandschnecke Pleurotomaria
amalthei aus der margaritatus-Zone mit 65 mm Ø
und als Neufund eine Pleurotomaria n. sp. aus dem Costaten-Kalk mit einem Ø
von 150 mm. Johann Klaschka, der die beiden Schnecken fand und aufwändig
präparierte,
war anwesend und gab über die Fundverhältnisse erschöpfend Auskunft.
Matthias Grupp trug ebenfalls viele Objekte zur Ausstellung bei. Den vom ihm
gefundenen Temnodontosaurus, einen Fischsaurier aus dem
Posidonienschiefer, meldete er ordnungsgemäß dem Staatlichen Museum für
Naturkunde. Die Wissenschaftler aus Stuttgart bargen das "Monster von
Eislingen". Es wird im kommenden Jahr in der großen Landesausstellung zu
sehen sein.
Beim Vergleich zwischen den Objekten der bedeutenden historischen Sammlung
von Pfarrer Theodor Dr. Engel und den Neufunden aus dem Filstal fiel auf,
dass auf dem Gebiet der Präparationstechnik große Fortschritte erzielt
wurden.
Es wäre wünschenswert, wenn die Stadt Göppingen sich einer verbesserten
Unterbringung der Fossilien sowie einer Fortschreibung durch die vielen
Neufunde aus dem Filstal annehmen würde.
26.10.06: Vortrag über
Vogelbeobachtungen an Gewässern
Am Donnerstag, 26. Oktober, hielt Armin Dammenmiller aus Iggingen im
Rahmen der NABU-Monatsversammlung in Zimmern im Gasthaus Krone einen Vortrag
über Beobachtungen von Vögeln an Gewässern in Süddeutschland. Im Rahmen
dieses Vortrags wurden sowohl Brutvögel, Durchzügler als auch Wintergäste
vorgestellt.
Der Referent berichtete hierbei über seine mehrjährigen Beobachtungen, wobei
auch Aufnahmen von seltenen Arten wie Blaukehlchen, Tüpfelsumpfhuhn oder
arktische Durchzügler wie Zwergstrandläufer zu sehen waren.
18.10.06: Fauna
und Flora am Mittelmeer
Die Umgebung von Perpignan
und damit der südlichste Teil der französischen Mittelmeerküste ist durch
eine besonders abwechslungsreiche Landschaft ausgezeichnet. Zum einen sind
da die Berge der Ostpyrenäen, zum andern die fast ebene Küstenlandschaft mit
Dünengebieten, Strandseen und steinigen Garigues.
Seit 1987 führten neun biologische Exkursionen der Universität Ulm jeweils
Anfang September in dieses Gebiet.
Im Vortrag von Dr. Bellmann wurden aus den zurückliegenden nunmehr fast 20
Jahren die interessantesten Funde aus den vielseitigen Landlebensräumen und
Süßgewässern vorgestellt. Dr. Heiko Bellmann ist Dozent an der Uni Ulm. Er
ist Verfasser zahlreicher Standardwerke über Käfer und Schmetterlinge und
hervorragender Naturfotograf.
Der Vortrag fand am Mittwoch, 18.10.06 im VHS-Zentrum in Zusammenarbeit von
NKV und VHS statt.
14.10.06:
Pflege des Naturdenkmals Auwald Remswasen
Die Arbeitsgemeinschaft
Umweltgestaltung und Landschaftspflege des Naturkundevereins Schwäbisch
Gmünd führte in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Naturschutz
Ostwürttemberg am Samstag, 14. Oktober eine Pflegeaktion im Naturdenkmal
Auwald Remswasen durch.
10.10.06: Geologie-AG fuhr
zur Ausstellung "In einem Meer vor unserer Zeit"
In Eislingen fand eine besondere Geologie-Ausstellung bundesweite
Beachtung. Rundfunk, Fernsehen und die Zeitungsmedien berichteten wochenlang
darüber. Schließlich wurde in Eislingen während der Bauarbeiten an der
B 10-Trasse ein Saurierfriedhof entdeckt und systematisch untersucht.
Die Ausstellung "In einem Meer vor unserer Zeit" öffnete ein Fenster mit
Blick in das Ökosystem Jurameer vor 181 Millionen Jahren. Sie wurdevon der
Stadt Eislingen/Fils in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Göppingen und
der Universität Tübingen getragen.
Neben den Eislinger Fundstücken von Fischsauriern, Krokodilen und
Flugsauriern sowie einer Vielzahl von wirbellosen Organismen wurde der
Gesamtkomplex durch Leihgaben der Bayerischen Staatssammlung für
Paläontologie und Geologie, des Hauff-Museums Holzmaden und der Universität
Tübingen ergänzt.
Die Geologie-AG des Naturkundevereins bot einen Besuch am Dienstag, den
10.10.06 an. 20 Interessenten fanden sich um 18.00 h am Eingang vor der
Stadthalle in Eislingen ein. Sie wurden mit einer interessanten Führung in
die Zielsetzung der Ausstellung eingeführt und waren von den Funden und den
sie begleitenden Objekten und Darstellungen begeistert.
07.10.06:
Albertus Magnus Tagung in Tannhausen bei Ellwangen
Die diesjährige Tagung hatte "Wiesentäler und Wiesenvögel" zum Thema und
fand am 07.10.06 in Tannhausen statt. Die Teilnehmer trafen sich um 10.00
Uhr zur Exkursion in Tannhausen. Vom Treffpunkt bei der Kläranlage von
Tannhausen an der Straße Richtung Unterschneidheim wanderten sie entlang der
renaturierten Sechta zu den Riepacher Lachen.
Die Kurzvorträge am Nachmittag hatten folgende Themen:
Hans Wolf (Ellwangen) sprach über Wiesenvögel von der Ostalb, Virngrund und
Ries;
Walter Feld (Leopoldshafen) über Störche Baden-Württembergs und Thomas
Ziegler aus Feuchtwangen über Wörnitzstörche und ihr Lebensraum.
Nach der Mittagspause referierte Harald Buchmann (Stuttgart) über
Methoden der Biotopgestaltung in heutiger ostwürttembergischer Landschaft.
Dr. Paul Elser (Aalen) schloss sich mit seinem Thema: Gewässertypologie und
Renaturierung ostwürttembergischer Fließgewässer an, ehe Peter Engel
(Ellwangen)
u. Ralf Worm (Aalen) die Sechtarenaturierung in Planung, Ausführung und
Pflege behandelten.
Nach einer Diskussion gebührte Prof. Dr. Dieter Rodi (Schwäbisch
Gmünd) das Schlusswort, ehe gegen 17.30 h die Tagung endete.
05.10.06: Die Wirksamkeit des Wassers in der Landschaft
Er ist vielen Gmündern vor allem durch seine jahrzehntelangen
Exkursionen nach Island bekannt - Dr. Dietrich Schulz. Der
langjährige Geographie-Dozent an der Pädagogischen Hochschule war der
Referent obigen Vortrags, der damit an das Jahresthema der Geologen
des Naturkundevereins, das "Wasser" anknüpfte.
Dr. Schulz beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der fundamentalen
Bedeutung, die dem Wasser bei der Ausformung des Reliefs - der Gestaltung
der Erdoberfläche - zukommt. Es handelte sich also um Fragestellungen der
Allgemeinen Geologie bzw. der Geomorphologie.
Ausgangspunkt war das atmosphärische Wasser, das sich in verschiedenen
Aggregatszuständen in einem ewigen Kreislauf bewegt. Fast alle Verzweigungen
des Wasserkreislaufs haben Anteil an der Oberflächengestaltung der
Erdkruste.
Beispiele aus den Bereichen Gesteinsverwitterung, Talbildung, Transport des
Gesteinsschutts und Ablagerung, Umformung von Steilküsten durch die
Brandung, Landschaftsformung durch Bodeneis und Gletscher und Fjorde zeigten
die Wirkungsweise des Wassers bei der Formung der Landschaft auf. Er stellte
die dabei entstehenden Oberflächenformen und Landschaften vor und erläuterte
sie.
Zur Veranschaulichung der in der Natur ablaufenden Prozesse und zur
Vorstellung der verschiedenen Landschaften kamen Dias zum Einsatz.
Die Veranstaltung des Naturkundevereins fand gemeinsam mit der VHS im
Refektorium des Predigers statt.
27.09.06: Vorstellung des Medienpaketes "Landschaft verbrauchen -
Landschaft erhalten"
Am Mittwoch, 27.09. stellten Landschaftsarchitekt Andreas Walter und
Professor Dr. Dieter Rodi um 20 Uhr im Kleinen Saal des Predigers in einer
Veranstaltung des Naturkundevereins, des Arbeitskreises Naturschutz
Ostwürttemberg und der Volkshochschule das Medienpaket „Landschaft
verbrauchen, Landschaft erhalten“ vor. Es wurde vom Agenda-Arbeitskreis
Landschaftsschutz des Ostalbkreises in den Jahren 2001-2006 erarbeitet.
Der Agenda 21-Arbeitskreis war der Auffassung, dass die Überbauung
wertvoller Landschaft so nicht weitergehen darf. Um nachhaltig genügend
freie Landschaft für Zwecke der Land- und Forstwirtschaft und der Erholung
des Menschen für die Zukunft zu sichern, muss ein Umdenkungsprozess in
unserer Gesellschaft erfolgen. Zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit
wurde das Medienpaket entwickelt. Es eignet sich vor allem als Arbeitshilfe
für Lehrer, die das Thema „Flächenverbrauch - Veränderung der
Kulturlandschaft“ mit all seinen Auswirkungen und Folgen im Unterricht
behandeln. Es kann aber genauso gut von Naturschutz- Vereinen in ihren
Veranstaltungen Verwendung finden. Ebenso ist es für alle interessierten
Bürgerinnen und Bürger gedacht, die sich mit dem Flächenverbrauch
auseinandersetzen wollen. Das Informationsmaterial ist in den
Kreismedienzentren Aalen und Schwäbisch Gmünd ausleihbar.
Der Hauptbestandteil ist eine CD. Daneben bieten Videos, eine DVD und ein
Buch weitere umfangreiche Informationen.
In einer Power-Point-Präsentation stellte Herr Andreas Walter die Handhabung
und die Inhalte der CD vor. Der Teilbereich Handlungsansätze beinhaltet
Veröffentlichungen, z.B. die Ergebnisse der „Regionalen Initiative des
Ostalbkreises zur Reduzierung des Flächenverbrauchs“. Im zweiten Teilbereich
wurden an allgemeinen, aber auch an lokalen Beispielen Ursachen und
Auswirkungen des Flächenverbrauchs aufgezeigt. In den Teilbereichen drei bis
fünf wurde anhand von bekannten Beispielen aus Oberkochen, Aalen und
Schwäbisch Gmünd das Thema Flächenverbrauch betrachtet. Herr Walter
vertiefte dabei die Bereiche Aalen und Oberkochen.
Herr Dr. Rodi zeigte anhand von Karten, Luftbildern und
Fotos die Probleme des Flächenverbrauchs bei der Entwicklung des
Stadtkerns und der Weststadt von Schwäbisch Gmünd im Hinblick auf Wohnungen,
Industrie, Straßen und Bahn auf.
An der Entwicklung der Firma Erhard und Söhne seit dem
vorletzten Jahrhundert konnte sehr gut einerseits der Landschaftsverbrauch,
andererseits aber auch die Bemühungen zur Nutzung von Industriebrachen
demonstriert werden.
25.09.06: Naturkundeverein unterstrich seine satzungsgemäßen Ziele
Im Zusammenhang mit den seit Monaten laufenden Verhandlungen zwischen
Stadtverwaltung, Bildungsträgern und NKV fand im NKV-Beirat eine Diskussion
über die künftige Strategie, Ausrichtung und Zielsetzung statt. Bekanntlich
wurden durch die Vorkommnisse im Museum die naturkundlichen
Gestaltungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Daher sind neue Kooperationen
unumgänglich.
Sie müssen aber mit den Zielen des Vereins in Einklang stehen. Dazu gehört
auch die Tatsache, dass der Naturkundeverein bisher Führungen,
Ausstellungen, Vorträge und anderweitige Aktivitäten kostenlos abhielt.
Lediglich Ausfahrten und Exkursionen wurden zum Selbstkostenpreis berechnet.
Die Abstimmung darüber ergab einhellig, dass der Naturkundeverein auch
weiterhin seine Veranstaltungen gebührenfrei für Mitglieder und Bürgerschaft
anbieten wird
Dies entspricht seinen in der Satzung formulierten gemeinnützigen Zielen.
Der Vorsitzende wurde gebeten, die weiteren Gespräche daraufhin
auszurichten.
23./24.09.06: Naturkundeverein bei den Weleda-Tagen
Auch in diesem Jahr beteiligte sich der Naturkundeverein an den
Weleda-Tagen.
Im Weleda Heilpflanzengarten und Erlebniszentrum Wetzgau war er im
großen Zelt vertreten. Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf der
Präsentation von Pflanzenfossilien sowie auf den fossilen Besonderheiten der
Gesteinsschichten, auf denen Weleda in Wustenriet ihre Neubauten zur
Pflanzenverarbeitung errichtet hat.
In 7 Vitrinen wurden unter anderem Araucarien-Hölzer, die berühmten Zapfen
aus Patagonien sowie Schachtelhalme, Palmholz und Ginko ausgestellt. Es sind
Pflanzen, die viele Jahrmillionen überlebt haben und heute noch rezent
existieren. Zum Teil werden die heutigen Arten bei der Weleda in Heilmitteln
und Kosmetika verarbeitet.
Darüber hinaus waren aus dem in Wetzgau anstehenden Angulatensandstein
Lebensspuren, Marken und körperlich erhaltene Fossilien zu bewundern.
Auf seinem Büchertisch bot der NKV Hefte und Bücher aus seiner Lupe- und
Unicornis-Reihe an.
Als besonderen Leckerbissen bot der NKV den Besuchern schöne Mineralstufen
aus einer alten Sammlung zum Verkauf an. Der Erlös kommt einem
gemeinnützigen naturkundlichen Projekt zugute.
17.09.06: Tag des Geotops - Führungen am Scheuelberg und Himmelreich bei
Schwäb. Gmünd-Bargau
Am Tag des Geotops werden alljährlich bundesweit zahlreiche
Veranstaltungen zu erdgeschichtlichen Besonderheiten durchgeführt.
Zum 8. Mal riefen die geologischen Vereinigungen und Landesämter dazu
auf.
Der Naturkundeverein hatte die nahen Ausliegerberge vor dem Albtrauf am
nördlichen Rand des Albuchs ausgesucht. Am Scheuelberg und Himmelreich gibt
es fünf besondere erdgeschichtliche Erscheinungsformen mit Geotop-Charakter.
Sie wurden an diesem Tag bei einer geführten geologischen Wanderung
erläutert.
Sowohl Prof. Dr. Theo Simon vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und
Bergbau in Stuttgart wie auch Werner K. Mayer von der Geologie-AG konnten
den zahlreichen Teilnehmern die Entstehung des Albtraufs, den
Schichtaufbau, die tektonischen Störungen u.a. nahe bringen. An einem
Steinbruch konnten die Auswirkungen der Plattentektonik, der Alpenfaltung
und des Rheintalgrabenbruchs nachvollzogen werden. Auch die Erklärungen über
die Flussgeschichte unserer Heimat durch Herrn Dr. Simon fanden großes
Interesse.
Der Durchstieg durch die Unteren Felsenkalke am hohen Kreuz und der Besuch
zweier Höhlen am Südrand des Scheuelbergs waren weitere Höhepunkte.
Das Vorkommen der Heidelbeere und weiterer säureliebender Pflanzen konnte
dadurch erklärt werden, dass die verkarsteten Kalkböden zum Teil von
Relikten verwitterter Gesteinsschichten in Form von Feuersteinen und
Feuersteinlehmen überlagert werden.
14.09.06: Bundesverdienstkreuz für Dr. Rudolf Schlegelmilch
Herrn Dr. Rudolf Schlegelmilch wurde am 14.09.06 im Kleinen Sitzungssaal
des Rathauses in Aalen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Die Laudatio aus dem Mund des Oberbürgermeisters Martin Gerlach listete die
vielfältigen Verdienste des Wissenschaftlers, der kurz zuvor seinen 75.
Geburtstag feiern durfte, auf. Dazu zählen neben seiner Arbeit als Physiker
in der Projektierung von Teleskopen, Photoobjektiven und
Infrarot-Photometern für Forschungssatelliten zahlreiche erdgeschichtlichen
3-D-Vorträge und Führungen, die wesentlichen Impulse bei der Verwirklichung
des Urweltmuseums in Aalen, zahlreiche Ausstellungen, seine bekannten
paläontologischen Werke über den süddeutschen Jura und vieles mehr.
Der Naturkundeverein gratuliert seinem korrespondierenden Mitglied herzlich
für die Auszeichnung und wünscht ihm für die Zukunft gute Gesundheit und
einen kreativen Lebensabend.
08.- 10.09.06: Naturwissenschaftliche Jahrestagung in Cottbus
In der
Zeit vom 08. bis 10. 09. fand in Cottbus die Jahrestagung des „Netzwerk der
naturwissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands“, der
Nachfolgeorganisation des „Dachverband der naturwissenschaftlichen
Vereinigungen Deutschlands“ statt. Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd war
dort durch Prof. Dr. Dieter Rodi vertreten.
09.09.06: GEO-Veröffentlichung über den Tag der Artenvielfalt beim
Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd
Das renommierte GEO-Magazin veranstaltete am 10. Juni zum achten Mal den
Tag der Artenvielfalt. Mehr als 20.000 Naturfreunde begaben sich an 326
Orten kreuz und quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die
Suche nach bekannten und unbekannten Arten. Der Naturkundeverein hatte unter
Federführung von Prof. Dr. Dieter Rodi ins Gebiet am und um den Rechberg
eingeladen.
Darüber berichtete nun GEO in der Sonderbeilage ihres September-Heftes. In
dem zweiseitigen Bericht wurde die Schwäbisch Gmünder Veranstaltung als
Einzige stellvertretend für Baden-Württemberg ausgewählt.
30.08. - 04.09.06: Pilzberatungen durch den Naturkundeverein
Auch in dieser Saison führte der Naturkundeverein wieder kostenlose
Pilzberatungen durch. Die Beratungen durch den Pilzsachverständigen, Peter
Tobies wurden in der Schiller-Realschule angeboten. Zuvor hatte er per
Tageszeitungen darum gebeten, aus Naturschutzgründen die Pilze nicht wahllos
einzusammeln. So durften von unbekannten Pilzen nur ein bis zwei Exemplare
vorgelegt werden.
29.07. - 05.08.06: Aquarien- und Terrarienausstellung in Schwäb.
Gmünd-Hussenhofen
An den beiden Aussstellungs-Wochenenden kamen Zierfisch- und
Terraristikfreunde in der Mozartschule in Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen voll
auf ihre Kosten. Die Arbeitsgemeinschaft Aquaristik und Terraristik hatte 20
Aquarien, ein Meerwasseraquarium und sieben Terrarien aufgebaut.
In den Terrarien waren unter anderem eine Kornnatter, ein Chamäleon, mehrere
Gottesanbeterinnen, zwei Boa constrictor, mehrere Langfühlerschrecken,
Schaumheuschrecken, Gespensterschrecken sowie Farnheuschrecken und Grüne
Wasseragame zu sehen.
Das Meerwasserbecken war bewohnt von Anemonenfischen, Grüne Demoisele,
Schläfergrundel, Röhrenwürmer sowie verschiedene Weich- und Lederkorallen.
Bei den Zierfischen konnte man unter anderem den Guppy Wildfang wie auch
seine prächtige Nachzucht bis hin zum farbenprächtigen Exemplar bewundern.
Bei den Lebendgebärenden Zahnkarpfen war z.B der Black Molly und der
Schleierschwanz-Molly zu sehen. Des weiteren waren Schwertträger der
Zuchtform "Lyratail" viele Arten der Buntbarsche sowie verschiedene Salmler,
verschiedene Welse sowie Skalare und Piranhas ausgestellt. Außerdem war ein
sehr schönes Diskuspaar in den Farben rot-türkis zu bestaunen.
Am zweiten Wochenende fand zusätzlich eine Zierfisch- und Pflanzenbörse
statt, bei der Aquarienfreunde und solche, die es noch werden wollen,
günstig an Fische und Pflanzen kamen.
23.07.06: Gebirgsausfahrt zum Aggenstein
Auf Grund der großen Resonanz im Vorjahr ging die diesjährige
naturkundliche Exkursion auf den Aggenstein. Sie wurde vom Naturkundeverein,
gemeinsam mit der Schwäbisch Gmünder VHS ausgeschrieben und der Omnibus war
wieder voll besetzt.
Mit der Breitenberg-Bahn ging´s von Pfronten-Steinach zur Hochalm, um dann
über den Langen Tritt und den Aggenstein-Ostsattel zur ehemaligen Pfrontner
Hütte zu wandern. Durch die Reichenbachklamm führte der Weg wieder zurück
zum Ausgangspunkt der Tageswanderung. Nachdem der Winter in dieser Region
auch weitgehend vorüber war, wurde neben dem Alpenpanorama besonders die neu
erblühte Alpenflora beobachtet und angesprochen.
Udo Gedack und Hans-Holm Rademann führten in bewährter Weise.
5.-16.07.06: Schwäbisch Gmünder Unterjurafossilien auf der
Landesgartenschau
Mit Fossilien aus dem Unterjura von Schwäbisch Gmünd war er
Naturkundeverein auf der Landesgartenschau in Heidenheim vertreten.
Angeregt durch die Ausstellung Trinkwasser für Schwäbisch Gmünd, bei der
auch die Fossilfunde vom Rohrleitungsbau durchs Albvorland gezeigt wurden,
hatte die Landeswasserversorgung den Naturkundeverein um eine Teilnahme
gebeten.
Es wurden vier Vitrinen mit Fundstücken aus dem Unterjura zwischen Heubach,
Bargau, Bettringen, Waldstetten und Straßdorf ausgestellt. Die LW verband
die Themenbereiche Wasser und Kunst sowie Wasser und Geologie bei ihrer
Präsentation im Treffpunkt Baden-Württemberg im renovierten Lokschuppen.
27.06.06: Fliegenlarven und Fossilien
Mit diesen beiden Begriffen überschrieb eine Tageszeitung eine Führung,
die dem "Lebensraum Bach" gewidmet war. Der Biologe Hans-Holm Rademann von
Naturkundeverein machte sich mit den Drittklässlern der Hardtschule auf den
Weg zum Strümpfelbach in Unterbettringen, um mit ihnen die Geheimnisse des
Gewässers zu entdecken. Sie untersuchten zunächst die verschiedensten
Gesteine, die auf dem Grund oder am Ufer lagen und ermittelten spielerisch
mittels selbst gebauten Schiffchen die mittlere Fließgeschwindigkeit des
Baches. Dann ging es daran, dem Bach auf den Grund zu schauen. Sie sammelten
vorsichtig die meist unter den Steinen versteckten Kleinlebewesen und
betrachteten sie anschließend genau unter der Lupe. So lernten sie
Eintagsfliegenlarven, Köcherfliegenlarven, Käferlarven und Taumelkäfer
kennen. Nicht nur die Kinder, auch Rektor Burkhardt und Hans-Holm Rademann
hatten ihre Freude an einem lehrreichen Nachmittag.
25.06.06: Jahresausflug des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd -
zugleich Jahrestreffen des Deutschen Naturkundevereins
Anstelle eines Jahresausflugs schloss sich in diesem Jahr der
Naturkundeverein dem Jahrestreffen des Deutschen Naturkundevereins in
Stuttgart an.
Bedingt durch die Sicherheitsvorkehrungen im Rahmen der Spiele um die
Fußballweltmeisterschaft musste der Treffpunkt kurzfristig auf 9.30 h am
Killesberg verlegt werden.
Es wurden zwei Exkursionen angeboten:
Exkursion 1: Die zweigeteilte botanisch orientierte Exkursion in der
Stadt Stuttgart bot vormittags einen Gang durch ein umgewidmetes Park- und
Gartenareal im Zentrum der Stadt. Der Vorsitzende des DNV , W. Sailer aus
Stuttgart übernahm die sachkundige Führung. Nach der Mittagspause schloss
sich eine interessante Gehölzführung durch das Parkgelände des Höhenparks
Killesberg an.
Herr Schnaufer vom Garten- und Friedhofsamt der Stadt Stuttgart und Betreuer
des Killesberg- und Wartberggeländes konnte Interessantes berichten.
Exkursion 2: Die ganztägige geologisch orientierte Fahrt mit
kurzen Gehstrecken befasste sich mit der Erdgeschichte des Stuttgarter Raums
und ihrer Nutzung.
Sie begann mit einer Einführung im Tal der Rosen auf dem Killesberg, ehemals
wichtiger Steinbruch zur Gewinnung des dort anstehenden roten
Schilfsandsteins. Der Exkursionsführer, Herr Prof. Dr. Eckard Rogowski
erwies sich als kompetenter Kenner, zumal er die Schwierigkeit der
Gründungen von Bauwerken auf Gipskeuper in der Stuttgarter Tallage aus
ingenieurgeologischen Gesichtspunkten heraus erläuterte. Am Schnarrenberg
wurde von einem guten Rundsichtpunkt aus der Verlauf des Neckars und die
nördliche Störungszone des Fildergrabens erläutert wie auch die mit ihm
zusammenhängenden Staffelbrüche am Zuckerberg. Die landschaftsgeschichtliche
Situation sowie die Herkunft der Mineralwässer wurden im ehemaligen
Travertinsteinbruch der Firma Haas besprochen. Am Ende erfolgte noch ein
Spaziergang zum spektakulären Bergrutsch in Urbach, bei dem der
Kieselsandstein der Bunten Mergel im Mittleren Keuper auf breiter Front
abbrach. Das Gelände wurde zum Naturschutzgebiet umgewidmet.
10.06.06: Tag der Artenvielfalt am Hohenrechberg
In Zusammenarbeit mit den regionalen Gruppen des
Landesnaturschutzverbandes, des NABU und des BUND veranstaltete der
Naturkundeverein den Tag der Artenvielfalt auf dem Hohenrechberg. Er stellte
die Auftaktveranstaltung zur Artenschutzwoche im Ostalbkreis vom 10.06. -
18.06.06 dar.
Ein Ziel der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im
Juni 1992 in Rio de Janeiro war
die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Das Redaktions-team der Zeitschrift
GEO organisierte am 5. Juni 1999 in Deutschland den ersten
GEO-Tag der Artenvielfalt.
Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg ist diesem Beispiel gefolgt
und hat im Lande schon mehrere solcher Tage z.B. in Göppingen, am
Schmiecher See bei Blaubeuren und auf dem Albuch im Wental durchgeführt. In
Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Ostalbkreis wurde erstmalig im Jahre 2004
eine Artenschutzwoche mit verschiedenen Exkursionen durchgeführt.
Die Veranstaltungen am und auf dem Hohenrechberg fanden wie im Programm
vorgesehen statt. Schwerpunktmäßig nahmen Interessenten aus der Umgebung von
Schwäbisch Gmünd teil. Es kamen aber auch Personen aus Münsingen, Tübingen,
Stuttgart, Aalen, Nördlingen, Geislingen und Ulm dazu.
Bei der Vogelexkursion von 6 - 9 Uhr waren 24 Personen beteiligt.
Bei den mehr fachlich orientierten Veranstaltungen am Vormittag zur
Erfassung der Artenvielfalt teilten sich die etwa 40 Personen auf folgende
Gruppen auf:
Botanik - 3 Gruppen; Moose - 1 Gruppe;
Flechten - 1 Gruppe
Pilze - 1 Gruppe; Kleintiere
(Schmetterlinge und Schnecken) - 1 Gruppe.
Während
vormittags im Sinne des GEO-Tages der Artenvielfalt möglichst alle
vorkommenden Arten nach wissenschaftlichen Kriterien erfasst wurden, war es
am Nachmittag das Ziel, die interessanten Vertreter der einzelnen
Lebensräume und ihre Lebensweise allgemeinverständlich darzustellen. Hier
spielte der pädagogische Aspekt der Naturerfahrung und des Naturerlebens die
Hauptrolle. Deshalb wurden zusätzlich auch allgemeinere Themen angeboten:
Waldbewirtschaftung am Hohenrechberg durch die Graf Rechberg’sche
Forstverwaltung und Erhalt von Wacholderheiden und Trockenrasen durch
den Landschaftserhaltungsverband des Ostalbkreises. Das Ökomobil des
Regierungspräsidiums Stuttgart war am Stationenweg postiert. Dort konnten
gefundene Pflanzen und Tiere auch mit Hilfe von Mikroskop und Binokular
bestimmt und mit einer Video-Anlage gezeigt werden.
An den Gruppenarbeiten beteiligten sich 80 Personen, unter denen auch
Studierende der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd waren.
Zum Abschluss fand eine Nachbesprechung statt, in denen die Exkursionsleiter
einige ihrer interessanten Beobachtungen vorstellen konnten. Erwähnenswert
ist auch, dass Frau Sandra Wilcken, freie Mitarbeiterin der Zeitschrift GEO,
den gesamten Tag der Artenvielfalt auf dem Hohenrechberg fachfraulich und
sehr interessiert begleitete.
Das
Ergebnis: die Erstellung von Artenlisten zur Dokumentation der Artenvielfalt
Die Exkursionsleiter fertigten vor allem bei den Veranstaltungen am Morgen
für Ihr Spezialgebiet Artenlisten an, die dann vom Organisator der Tagung,
Herrn Prof. Dr. Dieter Rodi, gesammelt wurden und für die einzelnen Gruppen
in eine Liste übertragen wurden. Auf einer Fläche von etwa 30 h
wurden an diesem Tag insgesamt 664 Arten erfasst.
Die drei botanischen Gruppen unter Führung der Herren Peter Aleksejew, Udo
Gedack und Prof. Dr. Dieter Rodi erfassten 325 Blütenpflanzen- und
5 Farnarten.
Die 95 Moosarten wurden von den Herren Gerd Höhenberger und Manfred
Walderich an verschiedenen Standorten (Boden, Baumrinde, Steine)
festgestellt. Nach neueren Erkenntnissen zeigen verschiedene Moosarten den
Grad der Luftverschmutzung an.
Der Mittelwert der fünfteiligen Skala liegt bei 3.259, also bei einer
mittleren bis mäßig starken Belastung.
Die 44 Flechtenarten wurden von Herrn Peter Tobies an Bäumen und
Steinen erfasst. Es waren 6 Strauchflechten, darunter die in
Baden-Württemberg gefährdete Bartflechte (Usnea filipendula) und die
Fadenflechte (Bryoria fuscens), 20 Blattflechtenarten, 3
Gallertflechtenarten und 15 Krustenflechtenarten. Auch bei den Flechten
lässt sich die Luftverschmutzung durch ihr Vorkommen oder Fehlen erkennen.
Der Mittelwert der neunteiligen Skala liegt bei 5,7 und zeigt ähnlich wie
bei den Moosen eine mittlere bis mäßig hohe Belastung an. Die Reinluft
zeigenden Arten wurden vor allem am Berggipfel gefunden.
Die 139
Pilzarten wurden teils im Gelände angesprochen, teils gesammelt und zu
Hause unter dem Mikroskop von den Herren Dr. Lothar Krieglsteiner und Dr.
Norbert Luschka bestimmt. Trotz der im Juni nicht optimalen Pilzsammelzeit
kam eine erkleckliche Art zusammen. Unter den 14 Agaricales war ein Helmling
(Mycena cyanorrhiza), der für die Gegen als Neufund gilt. Als Neufund unter
den Schlauchpilzen gilt auch die Raupenkernkeule (Cordyceps gracilis), die
auf einer Schmetterlingsraupe schmarotzt.
Bei den Wirbeltieren wurden nur die Vögel mit 32 Arten
von den Herren Prof. Dr. Frieder Bay und Hartwig Stadelmaier erfasst.
Darunter waren 26 Brutvögel und 6 Überflieger. Der bei uns sehr seltene
Gartenrotschwanz wurde im Jungwald bei der Häge, bei der Wallfahrtskirche
und beim Burggraben in diesem Jahr neu entdeckt.
Bei den
Wirbellosen Tieren konnten nur die Schnecken und einige Gliedertiere
erfasst werden. Die 29 Schmetterlingsarten wurden von den Herren
Prof. Dr. Andreas Beck und Dr. Michael Maier bestimmt. Es waren 15 Arten aus
den Gruppen der Tagfalter, Dickkopffalter und Widderchen zu verzeichnen.
Auffällig ist der mit 14 Arten hohe Anteil Tagaktiver Nachtfalter. Beim
Untersuchen von feuchtem Falllaub konnten im Ökomobil unter Anleitung von
Herrn Haus Steinkriecher, Erdläufer, Tausenfüßler und Springschwänze
mikroskopiert werden.
Die 23 Schnecken-Arten wurden von Herrn Oswald Jäger bearbeitet. Für
die Trockenrasen kennzeichnend sind die Vielfraßschnecke = Große
Turmschnecke (Zebrina detrita) und die Westliche Heideschnecke (Helicella
itala).
22.05.06: Prof. Dr. Frieder Bay neuer Vorsitzender des Naturkundevereins
Bei der Vereinsratsitzung musste satzungs- und turnusgemäß ein neuer
Vorsitzender gewählt werden, da die Amtszeit von Werner K. Mayer nach vier
Jahren abgelaufen war. Zum neuen Vorsitzenden wurde einstimmig Prof. Dr.
Frieder Bay gewählt. Seine Stellvertreterin ist Dr. Christiane Dürr,
ebenfalls langjähriges Beiratsmitglied.
Nach seiner Wahl formulierte Prof. Dr. Bay als kurzfristiges Ziel die
Bereinigung der durch den Museumsumbau entstandenen Differenzen sowie die
Verankerung des Vereins in geeigneten Räumen. Weitere Aufgaben für die
nächste Zukunft sind die Mitarbeit am Walderlebnispfad, die Mitarbeit an den
naturkundlichen Themen am Heimatbuch Bargau, die Archivierung der
vereinseigenen Bibliotheksbestände sowie die Herausgabe von Unicornis 12,
einem Buch über den Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd.
Als längerfristiges Ziel nannte er die Einbringung von Ideen und Mitarbeit
an der Gmünder Landesgartenschau.
Prof. Dr. Bay und Dr. Dürr können sich auf einen aktiven und gut
funktionierenden Vereinsrat stützen.
17.05.06 im
Prediger: Auf der Insel der Riesennatternköpfe
Teneriffa als größte und
höchste der Kanarischen Inseln wartet durch ihre Geologie mit der größten
landschaftlichen und ökologischen Vielfalt auf: ein Kontinent für sich.
Sie reicht von der Dürre der wüstenhaften Küstenzone bis zur subalpinen und
alpinen Stufe.
Der Nationalpark Las Cañadas de Teide bietet eine atemberaubende,
vielgestaltige Hochgebirgslandschaft. Las Cañadas ist ein ausgedehnter
Krater in 2000 m Höhe; in seinem Zentrum erhebt sich der Pico del Teide, mit
3718 m höchster Berg Spaniens.
Seit dem Besuch Alexander von Humboldt`s im Jahre 1799 ist das Gebiet der
Cañadas mit dem Teide eines der meistbesuchten Ausflugsziele von Teneriffa
geworden.
Im Norden und Westen der Insel sind regional Lorbeerwaldreste an steilen
Berghängen erhalten. In den trockenen Südlagen treten ansehnliche
Kiefernwälder an ihre Stelle.
In den tieferen Zonen herrscht trocken angepasste Strauchvegetation vor.
An der Küste schließlich gedeihen salztokrante Pflanzen.
Udo Gedack, der Leiter der Botanik-AG des Naturkundevereins stellte die
unterschiedlichen Landschaften und Lebensräume Teneriffas anhand
ausgesuchter Beispiele aus ihrer Pflanzen- und Tierwelt vor.
Viele dieser Lebensformen sind nur auf den Kanaren bzw. Teneriffa
anzutreffen.
Der Lichtbildervortrag fand am 17. Mai 06 um 20.00 h im Kleinen Saal des
Prediger statt. Er war eine gemeinschaftliche Veranstaltung des
Naturkundevereins, der VHS und des Museums.
07.05.06: Besichtigungsfahrt zum Wasserwerk und
der Ausstellung der Landeswasserversorgung nach Langenau
Im Nachgang zur Ausstellung "Trinkwasser für Schwäbisch Gmünd" wurde für die
Bevölkerung nochmals eine Besichtigungsfahrt zum Besuch des Wasserwerks und
der Ausstellung der Landeswasserversorgung nach Langenau angeboten.
Hans-Holm Rademann als Exkursionsleiter legte auf dem Weg dorthin bei
Bartholomä einen kurzen Spaziergang zu zwei markanten Dolinen am Oberen
Wental ein. Kurze Erklärungen erläuterten die Karstsituation auf der
Schwäbischen Alb, insbesonders des Albuchs. Vorbei an der Remsquelle bei
Essingen und durchs Kocher- und Brenztal
wurde in Königsbronn der Brenztopf besichtigt und der Weg des Karstwassers
erläutert. Die Weiterfahrt erfolgt über die Autobahn nach Langenau.
Im Wasserwerk erwartete die Teilnehmer eine interessante Führung durch den
Betrieb und die sehenswerte Ausstellung.
29.04.06: Geologisch-botanische Führung am Scheuelberg und am Himmelreich
Bei dieser Wanderung führten Udo Gedack, Werner K. Mayer und Prof. Dr.
Theo Simon (Geologisches Landesamt) in die botanischen und geologischen
Besonderheiten am Scheuelberg, einem Vorberg der Ostalb, ein.
Udo Gedack erläuterte auf dem Weg übers Schlössle die in voller Pracht
stehenden Frühblüher.
Prof. Dr. Theo Simon, Autor zahlreicher Bücher über Landschafts- und
Flussgeschichte, erklärte die Entstehung der Landschaft am Albtrauf und
erläuterte einen besonders interessanten Geotop-Aufschluss. Er bietet
Einblick in die Geschehnisse der dort verlaufenden Störungszone, dem so
genannten Schwäbischen Lineament.
Werner K. Mayer führte zu den unter Geotopschutz stehenden Felsenreihen und
Höhlen und erklärte den Schichtaufbau.
23.04.06:
Besichtigungsfahrt zum Egau-Wasserwerk der
Landeswasserversorgung nach Dischingen
Im Rahmen der Ausstellung "Trinkwasser für Schwäbisch Gmünd" wurde für die
Bevölkerung eine Besichtigungsfahrt mit dem Bus zum Egau-Wasserwerk nach
Dischingen angeboten. Auf dem Weg dorthin wurde bei Bartholomä ein kurzer
Spaziergang zu zwei markanten Dolinen am Oberen Wental eingelegt. Kurze
Erklärungen erläuterten die Karstsituation auf der Schwäbischen Alb,
insbesonders des Albuchs.
Vorbei an der Remsquelle wurde in Königsbronn der Brenztopf besichtigt und
der Weg des Karstwassers erläutert. Die Weiterfahrt erfolgte über
Neresheim und das Egautal nach Dischingen.
Um 14.00 h bekamen die Teilnehmer im Egau-Wasserwerk durch Herrn
Stritzelberger von der LW eine rund 2-stündige Führung.
Der Exkursionsleiter Werner K. Mayer, AG-Leiter Geologie, wusste über
geschichtliche Hintergründe der Eisenverhüttung im Kocher-Brenztal zu
berichten. Auch über Johann Georg Blezinger, einst innovativer
Multiunternehmer, zeitweilig Eigner des Schlosses Lindach und Erbauer des
Blezinger´schen Palais im Königsbronn wusste er manches zu berichten. Sein
damaliges Privathaus ist heute Rathaus von Königsbronn.
Vortrag am 12.04.06: Schichtfolge und Funde vom
Rohrleitungsbau der Landeswasserversorgung
Den letzten der die Ausstellung "Trinkwasser für Schwäbisch Gmünd"
begleitenden Vorträge hielt der Leiter der AG Geologie, Werner K. Mayer, im
Refektorium des Prediger. Seine Power-Point-Präsentation enthielt
exemplarisch die gesamte Schichtfolge des Unterjura von Bargau bis zum
vorläufigen Ausbau unterhalb des Pumpwerks Rechbergs. Die Stufengliederung
wurde durch die zahlreichen Funde, vor allem auch der Leitfossilien
dokumentiert.
Zuvor fand eine weitere Führung statt.
Trinkwasser
für Schwäbisch Gmünd: Führungen für Schulklassen
Die Stadtwerke hatten im
Rahmen der Ausstellung vom 24.03.06 bis 19.04.06 Führungen für Schulklassen
angeboten.
Im Rahmen dieser Führungen standen mit Hans Miksche, Michael Stegmaier und
Wolfgang Wilhelm auch vom Naturkundeverein jeweils ein Mitglied der
Arbeitsgemeinschaft Geologie für kurze Erläuterungen der Ausstellungs-
gegenstände zur Verfügung stehen.
06.04.06: Die Entstehung und Bau der Alpen - Prof. Dr. Ulrich Kull im
Prediger
Der langjährige Vorsitzende der Gesellschaft für Naturkunde in
Württemberg, Prof. Dr. Ulrich Kull, kam am 06.04.06 zu einem Vortrag in den
Prediger. Sein Thema im Refektorium war "Die Entstehung und der Bau der
Alpen"
Die Alpen entstanden als Hochgebirge im Tertiär. Der Hebung ging aber eine
lange Entwicklung seit Ende des Erdaltertums (Paläozoikum) voraus, die auf
der Grundlage der Plattentektonik recht genau beschrieben werden kann.
Bewegungen der Kontinentalplatten führten zur Bildung eines schmalen Ozeans,
der dann allmählich wieder eingeengt wurde und schließlich verschwand.
So entstanden einzelne tektonische Einheiten der Alpen, die vom ursprünglich
europäischen Ufer über Reste des weitgehend verschluckten Ozeanbodens bis
zum ursprünglich "afrikanischen" Ufer reichen und dachziegelartig
übereinander gestapelt wurden: es wurden Deckenpakete gebildet.
Außerdem gibt es in den Alpen auch Reste vorhergehender, viel älterer
Gebirge.
Der Vortrag, an dem rund 55 Zuhörer teilnahmen, wurde mit lang anhaltendem
Beifall bedacht. Er diente auch zur Vorbereitung einer Alpenexkursion der
Gesellschaft für Naturkunde.
06.04.06: Mitgliederversammlung des NKV
In der zuvor
abgehaltenen Mitgliederversammlung fanden turnusmäßig wieder Neuwahlen zur
Vereinsleitung
statt. Neben dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden, des Berichts
des Schatzmeisters und der Kassenprüfer wurden nach deren Entlastung auch
die Ämter des Vereinsrates neu besetzt.
Der Vorsitzende gab bekannt, dass in rund 100 Veranstaltungen ohne die
laufende Ausstellung "Trinkwasser für Schwäbisch Gmünd" rund 3.500
naturkundlich Interessierte erreicht wurden. Der Schatzmeister berichtete
von einer positiven Mitgliederentwicklung. Derzeit hat der Verein 310
Mitglieder.
Aus den Reihen des Vereinsrates werden am 22. Mai 06 ein neuer Vorsitzender
und
Stellvertreter/in gewählt.
Vortrag am
04.04.06 im Prediger: Wasserversorgung in Schwäbisch Gmünd einst und jetzt
Am Mittwoch, den 04.04.06
sprach Dipl. Ing. Frieder Steinhilber zum Thema: Geschichte der
Wasserversorgung in Schwäbisch Gmünd.
Der Abteilungsleiter für die Gas- und Wasserversorgung bei den Stadtwerken
gliederte dabei seinen Vortrag in drei Teile.
Zunächst gab er Hinweise zum Wasser im allgemeinen.
Der Geschichte der Wasserversorgung in Schwäbisch Gmünd war sein zweiter
Teil gewidmet, ehe er die Stadtwerke als modernen Dienstleister mit einem
weit verzweigten Netz von ca. 450 km Länge und dementsprechenden Aufgaben
darstellte. Er erläuterte die heutigen modernen Steuerungseinrichtungen, die
Überwachungs-möglichkeiten und den Aufbau der Schaltzentrale.
Zuvor fand um 19.30 eine weitere Führung statt. Sie erläuterte den
erdgeschichtlich-paläontologischen Teil der Ausstellung.
Vortrag am
30.03.06 im Prediger: Die Technik beim Bau der Rohrleitung
der Landeswasserversorgung
Dipl. Ing. Gerhard Drescher ist bei der LW für den Bau und den Betrieb des
landesweit verzweigten Rohrnetzes zuständig. Er ist in wichtigen Gremien der
bundesdeutschen Wasserwirtschaft, wie z.B. des Deutschen Vereins der Gas-
und Wasserwirtschaft (DVGW) verantwortlich tätig.
Bei seinem Vortrag im Refektorium des Prediger, den er durch eine
Power-Point-Präsentation unterstützte, ging er auf die
Landeswasserversorgung sowie
den Bau und Betrieb der Anlagen für die Trinkwasserversorgung in
Vergangenheit
und Gegenwart ein. Ein besonderes Augenmerk richtete er auf die Erneuerung
der Hauptleitungen 1 und 2 zwischen Aalen und Plüderhausen. Er erläuterte
die Aufgabenstellungen und die dabei eingesetzte Technologie.
Bekanntlich musste die Landstraße L 1161 zwischen Bargau und Bettringen aus
verkehrstechnischen Gründen durchpresst werden. Ebenso mussten tief
unterhalb
des Bargauer Baches die Rohre mit einem Durchmesser von 1200 mm im
durchpressten Bereich verlegt werden.
Der Vortrag vertiefte den vom Technischen Direktor Dr. Frieder Haakh bei der
Eröffnung der Ausstellung gehaltenen Kurzvortrag.
Zuvor fand um 19.30 h eine Führung in der Ausstellung im Foyer statt.
25.03.06: Amphibienwanderung am Schießtalsee hat begonnen
Der Amphibienexperte des Naturkundevereins, Dietmar Bidlingmaier,
berichtete, dass er gestern die ersten 8 Erdkröten und Frösche über die
belebte Richard Bullinger-Str. zum Schießtalsee getragen hat. Heute waren es
bereits über 100 Tiere, die den Weg aus ihren Quartieren zum See fanden, im
Schutzgraben saßen und teilweise auch bereits über die Straße kamen. Einigen
wurden die unzureichenden, teilweise sehr maroden Schutzzäune zum
Verhängnis; ihr Bemühen war umsonst - sie kamen unter die Räder.
Die Verwaltung hat zugesagt, dass am kommenden Montag die besprochenen
Reparaturmaßnahmen eingeleitet werden und die Hinweisschilder, die
30-km-Schilder sowie die Verbotsschilder aufgestellt werden.
Es ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Tagen die Zahl der wandernden
Tiere stark zunimmt. Deshalb bittet die Koordinatorin, Frau Dr. Christiane
Dürr, die eingeteilten Helfer dringend um Einhaltung der besprochenen
Einsatzplanes.
Sie bittet auch darum, dass weitere Interessenten sich dieser jedes Jahr
notwendigen
Aktion anschließen. Auch der Vorsitzende des NKV ruft dazu auf, sich als
Helfer in den kommenden Wochen zur Verfügung zu stellen.
24.03. - 19.04.06: Ausstellung im Foyer des Predigers
Trinkwasser für Schwäbisch Gmünd
Rohrleitungsbau erschließt Geologie des Albvorlands
Die gemeinsame Ausstellung von Landeswasserversorgung, Stadtwerken,
Stadtverwaltung und Naturkundeverein wurde am Freitagabend im Refektorium
des Predigers durch den Oberbürgermeister der Stadt, Wolfgang Leidig,
eröffnet.
Er hob die direkte Verbindung von Trinkwasser und Erdgeschichte hervor.
Der Vorsitzende des Naturkundevereins bedankte sich seinerseits bei allen
Beteiligten. Besonders hob er das besondere Engagement der
Landeswasserversorgung
hervor. Die Organisatoren hatten die Ausstellung im Foyer des
Prediger feinfühlig aufeinander abgestimmt.
Zwei beachtenswerte Kurzvorträge hielten der Technische Direktor der LW,
Herr Dr. Ing. Frieder Haakh und Frieder Steinhilber von den Stadtwerken.
Werner K. Mayer, der Leiter der Geologie-AG seinerseits erklärte
exemplarisch den schichtkundlichen Verlauf und die dabei gefunden Fossilien.
Er bedankte sich auch bei den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft, die in
oft wochenlanger Präparationsarbeit die gefundenen Stücke in 9 Vitrinen
präsentierten.
Die Landeswasserversorgung zeigt nicht nur an Hand von Tafeln und
Längsschnitten den Verlauf der Trassen sowie den technischen Verlauf der
Arbeiten, sondern hat auch anschauliche Objekte aufgebaut. Ein ausgebautes
Rohrstück aus dem Jahre 1912 und ein neues sind ebenso ausgestellt wie die
neuesten Rohrverbindungen.
Die Stadtwerke haben auf anschaulichen Tafel die Geschichte der
Wasserversorgung in Schwäbisch Gmünd im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte
dargestellt.
Bei einer Führung in Anschluss konnten die ausgestellten Objekte bewundert
werden.
Ein Stehempfang mit interessanten Gesprächen schloss sich an.
Erst zum dritten Mal seit ihrer Gründung im Jahre 1912 zog die Landeswasser-
versorgung bei der Erneuerung ihrer Rohrleitungen einen Schnitt durchs
nördliche Albvorland. Zwischen 2003 und 2005 wurde ein 13,1 km langer
Abschnitt zwischen Heubach und Schwäbisch Gmünd-Straßdorf erneuert. Der rund
3,5 m breite und stellenweise bis zu 5 Meter tiefe Rohrgraben bot beste
Bedingungen für schichtkundliche Arbeiten und zur Suche von Fossilien.
Die Arbeitsgemeinschaft Geologie des Naturkundevereins nutzte die
Gelegenheit.
Ihre Mitglieder waren meist vor Ort, wenn fossilträchtige Gesteinsschichten
aufgeschlossen waren. Das Ergebnis wird in dieser Ausstellung vorgestellt.
Die Rohrleitung verlief meist in der Schichtenfolge des Unterjura
(Schwarzjura). Lediglich östlich von Heubach wurde der 105 m mächtige
Opalinuston des Mitteljura (Schwarzjura) geringmächtig angeschnitten. Der
Bau eines Fertigschachtes nahe des Strümpfelbaches beim Kellerhaus in
Schwäbisch Gmünd-Bettringen zeigte am geologisch tiefsten Punkt noch die
Grenzschichten des mittleren Keuper (Knollenmergel) im Übergang zum
beginnenden Jurameer an.
In 9 Vitrinen und zwei Podesten werden die gefundenen Fossilien nach
Fundpunkten zusammengefasst und beschrieben. Darunter befinden sich
Fischsaurier-Bruchstücke sowie ein ganz erhaltener Schmelzschuppenfisch aus
dem Posidonienschiefer.
Ein Begleittext ist ausgelegt, so dass der Betrachter selbständig durch die
Ausstellung geführt wird.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung sind eine Reihe von Veranstaltungen
geplant.
Weitere Führungen für Schulklassen und Interessenten können kurzfristig
abgerufen werden.
05.03.06: Vogelkundliche Führung am Krümmlingsbach
Die vogelkundliche Führung entlang des Krümmlingsbachs bis zur
ehemaligen Deponie Buch wurde als erste der diesjährigen Führungen als
Rundwanderung angeboten. Georg Wamsler und Prof. Dr. Friedrich Bay führten
in bewährter Weise. Die Volkshochschule Schwäbisch Gmünd und der
Naturschutzbund Deutschland waren daran beteiligt.
04.03.06: Landschaftspflegeaktion wegen Wintereinbruch abgesagt
Wegen des nochmaligen Wintereinbruchs konnte die vom Naturkundeverein
vorgesehene Pflegeaktion des Auwald Remswasen leider nicht stattfinden.
Wegen des Vogelschutzes kann sie im weiteren Verlauf des März nicht mehr
stattfinden und wird auf den Herbst verschoben.
26.02.06: Amphibienschutz-Pflegeaktion im Schießtal
ein voller Erfolg
Wie schon in den vergangenen Jahren wurden am 26.02.06 die
Vorbereitungen für die kommende Amphibienschutz-Saison getroffen.
Zunächst trafen sich Mitglieder des Naturkundevereins sowie Freiwillige am
Samstagmorgen 9.00 h im Vereinsheim der Naturfreunde zu einer theoretischen
Einweisung. Dr. Christiane Dürr wies die neu hinzugekommenen Teilnehmer in
den pflegerischen Ablauf ein, erklärte die Besonderheiten bei Erdkröten,
Grasfröschen und Molchen und hatte für jede Frage auch eine Antwort. Dietmar
Bidlingmaier, seit vielen Jahren unermüdlich mit der Handhabung vertraut,
gab dementsprechend ergänzende Tipps für die Praxis.
Am Nachmittag trafen sich die Teilnehmer am Krötenzaun an der
Richard-Bullinger-Straße im Schießtal. Mit Schaufeln und Hacken "bewaffnet"
führten sie Pflege- und
Reparaturarbeiten durch. Sie unterstützten damit die Stadtverwaltung, die
nach geltendem Naturschutzgesetz für die Leiteinrichtungen zuständig ist.
Eine der Tageszeitungen schrieb darüber: "Einsatzplanungen der Stadt und
Zwänge einer Kröte verlaufen aber meist nicht zeitgleich. Kröten warten auch
nicht auf das Streikende, wie der Vorsitzende des NKV, Mayer, betonte".
Neben den beiden Tageszeitungen berichtete auch das Schwabenradio
ausführlich über die Pflegeaktion.
12.02.06: Wintergäste an der Donau
Naturkundeverein und NABU veranstalteten am Sonntag, 12. Februar, 7.30
Uhr eine Ausfahrt zur Beobachtung der Wasservögel an der Donau bei Faimingen.
An dem eisfreien Fluss hatten sich seltene Wintergäste eingestellt:
Seeadler, Singschwäne, Gänsesäger, Schwarzhalstaucher, nordische Enten sowie
Möwen.
01.02.06: Vandalismus im Bereich der Landschaftsgeschichte im Museum für
Natur und Stadtkultur in Schwäbisch Gmünd
Am 01.02.06 haben der
Vorsitzende des Naturkundevereins, Werner K. Mayer, zusammen mit den Herren
Prof. Dr. Dieter Rodi, Bürgermeister Dr. Joachim Bläse sowie Frau Dr.
Holthuis die Umbauarbeiten im Bereich der Landschaftsgeschichte in
Augenschein genommen. Dabei stellten die Herren des Naturkundevereins mit
Entsetzen fest, dass die Vitrinen, Aquarien und Objekte der gesamten
Landschaftsgeschichte entfernt worden sind. Teure Vitrinen und
Einrichtungen, die 1990 mit viel Aufwand eingebaut wurden, landeten im
Container.
Fassungslos stand der Vorsitzende des NKV im entkernten Raum.
Bisherige Gespräche hinsichtlich eines Umbaus, für die man stets offen war,
seien praktisch wirkungslos gewesen. Man habe Verständnis gezeigt, dass
durch eine verbesserte Präsentation römischer Objekte der Großteil der
Aquarien weichen müsse. Den dadurch gewonnenen Raum hätte man aber nutzen
können, um römisches Leben in Verbindung mit der von ihnen beeinflussten
Landschaft in idealer Weise darstellen zu können.
Gerade die beiden Bereiche, auf die wir Bürger stolz sind, nämlich das
Prädikat "Europäischer Geopark Schwäbische Alb" und "Weltkulturerbe Limes"
hätten, bezogen auf die Gmünder Umgebung, idealtypisch verbunden werden
können.
Dies war im Vorfeld Gegenstand von Gesprächen zusammen mit der
Museumsleitung vor Ort und auch mit dem Kulturdezernat.
Auch bei einem Pressegespräch, um das der Redakteur der Gmünder Tagespost,
Herr Staudenmaier am 13.01.06 dringend bat und bei dem die Vertreter des NKV,
die Herren Prof. Dr. Rodi und Mayer sowie Frau Dr. Christiane Dürr anwesend
waren, wurde auf diese reizvollen Möglichkeiten hingewiesen. Man bat die
Presse, zu einen runden Tisch all derjenigen Institutionen und Bürger, die
an musealer Arbeit interessiert sind, aufzurufen.
Die oberflächliche Beurteilung der Landschaftsgeschichte durch die
Titulierung als "Wildschwein und Co. wurde gerügt.
Weder die Forderung nach einem runden Tisch noch die Aussagen von Prof. Rodi
und Frau Dr. Dürr wurden in dem sehr schwammig gehaltenen Pressebericht
erwähnt.
Konkrete Pläne oder Skizzen, die den Umbau betrafen, wurden dem
Naturkundeverein niemals gezeigt.
Es entsteht der Eindruck, dass sie entweder im Vorfeld verheimlicht werden
sollten oder nicht vorhanden sind. Dies war der Grund, warum der Vorsitzende
des NKV am 09.01. Herrn Dr. Bläse um einen Vor-Ort-Termin bat. Er wurde zwar
auf den 12.01.06 vereinbart, kam aber nicht mehr zustande.
Die Vertreter des Naturkundevereins sind empört darüber, dass in der Presse
und in der Verwaltung der Eindruck erweckt wurde, als ob die Umbaumaßnahmen
im Abstimmung mit ihren Vorschlägen stattfanden. Sie erkennen ihrerseits in
dem Verhalten, dass ehrenamtliches Engagement über viele Jahre nicht
berücksichtigt wird, wenn es gilt, andersgeartete Konzeptionen
durchzusetzen.
Prof. Dr. Rodi sowie der Vorsitzende und weitere Mitglieder des NKV haben
ihren Austritt aus dem Museumsverein angekündigt.
01.02.06:
Käfersammlung an das Staatliche Museum übereignet
Dem Naturkundeverein wurde
aus dem Nachlass des verstorbenen Rudolf Schlesinger aus Dischingen dessen
systematische Käfersammlung übergeben. Während die Fachbücher jetzt die
Vereinsbibliothek bereichern, wurde die 33 Normkästen umfassende Sammlung
mitteleuropäischer Käfer dem Staatlichen Museum in Stuttgart übereignet. Dr.
Joachim Holstein nahm die mehrere tausend Käfer umfassende Kollektion beim
Vorsitzenden in Besitz. Er bescheinigte deren gepflegten und systematischen
geordneten Zustand. Dr. Wolfgang Schawaller, der Leiter der Entomologischen
Abteilung des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart
bedankte sich beim Naturkundverein für die gelungene Vermittlung.
18.01.06: Im größten Inselreich der Erde
Indonesien ist mit seinen über 17000 Inseln und mehr als 3,3 Mill. km2
Territorial-gewässern der größte Archipel der Erde.
Es erstreckt sich als gewaltiger Inselbogen beiderseits des Äquators,
zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean von der Nordspitze Sumatras
bis zur östlichen Grenze von Irian Jaya, dem westlichen Teil der Insel
Neuguinea. Bei seiner Ost-West-Ausdehnung von 5100 km umfasst es etwa ein
Achtel des Erdumfangs. Die hauptsächlich vulkanischen Inseln bergen über 300
zum Teil hochexplosive Vulkane, von denen 125 als besonders
ausbruchgefährdet gelten.
Trotzdem, oder besser gesagt, gerade deshalb gehören viele der Inseln dank
ihrer fruchtbaren, vulkanischen Böden zu den dicht besiedeltsten Regionen
der Erde.
Die Eiszeiten ließen den Meeresspiegel über dem flachen Sundaschelf so stark
sinken, dass zwischen der australischen und asiatischen Faunenregion immer
wieder ein reger Austausch der Pflanzen, aber besonders der Tierwelt
stattfinden konnte.
Die Vielfalt der Landschaftsformen machte die Indonesische Inselwelt daher
zu einer der interessantesten Experimentalküche der Natur.
Häufige Einwanderungswellen vom malayischen Festland und spätere Isolation
ließen eine ähnliche Vielfalt der Völker und Stämme entstehen.
Der Leiter der Botanik-AG des NKV, Udo Gedack, zeigte am 18. Januar um 20.00
Uhr im Refektorium einen Vortrag über diesen hochinteressanten Archipel.
Anhand ausgesuchter Inseln wie Sumatra, Java, Sulawesi und Bali brachte er
seinem Publikum die Vielfalt der Landschaft, der Lebensweise seiner Bewohner
und der Tier- und Pflanzenwelt näher.
Anhand seiner Lichtbilder ließ er den Beschauer in eine fremdartige und
zugleich faszinierende Welt eintauchen.
Der Vortrag erfolgte in Zusammenarbeit zwischen Naturkundeverein und VHS
Schwäbisch Gmünd.
17.11.05 im Prediger mit Prof. Dr. Frieder Bay: Einblicke
in die Biologie
der Vögel
Den meisten Menschen sind die Vögel in irgend einer Weise recht
vertraut, mehr als unsere wildlebenden Säugetiere:
-
Vögel sind tagaktiv, daher ist ihr Verhalten leicht zu beobachten. Viele
wildlebende Säugetiere sind dagegen dämmerungs- oder nachtaktiv.
-
Manche Vögel zeigen wenig Scheu vor dem Menschen. Sie sind Teil
seiner Umwelt: am Haus, im Garten oder in der Stadt.
Hier knüpfte der Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Bay
an, indem er vor allem zum Beobachten anregte:
Durch gutes Beobachten und Schlussfolgern kann man bereits vieles über die
Biologie der Vögel ableiten bzw. erschließen. Außerdem hilft uns der
Vergleich mit der Technik. Das Fliegen ist z. B. seit Jahrtausenden ein
Menschheitstraum. Viele Erkenntnisse gewannen die Konstrukteure dabei aus
Verhaltensbeobachtungen an fliegenden Vögeln.
Heute ist das Fliegen für jedermann erschwinglich geworden, es ist ein
beliebtes Reisevergnügen. Wer die technischen Errungenschaften an Flugzeugen
oder an schnellen Autos aufmerksam betrachtet, kann interessante Details für
des Verständnis des Vogelflugs gewinnen. Viele Einzelheiten des Körperbaus
und der Organfunktionen der Vögel ergeben ein Gesamtbild, wenn man sie als
besondere Angepasstheit an das Fliegen begreift.
Prof. Dr. Bay veranschaulichte mittels Folien, Handstücken und Skriptum
seinen einfühlsamen Vortrag.
Die Veranstaltung fand im Kleinen Saal im Prediger statt. Der
Naturkundeverein richtete ihn zusammen mit der VHS und dem Naturschutzbund
Deutschland aus.
16.11.05 im
Prediger: "Hinter der Blauen Mauer" - "Erlebnis Schwäbische Alb"
Unter diesem Thema berichtete
Ludwig Walderich aus Gingen/Fils in einer Diaserie mit jahreszeitlich
angeordneten Bildern von der filigranen Schönheit unserer Schwäbischen Alb.
Der Referent war jahrelang Vorsitzender des Naturschutzbundes Alb-Neckar,
Ortsgruppe Geislingen und ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher
ehrenamtlicher Naturschützer. Seine besondere Liebe gilt der einheimischen
Flora, für die er sich besonders einsetzt.
Nur so sind seine Beweggründe für diesen Vortrag besser zu verstehen: "Wenn
man sich von der Schwäbischen Alb inspirieren lässt, wird man auch
Verständnis für die Verletzlichkeit und Schutzbedürftigkeit unserer Heimat
gewinnen und die Bemühungen um den Erhalt und den Schutz der heimischen
Arten besser verstehen und unterstützen. Denn nur wer die Natur liebt, wird
sie als Teil seiner Selbst beschützen."
Der Diavortrag mit beeindruckenden Bildern fand um 20.00 h im Kleiner Saal
des Prediger statt.
12.11.05: Albertus-Magnus-Tagung
im Prediger in Schwäbisch Gmünd
Die Gesellschaft für
Naturkunde in Württemberg ist eine der ältesten naturkundlichen
Vereinigungen Europas.
Ihr Vereinszweig Ostwürttemberg veranstaltete am 12.11.05 die Albertus
Magnus-Tagung in Schwäbisch Gmünd. Alljährlich findet sie zu Ehren des
großen Gelehrten und Patrons der Naturwissenschaften um seinen Gedächtnistag
herum in unserer Region statt. In diesem Jahr wurde seines 725. Todestags
gedacht.
Diesjähriges Thema war der Rechberg.
Bereits um 9.00 trafen sich die Teilnehmer in Rechberg-Vorderweiler am
Beginn des Kirchwegs bei der Gaststätte Jägerhof und wurden von Dipl. Ing.
Hans Wolf, dem Leiter des ostwürttembergischen Vereinszweigs, begrüßt. Hier
begann eine Führung auf einem Teilstück des Geologischen Pfades. Prof. Dr.
Dieter Rodi und Werner K. Mayer zeigten den Teilnehmern die Besonderheiten
des markanten Zeugenbergs. Sie wiesen auf seine besondere Lage in einer
Grabenstruktur, seine Störungen und die dadurch bedingte Reliefumkehr hin.
Dr. Hans-Joachim Bayer wies am neu aufgedeckten Querbruch in den
Wohlgeschichteten Kalken am Forstweg auf das außerordentlich markante
Begleitinventar dieser Störung hin.
Prof. Dr. Rodi sprach zusätzlich noch die Entwicklung der Landschaft,
Naturschutz-fragen, Nutzung der Buchenwälder, die Wacholderheiden und ihre
Pflege sowie die Besonderheit der Kalkmagerwiesen an.
Nach einer kurzen Führung in der Wallfahrtskirche durch Walter Dürr trat man
um 11.30 h den Rückweg an. Das Mittagessen im Gasthof Rad in
Rechberg-Vorderweiler gab auch Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch.
Am Nachmittag begannen um 14.00 h die Vorträge im Refektorium des Prediger.
Nach der Begrüßung durch Hans Wolf, den Vorsitzenden des Naturkundevereins
und Herrn Klaus Eilhoff als Vertreter der Stadt Schwäbisch Gmünd lautete der
erste Vortrag von Dr. Ing. Hans-Joachim Bayer:
Das Schwäbische Lineament - eine tektonische Großstruktur Württembergs.
Dr. Bayer konnte als Tektoniker und spezieller Kenner des Schwäbischen
Lineaments an Hand von Satellitenaufnahmen sichtbare Störungen am
Nordrand der Alb nachweisen.
Danach sprach Dr. Theo Simon zum Thema: Die Entstehung der Landschaft
am Rechberg, Stuifen und Hohenstaufen. Als die drei wesentlichen Elemente
der Landschaftsgestaltung bezeichnete er die Gesteinsfolge, die Tektonik und
die erodierende Kraft des Wassers an.
Dr. Simon ist Geologie-Oberrat am Geologischen Landesamt und Dozent an der
Universität Stuttgart. Einer seiner Schwerpunkte ist die Flussgeschichte.
Nach einer Kaffepause sprach der Leiter der Geologie-AG im NKV, Werner K.
Mayer zum Thema: Die Schichtfolge am Geologischen Pfad. Seine
Power-Point-Präsentation zeigte die Gliederung der Gesteine vom Hölltal bis
zur Spitze des Hohenrechbergs.
Den letzten Kurzvortrag widmete Prof. Dr. Dieter Rodi dem Thema: Lebensräume
am Hohenrechberg und ihr Schutz, mit besonderer Berücksichtigung der
Trockenrasen.
Die Veranstaltung endete gegen 17.00 h.
20.10.05: AG Vogelkunde - Filme über die Tierwelt des Nordens in Zimmern
In Nordeuropa leben viele hervorragend angepasste Tierarten. Hartmut
Veitinger aus Waldstetten zeigte hierzu Filmausschnitte von mehreren Reisen
nach Norwegen, Schweden und Finnland, wo er unter anderem die Vogelinsel
Rude und den Muddus-Nationalpark besuchte.
Die Gemeinschaftsveranstaltung von Naturkundeverein und NABU fand am
Donnerstag, 20. Oktober, um 19,30 Uhr im Nebenzimmer des Gasthauses "Krone"
in Zimmern statt.
19.10.05: Im
Himmelsgebirge – Naturkundliches aus dem Tien-Shan
Das Himmelsgebirge – besser bekannt als
Tien-shan – gehört zu den höchsten Gebirgen der Erde. Von Kirgisien und dem
westlichen China erstreckt es sich über 2500 km bis zur Wüste Gobi im Osten.
Mit Gipfelhöhen über 7000 m bildet es die nordöstliche Umrahmung der
zentralasiatischen Hochebenen. Das Gebirge, das aus Bruchschollen mehrerer
Hebungsvorgänge entstanden ist, setzt sich aus grob west-östlich
ausgerichteten Gebirgszügen zusammen. Vier große Beckenlandschaften sind in
diese Gebirgszüge integriert.
Die landwirtschaftlich Bedeutendste davon ist das Ferganabecken mit
intensiver Bewässerung dank wasserreicher Gebirgsflüsse, vor allem des Amu
und Syr-darja.
Ein
weiterer großer Fluss ist der Tschu aus dem Issyk-kul-Becken. Er versickert
in der kasachischen Wüste. Das Issyk-kul-Becken wird vom gleichnamigen See
geprägt. Sein Name bedeutet „warmer See“, obwohl er auf rund 1500 m
Höhe liegt. Seine Umgebung ist wüstenhaft.
Der westliche Tien-shan und sein Nordrand sind Wuchsort zahlreicher
Wildobstarten, die als Ursprung unserer heimischen Apfelsorten gelten.
Die Vegetationszonen umspannen in Gürteln die Gebirgszüge. Zuunterst findet
sich Steppenvegetation. Der Waldgürtel wird von der Tien-Shan-Fichte
eingenommen, vor allem an den Nordseiten der Gebirgszüge. Südseitig sind auf
Grund der Sonneneinstrahlung und der daraus resultierenden Trockenheit
Waldsteppen integriert. Wacholderfluren aus mehreren Arten, beschließen die
Obergrenze der Holzgewächse. Darüber befinden sich alpine Rasen bis zu
Schneegrenze. Auch sie haben steppenartiges Gepräge.
Die Pflanzengesellschaften sind insgesamt sehr vielseitig. Es gibt
zahlreiche auch bei uns vorkommende Arten eiszeitlichen Ursprungs. Hinzu
kommt eine Vielzahl endemischer und viele, nur auf Zentralasien beschränkte
Arten.
Erich Klotz aus Eislingen gilt als anerkannter Experte auf dem Gebiet des
Landschaftsschutzes und der Naturpflege und ist Autor zahlreicher
Veröffentlichungen.
Sein Vortrag, gemeinsam mit der VHS, fand am 19.10.05 um 20.00 h im Kleinen
Saal des Prediger statt.
14.10.05: Internet-Einführung für Hobby-Biologen und -Geologen
Eine Einführung in die Welt des Internets bot eine Veranstaltung des
Computervereins AUGE e.V. zusammen mit dem Naturkundeverein.
Mirko Blank von der Regionalgruppe Ostalb sowie Gerd Schneider vom NKV
brachten interessierten Naturkundlern die Handhabung und Möglichkeiten des
Internets nahe.
Die Teilnehmer bedienten sich der umfangreichen Suchmaschinen und konnten so
manche wertvolle Information für Hobby-Biologen und -geologen entnehmen.
Der Infoabend fand im EDV-Schulungscenter der Firma MbiT Solutions Mirko
Blank, in Gmd.-Großdeinbach, Lachenäckerstraße 22 statt.
Der Naturkundevereins bedankt sich bei den beiden Referenten, die ihr Wissen
kostenlos den Teilnehmern zur Verfügung stellten.
25.09.05: Jahresausflug nach Langenau mit dem Thema Karst und Wasser
Der eintägige Jahresausflug des Naturkundevereins war dem Thema Karst
und Wasser gewidmet. Er führte über verschiedene Stationen auf dem
nördlichen Albuch, im Kocher- und Brenztal, dem Härtsfeld und dem Egautal
nach Langenau. Im Mittelpunkt stand der Besuch der Betriebsanlagen und der
neuen Ausstellung der Landeswasserversorgung.
Zur Einstimmung war den Teilnehmern in einer Power-Point-Präsentation am 15.
September im Prediger durch Werner K. Mayer und Hans-H. Rademann das
Programm und die Abfolge vorgestellt worden.
So konnten vor Ort die Landschaftsbildung mit den zahlreichen
Trockentälern, den Dolinen, der Wasserwegsamkeit zu den Quellen des Seichten
und Tiefen Karsts nachvollzogen werden. Am Schwarzen Kocher konnte ein
Eisvogelpärchen beobachtet werden und Prof. Dr. Frieder Bay wies auf
ornithologische Besonderheiten hin. Hans-Holm Rademann beschrieb die
Wassergüte anhand von Wasserorganismen. Werner K. Mayer erläuterte vor dem
Königsbronner Rathaus die spannende Lebensgeschichte des geschäftstüchtigen
Johann Georg Blezinger, des damaligen Pächters der herzöglichen Hüttenwerke
in Königsbronn.
Höhepunkt waren die beiden Führungen im Langenau. In zwei Gruppen wurden
die Teilnehmer durch die Geologin, Frau Dr. Wandelt-Roth und die Biologin
Frau Dr. Hofmann fachkundig durch die Betriebsanlagen geführt. Sämtliche
Teilnehmer waren beeindruckt vom hohen technischen Stand der LW und der
Zielsetzung, das wichtigste Lebensmittel rein, frei von jeglichen
Schadstoffen und dennoch kostengünstig zum Verbraucher zu bringen.
"Die Ausstellung Erlebniswelt Grundwasser" ist eine spannende Reise in
unsichtbare Tiefen. Sie vertieft eindringlich jedem Besucher die
vielfältigen Aspekte der Gewinnung, Aufbereitung, des vorbeugenden Schutzes
und der Schadensbeseitigung des Trinkwassers.
Den Abschluss bildete eine kleine Wanderung auf dem geologischen Pfad um
den sagenumwobenen Grimmensee, einem Karstwasseraufbruch im Donauried.
24./25.09.05: Der Naturkundeverein bei den Weleda-Tagen
Balance finden - unter diesem Motto standen die diesjährigen Weleda-Tage.
Auch der Naturkundeverein beteiligte sich daran. Er war im Zelt bei den
Pflanzengärten in Schwäbisch Gmünd-Wustenriet mit einem größeren Stand
vertreten.
An beiden Tagen nahm Gerd Schneider von der Arbeitsgemeinschaft
Mikroskopie Untersuchungen an Heilkräutern unter dem Mikroskop vor. Die
Besucher konnten so im Blick durchs Mikroskop oder auf dem Bildschirm die
Einzelheiten erkennen.
Peter Tobies, Wulf Zitzmann und Hans Payerl hielten sich an den
Nachmittagen für Pilzbestimmungen bereit. Auch wenn, bedingt durch die
Trockenheit, nur wenige Pilze bestimmt werden mussten, so konnten sich die
zahlreichen Besucher aus nah und fern an den ausgestellten Exponaten
orientieren und mit den Fachleuten wertvolle Gespräche führen.
Während beider Tage konnten auch die Veröffentlichungen des NKV, wie das
Wentalbuch oder Publikationen vom Leintal, Kaltes Feld, Rosenstein u. a.
erworben werden.
24.09.05: Udo
Gedack am Schwarzhorn und am Graneggle:
Exkursion zu den Herbstblühern der Wacholderheiden
Die Wacholderheiden der
Schwäbischen Alb gehören zu den vielfältigsten und interessantesten
Lebensräumen unserer Heimat. Einst auf Grund von Überweidung durch
Schafherden entstanden, sind heute große Anstrengungen notwendig, diese
so genannten Kultursteppen zu erhalten. Zahlreiche Orchideen- und
Enzianarten beispielsweise können nur in diesen mageren, steppenartigen
Gebieten gedeihen.
Udo Gedack, der Leiter der AG Botanik des Naturkundevereins, führte am
24.09.05 rund 30 interessierte Naturfreunde zu den Herbstblühern der
Wacholderheiden am Schwarzhorn und am Graneggle.
24.09.05: Pilzkundliche Führung durch den Herbstwald
In Zusammenhang mit der VHS Bettringen bot der Naturkundeverein am
Samstag, den 24.09.05 eine "Pilzkundliche Führung durch den Herbstwald"
an.
Zahlreiche naturkundlich Interessierte trafen sich an der Brücke
Burgstalläcker in Bettringen. Dr. Norbert Luschka und Hans-H. Rademann
leiteten die Führung, die vor allem von Eltern mit ihren Kindern
angenommen wurde.
21.09.05:
Flora, Fauna, Habitat -
Europäische Juwelen auf dem
Truppenübungsplatz Münsingen
Es ist, als wäre
die Zeit stehen geblieben. Kilometerweit ist das Landschaftsbild durch
Schafweiden, Hutewäldern und Weidbuchen geprägt. Was durch historische
Nutzung vor Jahrhunderten entstand, ist bis heute durch Hüteschäferei,
Panzer und Soldaten so bewahrt geblieben. Diese Kulturlandschaft gibt es
in Baden-Württemberg sonst nirgends mehr. Es ist ein Kulturerbe mit
musealem Charakter. Was drum herum längst durch die so genannte
Zivilisation vernichtet wurde, hat im Schutz des militärischen
Sperrbezirks bis heute überlebt: eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt
mit äußerst selten gewordenen Arten und Lebensräumen. Sie sind insoweit
europaweit bedeutsam und inzwischen in das europäische Schutznetz NATURA
2000 eingebunden worden.
Der Kanonendonner hat aufgehört; die Soldaten sind abgezogen. Was nun?
Günter Künkele, der Referent und Autor des Buches „Europäische Juwelen
auf dem Truppenübungsplatz Münsingen“ stellte bei seinem Vortrag im
Prediger die einzigartige Landschaft, Flora und Fauna des Schießplatzes
in beeindruckenden Dias vor. Künkele ist ehrenamtlicher Vorsitzender des
Bund Naturschutz Alb-Neckar. Als Buchautor ist er bekannt durch
zahlreiche Veröffentlichungen in Magazinen und Zeitungen.
Die Veranstaltung von Naturkundeverein und VHS wurde zu einem Gewinn für
die zahlreichen Besucher.
Tag des Geotops am 18.09.05 - Führungen auf dem Geologischen Pfad
Schwäbisch Gmünd-Hohenrechberg
Deutschlandweit wurden an diesem Sonntag erdgeschichtliche
Besonderheiten, insbesonders geschützte Geotope in den Vordergrund
gerückt. Die geologischen Landesämter sowie die geowissenschaftlichen
Vereinigungen riefen gemeinsam dazu auf.
Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die
Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln.
Sie sind Schaufenster der Erdgeschichte. Schutzwürdig sind solche
Geotope, die sich durch besondere erdgeschichtliche Bedeutung,
Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen. Am Geologischen Pfad
sind mehrere Stationen mit Geotop-Charakter vorhanden, so z. B. im
Stubensandstein bei Tafel 2, im Mitteljura bei Tafel 14 sowie im
Oberjura am Stationenweg bei den Tafeln 20 und 22.
Der Naturkundeverein bot an diesem Tag vier Führungen an und erläuterte
dabei die auf dem Pfad vorhandenen Geotop-Erscheinungen. Die
morgendlichen Führungen wurden von Michael Stegmaier und Wolfgang
Wilhelm angeboten und befassten sich mit den Keuper- und
Unterjuraschichten vom Hölltal bis Metlangen.
Am Nachmittag waren Werner K. Mayer und Hans-H. Rademann unterwegs. Sie
begannen an der Keuper-Unterjura-Grenze und führten die zahlreichen
Besucher bis zu den Unteren Felsenkalken des Oberjura auf der Spitze des
Hohenrechbergs.
07.09.05: Präsentation der Verbesserungen am Geologischen Pfad
Stadtverwaltung und Naturkundeverein ist es gelungen, die Darstellung
der Gesteinsschichten am Geologischen Pfad Schwäbisch Gmünd -
Hohenrechberg attraktiver zu gestalten. Der Oberbürgermeister
Wolfgang Leidig hatte dazu die Presse vor Ort eingeladen.
An 6 Stellen können nunmehr Landschaft und Gesteinsuntergrund
anschaulicher erklärt werden. Im einzelnen sind dies:
Bei Tafel 5 wurde eine Vitrine aufgestellt. Sie zeigt die
violettroten Keupermergel mit den darin eingelagerten Kalkknollen. Der
ca. 17 m mächtige Knollenmergel ist an den Talrändern rund um Schwäbisch
Gmünd auf Grund seiner vielen Rutschungen gefürchtet.
An der Hangkante bei Tafel 6 wurde der kompakte
Angulatensandstein im Unterjura eingebaut. Auf seiner Oberseite zeigt er
Rippelmarken und fossile Meeresbodenstrukturen.
Mehrere große Kalksteinbrocken aus dem Arietenkalk wurden bei Tafel 7
gelagert.
Die rund 3 m mächtige Schichtfolge war früher in vielen kleinen
Steinbrüchen um Schwäbisch Gmünd aufgeschlossen. In ihr sind Unmengen
von Greifenaustern eingelagert; bis zu "30 Millionen auf einem Morgen
Landes", wie Professor Quenstedt, der Altmeister der Juraforschung
einmal schrieb.
Der Posidonienschiefer ist eine ca. 6 m mächtige Schichtfolge aus grauen
Schiefern. Über Metlangen wurde bei Tafel 11 eine Vitrine
aufgestellt, die ihn in bergfrischem Zustand zeigt. Die Schiefer
verwittern in der Landschaft sehr schnell, bilden aber eine schwache
Stufe. Bekannt sind sie vor allem durch die in Holzmaden gefundenen
weltberühmten Fossilien.
Am Weg nach der Tafel 14 wurden einige Gesteinsbrocken des
Donzdorfer Sandsteins eingebaut. Er lieferte von den Hangkanten des
südlich des Rechbergs gelegenen Rehgebirges die Werksteine für viele
markante Bauten, so z.B. für die Burg Rechberg sowie die
Wallfahrtskirche auf dem Kirchberg.
Durch eine Trockenmauer um die Tafel 16 konnten die harten
Gesteine der Oolithkalkserie aus dem Mittleren Jura anschaulich gemacht
werden.
Bei der Präsentation vor Ort zeigte sich der Oberbürgermeister erfreut
über die
Verbesserungen am Pfad. Er bedankte sich bei der Arbeitsgemeinschaft
Geologie des NKV. Die beiden Tageszeitungen und SWR4 berichteten
ausführlich darüber.
06.09.05: Geologie in der Innenstadt, Teil 2
Bei einer weiteren geologischen Führung in der Innenstadt von Schwäbisch
Gmünd stellte der Leiter der Geologie-AG des Naturkundevereins, Werner K.
Mayer, den östlichen Teil der Stadt vor. Ausgangspunkt war der Marienbrunnen
auf dem Marktplatz. Dessen gusseiserner Wasserkasten wurde 1776 in
Wasseralfingen aus Bohnerzen des Härtsfeldes und Stuferz aus der
Eisensandsteinserie im Mitteljura der Aalener Bucht gegossen. Das nächste
Ziel war die Grät, das älteste Rathaus der Stadt, von dem die Legende
berichtet, dass hier 1164 die Reliquien der Heiligen drei Könige auf ihrem
Weg von Mailand nach Köln für eine Nacht untergebracht waren. Das Relief an
der Ostseite stammt allerdings vermutlich vom Kappelturm der früheren
Stadtmauer und wird mit 1500 datiert. Es wurde erst 1863 an der Grät
angebracht. Der Bau selbst wurde 1536 aus heimischen Stubensandsteinen
errichtet. An der Nordseite wurden staufische Buckelquader mit ihren
typischen Zangenlöchern verwendet. Bei Renovierungsarbeiten an der Westseite
wurden im vergangenen Jahrhundert große Teile durch Krenzheimer Muschelkalk
ersetzt.
In der Rinderbacher Gasse wurden ein altes Pflaster, bestehend aus
kalkgebundenen Pflastersteinen des Unteren Stubensandsteins, aus
Oberjurakalken, Granit und Porphyr analysiert.
Auf dem Weg zum Königsturm wurden Sockelsteine, Fenstergesimse- und
Türeinfassungen vorwiegend den feinkörnigen Schilfsandsteinen des Neckartals
zugeschrieben, aber auch der Waldhauser Schilfsandstein konnte nachgewiesen
werden.
Der Königsturm besitzt eine regelmäßige Eckquaderung aus Stubensandstein.
Das Bruchsteinmauerwerk besteht aus heimischem Angulatensandstein, aber auch
Eisensandstein, vermutlich aus der Gegend des heutigen Stadtteils Weiler
dürfte Verwendung gefunden haben.
Weitere Stationen waren das ehemalige Schwörhaus und die Franziskanerkirche.
Am ehemaligen Franziskanerkloster erinnert ein Gedenktafel aus Buntsandstein
an Karl Mauch, den Wiederentdecker der Ruinen von Zimbabwe. Mauch, 1837 in
Stetten im Remstal geboren, wurde 1854 bis 1856 am damaligen Katholischen
Lehrerseminar zum Volksschullehrer ausgebildet. Seinen Traum als
Forschungsreisender in Afrika realisierte er von 1865 - 1872. Von Transvaal
aus unternahm er Forschungsreisen durch Südostafrika. Er fertigte die erste
geologische Karte des Transvaal, machte sich einen Namen in der
Minenforschung und entdeckte im Sept. 1871 die Ruinen von Zimbabwe.
Das heutige Weltkulturerbe, von dem Mauch glaubte, das sagenhafte Ophir der
Bibel entdeckt zu haben, wird heute der afrikanischen Hochkultur des
Bantu-Reichs zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert zugeschrieben.
Mauch starb 1875 38-jährig in Blaubeuren.
Die gut besuchte Führung endete an dem Mauerstück der ehemaligen Stadtmauer
am Remsdeck. Hier bildet der Angulatensandstein in den verschiedensten
Ausprägungen den Hauptanteil der Mauerung.
13.08.05: Botanische Wanderung in den Weiherwiesen
Zu einer botanischen Wanderung im Gebiet der
Weiherwiesen auf dem nördlichen Albuch hatte Udo Gedack vom Naturkundeverein
gemeinsam mit der VHS Schwäbisch Gmünd eingeladen.
Die zahlreichen Teilnehmer erlebten
einen interessanten Nachmittag zwischen Irmannsweiler und den Weiherwiesen.
Die Weiherwiesen und das südöstlich verlaufenden Trockental wurden bereits
1978 zu einem Naturschutzgebiet erklärt. Das Schutzgebiet umfasst eine
Fläche von 27,85 ha.
Der südliche Heideteil wird beweidet, der westliche Wiesenteil wird, soweit
möglich, einmal im Jahr gemäht.
Udo Gedack wies vor allem auf die Besonderheiten auf den tertiären
Feuersteinlehmen hin. Durch deren Wasserundurchlässigkeit bildet sich aus
vorhandenen Quellschichten ein Bach, der Weiherbach. Er durchfließt die
beiden Weiher, verschwindet aber bereits nach einem Kilometer in einer
Doline, dem so genannten Wasserfall.
Gedack erläuterte während der rund 3-stündigen Wanderung die verschiedenen
Pflanzengesellschaften. Auf den trockeneren Feuersteinlehmböden bilden sich
die Wiesenhafer-Flügelginsterheide und die Heidekraut-Ginsterheide. Wo
magere Wiesen eine stärkere Vernässung zeigen, sind Borstgrasrasen
verbreitet. Hier kommen unter vielen anderen auch Arnica montana
(Bergwohlverleih), Polygala serpyllifolia (Quendel-Kreuzblume) und der
Succisa pratensis (Teufelsabbiß) vor. Westlich des unteren Weihers kommen
etwas zeitiger Trollblumen, Knabenkräuter und eine Reihe von
Bergwiesenblumen vor. Des weiteren unterschied er nach Braunseggenrasen,
Großseggenriede, Bach- und Teichröhrichte. In letzteren gedeihen Kalmus,
Teichschachtelhalm, die Sumpfschwertlilie, Aufrechter Igelkolben, der
Breitblättrige Rohrkolben, Gilb- und Blutweiderich. Auch die
Wasserpflanzengesellschaften an den Ufern der beiden Weiher wurden einer
tieferen Betrachtung unterzogen.
Die anwesenden Naturfreunde brachten im Anschluss ihre Freude über die
gewonnenen Erkenntnisse an einem angenehmen Sommertag in einer ruhigen
Umgebung zum Ausdruck.
10.08.05: Lehrreiche Insekten-Pirsch im Taubental
Unter dieser Überschrift berichtete eine lokale Tageszeitung über einen
Nachmittag im Rahmen des Kinderferienprogramms der Stadt Schwäbisch Gmünd.
Unter Anleitung von Prof. Dr. Dieter Rodi erlebten Kinder zusammen mit ihren
Eltern und Großeltern hautnah das Tier- und Pflanzenreich im heimischen
Laub- und Nadelwald des Taubentals.
Nach einem Fußmarsch vom Bahnhof zum nahen Erholungswald teilte Dr. Rodi die
Kinder in vier Gruppen ein. Während eine Gruppe Zweige und Blätter von
Bäumen und Sträuchern sammelte, beschäftige sich eine zweite Gruppe mit
Blüten und Früchten. Eine dritte Gruppe widmete sich dem Tierreich und die
vierte Gruppe untersuchte den Waldboden.
Die Kinder hörten eine Menge über Tiere und Pflanzen, die unterschiedlichen
Blätter und Rinden der Bäume. Durch Ratespiele gelang es dem erfahrenen
Pädagogen, die Teilnehmer immer wieder aktiv mit einzubeziehen. Der
Waldboden wurde auf seinen Säuregrad hin untersucht und die Kinder fanden
eine Menge Insekten, die sie unter der Lupe intensiv betrachteten.
Nach zwei unterhaltsamen Stunden machten sich die Gruppen mit neuem Wissen
im Gepäck wieder auf in Richtung Bahnhof.
28.07.05: Im Sommerferienprogramm - Dem Bach auf den Grund geschaut
Im Rahmen des Sommerferienprogramms der Stadtverwaltung bot der
Naturkundeverein gemeinsam mit der VHS Bettringen eine gewässerkundliche
Führung am Strümpfelbach an. Der Andrang der Kinder war so groß, dass
Elisabeth und Hans-Holm Rademann zwei Gruppen bilden mussten.
In einem Rollenspiel durften die Kinder zunächst den Wasserkreislauf
erarbeiten. Am Strümpfelbach wurde die Transportfähigkeit des Wassers
erklärt und die verschiedenen Gesteine untersucht. Neben fossilträchtigen
Gesteinen des Unteren Juras wurden auch Kuriosiäten, wie ein geformtes
Kuhhorn und der Arm einer Marmorstatue gefunden. Die Fließgeschwindigkeit
wurde mit Styropor-Schiffchen ermittelt.
Der Bach als Lebensraum lautete der vierte Teil der Veranstaltung. Mittels
Lupe und anhand eines Bestimmungsblattes wurden Köcherfliegen- und
Eintagsfliegenlarven untersucht und bestimmt. Auch Rollegel und die Jungbrut
von Forellen waren vorhanden, ein Hinweis auf genügend Sauerstoff und eine
zufrieden stellende Gewässergüte.
Elisabeth und Hans-Holm Rademann bereiteten den Kindern einen vergnüglichen
und interessanten Nachmittag.
24.07.05: Jubiläums-Gebirgsausfahrt zum Walmendinger Horn
Vor 25 Jahren hatte Peter Aleksejew im Naturkundeverein angeregt, eine
jährliche Gebirgsausfahrt ins Allgäu durchzuführen und sich als botanischer
Führer zur Verfügung gestellt. Die erste Ausfahrt führte ins Kleine
Walsertal. Ziel war die Gegend um das Walmendinger Horn. Viele interessante
Allgäu-Touren folgten, die Gebirgsausfahrt wurde zu einer Institution und
die Teilnehmer kamen stets auf ihre Kosten.
Als Jubiläumsausfahrt wurde nunmehr die erste Wanderung um das Walmendinger
Horn wiederholt und 58 Teilnehmer erlebten unter der fachkundigen Führung
von Peter Aleksejew, Udo Gedack und Hans-Holm Rademann einen rundum gelungen
Tag bei idealem Wanderwetter.
Hans-Holm Rademann fungierte als Reiseleiter. Er führte auf dem Horn in
die Landschaftsgeschichte ein, Udo Gedack erläuterte die Erdgeschichte der
Alpen und gemeinsam wurde der botanische Garten am Horn kommentiert. Hier
überraschten vor allem die Fülle der seltenen Strauß-Glockenblumen (Campanula
thyrsoides), die außerordentlich füllige Kugel-Orchis (Traunsteinera globosa)
sowie die Vielfalt der Bärtigen Glockenblume (Campanula barbata). Hunderte
von Arten wussten die Botaniker zu erklären.
Aus drei Wanderungen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden konnten die
Teilnehmer auswählen. Während Peter Aleksejew eine leichte Wanderung
anführte, die er umso mehr mit seinen profunden Kenntnissen würzte,
unternahm Hans-H. Rademann eine Führung unterhalb der Ochsenhofer Köpfe. Udo
Gedack wiederum unternahm eine anspruchsvollere Tour über den Grat der
Ochsenhofer Köpfe, deren Schwierigkeitsgrad durch die kenntnisreichen
Pflanzenerklärungen deutlich gemildert wurde. An der Ochsenhofer Scharte
trafen sich die beiden Gruppen zum gemeinsamen Rucksackvesper und übertrafen
sich mit ihren botaníschen Erlebnissen und Ergebnissen.
Da war von der Halbkugeligen Teufelskralle (Phyteuma hemisphaericum), dem
Purpur-Enzian (Gentiana purpurea), dem masten Ferkelkraut (Hypchaeris
uniflora) ebenso die Rede wie von der Großblättrigen Garbe (Achillea
macrophylla), dem Echten Arnika (Arnica montana) und vielen, auch
unscheinbaren Orchideen- und Glockenblumen-Arten. Die Pflanzen der
Hochstaudenflora wurden ebenso besprochen wie die Säure liebenden Bärlappe,
Farne und Schachtelhalme.
Nach dem Abstieg wurde an der Schwarzwasserhütte nochmals eine kurze Rast
eingelegt, ehe man über die Melköde sich bei der Auenhütte zur Rückfahrt
traf.
Bei der Heimfahrt bedankte sich der Vorsitzende bei den drei engagierten
Botanikern, die den Teilnehmern einen erlebnisreichen Tag beschert haben.
16.07.05: Zwei weitere Führungen am Geologischen Pfad
Seit der Erneuerung des Geologischen Pfades und dem Erscheinen des
Rechbergbuches, in dem auch die naturkundlichen Aspekte des Schwäbisch
Gmünder Stadtteils beschrieben wurden, bietet der Naturkundeverein wieder
verstärkt Führungen am Rechberg an.
Am 16.07.05 startete um 14.30 h eine insektenkundlich-botanische Führung am
Jägerhof in Rechberg-Vorderweiler.
Prof. Dr. Andreas Beck, Carola Maier und Prof. Dr. Dieter Rodi erklärten die
verschiedenen Schmetterlinge und Insekten und deren Futterpflanzen. Mit
einem Detektor wurden die Laute der Heuschrecken verstärkt. Sie werden nicht
über Stimmbänder erzeugt, sondern im wesentlichen durch Reiben der Flügel
oder Beine. Anhand dieser Laute lassen sich die Arten auch exakte bestimmen.
Um 17.00 h traf sich an der Burgbrücke eine weitere Gruppe zu einer
geologisch-botanischen Führung.
Dr. Rodi wies dabei auf die Anpassung der Pflanzen an Mauern, Mauerfüßen,
Wegrändern und Trittflächen hin. Er erläuterte anschaulich die sehr
unterschiedlichen Pflanzengesellschaften. Werner K. Mayer übernahm den
geologischen Teil. Er wies auf die unterschiedlichen Gesteinssorten hin, die
beim Bau und Renovation der Burgruine Rechberg verwendet wurden. Von der
Dachterrasse aus konnten die markanten Schichtstufen des südwestdeutschen
Schichtstufenlandes nachempfunden werden. Anhand der unterschiedlichen
Schichtneigung der Wohlgebankten Kalke des Oberjura
wurde auf die besondere tektonische Lage der Gesteinsfolgen im
Rechberggraben hingewiesen.
09.07.05: Waldkundlich-naturkundliche Exkursion im
Wental
Am Samstag, 09. Juli führten die Untere Forstbehörde des Landratsamtes
Heidenheim, der Naturschutzbund (NABU) Steinheim und der Naturkundeverein
Schwäbisch Gmünd eine gemeinsame waldkundlich-naturkundliche Exkursion im
Wental auf dem Albuch zwischen Bartholomä, Essingen und Steinheim durch.
Rund 50 Teilnehmer nahmen daran teil.
Am Spitzbubenstadel gab Prof. Dr. Dieter Rodi anhand von Karten aus
dem Wentalbuch eine kurze Einführung in Landschaft, Gesteine, Pflanzenwelt
und Naturschutz. Er ging besonders auf die Dolomitfelsen im Trockental mit
ihrer seltenen Flora ein.
Beim inzwischen umgestürzten Nilpferd-Felsen führte Revierförster Schührer
an Beispielen in die Bedeutung des Totholzes für den Lebensraum Wald ein.
Der Botaniker arbeitete mit den Teilnehmern den Unterschied der Vegetation
auf Feuersteinen und auf Kalksteinen heraus.
An einer weiter unterhalb gelegenen Sturmschadenfläche wies Oberforsträtin
Dr. Freist-Dorr auf die Verjüngung des Waldes mit besonderer
Berücksichtigung der Naturverjüngung, der Standraumentwicklung und des
Verbisses hin. Eine Reihe von Farnen und „Schlagpflanzen“ konnten gesucht
und vorgestellt werden.
Beim letzten Halt berichtete Revierförster Rösch
unter dem Aspekt Waldpflege und Nachhaltigkeit an einem Beispiel über die
Methoden der Umwandlung von Fichtenforsten in Mischwälder und ging auf die
neuen Arten der Holznutzung ein.
06.07.05: Treffen der Amphibienschutz-Helferinnen und -helfer
Der Umweltschutz-Beauftragte der Stadtverwaltung, Alexander Groll, sowie
der NKV luden die zahlreichen Helferinnen und Helfer der diesjährigen
Amphibien-Schutzaktion im Schießtal zu einem Treffen ein. Es fand am
06.07.05 um 18.30 h im Vereinsheim der Naturfreunde statt. Alexander Groll
sprach den Dank der Verwaltung an die zahlreichen Helfer aus. Er bedankte
sich vor allem auch bei Dietmar Bidlingmaier und Dr. Christine Dürr, die
maßgeblich die Organisation durchführten. Er gab die ermittelten
Zahlen der Hin- und Rückwanderung bekannt, die den Aufwand an einer der
größten Populationen im Land rechtfertigen. Er will auch dafür sorgen, dass
künftig noch wirkungsvoller gearbeitet werden kann. Zahlreiche Fragen der
Teilnehmer konnte Dietmar Bidlingmaier fachlich zur Zufriedenheit
beantworten.
Der erwartete Krötenregen ist bisher ausgeblieben. Die Ursachen sollen in
den nächsten Wochen ermittelt werden.
05.07.05:
Stadtgeologie in der Innenstadt von Schwäbisch Gmünd
Moderne Städte mit ihren
kühnen Fassaden aus Glas, Metallen und Gesteinen aus aller Welt scheinen auf
den ersten Blick attraktiv - dennoch sind sie ohne Eigencharakter und
beliebig austauschbar.
Wie anders dagegen wirken die Innenstädte, in denen das in der Nähe
anstehende Gestein über Jahrzehnte, ja Jahrhunderte verwendet wurde. Sie
präsentieren sich als bestaunte Ensembles: Straßburg, Freiburg, Baden-Baden,
Frankfurt und Schwäbisch Hall z.B. sind markante Beispiele hierfür.
Auch in Schwäbisch Gmünd wurden über Jahrhunderte für Profan- und
Sakralbauten die heimischen Gesteinsarten verwendet. Sie geben der
Innenstadt heute noch ein besonders Flair: der Stubensandstein aus den
Keuperschichten und der Angulatensandstein aus dem Unteren Jura.
Bei einer geologischen Stadtführung unternahm Werner K. Mayer den Versuch,
die im Stadtbild sichtbaren Sedimentgesteine nach ihrer erdgeschichtlichen
Herkunft zu gliedern. Er begann an der Johanniskirche und dem Johannisturm,
führte die Interessenten über das Glockengässle zum Glockenturm, dem
Löwenbrunnen und zum Münster.
Allein am Münster wurden im Laufe der Zeit siebzehn verschiedene
Gesteinssorten verarbeitet. Darunter befinden sich neben dem ursprünglichen
am Ort gebrochenen Stubensandstein auch der Schlaitdorfer Sandstein, der
Maulbronner Sandstein und der Gaggenauer Sandstein. Aus der Trias stammen
der Krensheimer Muschelschillkalk und der Crailsheimer Muschelkalk. In
neuerer Zeit ist es der Leistadter Sandstein, auch Pfalzsandstein genannt
und der Oberkirchener Sandstein, die in der Restauration Verwendung finden.
Weitere interessante Gesteinsstrukturen ergaben sich an der Forster´schen
Villa aus Waldhauser Schilfsandstein, dem Steinkreuz am Kroatensteg und dem
Fünfknopfturm.
Eine weitere Begehung der Innenstadt wird noch in diesem Herbst stattfinden.
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