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16.01.2012: Wintertraum im Vogelparadies
Gmünder Naturliebhaber auf der Spur des Silberreihers im Naturschutzgebiet Bucher Stausee
Anmutig löst er sich von der Wasseroberfläche, wie einen Fächer breitet er die Schwingen aus und zeigt jede einzelne seiner silbrig-weiß schimmernden Federn: Der Anblick eines Silberreihers ist ein Wintertraum. 20 Naturfreunde aus der Region durften ihn bei einem Besuch im Naturschutzgebiet Bucher Stausee bei Ellwangen erleben.
Der Silberreiher gehört zu den Wintergästen, die den malerischen See regelmäßig zu ihrem Winterdomizil küren, wie die Vogelexperten des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) und des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd den Exkursionsteilnehmern erklärten. So zeigten sich im morgendlichen Dunst dieses Sonntags 15 prächtige Silberreiher, bevor sie abhoben, um auf den nahegelegenen Wiesen und Feldern Mäuse zu jagen.
Früher war der große Schreitvogel auch bei uns ganzjährig anzutreffen, wurde aber wegen seiner als Hutschmuck begehrten silbrigen Schwanzfedern fast ausgerottet. Nur in einigen unzugänglichen Gegenden Osteuropas haben sich die Bestände erhalten und nehmen seit einigen Jahrzehnten wieder zu, seit Schutzmaßnahmen greifen und aufwändig verzierte Damenhüte aus der Mode gekommen sind.
Der Silberreiher ist nicht der einzige Gast, der das üppige Nahrungsangebot im Bucher Stausee nutzt. Zu sehen waren auch Graugänse, Krickente und Rostgans sowie Kormoran und Gänsesäger. Auch einige Bekassinen – scheue braune Watvögel mit ihrem unverkennbar  langen Schnabel – hatten sich eingefunden. Allerdings war eine Anzahl gewohnter Wintergäste ausgeblieben, die um diese Zeit gewöhnlich am See anzutreffen sind – so zum Beispiel der melodiös trompetende Singschwan. Da das Wetter zurzeit in Russland und Skandinavien vergleichsweise mild und schneearm ist, finden die Vögel noch genügend Nahrung in den Gewässern und auf den Wiesen ihrer Heimat.
Doch dies kann sich rasch ändern, sollte sich der Winter doch noch zu einem Gastspiel entschließen. NABU und Naturkundeverein warten schon gespannt auf die Ausbeute ihrer nächsten Vogelsafari am 15. Februar. Dann geht es an den Faiminger Stausee bei Lauingen an der Donau – ebenfalls ein fantastisches Gebiet für Naturbeobachter.
Alle Exkursionstermine der kommenden Monate im Internet auch unter: www.nabu-gmuend.de

11.01.2012: Lichtbildervortrag über die Exkursionstagung zum Ackerwildkrautschutz in Ostwürttemberg und im Ries
Im Rahmen der monatlichen Vorträge der Arbeitsgemeinschaft Botanik des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd berichtete Prof. Dr. Dieter Rodi über die Exkursionstagung zum Ackerwildkrautschutz in Ostwürttemberg. Die Tagung wurde im Juni letzten Jahres durchgeführt und stand in engem Zusammenhang mit dem Projekt „100 Äcker für die Vielfalt“, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt wird. 80 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren aus verschiedenen Ländern Mitteleuropas angereist.
Die Einführungsvorträge fanden in Kirchheim/Ries statt. Am ersten Exkursionstag wurden vier extensivierte, blumenreiche Äcker mit vielen besonders gefährdeten Arten bei Brainkofen, Mögglingen, Dischingen und Utzmemmingen besucht. Sie wurden  in das bundesweite Netz der „100 Äcker für die Vielfalt“ aufgenommen. Es wurden Informationstafeln aufgestellt und an die bewirtschaftenden Landwirte Urkunden übergeben. Am zweiten Exkursionstag wurden besonders artenreiche Äcker in der Umgebung von Kirchheim/Ries angeschaut. Den Abschluss der Exkursionstagung bildete der Besuch bei den blumenreichen Rankenäckern bei Marktoffingen im Ries, die ebenfalls in das Netzwerk der „100 Äcker für die Vielfalt“ aufgenommen wurden.
Der von der Botanik-AG des Naturkundevereins veranstaltete Vortrag fand am Mittwoch, 11. Januar um 20.00 Uhr im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 16 statt.

24.11.2011: Landespreis für Heimatforschung an Mitglied des Naturkundevereins
Der mit 5.000 € dotierte Hauptpreis des „Landespreis für Heimatforschung“ wurde am 24.11.Werner K. Mayer für sein Buch „Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ verliehen. Zur Preisverleihung in Bühl/Baden reisten mit dem Bus Mitglieder des Naturkundevereins und Freunde von Werner K. Mayer. In seinen Dank schloss der
Geehrte vor allem auch die Geologie-Arbeitsgemeinschaft sowie die Vereinsleitung des NKV ein, die durch ihr Mitwirken und Vertrauen das Buch erst ermöglicht haben.
Das Preisgeld geht ausschließlich an gemeinnützige Zwecke. Es kommt zu einem großen Teil auch dem Ausbau des Geologischen Pfades zugute.

12. Nov. 2011: Zu Singschwan und Silberreiher ins Donaumoos
Haben sie schon einmal richtigen Schwanengesang gehört? Wahrscheinlich nicht,
denn unser einheimischer Höckerschwan ist stumm. Nicht so sein sibirischer Vetter, der Singschwan. Vor Jahrhunderten war er auch bei uns heimisch, taucht seither
aber nur noch als Wintergast bei uns auf, um in eisfreien Gewässern nach Nahrung zu suchen.
Den Singschwan, andere Wintergäste und verspätete Durchzügler wie den Silberreiher, zahlreiche Entenarten und  die ersten nordischen Saat- und Blässgänse konnte man am Samstag, 12. November, kennenlernen. Der Gmünder Naturkunde-verein und die NABU-Gruppe Schwäbisch Gmünd in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS) Schwäbisch Gmünd lud zu einer Exkursion in das Donaumoos bei Sontheim ein. Hoffen durfte man auch auf Spuren des Bibers, der sich dieses Feuchtgebiet schon vor einigen Jahren als Lebensraum zurückerobert hat. Experten des NABU erklärten dabei die Besonderheiten dieser Naturlandschaft und ihres Tier- und Pflanzenreichtums.

November 2011
Im November 2011 wurde der Brutplatz des Flussregenpfeifers am Rande der
Lorcher Baggerseen durch verschiedene Baumaßnahmen wesentlich verbessert. Initiator war das Naturkundevereinsmitglied Manfred Müller. Der Großteil der Mittel wurde auf Antrag des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd über den Landschaftserhaltungsverband Ostalbkreis vom Regierungspräsidium Stuttgart beigesteuert.

06.11.2011 Albertus Magnus-Tagung in Ellwangen/Jagst
Am 06.11. fand bei Ellwangen die Albertus Magnus-Tagung des Vereinszweigs Ostwürttemberg der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg mit dem Thema Der Virngrundwald im schwäbisch-fränkischen Keuperbergland statt. Neben einer ausgedehnten Wanderung mit Themen zur Waldgeschichte, Waldwirtschaft und Waldökologie durch Forstwirtschaftler und Experten wurden an Nachmittag im Waldgasthof "Grüner Baum" in Stocken mehrere interessante Vorträge angeboten.

Ende Oktober: Abfischen im Schießtalsee
Ende Oktober wurde nach 4 Jahren der Schießtalsee abgelassen und vom Fischereiverein abgefischt. Der See wird erst im Vorfrühling 2012 wieder gefüllt werden. Der Naturkundeverein hofft, dass dadurch die Kaulquappen sich wieder voll entwickeln können und es im Juni wieder zu einer größeren Jungkrötenwanderung kommen wird.

27.10.11: Vielfältiges Leben am Radweg
Stego`s Museumskaffee in Straßdorf war am 27. 10. Schauplatz eines bemerkenswerten Vortrages von Peter Tobies im Namen des Naturkundevereins.
Herr Tobies stellte die Vielfalt der Natur an der ehemaligen Klepperletrasse zwischen Schwäbisch Gmünd Südbahnhof und Reitprechts anhand sehr schöner und aufschlussreicher Bilder vor.
Ein besonderer Schwerpunkt waren die verschiedenen Hummelarten mit ihrer interessanten Biologie. Diese Bienenverwandten finden in unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft immer weniger Futterpflanzen und geeigneten Lebensraum. Am Beispiel der Dunklen Erdhummel verdeutlichte Tobies die Wahl des Nistplatzes der überwinterten, sehr großen Hummelkönigin beispielsweise in Erdlöchern oder alten Mäusenestern. Dabei baut sie eine Eiwiege und bebrütet die ersten Eier wie eine Glucke. Nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen übernehmen diese die Aufgaben im noch jungen Hummelstaat. Es werden Nektartönnchen zur Aufzucht der Larven angelegt und fleißig Pollen und Nektar eingebracht. Es wird für ausreichende Klimatisierung gesorgt und das Nest laufend erweitert.100 bis 600 Tiere kann so ein Hummelstaat zählen.
Im Oktober findet schließlich der Hochzeitsflug der Jungköniginnen und männlichen Drohnen statt. Danach sterben alle Arbeiterinnen und Drohnen und die verbliebenen Jungköniginnen suchen sich bis zum nächsten Frühjahr einen Überwinterungsplatz.
Die Böschungen am Radweg sind so für unendlich viele Tier-und Pflanzenarten ein letzter Rückzugsraum geworden. Zahllose Bienen, Fliegenarten und verschiedenste Falter finden an dem, auch an Pflanzenarten reichen Streifen Nahrung und Brutmöglichkeiten. Das bei uns sonst kaum vorkommende Dichtblütige Habichtskraut mit einigen ebenfalls bemerkenswerten Verwandten, Gefleckte Taubnessel und viele Wildsträucher vervollständigen das Angebot.
Ausgesprochen bemerkenswert sind die Knorpelgallen an den Eicheln. Diese entstehen
durch den Stich einer bestimmten Eichengallwespe in die junge Eichel zwecks Eiablage. Ein dabei ebenfalls injizierter arttypischer Stoff animiert die Eichel zu Zellwucherungen. Diese verändert ihre ursprüngliche Form nun derart, dass sie als Eichel kaum noch zu erkennen ist. Sie sollen durch diese Formveränderung für Eichelhäher wohl nicht mehr als Futter zu erkennen sein.
In seiner lockeren Form brachte Peter Tobies seinem Publikum vielfältige Zusammenhänge in unserer Natur nahe und lud zu eigenen Beobachtungen praktisch vor der Haustür ein.

22.10.2011: Sicherungsmaßnahmen im Fuggerle
Am 22.10.wurden am Rande des Vereinsgrundstücks Fuggerle von der Firma Gunst und Tomesch aus Sicherungsgründen einige Bäume gefällt. Die Aufräumarbeiten übernahmen Mitglieder des Naturkundevereins. Rudi Übelhör fungierte als Initiator.

20.10.2011: Faszination Fledermaus: NABU-Vortrag über die Kobolde der Nacht
Wussten Sie, dass eine Fledermaus mit den Ohren „sieht“? Dass Fledermäuse ähnlich wie wir Menschen meist nur eines, maximal zwei Junge auf die Welt bringen? Dass einige Arten bis zu 30 Jahre alt werden können? Diese und mehr Geheimnisse aus
dem Leben der faszinierenden Nachtkobolde gab der erfahrene Fledermausschützer Markus Schmid am Donnerstag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr im Gasthaus Krone, Böbinger Straße 3 in Schwäbisch Gmünd-Zimmern preis.
Bei seinem Vortrag zeigte Schmid anhand eigener Fotos, wie die heimlichen Nachtjäger leben und was man tun kann, damit sie in Haus und Garten Nahrung und Unterschlupf finden. Gastgeber waren der Naturschutzbund (NABU) und der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd.

19.10.2011: Naturkundlicher Vortrag über den Hauswald der Gmünder.

Das Taubental als Naherholungsgebiet erfreut sich bei der Gmünder Bevölkerung seit langem großer Beliebtheit. Von der Innenstadt in kurzer Zeit auch zu Fuß gut erreichbar, bietet es sowohl dem Erholungssuchenden als auch dem Naturbegeistertem allerhand Möglichkeiten.
Das Taubental zeigt beispielhaft auf verhältnismäßig engem Raum die verschiedenen Waldformen der engeren Umgebung von Schwäbisch Gmünd.
Da wären der Eichen-Hainbuchen-Wald um den beliebten Aussichtspunkt Lindenfirst, der Buchen-Tannen-Wald in seinen verschiedenen Variationen und der feuchte Schluchtwald in den Klingen zu nennen. Jede dieser Waldformen ist an den natürlichen Untergrund besonders angepasst. Deswegen ist die Bodenvegetation mit einigen, zum Teil bemerkenswerten Arten auch sehr unterschiedlich ausgebildet. Weiße Pestwurz, Hasenlattich und sogar Orchideen machen den stadtnahen Erholungswald auch für Kenner zu einem Naturerlebnis.
Am 19.10.11 um 19.30 Uhr entführte Udo Gedack, der 1.Vorsitzende des Naturkundevereins und Leiter der AG Botanik, sein Publikum ganz gegen seine Gewohnheit nicht in tropische Gefilde, sondern stellte die Natur, sozusagen vor der Haustür, vor.
Udo Gedack gelang es hervorragend, seinen Zuschauern die bemerkenswertesten Blütenpflanzen und Farne sowie auch verschiedene tierischen Bewohner des Taubentalwaldes näher bringen. Dabei ging er immer wieder auf die vielfältigen Überlebensstrategien seiner natürlichen Bewohner und die oft Erstaunen hervorrufenden Verflechtungen zwischen den einzelnen Lebensformen
ein.
Der Lichtbildervortrag war eine Gemeinschaftsveranstaltung von Naturkundeverein
und VHS und fand im Saal des Gebäudes der VHS am Münsterplatz bei freiem Eintritt statt.
 
19.10.2011: Gerd Schneider mit Vortrag über Giftpflanzen und Pflanzengifte
Am 19. 10.2011 zeigte der 2.Vorsitzende des Naturkundevereins, Gerd Schneider, einem zwar kleinen, aber umso interessierteren Publikum einen Vortrag über Giftpflanzen und Pflanzengifte. Im Laufe des Vortrages erfuhren seine Zuhörer allerlei Interessantes und faszinierendes über die verschiedenen Giftgruppen und ihre Wirkung. So ist das gefährliche Solanin in den bekannten Lebensmitteln Kartoffel, Tomate und Paprika zu finden. Daher kann vor dem Genuss von grünen Kartoffeln und Tomaten nur gewarnt werden. 
Andere wichtige Alkaloide mit zum Teil so bekannten Giften wie Nikotin, Morphin, gewonnen aus der Samenkapsel des Schlafmohns, und Strychnin, das auch in einer  verdünnten Dosis von 1: 30000 zwar hochgiftig ist, aber auch dann noch so bitter schmeckt, so dass es sich trotz der Ansicht vieler Autoren von Kriminalromanen kaum für einen Mord eignet. Ein anderes häufiges Gift ist das Atropin, das man vor allem  in den Beeren der Tollkirsche nachgewiesen hat. Drei Beeren genügen bei Kindern, ungefähr zehn bei Erwachsenen, um diese in ernsthafte Lebensgefahr zu bringen. In so bekannten Kübelpflanzen wie den Engelstrompeten, sowie die im Mittelalter als Hexenpflanzen bezeichneten Stechapfel und Alraune ist der gefährliche Stoff zu finden. Anregende Stoffe sind dagegen die häufig als Genussmittel  verwendeten Gifte Koffein und “Teein“. Sie wirken psychoaktiv und es war auch zu erfahren, dass Teein eigentlich auch Koffein ist, das im Nervensystem nur langsamer freigesetzt wird. Oxalsäure ist ebenfalls ein Gift, welches z.B. im Rhabarber enthalten ist . Sie wirkt reizend und ätzend und muss jedoch in sehr großer Menge genossen werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Die Brennnessel schließlich verfügt über Brennhaare ähnlich wie Infektionsnadeln, die bei Berührung abbrechen und ihre Gifte Ameisensäure, Serotonin und Histamin in die Haut injizieren. Cannabis letztendlich ist eine aus dem Indischen Hanf gewonnene Droge die außer der Rauschwirkung  vermutlich das Schmerzgedächtnis oder auch andere Erinnerungen löschen können.
So manches Aha-Erlebniss war bei den Zuhöhrern von Gerd Schneider zu bemerken und so bleibt die Hoffnung , dass der in Kürze geplante zweite Teil des Vortrages vielleicht noch ein paar Besucher mehr anlocken wird.

03.10.2011: Zugvogel-Autobahn führt über den Gmünder Raum
Naturfreunde aus der Region konnten tausende Tiere über Spraitbach sehen – NABU: bei Windkraft-Planung auf Zugrouten Rücksicht nehmen
Jeden Herbst ziehen viele Millionen Vögel südwärts, um den Winter am Mittelmeer oder noch weiter südlich, im tropischen Afrika zu verbringen. Was selbst in unserer Region nur wenige wissen: Eine wichtige „Vogel-Autobahn“ führt direkt über den schwäbischen Wald und den Albtrauf. Tausende und abertausende von Vögeln haben in den vergangenen Wochen, von den meisten Menschen unbemerkt, unser Gebiet durchquert.
Dabei ist es gar nicht so schwierig, dieses beeindruckende Naturschauspiel zu beobachten, wenn man weiß, wo und wann es sich lohnt, den Feldstecher in den Himmel zu richten. 23 Vogelfreunde, darunter Anfänger, Profis und sogar ein aus Südafrika zugezogener „Birder“, bezogen vor kurzem mit den Experten Josef Müller und R. Böker vom  NABU Schwäbisch Gmünd einen Spähposten bei Hertighofen in der Nähe von Spraitbach.
Die Ausbeute konnte sich sehen lassen: Insgesamt 28 Vogelarten bekamen die Naturfreunde an diesem Tag vor das Fernglas. Mit sage und schreibe 6600 Tieren stellten die Buchfinken die absolute Mehrheit unter den gefiederten Ferntouristen. Bei den Buchfinken sind es übrigens nur die Weibchen, die sich auf die tausende von Kilometern lange Reise machen – die Gründe hierfür sind nicht genau geklärt. Mit 800 Exemplaren  war die Ringeltaube die zweithäufigste Zugvogelart, die  die Vogelbeobachter zu Gesicht bekamen.
Eines der Highlights war ein einzelner Kiebitz, der auf seinem Zug Richtung Süden eine mehrtägige Verschnaufpause eingelegt hatte und sich den Vogelfans nun ganz aus der Nähe zeigte. Dieser Vogel mit seinem witzigen Schopf war früher auch auf den Wiesen der Ostalb häufiger zu sehen. Aber mit dem Trockenlegen der Feuchtwiesen und dem voranschreitenden Grünlandumbruch ist der Kiebitz aus unserer Gegend so gut wie verschwunden.
„Die Vogelzugwege, die über unser Gebiet führen, sind sehr sensibel“, sagt Armin Dammenmiller, Vorsitzender der Gmünder NABU-Gruppe. „Deshalb ist es äußerst wichtig, bei der Planung von Windkraftanlagen, die jetzt im Zuge der notwendigen Energiewende in unserer Region entstehen sollen, auf diese Zugwege Rücksicht zu nehmen.“ Gleiches gelte für die Wanderungswege von Fledermäusen, über die leider sehr viel weniger bekannt sei.
Mehreren Studien zufolge kann eine falsche Standortwahl von Windkraftanlagen viele Vögel und Fledermäuse das Leben kosten, was insbesondere die ohnehin gefährdeten Arten ernsthaft im Bestand bedrohen kann. Von Seiten des NABUs wird deshalb bei der aktuellen Teilfortschreibung des Regionalplans, der den Bau von Windkraftanlagen in Ostwürttemberg erleichtern soll, darauf geachtet, dass die Belange des  Natur- und Artenschutz nicht unter die Räder kommen.

25.09.2011: Öffentliche Führung auf dem Geologischen Pfad
Seit 37 Jahren gibt es den Geologischen Pfad vom Hölltal auf den Hohenrechberg.
Mit einem Höhenunterschied von nahezu 400 m auf einer Strecke von ca. 5,5 km
erschließt er große Teile der Schichtfolgen von Keuper und Jura.
Am  Sonntag, 25.09.11, führte Michael Stegmaier von der Geologie-AG
des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd auf dem 2. Abschnitt von Mutlangen bis
zur Spitze des 707 m hohen Rechbergs.
Der Pfad mit seinen insgesamt 24 Erklärungstafeln wurde durch einen kompetenten
Kenner natürlich noch wesentlich spannender. Von Tafel 9 bis zur Spitze konnten die
Unterjurastufe vom Numismalismergel bis zur Oberjurastufe in den Oberen Felsenkalken veranschaulicht werden.

19.09.2011 NKV an der Kinderakademie Hektor beteiligt
Am 19.09 fand die Auftaktveranstaltung der Kinderakademie Hektor statt, bei der einige Mitglieder des Naturkundevereins Kurse durchführen. Besonderes Interesse fanden die Mikroskopie-Kurse.

18.09.2011: Tag des Geotops auf dem nördlichen Albuch
Der Tag des Geotops wurde im Jahr der Geowissenschaften 2002 das erste Mal deutschlandweit durchgeführt und findet seitdem alljährlich am dritten Sonntag im September statt. An dem Aktionstag werden der breiten Bevölkerung Orte von erdgeschichtlicher Bedeutung vorgestellt, an denen man die Entwicklung der Erde und des Lebens nachvollziehen kann: geologisch herausragende und sehenswerte Aufschlüsse, Landschaftsformen, Quellen, Höhlen, Vertiefungen.
Bereits zum 7. Mal beteiligte sich der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd mit seiner geologischen Arbeitsgemeinschaft daran. Treffpunkt war die kleine Kapelle bei den Inneren Kitzinghöfen auf der Gemarkung Bartholomä.
Der Leiter der AG Geologie, Werner K. Mayer, führte die ca. 2 1/2 stündige Wanderung vom Nordrand des Albuchs durch das Rechberger Buch und hinab über die Bargauer Steige bis zum Parkplatz am Feuersee in Schwäbisch Gmünd-Bargau. Dabei wurden zunächst vom Inneren Kitzinghof aus die Kuhhülbe und die Fuchshülbe als Feldhülben besichtigt. Weitere Station war eine Doline südlich des Kitzingtales und auf den Unterschied zwischen Dolinen und Erdfällen aufmerksam gemacht. Das Fehlen von Waldhülben im Rechberger Buch wurde dadurch erklärt, dass in diesem Bereich nie Waldweide getrieben wurde, weil die Obrigkeit stets die Jagd ausübte. Am Bargauer Kreuz finden sich Sandgruben, in denen früher eiszeitliche Griessande ergraben wurden. Das Kreuz selbst steht auf einer Verschanzung aus dem Spanischen Erbfolgekrieg. Wall und Graben sind heute noch deutlich sichtbar.
Die alte Bargauer Steige bot sich vom Hangenden in den Felsenkalken des Oberjura bis zum Liegenden im Opalinuston des Mitteljuras als schichtkundlicher Aufschluss an.
Eine Besonderheit stellt auch das Geotop am Forstweg, ein aufgelassener Steinbruch oberhalb des Kolpingshauses dar. Hier wird die Tektonik des Schwäbischen Lineaments mit Schichtverstellungen, Reibungsbrekzien und Horizontalharnischen deulich sichtbar wird.
Zum Abschluss wurden an der Lichs südlich von Bargau die Stellen besucht, wo die Reichsstadt Schwäbisch Gmünd im Jahre 1793 (allerdings vergeblich) versucht hatte, Eisenbergbau zu betreiben.
Die Veranstaltung litt unter dem den ganzen Vormittag strömenden starken Regen, der die Teilnehmerzahl auf besonders wetterfeste Naturfreunde begrenzte.

09.-11.09.2011: Prof. Dr. Dieter Rodi beim naturwissenschaftlichem Netzwerk
In der Zeit vom 09. bis 11. September fand in Bonn das Jahrestreffen des Netzwerks der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas statt. Dr. Rodi hat den Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd vertreten. Höhepunkte waren der Besuch des Museums König und des Naturschutzgeschichtlichen Museums auf der Drachenburg.

10.08.2011 Ehrenmitglied Frau Lore Prezler verstorben
A
m 27. Juli 2011 verstarb das langjährige Ehrenmitglied des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd, Frau Lore Prezler, im Alter von 88 Jahren. Sie hat die Kasse des Naturkundevereins von 1978 bis 1999 gewissenhaft verwaltet. Dafür wurde ihr 1999 die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Sie war vor allem in der Botanik AG aktiv und hat bei den Pflegeaktionen tatkräftig mitgewirkt. Dort sorgte sie auch für die Verpflegung, ebenso bei Vereinstreffen im Fuggerle.
Der Naturkundeverein hat an ihrem Grabe eine Blumenschale niedergelegt und hat ihrer beim Vereinstreffen im Fuggerle am 10. August 2011 und darüber hinaus in besonderer Weise gedacht. Auch den in den letzten Monaten verstorbenen Mitgliedern Leopold Axmann, Schwäbisch Gmünd, Heinz Lehmann und Hugo Schmid, Waldstetten wurde ehrend gedacht.

10.08.2011 Treffen im Fuggerle zu einem gemütlichen Beisammensein
Wie in jedem Jahr, so lädt auch in diesmal die Botanik-AG alle Mitglieder der
verschiedenen Arbeitsgemeinschaften des Naturkundevereins zu einem gemütlichen Beisammensein ein. Treffpunkt ist das vereinseigene Grundstück im Fuggerle. Es liegt im Westen der Stadt am Zusammenfluss von Heuchelbach und Deutenbach und beinhaltet mehrere sich selbst überlassene Teiche.
Beginn ist 18.00 h. Gäste sind willkommen.

02.07.2011: Bunte Blumen-Äcker in Brainkofen und Täferrot
Die Arbeitsgemeinschaften Botanik des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd führte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule eine Untersuchung der blumenreichen Äcker bei Brainkofen und Täferrot durch.
Zunächst wurde das Feldflorareservat Birkichäcker bei Brainkofen, das am 17 Juni diesen Jahres in die „100 Äcker für die Vielfalt“ der Bunderepublik Deutschland aufgenommen wurde, besucht. Die frisch errichtete Schautafel gab Gelegenheit, in den Schutzacker einzuführen. Anschließend konnte die bunte Farbenpracht mit Kornrade, Kornblumen, Klatschmohn  und verschiedenen Kamillenarten bewundert werden. Auch einige seltene Sandzeiger-Arten wie Dreiblättriger Ehrenpreis, Sandmohn und Ackerkrummhals wurden vorgestellt.
In Täferrot wurde die Pflanzenwelt auf dem extensivierten Randstreifen eines Sandackers besichtigt, der im Rahmen der Flurneuordnung Täferrot als Ausgleichsmaßnahme eingerichtet wurde. Besonders fielen dort der Kleinsauerampfer und der Reiherschnabel auf.
Prof. Dr. Dr. Dieter übernahm in bewährter Weise die Führung vor Ort.


18.05.2011:Botanische Wanderungen im Transkaukasus
Zwischen pontischem Küstengebirge der Türkei und den iranischen Gebirgen liegt der Transkaukasus oder auch Kleiner Kaukasus genannt. Durch seine geographische Lage mit sehr komplexer, oft vulkanisch geprägter Geologie und stark unterschiedlichen klimatischen Einflüssen hat sich eine sehr vielfältige Flora entwickelt, die an Artenreichtum beispielsweise jener der Alpen nicht nachsteht. Deshalb ist diese Region auch im Hinblick auf Artenvielfalt schützenswert und für jeden Naturliebhaber eine Reise wert.
Einen Einblick in die Flora Transkaukasiens zeigte der Diavortrag von Dr. Helmut Haas am 18.5.2011 im Vortragsraum der vhs am Münsterplatz um 19:30 Uhr.

20.04.2011: Naturkundliche Beobachtungen in Bern, um Bern und um Bern herum
Anlässlich der Tagung des Netzwerkes der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas war Prof. Dr. Dieter Rodi in Bern.
Das Netzwerk der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas ist ein loser Zusammenschluss von Naturkundevereinen aus dem deutschsprachigen Raum, die sich zum Ziel gesetzt haben, Erfahrungen im Hinblick auf naturwissenschaftliche Bildung auszutauschen. Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd ist Gründungsmitglied. Die Mitglieder treffen sich einmal jährlich. Die Tagung im letzten September hat die Schweizer Akademie der Naturwissenschaften in Bern durchgeführt.
Prof. Dr. Dieter Rodi berichtete mit Lichtbildern von den Exkursionen dieser Tagung. Eine Stadtführung informierte über die Geschichte und die Entwicklung der Stadt Bern.
Als erstes Naherholungsgebiet wurde der Elfenpark in der Aare-Aue südöstlich von Bern vorgestellt. Dabei ging es vor allem um die Verbindung von Kunst und Natur. Ein Naturschutzgebiet mit seiner Vogelwelt wurde genauer betrachtet.
Mit der Standseilbahn erreichte man den südlich von Bern 300m höher gelegenen Gurten. Er lädt im Sommer zum Wandern, zum Disco-Golfen und zum Grillen ein. Für Kinder gestaltete Lehrpfade vermitteln Kenntnisse über die Tierwelt. Im Winter gibt es Gelegenheit zum Rodeln, Skifahren und Schanzen-Springen.
Mit dem Zug fuhr man einige Kilometer nach Westen zum Naturschutzgebiet Schwarzenbach. Es ist ein in den Berner Sandstein tief eingeschnittenes Tal mit interessanter Pflanzenwelt.
Mit dem Bus ging es in die Voralpenberge zum Selibühl, bestehend aus sandigen Flyschgestein. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf das Schweizer Hochland bei Bern und den dahinter liegenden Schweizer Jura. Im Osten ist der Thuner See sichtbar und im Süden der über 300 m höhere Gantrisch. Neben der bemerkenswerten Pflanzenwelt ist dort im Selibühl-Sattel im September der Vogelzug zu beobachten.

Die weiteste Reise führte am Thuner See vorbei mitten in die Alpen nach Grindelwald. Am Unteren Grindelwaldgletscher konnte man sehr gut den durch den Klimawandel bedingten Gletscherrückgang verfolgen. Ein Bergrutsch war erkennbar, der durch den Rückgang des Gletschers verursacht wurde. Durch Stau des Schmelzwassers hat er einen bedrohlichen See gebildet. Am Weg fand man eine interessante Kalk-Hochgebirgsflora.

13.04.2011: Vortrag über Landschaft und Vegetation auf Island
Landschaft und Vegetation auf Island zeigte der von Richard Müller im Vereinsheim der Naturfreunde angebotene Vortrag.
Island, das sich mit einer Vielzahl an Naturformen von allen Ländern Europas abhebt, war Inhalt eines Vortrages im Rahmen der Vortragsreihe des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd.
Die im Nordatlantik liegende Insel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken. Die nordamerikanische Platte grenzt hier an die eurasische Platte. Die Landschaft, vom Vulkanismus geprägt, zeigt zahlreiche Flüsse, Seen und Wasserfälle. Geysire und heiße Quellen werden nicht nur touristisch genutzt, sondern bieten auch in Form der Geothermie Energie in schier unendliche Quantität.
Die rund 470 Arten der isländischen Flora weisen einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an. Zwergstrauchheiden wechseln sich mit Tundren , Sand- und Kiesvegetationen ab. Weiden und zahlreiche Wiesenformationen bieten insbesondere der Schafhaltung ausgedehnte Flächen.

31.03.2011: Schwäbische Heimat würdigt Unicornis-Buch
Landeskonservator Reinhard Wolf hat das neue Unicornis-Buch „Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ in der Ausgabe 2011/1 der Zeitschrift Schwäbische Heimat vorgestellt, beschrieben und  gewürdigt. Er beginnt mit den Worten: „Schon beim flüchtigen Durchblättern kommt Freude auf. Derart brillante Aufnahmen von Fossilien sieht man wirklich selten. allein das Anschauen der Bilder kann in einem naturkundlich interessierten Leser Begeisterung wecken.
Mit Sachkunde führt er den Leser durch die einzelnen Kapitel. ...“Besonders wertvoll ist auch das Kapitel Landschaft, Boden und Vegetation des Unterjuras, das eine Verknüpfung zwischen Geologie und Landschaft schafft.“
„… Wer im Albvorland unterwegs ist, egal ob wandernd oder auf Exkursion, tut gut daran, dieses empfehlenswerte Buch zur Vorbereitung zu verwenden. Er wird die Landschaft mit ganz anderen Augen sehen und viele interessante Dinge entdecken, die ihm ansonsten verborgen blieben.
Das Buch ist in den Buchhandlungen und beim Verlag erhältlich, aber auch beim Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd portofrei über schatzmeister@nkv-gd.de zu beziehen. Preis € 24,80.

27.03.2011: Gmünder Naturliebhaber auf der Spur von Spechten und Wasseramseln bei Zimmern
Schwäbisch Gmünd. Wissen Sie, wie eine Wasseramsel aussieht? Experten von NABU und Naturkundeverein zeigten vor kurzem 25 Gmünder Naturfreunden, wo man den charmanten Vogel in Laufnähe zur Stadt an der Rems nach Beute tauchen sehen kann. Es blieb nicht das einzige Highlight der Exkursion.
Wie der Name sagt, ist Cinclus cinclus, die Wasseramsel etwa amselgroß, dabei braun und mit einem auffälligen schneeweißen Brustfleck. Am Remswehr bei Zimmern sahen die Gmünder Vogelbeobachter ein Wasseramsel-Weibchen auf typische Weise auf- und abwippen. Seit Jahren zieht dort im Frühjahr ein Brutpaar seine Jungen groß. „Die Wasseramsel bevorzugt schnell fließende Stellen in Fließgewässern“, erklärte Dr. Karen Debler vom Naturschutzbund (NABU) Schwäbisch Gmünd. „Dort taucht sie nach den Larven von Köcher-, Stein- und Eintagsfliegen.“ An Stellen wie hier, die auch im Winter eisfrei bleiben, ist der Vogel das ganze Jahr über zu beobachten.
Die Niederung zwischen der Rems und dem Zimmerner Mühlbach gehört zu den raren Auwaldgebieten unserer Umgebung. Hier zeigen zurzeit die Blüten von Lerchensporn und Lungenkraut, von Waldschlüsselblume und Moschuskraut überdeutlich, dass der Frühling begonnen hat. In der Quellflur der Lembergquelle findet man zudem Brunnenkresse und Sumpfdotterblume.
Vor allem aber sind die Aue und der benachbarte Buchen-Mischwald ein Paradies für Spechte. So sahen die Exkursionsteilnehmer den Kleinspecht in der Rinde der Weiden nach Insekten suchen und die Stämme auf morsche Stellen für den Bau seiner Bruthöhle abklopfen.
Im etwas höher gelegenen Waldgebiet zeigten sich Kleiber, Mittelspecht und Buntspecht. Lediglich der Schwarzspecht, der nach den Beobachtungen des NABU hier vorkommt, war nicht zu sehen – möglicherweise war dieser Frühlingsmorgen dem Helligkeit liebenden Vogel zu trübe. „Der Schwarzspecht hat eine wichtige ökologische Funktion“, erklärte NABU-Experte Armin Dammenmiller. „In den Stämmen alter Buchen zimmert er seine Bruthöhlen, die später ,Nachmietern’ wie Hohltaube oder Fledermäusen als Quartier dienen.“ Bedauerlicherweise konnten die Naturfreunde auch sehen, wozu der derzeitige starke Holzeinschlag in unseren Wäldern führt, dass unzählige Spechtbäume diesem zum Opferfallen. Auf einem Holzsammelplatz konnte ein Stamm mit Schwarzspechthöhlen betrachtet werden. Dafür aber konnte die Gruppe im etwas lichteren Wald den Grünspecht hören und sehen – in den benachbarten Wiesen finden diese Vögel ihre Hauptnahrung, nämlich Ameisen.
In großer Zahl zeigten sich den Gmünder Naturliebhabern auch verschiedene Meisenarten – so ein Trupp Schwanzmeisen mit ihren typischen verlängerten Schwanzfedern sowie Blau-, Hauben-, Tannen-, Sumpf- und Kohlmeise. Auch den Rotmilan, den Zilpzalp und das Rotkehlchen bekamen die Naturfreunde vor das Fernglas – sowie im Ufergehölz des Mühlbachs der Zaunkönig, einer der kleinsten aber nicht unbedingt leisesten europäischen Vogel.
Für etliche Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie dieses artenreiche aber wenig bekannte Gebiet in unmittelbarer Umgebung der Stadt erkunden durften. „Wenn Naturfreunde aus Gmünd oder von anderswo solche Naturräume entdecken und ihren Wert, anhand des Artenreichtums und ihrer Vielfalt schätzen lernen, dann haben unsere Führungen ihren Zweck erfüllt“, erklärte Dammenmiller abschließend. Insgesamt konnten an diesem Morgen insgesamt 37 verschiedene Vogelarten gesehen und gehört werden, was für diese Jahreszeit in unseren heimischen Biotopen, bei einer derartigen Exkursion hervorragend ist.

17.03.11: Von der Industriewüste zum Naturparadies
Vortrag beim Gmünder NABU und NKV zeigte: Zerstörte Flächen sind für die Natur nicht verloren
Die Natur kann sich selbst von sehr tiefen Wunden schnell erholen, wenn man sie nur lässt. Dies ist die Botschaft eines Vortrags über die Renaturierung von Braunkohlerevieren, den Dr. Stefan Röhrscheid, Leiter des NABU-Projekts Naturparadies Grünhaus, in Schwäbisch Gmünd hielt.
Rund 30 Naturfreunde folgten im Gasthaus Krone in Zimmern gebannt dem Bildvortrag des NABU-Experten, der mit zum Teil hervorragenden Aufnahmen dokumentierte, wie sich die Natur aufgegebene Tagebauflächen in den Braunkohlerevieren der Niederlausitz zurückerobert. Kreiselwespe und Heidelibelle sind dort heute ebenso zuhause wie die Rispenflockenblume und der seltene Brachpieper. Wegen des wieder gestiegenen Grundwasserspiegels geben sich mittlerweile auch Amphibien wie die Kreuzkröte und Wasservögel wie die Pfeifente ein Stelldichein in der ehemaligen Bergbauwüste.
Möglich wurde dies nur, weil der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sich bereits kurz nach der Wende um den Erwerb eines rund 20 Quadratkilometer großen Areals in der Niederlausitz bemühte – in der Konkurrenz mit Landwirten und Fremdenverkehr drohte der Naturschutz zu kurz zu kommen. Die Anstrengungen hatten Erfolg: Mittlerweile ist das Gebiet in den Besitz der Naturschutzorganisation übergegangen – finanziert wurde der Kauf durch Spendengelder – auch aus Baden-Württemberg und dem Ostalbkreis.
Nach der Aufgabe des Braunkohlebergbaus Anfang der 90er Jahre blieben im Gebiet gewaltige, bis zu 100 Meter tiefe Gruben zurück, die mit dem Abraum aus anderen Abbaugebieten wieder weitgehend verfüllt wurden, erklärte Röhrscheid. Der NABU versucht seither, dort ein möglichst strukturreiches Gemisch von Lebensräumen entstehen zu lassen, zu dem neben Heide, Sandflächen und Naturwäldern auch Grundwasserseen gehören.
Zum Teil geschieht dies durch gezielte Pflanzung einiger einheimischer Bäume und Sträucher, die dann im Laufe der Zeit einen naturnahen Wald bilden, erklärte Röhrscheid. Großenteils wird das Gebiet jedoch auch einfach sich selbst überlassen. So steigt der für den Bergbau künstlich abgesenkte Grundwasserspiegel wieder an und begünstigt die Bildung von Feuchtgebieten.
Andernorts hemmt der sauer reagierende Abraumboden das Pflanzenwachstum, so dass die Flächen nur sehr langsam oder gar nicht wieder bewachsen werden. Dies eröffnet Lebensräume etwa für die Sichelschrecke, verschiedene Hautflügler oder den Flussregenpfeifer. Eine Vielzahl von Pionierpflanzen liefert Nahrung für seltene Schmetterlingsarten wie das Facetten-Widderchen oder den Spiegelfalter, wie Röhrscheid mit herrlichen Fotoaufnahmen nachwies. Trotz seiner geringen Größe beherbergt das Grünhaus-Gebiet heute einen Großteil der im Bundesland Brandenburg gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, betonte der studierte Forstwirt.
Nach Einschätzung des NABU hat das Projekt Grünhaus durchaus Modellcharakter. „Auch in Baden-Württemberg gibt es Flächen, deren Artenreichtum durch menschliche Nutzung stark geschädigt worden sind“, erklärt Walter Beck, Pressesprecher des NABU Schwäbisch Gmünd. Die Erfahrungen mit Grünhaus zeigten, dass man diese Gebiete der Natur durchaus zurückgeben kann, wenn sie nicht mehr gebraucht werden –  „ehrenamtliches Engagement der Bürger und politische Unterstützung natürlich vorausgesetzt.“

16. März 2011 - Hauptversammlung wählt Udo Gedack zum neuen Vorsitzender
Bei der Hauptversammlung des Naturkundevereins trat Professor Dr. Friedrich Bay nach 5-jähriger erfolgreicher Tätigkeit satzungsgemäß zurück. Zum Nachfolger wählte die Versammlung Udo Gedack. Gerd Schneider folgt ihm als 2. Vorsitzender.
Zuvor gab Dr. Bay seinen Rechenschaftsbericht über erfolgreiche Jahre. Im vergangenen Jahr bündelte das 120-jährige Bestehen des Vereins die Kräfte.
Zwei hochwertige Geologie-Ausstellungen in Böbingen und im Prediger in Schwäbisch Gmünd sowie die Herausgabe des Buches „Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ waren die Höhepunkte. Die Teilnehmer am RemsTotal-Tag mit einer Fossilienschürfe, die Ausrichtung der Tagung der Deutschen Naturkundevereine, der Geotoptag im Oberen Wental sowie die Ausrichtung der Albertus-Magnus Tagung in Schwäbisch Gmünd brachten viele Naturkundler in unseren Raum. Bemerkenswerte Vorträge und Führungen rundeten das Jubiläum ab.
Dem Kassenbericht des Schatzmeisters Hans Miksche war zu entnehmen, dass der NkV über 300 Mitglieder zählt und die Kasse trotz der Buchkosten stimmig ist. Die Kassenprüfer Gerd Schneider und Rainer Waldenmaier bescheinigten ihm eine gewissenhafte Buchführung.
Nach der Aussprache ergriff der stellvertretende Vorsitzende Udo Gedack das Wort, um Prof. Dr. Bay für die Arbeit der vergangenen fünf Jahre zu danken. Er überreichte ihm zum Dank ein ornithologisches Buchgeschenk.
Bei den Wahlen wurde Udo Gedack einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Gerd Schneider unterstützt ihn künftig als Stellvertreter. Dr. Bay bleibt als Sonderbeauftragten der Führungsspitze erhalten. Er leitet auch weiterhin die laufende Amphibienschutzaktion im Schießtal.
Die übrigen Posten wurden bestätigt: Die Organisation übernehmen weiterhin Prof. Dr. Rodi und Hans Holm Rademann. Schriftführer ist Manfred Boni, Pressewart Werner K. Mayer.
Im Anschluss an den zügigen Verlauf schloss sich ein gut besuchter Diavortrag von Erich Klotz über Kirgisien – Naturkundliches über das Himmelsgebirge - an.

16.03.2011: Naturkundliches aus dem Himmelsgebirge durch Erich Klotz
Das Himmelsgebirge, auch Tjanschan genannt, begleitet die zentralasiatischen Hochflächen im hufeisenförmigen Verlauf ihrer Gebirgsumgrenzung nach Nordwesten hin. Es ist ein in mehrere West-Ost streichende Ketten, zusätzlich durch Bruchschollen gegliedertes Gebirge, in das vier große Beckenlandschaften eingefügt sind. Die durchschnittliche Höhe um vier- bis fünftausend Metern Höhe wird von einzelnen, die 7000er Höhe überschreitenden Gipfeln geprägt.
Das Klima im innersten Asien ist streng kontinental, die jährlichen Niederschläge sind mit nicht einmal 400 mm sehr gering; lediglich der Westrand hat geringfügig bessere Werte. Am Gebirgsfuß breiten sich darum Halbwüsten, im Gebirge selbst in mehreren Stufen Steppengürtel aus. Deutliche Unterschiede bestehen zwischen Nord- und Südexposition. Die Pflanzenwelt ist artenreich und sehr vielgestaltig, hoch der Anteil der Endemiten. Im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gedeihen etwa 5.500 Arten,in der alpinen und subnivalen Stufe immerhin noch ca. 1650.
Der geringe Jahresniederschlag führt in Abhängigkeit von der Standortexposition zur Auflockerung der Vegetationsdecke, im Extremfall zur Vegetationslosigkeit.
Erwähnenswert ist, dass sich auch in Mitteleuropa verbreitete Pflanzen finden und dass im westlichen Himmelsgebirge wilde Obstbaumarten Stammformen unsrer Kulturobstsorten sind.
Der Vortrag von Erich Klotz, eine Veranstaltung des Naturkundevereins und der VHS, fand am 16.03.2011 um 19.30 h im VHS-Saal am Münsterplatz statt.

05. März 2011: Einführung in die Praxis des Amphibienschutzes
Für die Amphibienschutzaktion im Schießtal werden wieder Helferinnen und Helfer gesucht. Zur Vorbereitung fand eine theoretische Einführung um 9.00 Uhr im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse in Schwäbisch Gmünd statt.
Zur Einführung in die Praxis des Amphibienschutzes traf man sich um 14.00 Uhr am Haupteingang zum Schießtal-Freibad.

30.01.2011: Was bisher nur im Magazin ruhte. Finissage zur Ausstellung "Schichten, Spuren & Spiralen" beendete das Jubiläumsjahr des Naturkundevereins
Mit der Finissage zur Ausstellung "Schichten, Spuren & Spiralen" am 30. Januar beendete der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd sein Jubiläumsjahr.
(fb) Seit 1890 treffen sich in Gmünd Leute, die an den Naturwissenschaften interessiert sind, zum gegenseitigen Gedankenaustausch. Sie wollen aber auch Kenntnisse in allgemein verständlicher Form vermitteln. Dies geschieht durch Vorträge, Kurse, Arbeitsgemeinschaften, Ausstellungen und Exkursionen, nicht zuletzt mit eigenen Veröffentlichungen. Damit dient die Arbeit des Nkv auch der Förderung des naturkundlichen Unterrichts an den Schulen.
Zu Beginn des Jubiläumsjahrs gab der Nkv das Buch "Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd" heraus, verfasst vom Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geologie, Werner K. Mayer. Er ist der Ausstellungskatalog für die beiden geologischen Ausstellungen in Böbingen (11. April bis 30 Mai) und in Schwäbisch Gmünd (5. November 2010 - 30 Januar 2011).
Bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland" stand neben den Fossilien der Sammler die aufwendig präparierte Platte (12 Quadratmeter) einer Seelilienkolonie im Mittelpunkt. Das Naturkundemuseum Stuttgart stellte zum ersten Mal den Böbinger Seelilienfund vor, der bisher nur im Magazin ruhte. Das interessierte Fachpublikum aus der Umgebung und aus dem ganzen Land hatte sich eingefunden.
Der Deutsche Naturkundeverein (Sitz in Stuttgart) veranstaltete am 30. Mai sein Jahrestreffen, verbunden mit botanisch-geologischen Exkursionen im Albvorland und am Albtrauf. Der Nkv beteiligte sich am 16. Mai im Rahmen seiner Ausstellung mit einem Geo-Aktionstag für Kinder an den Veranstaltungen zu "RemsTotal", die zum ersten Mal an der Rems durchgeführt wurden. Insgesamt wurden in der Böbinger Ausstellung über 2500 Besucher gezählt.
Der Besuch der Ausstellung "Schichten, Spuren & Spiralen" im Museum Prediger in Schwäbisch Gmünd hatte im Dezember Einbußen durch die Schneekatastrophe. Die Ausstellung vermittelte dem Publikum eine Vorstellung davon, wie "steinreich" Gmünd ist. Viele Fossilien kommen hier in besonders dicht gepackten lagen vor. Die Arieten - im Volksmund "Schnecken" genannt - können besonders groß und schwer werden.
Schon die Römer schätzten die Qualität der in der Umgebung von Gmünd anstehenden Sand- und Kalksteine beim Bau des Limes. Im Mittelalter wurde der Angulatensandstein für die Stadtmauern und Türme verwendet. Heimischer Gagat, ein fossiles Holz, wurde wichtig für die heimischen Silberschmiede, welche Schmuck und Rosenkränze daraus herstellten. Die sehr sorgfältig bearbeiteten Präparate unserer Sammler fanden bei den Besuchern der Ausstellung großes Lob. Ingesamt waren 400 Präparate ausgestellt und sorgfältig angeordnet und beschriftet worden, den Fachleuten vom Gmünder Museum sei Dank! Die Gmünder Ausstellung wurde von 1582 Personen besucht. Unsere Vereinsmitglieder erklärten bei 25 Führungen den Besuchern ihre Ausstellung.

Am 13. November führte der Naturkundeverein die Albertus Magnus-Tagung mit dem Thema "Keuper und Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd". Dabei fanden die Höhlen in den Felsen des Nepperbergs, des Salvators und seine Kirche besondere Beachtung. Vielen auswärtigen Teilnehmern waren die Kostbarkeiten des Salvators völlig unbekannt. Das Taubental wurde naturkundlich gewürdigt und die Einrichtungen des Naturatums erläutert: Ein pädagogisches Angebot der Stadt für das Lernen in der Natur.

22.01.2011: Geologengruppe Ostalb zu Besuch in der Ausstellung Schichten, Spuren & Spiralen

Die Geologengruppe Ostalb aus Aalen war zu Gast beim Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd. Im Museum im Prediger erhielten sie eine Sonderführung in der Ausstellung Schichten, Stufen und Spiralen – der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd.
Werner K. Mayer begrüßte die Gruppe um Uli Sauerborn, Dr. Rudolf Schlegelmilch und Hans-Dieter Bolter. Er betonte die freundschaftliche Verbindung zwischen den Geologen des ostwürttembergischen Raumes. Sein Ansinnen war es, zu verdeutlichen, dass die Region mit Aalen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim, auf geologisch-paläntologischem Sektor den Jura einmalig abdeckt.
Während um Schwäbisch Gmünd die Schichtfolge des Unterjura hervorragend repräsentiert ist, was die Ausstellung beweist, besitzt der Raum Aalen deutliche Schwerpunkte im Mitteljura. Nicht zuletzt deshalb wurde die Gesteinsfolge von Opalinuston und Eisensandstein bereits 1864 als Aalenium bezeichnet und ist bis heute international anerkannt.
Der Bergbaupfad in Aalen-Wasseralfingen, die Industriegeschichte der Schwäbischen Hüttenwerke, aber auch der Raum Bopfingen mit seinen hervorragenden Fundmöglichkeiten im höheren Mitteljura sind einmalige Themen, die in ihrer Gesamtheit längst noch nicht aufgearbeitet sind.
Auch Heidenheim mit seinen Oberjuraschichten ist ein geologisch bemerkenswerter Raum. Das Steinheimer Becken, die Korallenschichten von Nattheim und Gerstetten, Königsbronn als auch heute noch markanter Industriestandort, aus der Bergbautätigkeit entstanden, die gewichten Rohstoffbetriebe im Waibertal mit ihrem reinen Calciumcarbonat sowie die Oolithe um Schnaitheim mit ihren bemerkenswerten Bauwerken im gesamten Raum, sind Themen, die auch geotouristisch weit höhere Bedeutung erlangen könnten. Mayer und Michael Stegmaier lösten sich bei der anschließenden Führung gegenseitig ab und vermittelten den fachkundigen Zuhörern Details zu den ausgestellten Objekten. Es entspannten sich rege Diskussionen über die hohe Qualität der Präparation, der Seltenheit der Objekte, aus denen die Seelilien von Böbingen und die Stachelhäuterfauna aus Schechingen herausragen.
Berühmtheit erlangten die Arieten um Gmünd schon zu Quenstedts Zeiten durch ihre Größe, Vielfalt und exakte Ausbildung. Die vielfältigen Artvarienten der Prodactylioceraten, der Androgynoceraten und der Liparoceraten, durch Dietmar Münch einzigartig präpariert, sind Basis für weiterreichende paläontologische Untersuchungen. Fossile Krebse aus den Phosporitknollen, durch Hannes Peukert und Thomas Balle exakt präpariert, erregten ebenso Bewunderung, wie die Amaltheenarten oder die Vielfalt der Ammoniten aus der Hammerstadter Brekzie. Über den fossilen Korallenstock von Hans Miksche aus dem Übergang der Jurensismergel zum Opalinuston wurden schon viele Diskussionen geführt. Auch sie war Gegenstand eines längeren, vertieften Gesprächs. Zum Abschluss brachte Mayer mit einem Goethe-Gedicht das Erstaunen über die Vielfalt der Natur zum Ausdruck. Er betonte, dass die Ausstellung nicht zuletzt auch auf der Leistung des anwesenden Dr. Rudolf Schlegelmilch aufbaut, der mit seinen Ammoniten- und Belemniten-Werken wichtige paläontologische Grundlagen schuf.
Im Anschluss an die Führung wartete Paul Stummer im Kornhaus auf die Aalener und Gmünder Geologen. Es ist ein Glücksfall, dass seine Ausstellung parallel zum Prediger-Event fossile Objekte zeigt, die aufzeigen, wie Stummer mit Phantasie und formalem Können aus fossilen Stücken Kunstwerke formt. Bei einem abschließenden Statement im Paulaner betonte Werner K. Mayer, dass es notwendig wäre, die einmalige Sonderstellung, die Aalen als Typuslokalität der internationalen Jurastufe des Aaleniums genießt, nicht nur zu bewahren sondern seiner Bedeutung entsprechend auszubauen.
Uli Sauerborn, der Leiter des Urweltmuseums, des Limes-Museum und der Ostalb-Geologen, betonte seinerseits die Wichtigkeit, das gesamte geologische Wissen der Region zusammenzuführen und gemeinsam anzubieten.
Er bedankte sich bei der Arbeitsgemeinschaft Geologie und bei Paul Stummer für einen gelungen Nachmittag.

19.Januar 2011: Aus Quenstedts Schatzkiste - Die Unterjura-Fossilien der Paläontologischen Sammlung der Universität Tübingen
Mit einem weiteren Vortrag wird die Reihe der Begleitvorträge im Rahmen der Ausstellung im Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd abgeschlossen.
Im Refektorium des Predigers berichtete die Dipl.-Geologin M. Aiglstorfer von der Universität Tübingen über die fossilen Bestände aus dem Schwarzjura in der Universitätssammlung in Tübingen.
Die paläontologische Universitätssammlung Tübingen zählt zu den bedeutendsten Europas. Sie wurde im Wesentlichen vom Begründer der Paläontologie Tübingens, Friedrich August Quenstedt aufgestellt, und von seinen Nachfolgern stets erweitert. Mit über 600.000 Objekten ist sie häufig Ziel zahlreicher Wissenschaftler aus der ganzen Welt. Derzeit befindet sie sich im Wiederaufbau und wird ab April wieder vollständig öffentlich zugänglich sein.
Ein Schwerpunkt ist der Unterjura der Schwäbischen Alb - die Zeit als das Jura-Meer sich über weite Flächen Deutschlands und Frankreichs ausbreitete und sich mit ihm eine einzigartige Vielfalt an Meereslebewesen bildete. Der Vortrag schlug den Bogen vom Moment, als das Jurameer begann, vor 200 Millionen Jahren bis zu den weltberühmten Meeresablagerungen des Posidonienschiefer-Meeres vor 182 Millionen Jahren. Anhand zahlreicher, einmaliger Funde aus der Tübinger Sammlung, darunter merkwürdige Haie, lebendige Fossilien wie den Quastenflosser aber auch unsere entferntesten Verwandten, frühe Säugetiere, die sich wohl im Uferbereich des Jurameeres aufhielten, wurden längst vergangene Ökosysteme charakterisiert. Der Vortrag gab darüber hinaus Einblicke in die Aufgaben und Probleme bei der Bewahrung einer Sammlung, die als Kulturgut der Menschheit für nachfolgende Generationen bewahrt werden soll. Dementsprechend berichtete die Referentin über die derzeitigen Anstrengungen, die Objekte in ansprechender Form wieder herzurichten.
Manuela Aiglstorfer zeigte auch Depotbilder der Sammlung des verstorbenen Gmünder Architekten Hans Schöne, die seinerzeit als die größte Arietenkalksammlung der Welt bezeichnet wurde.

Gerhard Stiegele wurde 85
Am 15. September feierte Gerhard Stiegele, seit 1969 aktives Mitglied im Nkv, seinen 85. Geburtstag. Besonders engagiert war er in der Geologie-Arbeitsgemeinschaft. Als Fossiliensammler hat er wertvolle Funde zutage gefördert, die auch in der jüngsten Geologie-Ausstellung im Prediger zu sehen waren. Ein weiteres erfolgreiches Hobby war die Archäologie.

Nachrufe
n den letzten Monaten verstarben langjährige Mitglieder des Naturkundevereins:
Hubert Schwarz, Schwäbisch Gmünd, Albert Seitz, Iggingen und Friedrich Winter.
Mitglieder des Naturkundevereins haben ihrer gedacht.

17.12.10: Dr. Christian Wagner über Vogelparadiese in Süddeutschland
Vögel sind für jeden Naturliebhaber ein lohnendes Beobachtungsobjekt – die meisten leben weniger versteckt und sind besser zu sehen als etwa Laubfrosch oder Wasserspitzmaus. Will man aber seltene oder besondere Vogelarten beobachten, wie etwa den Uhu oder den Seidenschwanz, dann heißt es auch hier: Gewusst wo. Welche unbekannten Kleinode es in gar nicht so weiter Ferne zu entdecken gibt, zeigte Dr. Christian Wagner, Autor des Buches „Vögel beobachten in Süddeutschland“ am Donnerstag, 17. Dezember, um 19.30 Uhr im Gashaus Krone, Schwäbisch Gmünd Zimmern, Böbinger Straße 3. Als Gast der NABU-Gruppe und des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd führte der Vogelexperte auf eine ornithologische Bildreise durch Süddeutschland, die eine ungeahnte Artenvielfalt und Fülle an Lebensräumen offenbarte.

01.Dezember 2010: Vortrag über Landschaft, Boden und Vegetation im Unterjura um Schwäbisch Gmünd durch Prof. Dr. Dieter Rodi
Im Zusammenhang mit dem Buch „Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ und der Geologie-Ausstellung „Schichten, Spuren und Spiralen“ im Prediger berichtete der Referent in einem Lichtbildvortrag am Mittwoch, 1. Dezember im  Saal der Volkshochschule am Münsterplatz  über seine jahrelangen Erfahrungen und Beobachtungen zum Unterjura bei Schwäbisch Gmünd.
Die Landschaft im Unterjura (Schwarzer Jura) ist Teil der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft. Die Gesteine des Unterjura sind sehr vielgestaltig: Es gibt harte, schwer verwitterbare Kalksteinbänke, feinkörnige, ebenfalls harte Sandsteinbänke, dazwischen mergelige und tonige Lagen. Da die Schichten leicht nach Südosten einfallen, bilden die harten Bänke Steilstufen, die mergeligen und tonigen Lagen sanft geneigte Hänge.
Aus den unterschiedlichen Gesteinen der einzeln Schichten bilden sich ganz unterschiedliche Böden, auf denen wiederum ganz verschiedene Pflanzengesellschaften gedeihen.
Der Reihe nach wurden die einzelnen Unterstufen des Unterjura in Wort und
Bild dargestellt:  Psilonotenton, Angulatensandstein, Arietenkalk, Turneriton, Numismalismergel, Amaltheenton, Posidonienschiefer und Jurensismergel.
Der Psilonotenton fällt im Gelände kaum auf. Der Angulatensandstein bildet lehmige Sandböden, die bei Trockenheit saure Wälder tragen. Beim Arietenkalk wird vor allem die mit Schluchtwäldern und Hecken bewachsene Steilstufe mit ihren Frühblühern wie Scilla und Lerchensporn hervorgehoben. Auch die Kalkscherbenäcker mit vielen seltenen Ackerwildkräutern wie Adonisröschen und Ackerhahnenfuß
werden erwähnt. Die schweren Böden der Turneritone und Amaltheentone sind für den Ackerbau wenig geeignet. Dort finden sich Wälder und Wiesen. An quelligen Stellen findet man Feuchtwiesen mit Wiesenknöterich, Trollblumen und Breitblättrigem Knabenkraut.
Auf den kalkhaltigen Mergelböden der Numismalismergel, aber vor allem des Posidonienschiefers und der Jurensismergel haben sich bei extensiver Nutzung besonders blumenreiche Äcker mit Adonisröschen, Feldrittersporn, Ackerwachtelweizen und Ackerklappertopf ausgebildet. In Südlage treten Blumenwiesen mit Wiesensalbei, Margerite, Knautie und Wiesenbocksbart auf.
Zum Schluss wurde der Rätische Limes beim Grubenholz bei Mögglingen mit seiner ehemaligen Steinmauer aus Arietenkalk vorgestellt, die eine besonders kalkliebende Flora hervorgebracht hat.

25.November 2010: Auf Floßfahrt durch die Tethys - pseudoplanktonische Seelilien aus Trias und Jura
Im Rahmen der Fossilienausstellung im Prediger in Schwäbisch Gmünd stand am 25.11.10 ein besonders spannender Vortrag an. Dr. Hans Hagdorn, Begründer und Museumsleiter des Muschelkalkmuseums Ingelfingen sprach im Refektorium um 19 Uhr über driftende Seelilienkolonien aus der Trias und dem Jura.
Während bei uns in Mitteleuropa vor 240 Millionen Jahren der Gipskeuper abgelagert wurde, setzten sich in Süd-China in schlecht durchlüfteten Meereströgen des Tethys-Ozeans schwarze Schiefergesteine ab. Darin fanden zahlreiche Saurier, aber auch Ammoniten und riesige, mit Seelilien besetzte Treibholzflöße ihre letzte Ruhestätte. Diese Lagerstätte erlaubt faszinierende Vergleiche mit den Schwarzschiefern des Unterjura vom Vorland der Schwäbischen Alb, insbesondere mit der Böbinger Lagerstätte in den Numismalismergeln und den Seelilien aus dem Posidonienschiefer um Holzmaden.
Mit der politischen Öffnung Chinas erlangten auch die Fossillagerstätten von Guanling Weltruhm, nicht zuletzt durch die Forschungen eines deutsch-chinesischen Teams, an denen das Ingelfinger Muschelkalkmuseum mit dem Referenten maßgeblich beteiligt ist.
Der gut besuchte Vortrag führte in ein Gebiet von exotischer Schönheit mit spektakulären Fossilien.

13. November 2010: Albertus Magnus-Tagung in Schwäbisch Gmünd
Im November 2010 fand traditionsgemäß die Albertus Magnus-Tagung des ostwürttembergischen Vereinszweigs der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg statt. Der Naturkundeverein war in seinem Jubiläumsjahr wieder einmal Ausrichter. Sie stand unter dem Thema: Keuper und Unterjura von Schwäbisch Gmünd und Umgebung. Geologie, Fauna, Flora.
Bereits um 9.30 h begann die 2 1/2stündige Exkursion. Der Treffpunkt lag am Beginn der Salvatorstraße. Nach der Begrüßung durch Dipl. Ing. Hans Wolf, den Leiter des Vereinszweigs und Prof. Dr. Friedrich Bay, den Vorsitzenden des Naturkundevereins, ging die Wanderung zunächst zum Nepperberg. Im ehemaligen Buhl´schen Garten wurden die Teilnehmer von Frau Dr. Ingeborg Pfander erwartet. Sie gewährte freundlichen Einlass in die zahlreichen Stollen im Stubensandstein. Zusammen mit Werner K. Mayer erläuterte sie ihre Ansicht, dass der 27 m tiefe Stollen, in dem zur Zeit der Wintersonnenwende (20./21.12.) der Lichtstrahl der Sonne die hintere Wand hell erleuchtet, möglicherweise keltischen Ursprungs sein könnte. Die auf dem Grundstück gefundenen Scherben wurden von den Archäologen als römisch eingeordnet. Die künstlichen Höhlen, Stollen und Terrassen, die wohl zur Zeit der Salvator-Renovation durch Caspar Vogt ab 1617 als Steinmetzwerkstätten gedient haben könnten, wurden besichtigt. Über die "Elfenwiese" und durch den Pfarrgarten ging es zum Salvator mit den aus dem Fels gemeißelten Kapellen, Statuen und Reliefs. Eine weiteres Thema war die Hydrogeologie im Stubensandstein.
Im Walderlebnispfad NATURATUM übernahmen die Professoren Dr. Dieter Rodi und
Dr. Friedrich Bay die Führung. Da der Einstieg vom Salvator kommend nicht üblich war, wurde zunächst über die Entstehung und die Ziele des Naturatums berichtet. Anhand einer Karte wurde die Route von Station 13-15 und 6-1 vorgestellt. Exemplarisch erläuterte bei Station 13 „Spechte“ Prof. Dr. Bay die didaktische Konzeption mit Wissensvermittlung über die Infotafeln und Anregungen zum Beobachten an Naturobjekten über die Unterweisungstafeln. Erlebnismomente gab es bei den Stationen „Geheimnisvoller Wald“, „Weitsprung, Vergleich mit Tieren“, „Rutsche im Knollenmergel“, „Pirschpfad“ und „Fuchsbau“. Bei Station 1 stellte Prof. Dr. Rodi die Schichten des Waldes vor und zeigte, wie man spielerisch Tiere den einzelnen Schichten zuordnen kann und wie man Bau und Lebensweise von Bodentieren anhand von Drehwürfeln vermitteln kann. Die etwa dreißig Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren von der Konzeption sehr angetan.

Nach der Mittagspause begannen um 14.15 h die Vorträge im Refektorium des Kulturzentrums Prediger. Die Abfolge lautete:
Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Prof. Dr. Friedrich Bay vom Naturkundeverein und Dipl. Ing. Hans Wolf von der Gesellschaft für Naturkunde.
Hans Wolf sprach über den Dominikanermönch Albertus Magnus und seine Erbschaft an das Gmünder Dominkanerinnenkloster Gotteszell.
Danach führte Werner K. Mayer durch die derzeitige Ausstellung Schichten, Spuren und Spiralen: Der Unterjura von Schwäbisch Gmünd.
Nach einer Kaffeepause begann Udo Gedack seinen Lichtbildervortrag zum Thema: Typische Pflanzen, Amphibien und Reptilien beim Salvator und im Taubental.
Prof. Dr. Dieter Rodi zeigte ebenfalls Lichtbilder zum Thema: Landschaft, Boden und Vegetation des Unterjura um Schwäbisch Gmünd.
Die Teilnehmer der Tagung kamen nicht nur aus den naturkundlichen Vereinen der Region, sondern auch weitere an der Natur interessierte Personen waren als Gäste willkommen.

14. November 2010: Führung mit Wolfgang Wilhelm in der Ausstellung Schichten, Spuren & Spiralen
Eine weitere Führung in der bemerkenswerten Ausstellung über den Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd hielt am Sonntag, 14.11.2010 Wolfgang Wilhelm von der Arbeitsgemeinschaft Geologie im Naturkundeverein.
Wolfgang Wilhelm, der sich gewöhnlich mit historischen und archäologischen Fragestellungen nördlich der Rems beschäftigt, ist auch ein erdgeschichtlich versierter Fachmann. Er lud  zu einer rund 45minütigen Führung ein.

10. November 2010: Vortrag über Patagonien
Was grünt und blüht am Ende der Welt? Naturerlebnisse auf der anderen Hälfte unseres Globus´machen dem Reisenden bewusst, wie einzigartig die Evolution verlaufen ist,
wie großartig sich die Tier- und Pflanzenwelt entsprechend den unterschiedlichen Bedingungen von Klima und Umwelt entwickelt hat.
Der Gmünder Reise- und Naturfotograf Gerhard Albrecht war mit Rucksack und Zelt einige Male in Südamerika und dort in Patagonien bis unweit von Kap Horn unterwegs.
In diesem Dia-Vortrag berichtete er in einer Zusammenfassung im Naturkundeverein über seine Eindrücke und Funde aus Flora und Fauna. Die Reise begann in den urtümlich anmutenden Araukarienwäldern des Nordens, berührte entlang der berühmten Ruta 40 die Bereiche der hochandinen Steppe der Südkordilleren - mit spektakulären Bildern von Cerro Torre und Fitzroy - ging bis zu den rauen Landstrichen auf den Inseln um Kap Horn und den Nationalparks von Feuerland.
Zum Schluss mündete der Bericht des Referentenauf den Spuren von Charles Darwin und unter mächtigen Patagonischen Zypressen in den Regenwäldern in Chile.
Damit erschloss sich dem Besucher eine Entdeckungsreise durch eindrucksvolle, fast unberührte Naturräume mit einer fremdartigen Pflanzen- und Tierwelt.
Der Vortrag im Naturkundeverein wurde am Mittwoch, 10. November, 20 Uhr, im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 16 gehalten.

05.11.10 - 30.01.11:  Schichten - Spuren und Spiralen  -
eine Ausstellung im Museum Prediger in Schwäbisch Gmünd

Am 05.11. wurde im Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd um 19.00 h die Ausstellung
         Schichten, Spuren und Spiralen:
         Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd
eröffnet. Auf ca. 400 m2 werden in den Ausstellungsräumen im I. Stock des Prediger die schönsten Fossilien aus dem Unterjura-Vorland um Schwäbisch Gmünd gezeigt. Darunter sind vor allem viele Platten mit Lebensspuren aus dem Angulatensandstein, die Vielfalt der Arieten aus dem Arietenkalk, die berühmte Stachelhäuterfauna aus dem Psilonotenton und die Seelilienkolonie von Böbingen.
Erstmals wird auch die "einsame Koralle", eine koloniäre Koralle aus dem oberen Toarcium und vieles andere präsentiert.
Zur Begrüßung sprachen vor ca. 230 Teilnehmern der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse sowie der Vorsitzende des Naturkundevereins, Prof. Dr. Friedrich Bay.
Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Günther Schweigert vom Staatlichen Museum in Stuttgart. Sein Thema war: Donnerkeil und Ammonshorn - die Fossilien des Schwarzen Jura in Schwaben.
Im Anschluss führte Werner K. Mayer in die von allen Besuchern als bemerkenswert bezeichnete Ausstellung ein.

25.10.10 Vorstellung des Unterjurabuchs im Refektorium des Predigers
Im Vorfeld der Ausstellung Schichten, Spuren & Spiralen - der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd wurde durch Oberbürgermeister Richard Arnold das Unterjurabuch vorgestellt. Im Refektorium des Predigers präsentierten die Museumsleiterin Dr. Gabriele Holthuis, Oberbürgermeister Richard Arnold, der Autor Werner K. Mayer, Prof. Dr. Dieter Rodi als Mitautor und der Vorsitzende des Naturkundevereins, Prof. Dr. Friedrich Bay das neue Buch. Es dient vor allem auch als Ausstellungskatalog. Die Gmünder Tagespost schrieb darüber: "Nicht nur ein Geologiebuch für Fachleute, sondern ein Geologielesebuch für Jeden: "Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd" bringt verblüffende Zusammenhänge ans Tageslicht. Und die Überschrift in der Rems-Zeitung lautete: "Ein Augenöffner für verborgene Schätze".
Werner K. Mayer listete eine Fülle von Förderern und Sammlern auf, denen er Dank sagte. Dank galt auch dem Pfeil-Verlag in München für die aufwändige Gestaltung.
Zum Jubiläum sagte der Oberbürgermeister: "Wir haben hier seit 120 Jahren einen Schatz". Dr. Rodi kündigte das nächste Projekt an, das zur Landesgartenschau 2014 als Buch erscheinen soll. Es handelt passen vom Taubental und Lindenfirst, vom Nepperberg und vom Salvator.

21.10.10: Walter Schall-Preis für Werner K. Mayer
Am 21.10. um 19.15 h erhielt Werner K. Mayer in Stuttgart im Löwentor für seine wissenschaftlichen Leistungen zum Buch „Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd“ den Walter-Schall-Preis der Gesellschaft für Naturkunde. In einem Kurzvortrag stellte er seine Ergebnisse vor. Der Preis wurde vom Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Dr. Blum im Beisein des Oberbürgers der Stadt Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold, überreicht.

28.09.2010: Arbeitsraum des Naturkundevereins ab sofort im Uni-Park
Der Brand der Maria Kahle-Schule
in Schwäbisch Gmünd hat weit reichende Auswirkungen. Da die Klösterleschule zwischenzeitlich wieder für den Schulbetrieb benötigt wird, war der NKV natürlich bereit, seinen Arbeitsraum in 3. OG dieses Gebäudes zu räumen. Die Stadt stellte als Ausweichquartier einen großen Raum im Uni-Park in der Buchstraße zur Verfügung. Ab sofort werden daher die Veranstaltungen der Mikroskopie-AG, entgegen den Ankündigungen im aktuellen Programm, im Haus Nr. 6 (Längsbau) im 1. OG, Zimmer 200, stattfinden.

25.09.10: Führung im Muschelkalkmuseum in Ingelfingen
Dr. Hans Hagdorn ist ein begeisterter Paläontologe und langjähriger Sammler. Aus den vielen Fundstücken seiner Heimat in Muschelkalk und Keuper hat er ein einzigartiges Museum in der ehemaligen "Inneren Kelter" errichtet, das weit über die Grenzen des Landes Beachtung findet. Berühmt wurde der Zittel-Preisträger und Ehrenmitglied der Deutschen Paläontologischen Gesellschaft auch durch die Mitarbeit an der Ausgrabung der pseudoplanktonischen Seelilienkolonien von Süd-China. Sie sind die weltweit ältesten Kolonien und um ca. 30 Millionen Jahre älter wie der Böbinger Fund aus dem Unterjura. Dr. Hagdorn empfing den Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Samstag, den 25.09.10 in seinem Museum in Ingelfingen im Kochertal und führte durch seine einmalige Sammlung, die durch Seelilien aus aller Welt bereichert wurde.
Zusätzliche Attraktivität erhielt das Museum durch die Einbeziehung der Sammlung Kugler im darüber liegenden Stockwerk. Werner Kugler hat vor kurzem seine Sammlung von Sauriern aus dem Lettenkeuper von Vellberg-Eschenau der Alberti-Stiftung übergeben.

19.09.10: Naturkundeverein beim Tag des Geotops im Wental
Bereits zum sechsten Mal beteiligte sich der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am bundesweiten Tag des Geotops. Diesmal bot er eine geologisch-botanische Wanderung im Oberen Wental an. Treffpunkt war der Parkplatz bei der Kläranlage in Bartholomä. Zeitpunkt: 9.30 Uhr.
Vorbei an der Kläranlage im Gewann Gänsteich ging es zunächst zu den beiden
großen Dolinen am Beginn des Oberen Wentals. Da sie am tiefsten Punkt der Gemeinde liegen, nehmen sie zur Zeit der Schneeschmelze große Wassermassen auf.
Sie treten 72 Stunden später am Brenztopf im Brenztal wieder aus.
Das Hexenloch südlich von Irmannsweiler ist eine flache dolinenartige Vertiefung, in der Karstspalten des Oberjuras bis zu 2 m tiefe Gräben bilden. Der Weg führte vorbei am Ulrichsholz zu den Dolomitfelsen beim Wental-Landhotel. Dort wurde die bemerkenswerte Vegetation der Dolomitfelsen vorgestellt. Es wurde auch auf die Probleme von Tourismus und Naturschutz eingegangen.
Nach Überquerung der Straße ging es weiter in Richtung "Wentalweible " bis zur Schutzhütte. Beim Spitzbubenstadel wurde über die in den letzten Jahren durch Auslichtung erfolgte Freistellung der Felsen diskutiert. Anschließend wurden einige auf Feuersteinen gedeihenden säurezeigenden Pflanzen vorgestellt.
Werner K. Mayer übernahm den geologischen, Prof. Dr. Dieter Rodi den botanischen Teil. Die Wanderung dauerte ca. 2 1/2 Stunden. Gelegenheit zur Einkehr bot das Landhotel Wental.

18.09.10: Naturkundliche Wanderung in den Schluchten des Welzheimer Waldes
Waldwirtschaft, Höhlengeologie und Herbstbotanik waren die Themen dieser Exkursion. Am Beispiel des Gellbachtales im Welzheimer Wald bei Wahlenheim wurde von Revierförster Friedemann Friz aufgezeigt, wie in den Keupertälern im Bereich der Buchen-Tannenwälder naturnahe Waldwirtschaft betrieben werden kann. Die Entstehung von Klingen, Höhlen und Grotten wurde am Beispiel der Sauklinge erläutert. Auf der Wanderung entlang des Gellbaches zeigte Prof. Dr. Dieter Rodi Herbstblumen, Farne, Moose und Pilze zeigen.
Die kostenfreie Exkursion wurde vom Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd in Zusammenarbeit mit der VHS Schwäbisch Gmünd angeboten.

14.09.10: Besuch der Ausstellung "Kalzit - Glitzernde Kristalle von der Ostalb" im Urweltmuseum in Aalen
Die Arbeitsgemeinschaft Geologie im Naturkundeverein lud seine Mitglieder und auch  Interessenten zu einem Besuch des Aalener Urweltmuseum ein.
Zum ersten Mal wird im Aalener Urweltmuseum eine Ausstellung mit herrlichen Kalzitkristallen präsentiert.
Die ungewöhnliche Sonderausstellung zeigt einmalige Mineralfunde aus unserer Region, ergänzt durch besondere Kalzitkristale aus aller Welt. Sie wurden über mehrere Jahre hinweg auf zahlreichen Exkursionen im Bereich der östlichen Schwäbischen Alb zusammengetragen und stammen aus den Sammlungen von Franz Fischer und Michael Stegmaier.
Michael Stegmaier erwartete um 19.00 Uhr die Teilnehmer vor dem Urweltmuseum in Aalen und führte anschließend einfühlsam durch die Ausstellung.

10.09.10: Ab September wieder Veranstaltungen im Vereinsheim der Naturfreunde
Die Botanik-AG konnte im letzten Halbjahr ihre Veranstaltungen nicht im baufälligen Vereinsheim der Naturfreunde (Hintere Schmiedgasse 16) durchführen. Dankenswerterweise konnten die Veranstaltungen in der Geschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins (Uferstr. 38) stattfinden. Ab September finden die Veranstaltungen wieder im Vereinsheim der Naturfreunde statt.

25.07.10: Gebirgsausfahrt zur Krinnenspitze
Die Gebirgsausfahrt zur Krinnenspitze bei Nesselwängle am 25.07. konnte für ca. 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erfolgreich unter Führung von Udo Gedack und Hans Holm Rademann durchgeführt werden.

15.06.10: Amphibienschutz im Schießtal
Leider ist die Jungkrötenwanderung im Juni fast vollkommen ausgefallen. Da das Ablassen und Abfischen des Schießtalsees im Jahre 2007 sich auf die Jungkrötenwanderungen in den Jahren 2008 und 2009  positiv auswirkte, wird angestrebt, den See im Herbst 2010 wieder einmal abzulassen und abzufischen.

14.06.10: Schatzmeister Hans Miksche wurde 70

Am 04.05. nahm Hans Miksche die Gratulation des Naturkundevereins zum 70. Geburtstag entgegen. In der Vereinsratssitzung am 14.06. wurden seine Aktivitäten als Schatzmeister, beim Verkauf der UNICORNIS Veröffentlichungen und bei  der Vor- und Nachbereitung der Geologie-Ausstellungen gewürdigt.

12.06.10: GEO-TAG Blumenwanderung zwischen Böbingen und Mögglingen
            Bunte Blumen-Äcker und Raine mit vielen Schmetterlingen
Die Arbeitsgemeinschaften Botanik und Insektenkunde des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd führten in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule am GEO-Tag der Artenvielfalt eine Wanderung zwischen Böbingen und Mögglingen durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten auf Wunsch einen Biodiversitäts-Wanderpass, der zur Teilnahme an einem Gewinnspiel berechtigt.
Sie war gewissermaßen auch der GEO-Tag der Artenvielfalt in vereinfachter Form mit dem Schwerpunkt "Der Acker als Laubensraum für Wildkräuter, Insekten und Vögel".
Er wurde zusammen mit weiteren Exkursionen vom Arbeitskreis Naturschutz Ostwürttemberg als Tage der Artenvielfalt vom 02.05. bis 2.06.10 organisiert.

Nach einer kurzen Einführung in die Geologie des Unterjura als Nachbereitung zur Geologie-Ausstellung in Böbingen besuchten die Teilnehmer die Blumen- und Insekten-Artenvielfalt auf Äckern und an sonnigen Rainen am Barnberg bei Böbingen. Anschließend betrachteten sie einen besonders artenreichen Acker und einen feuchten Graben in der Hinteren Hart. Roter Mohn, orangerotes Adonisröschen, blaue Kornblume, dunkelblauer Rittersporn, gelber Ackerklappertopf und weißer Milchstern und viele weitere Ackerblumen erfreuten die Interessenten. Dieser Acker ist deshalb so artenreich, weil der Landwirt heute noch die Bewirtschaftung durchführt, wie sie vor über 50 Jahren bei uns üblich war.
Prof. Dr. Dieter Rodi (Pflanzen) und Prof. Dr. Andreas Beck (Insekten) hatten die Führung der kostenfreien Veranstaltung übernommen. Die Teilnehmer waren von der wahrgenommenen Artenvielfalt begeistert.

30.05.10: Der Deutsche Naturkundeverein zu Gast in Böbingen/Rems
Das alljährliche Treffen der naturkundlichen Vereine fand 2010 in Böbingen statt. Der Deutsche Naturkundeverein traf sich gleichsam zur Finissage der Ausstellung am 30.05.10. Nach einer Einführung in die Ausstellung und in die Geologie des Albvorlandes ging es ins Gelände nach Schwäbisch Gmünd-Bargau. Dort wurden zwei naturkundliche Führungen angeboten.
Beim Eintreffen der Bezirksvereine aus Göppingen, Heidenheim, Esslingen, Ludwigsburg und Reutlingen begrüßte Prof. Dr. Dieter Rodi die Teilnehmer
und nahm die Buseinteilung vor.
Als Exkursion A wurde durch Werner K. Mayer (Geologie) und Manfred Walderich (Botanik) eine geologisch-botanische Führung angeboten.
Zunächst wurden die Teilnehmer durch Mayer in die bemerkenswerte Ausstellung
im Bürgersaal eingeführt. Es entspann sich darüber hinaus eine lebhafte Diskussion und  Nachfrage nach dem neuen Unterjurabuch. Um 11.15 Uhr ging es mit dem Bus
nach Bargau zum Parkplatz Feuersee. Hier fand eine interessante Wanderung entlang des Eselsbaches (Opalinuston, Wasserfallbank, Eisensandstein, Bacherlenwald) statt,
die nur kurzzeitig vom Regen unterbrochen wurde. Das Schlössle (Eisensandstein), der Weg über Blumenwiesen zum Treppenweg und Geotop (Wohlgeschichtete Kalke,
Verwerfungszone des Schwäbischen Lineamentes) waren weitere Stationen. Für viele zu einem Höhepunkt gestaltete sich der schwierige Aufstieg durch die Lacunosamergel und den Steig durch die Unteren Felsenkalke zum Hohen Kreuz am Scheuelberg.
Die Pause im Naturfreundehaus am Himmelreich war willkommene Erholungsphase, ehe es über das Beurener Kreuz, vorbei an der Himmelsquelle bis zum Bargauer Kreuz ging. Hier erklärte Mayer die verschiedenen Vertiefungen in Form von Dolinen, Hülben, Gries-Sandgruben und die Verschanzungen aus dem Spanischen Erbfolgekrieg.
Beim Abstieg konnte Manfred Walderich noch die interessante und vielfältige Flora der Impressamergel, vor allem auch mit der seltenen Spargelerbse, erläutern.
Die Exkursion B wurde als Botanisch-geologische Führung mit Prof. Dr. Dieter Rodi (Botanik) und Michael Stegmaier (Geologie) angeboten. Sie begann nach der Ankunft sogleich mit einer Fahrt zu einer typischen Wiesenvegetation. Die Teilnehmer/innen waren überrascht über die blumenreichen Feucht und Trockenwiesen im Klotzbachtal. Die Führung in der Unterjura-Ausstellung durch Michael Stegmaier hat alle sehr interessiert, besonders auch die ergänzenden Darstellungen über Lebensweise der Seelilien, Ammoniten und Fische.
Diese Gruppe fuhr anschließend ebenfalls zum Parkplatz am Feuersee in Bargau. Auf der Wanderung vom Feuersee zum Bargauer Kreuz wurden bei den Stationen des Braunjura und Weißjura die Zusammenhänge zwischen Gestein, Boden und Vegetation durch Michael Stegmaier und Dr. Rodi erläutert.

Besonders beeindruckt hat die Wacholderheide an der Bargauer Steige auf Impressa-Mergeln mit vielen seltenen Arten wie Spargelerbse, Echte Kugelblume, Mücken-Händelwurz und Weiße Waldhyazinthe. Die rüstigen Wanderer schauten noch einen Steinbruch der Wohlgebankten Kalke an und fanden dabei auch einige Fossilien. Nach einer Kaffeepause im Kolpinghaus zeigt auf dem Rückweg Dieter Rodi noch eine sehr schöne Blumenwiese und erläuterte, mit welchen Bewirtschaftungsmaßnahmen solche Mageren Salbei-Glatthaferwiesen mit Unterstützung des Landschaftserhaltungsverbandes des Ostalbkreises erhalten werden können.

29.05.10: Auf Orchideensuche rund um den Heldenberg
Die Arbeitsgemeinschaft Botanik des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd führte in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule die diesjährige Maiwanderung rund um den Heldenberg unter dem Aspekt des internationalen Jahres der Artenvielfalt durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten nach Wunsch einen Biodiversitäts-Wanderpass, der zur Teilnahme an einem Gewinnspiel berechtigt. 65 interessierte Wanderer waren erschienen.
Nach einer Einführung in die Route, die Wacholderheiden und die Landschaft bei der Reiterleskapelle konnten neben den bereits verblühten Frühlingsenzianen und den noch nicht blühenden Gelben Enzianen folgende Orchideenarten beobachtet werden: Weißes Waldvögelein, Weiße Waldhyazinthe, Nestwurz, Großes Zweiblatt, Mücken-Händelwurz, Fliegen-Ragwurz, Bleiches Knabenkraut, Männliches Knabenkraut, Helm- Knabenkraut und Breitblättriges Knabenkraut.
Weitere kennzeichnende Pflanzenarten der Wacholderheiden und ihre ökologischen Ansprüche wurden vorgeführt. Im Wald wurden artenreiche Hangbuchenwälder und Bärlauch-Eschen-Bergahornwälder studiert.
Zum Schluss wurde ein sehr artenreiches Kalkflachmoor im Christental mit vielen Breitblättrigen Knabenkräutern besucht.
Die Führung wurde von Prof. Dr. Dieter durchgeführt, der sich über das große Interesse freuen durfte.

22.05.2010: Blumen und Streuobstwiesen des Unterjura in der Umgebung von Böbingen
Im Rahmen einer Führung von VHS Schwäbisch Gmünd und Naturkundeverein mit Professor Dr. Dieter Rodi trafen sich die naturkundlich Interessierten um 14.00 Uhr am Rathaus Böbingen. Nach Besichtigung der laufenden Ausstellung und der Bildung von Fahrgemeinschaften ging es ins Gelände. Hier versuchte Dr. Rodi, den Zusammenhang zwischen Gestein, Bodenbildung und Vegetation zu erläutern. Gerade um Böbingen gibt es noch intakte Blumen und Streuobstwiesen, die besucht und besprochen wurden.

16.05.10: Fröhliches Fossilienbuddeln bei RemsTotal in Böbingen
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Geologie hatten sich zum 120-jährigen Jubiläum des Naturkundevereins etwas Besonders ausgedacht: ein fröhliches Fossilienbuddeln für jung und alt.
Ort des Geschehens war der Platz vor der Römerhalle in Böbingen; Anlass dazu war die Teilnahme der Gemeinde Böbingen am RemsTotal-Tag am 16.05.10 in der Zeit von 11.00 - 17.00 Uhr.
Es kommt nicht alle Jahre vor, dass erfahrene Sammler sich von ihren fossilen Duplikaten trennen. Und wenn, dann meistens im Tausch oder für Geld.
In Böbingen war dies anders. Hier haben die Sammler zunächst um die Böbinger Seelilienkolonie eine besondere Ausstellung gestaltet, die weit und breit Beachtung findet. Wenn man im Internet mit Schlagwort Unterjura oder Böbinger Seelilien sucht, dann öffnen sich seitenweise Hinweise auf Böbingen und deren bemerkenswerte Ausstellung. Natürlich auch auf das Unterjurabuch, das der Ausstellung seinen besonderen Reiz gibt.
Um junge Menschen zur Beschäftigung mit der Natur anzuregen, lagen am Sonntag vor der Römerhalle vier riesige Haufen mit Erdaushub verschiedener Farbe. In ihnen waren  zentnerweise Fossilien, versteinerte Hölzer und Mineralien versteckt. Hier konnten sich die jungen Forscher mit Häckchen, kleinen Schaufeln oder Hämmern austoben und nach fossilen Schätzen suchen. Und sie wurden fündig, denn rund eine Tonne Fossilien und Mineralien vergruben die Sammler der Geologie AG um ihrem Leiter Werner K. Mayer. Und Michael Riek, der Sohn des örtlichen Bauunternehmers gab sich mit seinem schmucken Minibagger reichlich Mühe, sie fachgerecht zu verstecken.
Doch bevor es ans Werk ging, stand noch eine kleine Aufgabe bevor. Die Teilnehmer mussten sich zunächst eine Grablizenz erwerben. In der Ausstellung im Bürgersaal war zuvor eine einfache Quizfrage zu lösen. Wer nicht von selbst drauf kam, konnte sich die Erklärungen von Professor Dr. Dieter Rodi zur Ausstellung anhören. Er war an diesem Tag stark gefordert, denn Hunderte von Interessenten bewunderten die ausgestellten Stücke. Schon früh voran die Prominenz mit Landrat Klaus Pavel, dem Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold, Staatssekretär Richard Drautz und dem Böbinger Bürgermeister Jürgen Stempfle.
Seelilien war das Lösungswort und um die schon berühmten Seelilien von Böbingen war ja auch die ganze Ausstellung ausgerichtet. Fein säuberlich schrieben Dr. Erhard Grallath und Dieter Prölß vom Geschichts- und Heimat Heimatvereins die schmucken Urkunden aus.
Mit der Grablizenz in der Hand durften der/die „lizenzierten" Sucher/innen nach Herzenslust wühlen. Fündig wurden sie allemal. Da gab es Ammoniten, fossile Hölzer und Mineralien. „Katzengold" zu  Hauf, „Flädle" waren zu finden, aber auch Korallen, Schnecken, Muscheln, Belemniten.
Es ist gar nicht so einfach, sie richtig einzuordnen. Aber Hilfe in Form erfahrener Sammlern stand zur Verfügung. Sie halfen beim Bearbeiten und Präparieren und wussten meist auch noch Name und den einstigen Fundort.
Mit Dietmar Münch und Michael Stegmaier standen zwei erfahrene Präparatoren zur Verfügung. Gleich daneben zeigten Prof. Dr. Frieder Bay und Stukkateurmeister Paul Stummer, wie man schöne Fossilien formt und auf was es bei den Tieren ankommt.
Es war also ein Spaß für die Großeltern mit ihren Enkeln und hunderte junger Familien. Kaum dass sich der Bagger bewegte, waren Scharen von Kindern dort zur Stelle, wo immer wieder ein Schubkarren voller Beutestücke vergraben wurde. Wolfgang Wilhelm, August Freudenreich und Mitglieder des Heimatvereins sorgten für die nötige Ordnung.
Dass der leibliche Genuss nicht zu kurz kam, standen wiederum ehrenamtliche Helfer  um Gabi Ernst zur Verfügung.  Während die Jungen schürften, konnten die Alten schlürfen. Der Erlös ging an die örtliche Bücherei.
Und wem das alles zu anstrengend war, der konnte sich in der Bürgerhalle bei Hans Miksche und Manfred Boni nicht nur das Buch erwerben, sondern auch besonders schön präparierte Fossilien und Mineralien.
Aber auch noch dem offiziellen Ende wurde auf den Gesteinshaufen bis in den späten Abend hinein weiter gewühlt, denn Schatzsucher lassen nicht so schnell locker.

04.05.2010:Die Schichtfolge im Unterjura
Einen weiteren Vortrag bot die Geologie-AG des Naturkundevereins anlässlich der Ausstellung über die Böbinger Seelilien und den Unterjura im Albvorland an.
Werner K. Mayer besprach im Bürgersaal in Böbingen  "Die Schichtfolge im Unterjura".
In dem Diavortrag stützte er sich vor allem auf die im Rahmen seiner Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse, die zum Unicornis-Buch "Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd" geführt haben.
Im Anschluss an den Vortrag, der sich mehr mit der Stratigraphie beschäftigte, zeigte er den interessierten Zuhörern noch die dazu gehörigen Leitfossilien aus den besprochenen Schichten.

21.04.10: Auf der Lüneburger Heide - Naturbeobachtungen zwischen Elbe und Weser
Das heutige Gebiet der Lüneburger Heide war einst geprägt von großflächigen Heidelandschaften, die sich auf den nährstoffarmen Sandböden nach Waldrodung
und Schafbeweidung als Folgegesellschaft dieses Raubbaus an der Natur gebildet hatten.
Nach der Umstellung auf modernere Formen der Landnutzung dominieren hier jedoch inzwischen Wälder, Viehweiden und Agrarlandschaften. Dazwischen lassen sich aber noch Reste intakter Naturlandschaften, etwa Moore und Binnendünengebiete, mit einer hochgradig gefährdeten Flora und Fauna entdecken. Einige der dort vorkommenden Arten besitzen hier ihre letzten Rückzugsgebiete in ganz Deutschland. Solche Seltenheiten finden sich aber nicht nur in den kläglichen Resten natürlicher Lebensräume, sondern vielfach auch in vom Menschen wenig gestörten Ersatzlebensräumen, wie etwa aufgelassenen Sandgruben und auf den oft riesigen, meist völlig menschenleeren Truppenübungsplätzen.
Dr. Heiko Bellmann aus Lonsee brachte seinem Publikum am Mittwoch, dem 21.04.10 in der Volkshochschule am Münsterplatz diese einmalige Landschaft und ihre vielfältige Natur anhand seiner vorzüglichen Aufnahmen näher.

21.04.2010: Vortrag über "Seelilien durch die Erdgeschichte"
Im Rahmen der Ausstellung sprach Werner K. Mayer am Mittwoch, 21.04.2010 im Bürgersaal über "Seelilien durch die Erdgeschichte".
Die zum Stamm der Stachelhäuter gehörende Klasse der Seelilien gibt es schon seit dem Erdaltertum und zwar seit dem Mittleren Kambrium. Man kennt etwa 5 000 Arten. Während in der Vergangenheit bis zur Kreidezeit gestielte Arten vorherrschten, überwiegen heute die stiellosen Arten.
Der Referent zeigte zahlreiche Beispiele der vier Unterklassen und ging im speziellen auf die Seelilien des Jura und vor allem auf die Seelilienkolonie von Böbingen ein.

17.04.10: Frühblüher an der Unterjura-Kante bei Schönhardt mit Prof. Dr. Rodi
Der Naturkundeverein setzte seine Jubiläumsveranstaltungen mit einer Wanderung in der Nähe von Böbingen fort.
Am Beispiel der Frühblüher konnte in Ergänzung zu der Unterjura-Ausstellung sehr gut der Zusammenhang zwischen Geologie, Landschaft, Boden und Vegetation gezeigt werden.
Die Frühblüher der Wälder und Hecken blühen und fruchten im März und April und ziehen sich im Mai in ihre unterirdischen Organe zurück. Im Sommer würden sie von höheren Stauden wie Brennnessel oder Giersch überwuchert werden. Für die rasche Entwicklung und die Bildung von Speicherorganen für das kommende Jahr brauchen sie dazu einen sehr lockeren, humosen, kalk- und nährstoffeichen Boden. Diesen finden sie insbesondere an der Unterkante des Arietenkalkes und den darunter liegenden Hängen. Optimal ist diese Bedingung an der Steilkante nördlich von Schönhardt der Fall.
Folgende Frühblüher konntenen mit ihren Speicherorganen gezeigt werden: Lerchensporn mit rübenartigen Knollen, Scharbockskraut mit Wurzelknollen, Anemone und Aronstab mit unterirdischen Kriechsprossen, Blaustern, Goldstern und Märzenbecher mit Zwiebeln.
Zur Einführung in die Geologie und Landschaft trafen sich viele interessierte Naturfreunde am Samstag, 17. April um 14.00 Uhr in der Geologieausstellung im Bürgersaal des Rathauses in Böbingen. Anschließend fuhr man nach Bildung von Fahrgemeinschaften nach Schönhardt mit einem Zwischenhalt zur Landschaftsbetrachtung beim Feldkreuz. Frühblüher und Böden wurden auf einer Wanderung von Schönhardt zum Mühlhölze besucht.
Die kostenlose Führung mit Prof. Dr. Dieter Rodi veranstaltete der NKV in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Schwäbisch Gmünd und Böbingen.

15.04.10: Vorsitzender Prof. Dr. Friedrich Bay wurde 70
Der Vorsitzende des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd und der Leiter der Ortsgruppe Schwäbisch Gmünd des Naturschutzbundes Deutschland feierte am 15.04. seinen 70. Geburtstag. Dazu gratulierten ihm die Naturkundler recht herzlich und danken ihm für seine Aktivitäten für Natur und Umwelt rund um Gmünd.
Er wurde 1940 in der Ortschaft Hürben im Brenztal geboren. Nach dem Abitur in Giengen/Brenz absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum Volkschullehrer am Pädagogischen Institut in Esslingen. In Wernau wurde ihm seine erste Anstellung als Junglehrer übertragen. Dort lernte er seine Ehefrau Irmela kennen. Aus dieser glücklichen Verbindung sind drei Töchter hervorgegangen.
Nach einem Pädagogikstudium in Tübingen und einer kurzen Assistentenzeit in Ludwigsburg unterrichtete er seit 1969 als Professor für Biologie und ihre Didaktik mit den Schwerpunkten Zoologie und Ökologie an der PH Schwäbisch Gmünd bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2005.
Neben seiner vollen Berufstätigkeit als Dozent promovierte er in den Siebzigerjahren in Tübingen über Fledermäuse. Friedrich Bay hat eine ganze Anzahl von Veröffentlichungen aus dem Gebiet der Biologie und der Biologiedidaktik aufzuweisen.
Friedrich Bay hat sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich über seine Aufgaben als Professor an der PH Schwäbisch Gmünd hinaus zum Wohle der Allgemeinheit in naturkundlich orientierten Vereinen und in Naturschutz-Arbeitsgruppen bei der
Vermittlung von Kenntnissen und bei Belangen des Umwelt-, Biotop- und Artenschutzes überdurchschnittlich engagiert. Zu Gute kamen ihm dabei seine hervorragenden vielseitigen fachwissenschaftlichen, pädagogischen und didaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, seine Kontaktfreudigkeit sowie sein Organisationstalent.
Beim Elternbeirat am Scheffold-Gymnasium und vor allem im Gemeinderat der Evangelischen Kirche in Waldstetten engagiert er sich darüber hinaus im sozialen und religiösen Bereich.
Für seine vielfältige ehrenamtlichen Tätigkeiten erhielt Friedrich Bay im November 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

14.04.2010: Filmvortrag über Tag und Nachtfalter
Die Arbeitsgemeinschaft Insektenkunde des NKV bot in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der VHS Schwäbisch Gmünd einen interessanten Filmabend über Tag- und Nachtfalter, insbesondere Schmetterlinge unserer Heimat, an.
Die Filme zeigten faszinierende Bilder vom aufregenden Leben einheimischer Insekten am Wegesrand, die Blütenbesucher von Knautie, Klee und Flockenblume, sowie das Leben an der Brennnessel.
Die Filmautorin, Frau Ursula Sixt, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Aufzucht und der Dokumentation heimischer Schmetterlinge. Sie ist bekannt durch zahlreiche Ausstellungen Ihrer Fotos von bestechender Qualität, wie im Jahre 2002 im Museum im Prediger in Schwäbisch Gmünd. Seit einigen Jahren befasst Sie sich mit der filmischen Dokumentation Ihrer Beobachtungen. Die dabei erzielten Ergebnisse führen das Insektenleben einheimischer Arten – insbesondere das der Schmetterlinge – in neuer, einzigartiger Sichtweise vor Augen.

11.04.10 - 30.05.10: Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland
Am 11. April wurde im Bürgerzentrum in Böbingen/Rems eine von der Geologie-AG
des Naturkundevereins zusammen mit der Gemeinde Böbingen vorbereitete Ausstellung
„Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland"
eröffnet.
Erstmalig wurde die vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart aufwendig sandgestrahlte, große Seelilienkolonie aus dem Numismalismergel von Böbingen gezeigt. Diese Kolonie ist der älteste Nachweis von auf Treibholz angesiedelten Seelilien in Europa. Sie sind älter als die berühmten Seelilienkolonien aus dem Posidonienschiefer von Holzmaden.
In der Ausstellung werden außerdem zahlreiche Funde aus den Gesteinsschichten des Unterjura rund um Böbingen präsentiert. Auch aus Böbinger Baugebieten vergangener Jahre stammen zahlreiche bemerkenswerte Funde.
Zur Ausstellungseröffnung  hielt Dr. Günter Schweigert vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart den Festvortrag anlässlich des 120-jährigen Jubiläum des Naturkundevereins. Sein Thema lautete:
        Der Unterjura in Süddeutschland - nicht nur Saurier.
Außerdem wurde auch das neue UNICORNIS-Buch Nr. 12 „Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd" durch Werner K. Mayer, den Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geologie, vorgestellt.

11.04.10: Unterjurabuch vorgestellt
Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e.V. hat sein neuestes Buch in der Unicornis-Reihe vorgestellt. Quasi zum Jubiläum des Vereins erschien das als Unterjurabuch bezeichnete Werk "Der Unterjura in der Umgebung von Schwäbisch Gmünd".
Auf 255 Seiten mit 300 meist farbigen Abbildungen, Tabellen und Profilen sowie einer morphologischen und einer geologischen Karte beinhaltet es in 11 Kapiteln folgende Themen: Fundstellen für Aufschlüsse und Fossilien und eine naturräumliche Gliederung.
Es berichtet über die Stellung des Unterjura im Gefüge der Erdkruste und erklärt den Schichtaufbau. Nach dem Vergleich der Internationalen Schichtstufengliederung mit dem Quenstedt`schen Alphabet handelt es sehr fein die Schichtstufengliederung ab.
Der Landschaft, Boden und Vegetation ist Kapitel 6 gewidmet. Es erläutert in Kapitel 7 die wichtigsten Fossilgruppen im Unterjura.
Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln beschreibt dessen Entwicklung und Kapitel 9 führt auf, wie die Gesteine des Unterjura genutzt wurden.
Eine Fachwörtererläuterung sowie ein umfangreiches Literaturverzeichnis runden das Werk ab.
Der Autor, Werner K. Mayer, ist langjähriger Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geologie im NKV. Den Beitrag aus Kapitel 6 zu Landschaft, Boden und Vegetation übernahm Prof. Dr. Dieter Rodi.
Das Buch ist sowohl über den regionalen Buchhandel wie auch direkt beim Naturkundeverein unter Mail: schatzmeister@nkv-gd.de portofrei zu beziehen.
Es kostet @ 24,80.

2010: 120 Jahre Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd
Im Jahre 2010 feiert der Naturkundeverein sein 120-jähriges Bestehen. Dazu sind während des Jahres eine ganze Reihe von Veranstaltungen geplant. Den Auftakt
bildete am 11.04.10 die Eröffnung der Fossilienausstellung in Böbingen mit dem
Thema "Die Böbinger Seelilien und der Unterjura im Albvorland.


17.03.10: Jahreshauptversammlung des Naturkundevereins
Die diesjährige Jahreshauptversammlung wurde im Vortragssaal der
Volkshochschule abgehalten. Da dieses Jahr keine Wahlen anfielen, gestaltete sich
der Abend vorwiegend zu einer Rückschau des Vorsitzenden, Prof. Dr. Frieder Bay, über die zahlreichen Veranstaltungen des vergangenen Jahres. Nach seinem Kassenbericht und einer Aussprache darüber wurden dem Schatzmeister, Hans Miksche,
einstimmig Entlastung erteilt.
Auf die kommenden Veranstaltungen des Jubiläumsjahres wurde hingewiesen, ehe
sich im Anschluss der botanische Vortrag von Udo Gedack anschloss.

17.03.10: Lebensräume im Namaqualand
Der Name Namaqualand steht für eines der interessantesten Naturphänomene Südostafrikas: Die meiste Zeit des Jahres ist das Gebiet trocken und bietet dem Betrachter kaum Spektakuläres. Doch im Frühling scheint die Erde aufzubrechen, und der Boden überzieht sich mit einem prachtvollen Blütenteppich, der in allen denkbaren Farben leuchtet. Die Region verdankt ihren Namen dem Volk der Nama - Khoikhoi-Hirten, die vor rund 2000 Jahren in der kargen Einöde südlich der Oranje siedelten.
Udo Gedack, der Leiter der Botanik-AG in NKV berichtete in einem spannenden Diavortrag über diesen interessanten Landstrich.
Unter anderem zeigte Gedack einen besonderen Lebensraum, die so genannte Knersvlakte. Dieses holländische Wort für Knirschfläche bezeichnet große, mit Quarzkieseln bedeckte Flächen, über welche die Buren einst mit ihren sechsspännigen Ochsenkarren fahren mussten. Hier haben sich vornehmlich sukkulente, als wasserspeichernde Pflanzen in großer Arten- und Formenfülle perfekt angepasst. Manche Tierart tut es ihnen gleich. Hervorragend getarnte Heuschreckenarten und Reptilien werden mit den Unbilden dieses extremen Lebensraumes fertig. Auch außerhalb der kurzen Regenperiode im Frühjahr, die oft auch ausfällt, ist dieser Lebensraum für den Beobachter einzigartig.

10.02.10: Zwischen Offenbarungsglaube und Evolutionstheorie: Theodor Wolf - ein bewegtes Forscherleben
Werner K. Mayer hielt obigen Vortrag in Zusammenarbeit von VHS und NKV im VHS-Saal am Münsterplatz in Schwäbisch Gmünd.
Der in Bartholomä auf dem Albuch 1841 geborene Franz Theodor Wolf ist sowohl in seiner Heimatgemeinde wie auch im schwäbischen Raum nahezu unbekannt. Dabei verbirgt sich hinter seinem Namen eine große Persönlichkeit als Naturwissenschaftler.
Nicht umsonst steht er in Ecuador, wo er lange Jahre tätig war, noch heute in großen Ansehen. Eine Galápagos-Insel trägt ebenso seinen Namen wie die höchste vulkanische Erhebung der größten Insel des Galápagos-Archipels. Zu seinen Ehren ist ein Gletscher am höchsten ecuadorianischen Andenberg, dem Chimborazo, benannt.

Wolf gilt nach Alexander von Humboldt als der bahnbrechende Erforscher Ecuadors. Zunächst als Professor der Naturwissenschaften in Quito, später als Staatsgeologe des Lande, begründete er sein landesweites Ansehen. Sein Hauptwerk über die Geologie und Geographie Ecuadors war über Jahrzehnte unübertroffen. Zurück in Deutschland arbeitete er für den Vulkanologen Alfons Stübel zwölf Jahre lang dessen umfangreiche Südamerika-Sammlung auf. Sie fand ihren Platz in der Abteilung für vergleichende Länderkunde im Museum für Völkerkunde in Leipzig. Daneben widmete er sich der Pflanzengattung der Fingerkräuter. In seiner umfangreichen Monographie der Gattung Potentilla untersuchte und beschrieb er alle damals bekannten Arten. Sie gilt noch heute als ein Beispiel ungemein exakter Arbeit und deutschen Forscherfleißes. Die Republik Ecuador ernannte ihn 1921 zu ihrem Ehrenbürger. Wolf starb 1924 in Dresden-Plauen.
Werner K. Mayer, Mühlberger-Preisträger 2009, hat die spannende Lebensgeschichte Wolfs nachvollzogen. Der Dia-Vortrag führte durch die Stationen seines Wirkens.

27.11.09: Umweltschutzpreis der Heimatsmühle

Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd war dieses Jahr wegen seiner Amphibienschutzaktionen im Schießtal einer der Gewinner des 20. Heimatsmühle-Umweltschutzpreises. Der 2. Preis (450,00 €) wurde am 27.11. von Prof. Dr. Friedrich Bay (als Organistor), von Dietmar Bildlingmaier (als Fachreferent) und Frau Nikolai
(als Betreuerin von Schülergruppen) entgegengenommen.

18.11.09: Aus der Flora des Großen Kaukasus
Einen Einblick in die Blumenvielfalt des Kaukasus gab Dr. Helmut Haas aus Aalen in seinem Dia-Vortrag am 18.11.09 im Klösterle-Saal der Volkshochschule am Münsterplatz.
Der zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer gelegene Große Kaukasus zählt neben den Rocky Mountains und dem Himalaya zu den höchsten, ursprünglichsten und am wenigsten bekannten Bergmassiven der nördlichen Hemisphäre. Leider geriet diese interessante Gebirgsregion in den letzten Jahren eher durch politische und kriegerische Auseinandersetzungen in die Schlagzeilen.
Weit weniger bekannt war, dass mit etwa 6 400 Arten von Gefäßpflanzen der Große Kaukasus ungewöhnlich blumenreich ist, wobei die Flora besonders viele Endemiten, also nur hier vorkommende Pflanzen, enthält. In keiner Region der gemäßigten Zonen gibt es prozentual mehr endemische Pflanzen als in diesem Hochgebirge. So zählt der Große Kaukasus zu einem der wichtigsten "Hotspots" von Biodiversität.

21.10.09: Dr. Heiko Bellmann: Carnivoren - Fleisch fressende Pflanzen
In einer gemeinsamen Veranstaltung von Naturkundeverein und Volkshochschule hielt Dr. Heiko Bellmann am 21.10.09 im Saal des VHS-Gebäudes, Am Münsterplatz, einen interessanten Vortrag. Sein Thema waren die Carnivoren - "Fleisch fressende Pflanzen".
In nährstoffarmen Lebensräumen, etwa in Mooren, haben viele Pflanzen besondere Strategien entwickelt, um zusätzliche Nahrungsquellen zu erschließen. Eine der interessantesten ist zweifellos die Ausbildung der Carnivorie, also das Erbeuten und Verdauen tierischer Beute. Derartige „Fleisch fressende Pflanzen" kommen auch in der heimischen Natur vor, erreichen aber erst in den Tropen und Subtropen, insbesondere in Südostasien und Australien, ihre höchste Artenfülle.
Außer heimischen Arten, wie Sonnentau, Wasserfalle, Fettkraut und Wasserschlauch, wurden im Vortrag auch zahlreiche Vertreter wärmerer Länder vorgestellt, die bei uns in Botanischen Gärten bewundert werden können, vielfach aber auch von Liebhabern kultiviert werden.

17.10.09: Albertus Magnus-Tagung 2009 in Königsbronn
Die diesjährige Albertus Magnus-Tagung der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg, Vereinszweig Ostwürttemberg, wurde in Königsbronn abgehalten.
Das Thema lautete: Karst, Wasser und Eisen der östlichen Schwäbischen Alb.
Es gliederte sich in zwei Teile - eine Exkursion von Königsbronn nach Itzelberg und Nachmittagsvorträge.
Auf Grund des beginnenden Regens wurde die Begrüßung durch Bürgermeister Stütz und den Leiter des Vereinszweigs Ostwürttemberg, Dipl. Ing. Hans Wolf im Rathausfoyer von Königsbronn vorgenommen.
Danach führte Werner K. Mayer vom Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd die Gruppe zum Brenztopf und erläuterte die Zusammenhänge zwischen Dolinen, Karsterscheinungen und den Quelltöpfen des
tiefen Karsts. Über Brenz und Ziegelbach führte der Weg durch das ehemalige Zisterzienserkloster. Am Epitaph von Johann Georg Blezinger an der Kirche beleuchtete er das Leben des wohl bedeutendsten Unternehmers im ostwürttembergischen Raum des 18. Jahrhunderts.
Bewunderung erregten die seit wenigen Wochen wieder aufgestellten gusseisernen Epitaphe an der Klostermauer. Sie wurden alle im ehemaligen herzoglichen Hüttenwerk in Königsbronn gegossen.
Vorbei an der heute privatwirtschaftlich orientierten Unternehmung der SHW-Casting, wo auch gegossene Kalanderwalzen im Rohzustand zu sehen waren, ging es zur Pfefferquelle am östlichen Rand der Gemeinde. Die Pfefferquelle entwässert die westlichen Teile des Härtsfelds von Ebnat bis Ochsenberg.

Im  Industriedenkmals Alter Flammofen wurden die Naturkundler von Dipl. Ing. Ulrich Knöller erwartet. Der Vorsitzende des Kulturvereins führte dabei in die Technologie des frühen 19. Jahrhunderts ein. Bewunderung erregten die damals innovative Technik des zweizügigen Flammofens und der hölzerne 100-Ztr.-Kran, mit dem die Kokillen aus der Walzenfertigung nicht nur senkrecht und waagrecht sondern auch radial bewegt werden konnten.
Im aufgelassenen Steinbruch der Firma Vollmer beschrieb Mayer die durch die chemische Verwitterung entstandenen Kluft- und Höhlenformen. Im Steinbruch lassen sich lokale Riffe, so genannte Bioherms, sowie Rasenmatten (Biostroms) im Wechsel mit Schichtablagerungen erkennen. Am Itzelberger See mit seinen Wasserpflanzen, Fischen und Wasservögeln besprachen Hans Wolf und Dr. Klaus Schmieder die dort durch Frühjahrshochwasser entstandene Situation der saisonalen Verdrängung höherer Wasserpflanzen.
Nach dem Mittagessen im Cafe Seeblick am Itzelberger See begannen die Nachmittagsvorträge im Schulgebäude des Forstlichen Bildungszentrums Königsbronn.
Thomas Emmerich, der Leiter des Zentrums, hatte seine Einrichtung dankenswerterweise zur Verfügung gestellt und gab einen Einblick in die Arbeit des Forstzentrums. Hans Wolf begrüßte Referenten und Teilnehmer, ehe die je 20-minütigen Kurzvorträge begannen.
Werner K. Mayer begann bildunterstützt über Karst, Wasser und Eisen der Ostalb und speziell von Königsbronn.  Er zeigte unter anderem aufschlussreiche Bilder über die Entstehung einer neuen Doline und eines diesjährigen Frühjahrshochwassers auf dem Albuch.
Das Thema von Prof. Dr. Klaus Schmieder von der Universität lautete: Wasserpflanzen der Brenz und des Itzelberger Sees und ihre Bestandsdynamik. Mehrjährige Untersuchungen zeigten, dass durch die Frühjahrshochwasser höhere Wasserpflanzen geschädigt wurden und die Algenbildung zunahm, sich aber im Jahresverlauf immer wieder teilweise erholten.
Nach der Kaffeepause sprach Dr. Rainald Hoffmann vom Regierungspräsidium Stuttgart über Fische der Brenz und des Itzelberger Sees. Er plädierte für den Einbau von Fischtreppen, um die Situation für natürliche Fischpopulationen zu verbessern.
Die Veranstaltung schloss mit dem Vortrag von Prof. Dr. Immo Eberl aus Ellwangen über den Zisterzienserorden und das Kloster Königsbronn mit seiner Eisenindustrie. Er sprach über die Bedeutung des Klosters als eine der jüngsten Einrichtungen in Süddeutschland.
Hans Wolf bedankte sich bei der Gemeinde Königsbronn und beim Forstzentrum für die gewährte Hilfestellung bei der Ausrichtung der gelungenen Tagung.

16.10.09: Nachruf auf Frau Elisabeth Nolte
Am 16. Oktober 2009 ist Frau Elisabeth Nolte im Alter von 81 Jahren ihrem am 23. Januar 2009 verstorbenen Gatten Willi Nolte nachgefolgt. Als Tochter des über Jahrzehnte im Naturkundeverein aktiven Vorstandmitglieds Karl Kratochwille war sie schon seit ihrer Jugend mit dem Naturkundeverein verbunden und hat regelmäßig an Aktivitäten des Naturkundevereins teilgenommen. Mitglieder des Naturkundevereins haben sie bei der Trauerfeier begleitet und ihrer gedacht.

07.10.09: Vortrag über Naturkundliche Schönheiten an der Ostküste Australiens
Naturkundeverein und Volkshochschule luden zu einem Vortrag am Mittwoch, den 7.10.09, 19.30 h in den Klösterle-Vortragssaal ein. Das Thema lautete: Naturkundliche Schönheiten an der Ostküste Australiens. Referent war Werner K. Mayer von der Arbeitsgemeinschaft Geologie des NkV.
Australienreisen sind derzeit sehr beliebt, zumal der weit entfernte Kontinent naturkundlich viel zu bieten hat. Der Referent startete mit Bildern von Sydney
und Brisbane. Über die Glasshouse Mountains und die Tablelands führte der Weg
in Richtung Great Barrier-Reef. Bilder zeigten die Schönheiten der Inseln von
Frazer-Island, Heron-Island, den Whitsundays und dem Opal-Reef. Im Eungella-Nationalpark waren die scheuen Schnabeltiere zu bewundern, am Daintree-River Krokodile. Aufnahmen aus den großen Seewasser-Aquarien von Sydney und Townsville waren ebenso enthalten wie Unterwasser-Aufnahmen von Korallen, Anemonen, Muscheln und Stachelhäutern. Der 90-minütige Vortrag wurde von zahlreichen
Naturfreunden besucht.

11.-13. September: Jahresversammlung des Netzwerks der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas (nnvm) in Magdeburg
Als Vertreter des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd nahm Prof. Dr. Dieter Rodi an dem Jahrestreffen des nnvm teil. Der nnvm ist ein lockerer Zusammenschluss der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Mitteleuropas. Er ging aus dem Dachverband der naturwissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands hervor, dem der Nkv seit seiner Gründung angehörte.
Die zentrale Veranstaltung war die Konferenz am Samstagvormittag, in dem der Sprecher der Lenkungsgruppe, Herr Prof. Dr. Finke, die Ziele und Aufgaben der Vereinigung klar herausstellte, die vor allem dem Erfahrungsaustausch dienen. Auch das weitere Vorgehen wurde diskutiert. Die Lenkungsgruppe wurde wieder gewählt (s. www.nnvm.org).
Als Begleitprogramm gab es eine sehr interessante Stadtführung, eine Besichtigung
des Jahrtausendturmes im Gartenschaugelände 1999 mit seiner hervorragenden Ausstellung über die Entwicklung von Technik und Kultur seit dem Steinzeitalter
und eine interessante Exkursion im Biosphärenreservat Mittelelbe.
Die Jahresversammlung 2010 wird im Berner Oberland in der Zeit vom 10.-12- September sein.

20.09.09 Tag des Geotops 2009 – Die Weiherwiesen
Bereits zum 9. Mal wurde bundesweit am 3. Sonntag im September zum Tag des Geotops aufgerufen. Überall in Deutschland wurden geführte Wanderungen zu besonderen Geotopen durchgeführt. Zum fünften Mal beteiligte sich die Arbeitsgemeinschaft Geologie des Naturkundevereins regional daran. Das Interesse war jeweils riesengroß.
Geotope sind bemerkenswerte Zeugnisse der Erdgeschichte. Als Naturerbe sind sie Wissenschaftsobjekte und Naturdenkmale zugleich. Sie prägen oft Landschaft und deren Menschen gleichermaßen.
Das diesjährige Thema waren die Weiherwiesen auf dem nördlichen Albuch.
Dazu hatten sich rund 80 Personen eingefunden. Durch Einsatz einer fahrbaren,
batteriebetriebenen Lautsprecheranlage konnten die Erläuterungen auch bei der großen Teilnehmermenge gut verstanden werden
Vom Parkplatz aus führte Werner K. Mayer die Teilnehmer vorbei an alten Eisengruben, so genannten Pingen, zu den Weiherwiesen. Bei Ausgrabungen auf Grund von Luftbildern entdeckte man dort ein ehemaliges römisches Kleinkastell. Bei den intensiven Untersuchungen fand man in Teilen des ehemaligen Kastellgrabens große Mengen von Eisenschlacken.
Eine Besonderheit in der sonst wasserlosen Landschaft bildet der Weiherbach. Er fließt nur bei anhaltenden Regenfällen und/oder bei Schneeschmelze. Er entspringt am westlichen Ende des Naturschutzgebiets aus zahlreichen Quellen und speist die beiden künstlich aufgestauten Weiher. Nach ca. 1 km Lauf endet er in einer Doline, die "Wasserfall" genannt wird. Das Wasser tritt im Kocher-/Brenztal wieder zutage. Durch ein Trockental, vorbei an Dolinenschwärmen und Äckern, in tertiären Feuersteinlehmen gelegen, gelangte man zurück zum Ausgangspunkt.
Auch die einmalige Flora dieses bemerkenswerten Naturschutzgebietes wurde durch den Leiter der Botanik-AG, Udo Gedack erläutert.

09.09.09: Geologie in der Innenstadt
Eine geologische Stadtführung, gemeinsam mit der VHS, bot der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Mittwoch, den 09.09.09 an. Werner K. Mayer von der Arbeitsgemeinschaft Geologie konnte den Teilnehmern verdeutlichen, wie die in der Nähe anstehenden Gesteine des Stubensandsteins und des Angulatensandsteins das historische Gmünd geprägt haben. Bei seinem Rundgang durch die Innenstadt  erläuterte er die Vielfalt der verwendeten Gesteinssorten an Hand von Beispielen.
Bereits am Treffpunkt beim Marienbrunnen auf dem Marktplatz bot sich die Gelegenheit, über die Erze, aus denen der eiserne Wasserkasten gegossen wurde, zu sprechen. Sie stammen einerseits aus den höffigen Flözen des Eisensandsteins um Aalen und andererseits von den tertiären Bohnerzen des Härtsfeldes. Johanniskirche, Glockenturm und Münster waren weitere Stationen. Aufschlussreich waren auch die Kerben an Glockenturm, Johanniskirche und Münster. Sie bildeten sich durch Feuerschlagen mittels Feuersteinen und Zunder, Kienspan oder Stroh am, silikatreichen Stubensandstein. Mit der entfachten Flamme wurde das Osterfeuer entzündet. Diese Kerben sind heute Kleindenkmale, die geschützt werden sollten.

05.09.09: Botanische Kartierexkursion des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd 
Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd führte in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland im Welzheimer Wald bei Kaiserbach in der Nähe des Bannwaldes Steinhäusle eine botanische Kartierexkursion durch.
Nach einer Einführung in die Kartiermethoden bei einer Waldhütte inmitten des Kartiergebiets ging die Wanderung vom Stubensandstein zu den Bunten Mergeln in die Schlucht des Gänsbachs zum Treibsee. Dieser wurde früher als Stausee für die Holzflößerei benutzt, was sich im Name ausdrückt. Von dort ging es auf einem anderen Weg wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück. Unterwegs wurden sämtliche Farn- und Blütenpflanzen erfasst und in eine Liste eingetragen.

29.08.09: Botanische Exkursion zum Naturschutzgebiet Kapf bei Trochtelfingen am Riesrand
Die Exkursion wurde von der Botanik-AG des Naturkundevereins in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule durchgeführt. Bei optimalem Wanderwetter war eine größere Gruppe
unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Rodi unterwegs.
Das am Riesrand gelegene Gebiet weist einige geologische und botanische Besonderheiten auf, die im Gmünder Raum nicht zu sehen sind. Die Vegetation ist vom kontinentalen
Klima des Rieses beeinflusst. So kommt in dem Orchideenwald neben einer Reihe von Orchideen auch der Berghaarstrang vor.
Besonders beeindruckte die Saumgesellschaft am Rand des Orchideen-Buchenwalds  mit dem seltenen Diptam, der in Ostwürttemberg nur dort gedeiht, der Berg-Kronwicke und der Schwarzen Platterbse, die ebenfalls nur in Wärmegebieten wächst.
Beeindruckt waren die Teilnehmer/Innen auch von der Raupe des Schwalbenschwanzes in der Wacholderheide.

18.08.09: Nochmalige Salvator- und Tunnelführung in Schwäbisch Gmünd
Auf Grund der unerwartet großen Resonanz auf die erd-, landschafts- und kulturgeschichtliche Führung am Salvator und das Interesse am Tunnel versprachen
die beiden Organisatoren, Werner K. Mayer und Johannes Zengerle  die Veranstaltung nochmals zu wiederholen.
Sie sollte vorrangig vor allem für diejenigen angeboten werden, die am ersten Termin vor Ort waren und auf Grund des riesigen Andrangs wieder nach Hause gingen.
Dennoch waren wieder rund 160 Interessenten am Fuß des Salvators zugegen, die in jeweils zwei geteilten Führungen Tunnel und Salvator besichtigten.
Die Meinung der Teilnehmer war einhellig: Der Salvator ist als kunst- und kulturhistorische Stätte ein Gmünder Alleinstellungsmerkmal, dem in Zukunft wieder mehr Beachtung zukommen sollte. Auf Grund des Aufrufs "Rettet den Salvator" gingen bereits eine Reihe von Spenden ein, die als gemeinnützig eingestuft werden und für eine Restaurierung zunächst auf einem Sonderkonto der Münstergemeinde als Eigentümer gesammelt werden.

04.08.09: Salvator- und Tunnelführung mit Werner K. Mayer und Johannes Zengerle
Eine Abendführung am Salvator und im Gmünder Tunnel bot der Naturkundeverein am Dienstag, den 04.08.09 an. Interessenten wurden von der Geologie-AG zu einer erd-, landschafts- und kulturgeschichtlichen Betrachtung der beliebten Gmünder Wallfahrtsstätte eingeladen. Da kurz zuvor der neue Oberbürgermeister, Richard Arnold, zusammen mit Herzogin Diana von Württemberg den Salvator besuchte und auch die beiden Tageszeitungen darüber berichteten, war ein riesiges, kaum zu bewältigendes Interesse der Bevölkerung vorhanden.
Die beiden Organisatoren, Werner K. Mayer und Johannes Zengerle mussten kurzfristig darauf reagieren. Sie boten daher im Wechsel zwei Mal eine Tunnelführung und einen Salvator-Rundgang an.
Mayer sprach zunächst über die Keupersandsteine, insbesondere die am Salvator auftretenden Schichtfolgen des Stubensandsteins und deren Einordnung innerhalb der Erdkruste. Der landschaftsgeschichtliche Aspekt befasste sich mit dem Nepperberg und seiner Namensgebung als "angebohrter Berg". Er wies auf die 22 Gesteinsarten hin, die am Salvator zu erkennen sind und erklärte sie zum Teil durch Beispiele.
Die Teilnehmer zeigten großes Interesse an der Deutung der Salvatorbrille und den Hinweisen auf den Donzdorfer Sandstein, aus denen Caspar Vogt seine Bildstöcke um 1620 schuf. Deutlich sind auch die vier Epochen des Ausbaus der Wallfahrtstätte zu erkennen. In der Symbolik der Muschelkapelle stecken viele deutbare naturkundliche Ansätze, deren Wissen zum Verständnis ihrer christlichen Aussagen beitragen.
Dass der Oberbürgermeister Richard Arnold an der Muschelkapelle die Bürger empfing und sein großes Interesse am Salvator bekundete, war ein sehr erfreulicher Aspekt der Führung. Er rief zu einer bürgerschaftlichen Aktion zur Rettung des Salvators auf und begeisterte damit die Teilnehmer.
Johannes Zengerle, der verantwortliche Bauleiter des Gmünder Tunnels, wanderte seinerseits mit einer großen Interessentenschar zum Tunnelprojekt. In vier Gruppen aufgeteilt wurden die einzelnen Bauphasen erkundet. Im Vortragsraum konnten die
Bürger viel über den Baufortgang erfahren.
Auf Grund des übergroßen Interesses versprachen die beiden Exkursionsführer, in den nächsten Wochen nochmals Führungen anzubieten.

01.08.09: Geologie-AG bei der Fossilienausstellung in Crailsheim
In Crailsheim läuft derzeitig bis September eine interessante Ausstellung über fossile Pflanzen und Hölzer. Ihr Titel: Aus Holz wird Stein - Kieselhölzer aus dem Keuper Frankens.
Das NKV-Mitglied Siegfried Nikel, der maßgeblich daran beteiligt ist,  hatte dazu eingeladen. Er führte die Arbeitsgemeinschaft Geologie einfühlsam und spannend im Stadtmuseum im Spital in der Spitalstraße.
Unter den Exponaten ist auch ein 12 m langer fossiler Baumstamm einer Conifere aus dem Schilfsandstein des Oberen Bühlertals zu bewundern, den Siegfried Nikel vor einigen Jahren im Bühlertal vollständig ausgrub. Darüber hinaus wurde eine weitere fossile Baumart, eine Markholznadelbaumart, gefunden. Sie ist im Keuper sehr selten.
Nikel machte er auch auf "exotische Gerölle" aufmerksam, mit denen sich der Transportweg und die Herkunft der Schilfsandsteine nachweisen lässt. So konnten auch die möglichen Wuchsgebiete der Keuperkoniferen ermittelt werden.
Seit Jahren beschäftigt sich Nikel auch mit Beobachtungen zur Holzzersetzung in den Treibhölzern aus dem Oberen Bühlertal. Auf Spurensuche nach Mikroorganismen fand er Pilzfruchtkörper an Kieselhölzern. Seine erläuternden großformatigen Bilder zeigen Fremdstrukturen der verschiedensten Art. Über deren Erscheinungen stehen die  wissenschaftlichen Erklärungen erst am Anfang.
Im Anschluss an die Führung lud die Familie Nikel die Mitglieder der Geologie-AG noch zu einer Besichtigung seiner umfangreichen Sammlung von Keuperhölzern nach Bühlerzell ein.

19.07.09: Gebirgsausfahrt ins Kleine Walsertal
Auch in diesem Jahr wurde wieder zusammen mit der VHS eine eintägige Gebirgsausfahrt angeboten. Ein voller Omnibus brachte die Teilnehmer der naturkundliche Exkursion nach Riezlern ins Kleine Walsertal.  Mit dem Lift ging es zur Ifenhütte. Von dort wurden zwei verschiedene Gruppenwanderungen zum Gottesacker und auf demselben Weg wieder zurück angeboten. Exkursionsführer waren die Botaniker Hans H. Rademann und Prof. Dr. Dieter Rodi.
Dr. Rodi hatte einen kurzen Exkursionsführer zusammengestellt, den er beiden Gruppen zu Beginn erläuterte und sowohl in die Geologie wie auch in die Vegetationsgliederung des Allgäus einführte.
Bei bestem Wanderwetter bereitete der kurzweilige Aufstieg, immer wieder unterbrochen durch interessante Erläuterungen der beiden Biologen, keinerlei Schwierigkeiten. Die körperliche Anstrengung war überlagert von der Menge wissenswerter Informationen, die von den Teilnehmern dankbar aufgenommen wurden.

18.Juli.09: Führung zu den Höhlen am Rosenstein mit Roger Schuster
Am Samstag, 18.07.09 bot die Arbeitsgemeinschaft Geologie des Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd eine Führung zu und in den Höhlen am Rosenstein an. Trotz widriger Umstände und Starkregen zur vereinbarten Zeit besuchte Roger Schuster, aktiver Höhlenforscher, mit der Gruppe zunächst die Kleine Scheuer.
Er erläuterte dort Beobachtungen zur Tektonik und wies und auf die mehrphasige Entstehung durch einen unterirdischen Bachlauf hin. Auch über archäologische Funde, vor allem die Entdeckung einer Rentierdasselfliegenlarve aus Gagat, dem ältesten Artefakt aus fossilem Holz, wusste er zu berichten.
Des Weiteren wurde die Dreieingangshöhle besucht. Hier vermittelte er, wie ein Höhlenbach ein verzweigtes Gangsystem geschaffen hat.  Auch die nachfolgende Wirkung der Korrosion durch Sickerwasser war dort anschaulich zu sehen.
Spannend für die anwesenden Jugendlichen war auch der Besuch des Finsteren Loches. Der abschließende Blick bei klarem Wetter von der Ruine Rosenstein auf die Ebenen des Albvorlandes entschädigte für die empfangene Nässe.

05. Juli 2009: Jahresausflug des NKV
Der Jahresausflug des Naturkundevereins führte dieses Jahr am Sonntag, 05. Juli, in das neue Biosphärengebiet Schwäbisch Alb um Münsingen. Bei strömendem Regen trafen sich um 7.00 Uhr 38 Personen am ZOB zur Busabfahrt. Da in Zainingen an diesem Wochenende das Hülbenfest stattfand, mussten wir wegen Straßensperrung bereits bei der Ortseinfahrt aussteigen. Dort begrüßte uns unser Exkursionsleiter, Herr Günter Künkele, der seit Jahren den Truppenübungsplatz Münsingen naturkundlich erforschte und einige Bücher dazu veröffentlicht hat.  Nach einer kurzen Einführung in die Geologie besichtigten wir die Hülbe in Zainingen. Dort wurde auch die Entstehung der Hülbe erläutert.
An der Einführungstafel beim Parkplatz vor dem ehemaligen Truppenübungsplatz wurde der Begriff Münsinger Hardt als ehemaliger Hutewald  und die Geschichte des Truppenübungsplatzes erläutert. Auf die Bedeutung der Panzerringstraße und heutige Nutzung als Erprobungsstrecke für Lastwagen hat Herr Künkele hingewiesen und daran sowie an anderen Beispielen darauf die Interessenkonflikte zwischen den Ansprüchen von Tourismus und Naturschutz in dem Biosphärengebiet hingewiesen, das von Reutlingen über Münsingen bis nach Kirchheim Teck reicht.  Bei der Wanderung quer durch den ehemaligen Truppenübungsplatz auf den Routen 6 und 5 hat uns Herr Künkele interessante Pflanzen, z.B. eine Sommerwurzart und den Kleinen Wiesenbocksbart erläutert. Besonders viele verschiednen Schmetterlinge (Widderchen, Mohrenfalter, Schachbrett und Nachtfalter) konnten fotografiert werden. An seltenen Vögeln sahen und hörten wir Braunkehlchen und Schwarzkehlen. Es wurde auch auf die Schafbeweidung, die Wasserversorgung und auf die um den ehemaligen Schafhof noch vorhandenen Streuobstbestände mit alten Obstsorten eingegangen. Wir konnten auch die Leittürme, die Schießbahnen und die Beobachtungsbunker sehen.
Von dem 1937 evakuierten Dorf Gruorn steht nur noch dir Kirche und ein weiteres Gebäude. Beim Besuch der Kirche konnten wir auf einem Bild die Größe und Lage des ehemaligen Dorfes sehen. Bemerkenswert war auch der sehr gepflegte Friedhof um die Kirche. Gruorn entstand wie Zainingen auf einem ehemaligen Vulkanschlot, weil dadurch auf der verkarsteten Alb die Wasserversorgung gesichert war. Nach einem  Rundgang durch das ehemalige Dorf, von dem nur noch wenige  Mauerreste vorhanden sind, wanderten wir zum Parkplatz Tailfingen, an dem bereits der Bus auf uns wartete. In seiner Dankrede hob Herr Rodi die humorvolle und umfassende Information über den ehemaligen Truppenübungsplatz, über naturkundliche und heimatgeschichtliche Themen hervor. So war die Wanderung für Mitglieder der verschiednen Arbeitsgemeinschaften des Gesamtvereins besonders interessant.
Nach einer Mittagspause begann die Führung im Erholungsgebiet Beutenlay südlich von Münsingen. Besonders bemerkenswert war eine Reihe von verschiedenen heimischen Sträuchern, wobei die im Allgäu beheimatete Pimpernuss durch ihre blasig aufgequollenen Früchte auffiel. Im Feldflorareservat konnten verschieden Feldfrüchte vorgestellt werden: Einkorn, Emmer und Dinkel, Lein und Buchweizen. Dazwischen lagen einige Schwarzbrache-Äcker, die im Herbst frisch umgebrochen waren. An seltenen kalkliebenden Wildkräutern fanden wir den Frauenspiegel (Rote Liste 3), die Ackerröte und die Nachtlichtnelke. Auf einem größeren, schon länger nicht bearbeiten Acker (Grünbrache) gab es sehr viele Ackerwildkräuter, z.B. die Duftlose Kamille. Am Waldrand waren einige wärmeliebende Stauden zu sehen, z.B. Diptam und Purpurblauer Steinsame.
Auf den anschließenden Trockenrasen fielen der Gelbe Enzian und die Küchenschelle auf. Um 17.00 traten wir die Heimreise an und waren um 18.30 Uhr wieder in Schwäbisch Gmünd. Trotz des wechselhaften Wetters war die Exkursion sehr gut gelungen.

21.06.09: Jahrestreffen des Deutschen Naturkundevereins in Göppingen
Am Jahrestreffen in Göppingen nahm auch der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd teil. Die gemeinsame Fahrt mit dem Bus der Heidenheimer Gruppe begann am Sonntag um 9.15 Uhr. Es wurden zwei Exkursionen angeboten:
Die Exkursion A mit  geologischer, kulturgeschichtlicher und botanischer Ausrichtung führte zum Zeugenberg Hohenstaufen und zur Spielburg, wo die Rutschmasse der Spielburg erläutert wurde. Ebenfalls besucht wurden das Jurafangowerk mit Schieferbruch in Bad Boll (Geopark-Infostelle Schwäbische Alb) und das neue Staufer-Museum in Hohenstaufen.
Die Exkursion B mit forstwirtschaftlich, botanisch und geologischem Schwerpunkt befasste sich mit der Nordalb und dem Oberen Filstal.
Revierförster Schürle führte im Hutewald Nordalb. Die Geologie des Oberen Filstales, die Felsformationen sowie die Trockenrasen mit ihrer Flora waren der Ansatz für vertiefte Betrachtungen und Gespräche. Ebenso wurde das Jurafangowerk mit dem Schieferbruch in Bad Boll besucht.
In den Exkursionskosten war der Preis für den außerordentlich gut gelungenen neuen Führer „Erdgeschichtliche Wanderungen im Stauferkreis Göppingen“ enthalten.
Die Rückfahrt von Göppingen nach Schwäbisch Gmünd erfolgte dann vom  pünktlich vom vereinbarten Treffpunkt in Göppingen, ZOB.
Dem Naturkundeverein Göppingen ist für eine gut vorbereitete und interessante Veranstaltung zu danken.

15.06.09: Gelungener Amphibienschutz - Rückblick
Die starke Hin- und Rückwanderung der Amphibien erfolgte dieses Jahr Anfang April. Dies fiel mit den letzten Schultagen vor den Osterferien zusammen. So hatten die Schüler Gelegenheit zu stärkerer Beteiligung als in den letzten Jahren, und die Erfolge können sich sehen lassen. Die genaue Auswertung ergab: Insgesamt wurden 959 Tiere von Schülern über die Straße getragen. Der größte Anteil entfiel mit 774 Tieren aus Schüler der A.-Stifter-Realschule. Den Lehrerinnen Frau Braun, Frau Gasch  und Frau Übelmesser sei herzlich für ihre organisatorische Hilfe gedankt. Dank auch an die anderen! Frau Nicolai half mehrmals mit Ihren Schülern von der Klösterleschule und Herr Grün kam mit Schülern von St. Josef.
Am 22. April fand eine Pressekonferenz im Nebenzimmer des Gasthauses "Kübele" statt, um öffentlich zu zeigen, dass nun die Rettung der Amphibien bereits im 30. Jahr stattfindet. 1979 musste die Feuerwehr ausrücken, um die Masse der überfahrenen Tiere von der Straße zu räumen. Dies war der Anlass für Mitarbeiter  der ZF um Walter Haslauer und Peter Aleksejew gewesen, nun aktiv zu werden. Ein provisorischer Zaun wurde gebaut, die Arbeitsgemeinschaft Amphibien und Reptilien wurde gegründet. Jedes Jahr fanden sich Freiwillige, um im Schießtal zu helfen.
Die Rückwanderung der Jungtiere begann am Dienstag, 9. Juni und verstärkte sich am Mittwoch. Am Donnerstag war Feiertag: Fronleichnam. So wurde die Sperrung der Richard-Bullinger Straße für den gesamten Verkehr allgemein akzeptiert. Die künstliche Beregnung der Straße erwies sich als voller Erfolg. Hunderte von Besuchern kamen, um die wandernden Jungtiere zu beobachten. Nur als die Sperrung noch am Montag, 15. Juni vormittags aufrecht erhalten wurde, kam es zu telefonischen Protesten. Eine Leserbriefaktion in den Zeitungen, wie schon in früheren Jahren, blieb jedoch aus.
Die Akzeptanz für die Maßnahme nimmt zu.

09.06.09: Einweihung des Naturschutzgebietes Wental
Zur Vorbereitung der Ausweisung des Naturschutzgebietes Wental haben die damalige Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege (jetzt Referat 56 Naturschutz des Regierungspräsidiums Stuttgart) unter der Betreuung von Oswald Jäger, der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd und der Wentaltreff (ein Zusammenschluss von Biologen der Region Ostwürttemberg) die fachlichen Grundlagen geschaffen.
Sie wurden  im Buch „Das Wental“ (Herausgeber Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd) im Einhorn-Verlag Schwäbisch Gmünd 2003 veröffentlicht.
Nachdem noch einige offene Fragen, vor allem die Interessenkonflikte zwischen Naturschutz und Tourismus im Felsenmeer einvernehmlich gelöst werden konnten, wurde die Verordnung zum Schutz des Wentals als Naturschutzgebiet am
29. Dezember 2008 erlassen.
Die Einweihung fand am 9. Juni 2009 durch Enthüllung der Informationstafeln am Eingang des Felsenmeeres durch den Regierungspräsidenten des RP Stuttgart, Herrn Johannes Schmalzl statt. Außer Herrn Schmalzl, der das Naturschutzgebiet in seiner Bedeutung für Ostwürttemberg als Landschaft mit vielen geschützten Tieren und Pflanzen würdigte und dem Vorbereitungsteam dankte, begrüßten Herr Landrat Hermann Mader vom Landratsamt Heidenheim, Herr Erster Landesbeamter Hubert Götz als Verteter von Landrat Pavel, Ostalbkreis, Herr Bürgermeister Rainer Schaller (Steinheim ) und Herr Bürgermeister Wolfgang Hofer (Essingen).

Von den 29 Autoren des Wentalbuchs waren immerhin zehn erschienen, darunter auch der Schäfer Johannes Smietana mit einem Mutterschaf und zwei Lämmern. Ohne Schafbeweidung können die wertvollen Heideflächen des Wentals nicht gepflegt und erhalten werden.
Herr Oswald Jäger erläuterte die beiden Tafeln und ging dabei besonders auf die Tafel ein, auf der auf einem Foto des Felsenmeers die Bereiche gelb markiert sind, auf denen sich die Besucher aufhalten, spielen, klettern und grillen können. Es wurden keinen Verbote ausgesprochen, sondern positiv einige Bereiche für den Tourismus freigegeben.
Beim Spaziergang im Felsenmeer, entlang der Heidekraut-Heide und im unteren Teil des Wentals bis zum Spitzbubenstadel erklärte Herr Prof. Dr. Dieter Rodi als einer der Redakteure des Wentalbuches die Entstehung des Wentales als Trockental und die Entstehung der bizarren Dolomitfelsen. Außerdem stellte er einige bemerkenswerte Pflanzen vor. Herr Ralf Worm erläuterte als Geschäftsführer des Landschafts-erhaltungsverbandes Ostalbkreis die Probleme der Pflege der Heiden. Herr Revierförster Rösch brachte Beiträge zum Waldbau und Herr Reinhard Wolf vom RP gab allgemeine Informationen zum Naturschutz.
Weiterer Erfahrungsaustausch fand bei Kaffe und Kuchen in der Wentalgaststätte statt. Dort hielt der Naturschutzbeauftragte des Gebietes, Herr Revierförster Kühnhöfer einen Power-Point-Vortrag über die Neukonzeption des Naturlehrpfades im Wental.

27.05.09: Auf nach Münsingen – der Natur wegen.
Wer den Ortsnamen Münsingen hört, denkt an ein geruhsames Städtchen auf der Rauen Alb und besonders an harte Übungen auf dem angrenzenden, 67 km2 großen Truppenübungsplatz. Seit 2006 ist dies Vergangenheit. Die Stadt und der riesige Platz sind ein Herzstück eines noch ausgedehnteren Biosphärengebietes geworden, das dem natürlichen Wachstum interessanter Pflanzen und Tiere reichlich Lebensraum bietet.
Dieses erhalten gebliebene Stück echter Albnatur und das Feldflorareservat Beutenlay mit seinen Faunenschönheiten, seinen seltenen Bäumen und Sträuchern, seinen Blumenwiesen und insbesondere seinem Feldflorareservat mit vielen besonderen Ackerwildkräutern wurde am Mittwoch, den 27.05.2009 um 20.00 h im Vereinsheim der Naturfreunde in der Hinteren Schmiedgasse 16 für jedermann mit Lichtbildern von Peter Aleksejew und Dr. Dieter Rodi vorgestellt.
Es war eine Einführung für die zahlreichen Mitglieder und Naturfreunde, die sich am Jahresausflug des NKV beteiligen werden. Sie wurden zusätzlich mit Informationsmaterial über dieses, erst vor kurzem von der UNESCO als Biosphärenschutzgebiet ausgewiesene Kleinod auf der Schwäbischen Alb versorgt.
Am Sonntag, den 05.07.2009 werden diese Besonderheiten in einer Ganztagesexkursion mit Herrn Günter Künkele, einem erfahrenen Kenner der Gegend, erwandert und entdeckt.

23.05.09 in Königsbronn: Geologie an der Quelle im Rahmen der Woche Europäischer Geoparks.
Die Gemeinde Königsbronn besitzt alles, womit sich die Karsterscheinungen der Schwäbischen Alb eindrucksvoll und augenscheinlich dokumentieren lassen: große Dolinenfelder auf dem Albuch und dem Härtsfeld, einen Steinbruch, der die zerklüfteten Kalke und Höhlensysteme zeigt und vor allem zwei Quelltöpfe des Tiefen Karsts im Talgrund.
Der Brenztopf und der Pfeffertopf waren die treibenden Kräfte für die Schmieden und Hochöfen einer frühen Eisenverhüttung und -eisenverarbeitung im Brenztal.
Auch die Gmünder Sensenschmiede versuchten immer wieder, sich direkt an den Rohstoffen im Brenztal zu beteiligen.
Im Rahmen der Woche der Europäischen Geoparks bot der Kulturverein Königsbronn und der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd am Samstag, 23.05.09 eine gemeinsame Führung mit dem Thema „Geologie an der Quelle“ an.
Den geologischen Part übernahm der Leiter der Arbeitsgemeinschaft Geologie im Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd, Werner K. Mayer. Er führte zu den beiden Quelltöpfen und einem markanten Steinbruch. Hier ließen sich Karsterscheinungen und Höhlenbildungen eindrucksvoll dokumentieren.
Erich Vomhoff führte für den Kulturverein die Teilnehmer in der Alten Gießerei, einem Industriedenkmal der Schwäbischen Hüttenwerke von hohem Rang. Hier bestand die Gelegenheit, den alten zweizügigen Flämmofen und einen beinahe 200 Jahre alten Holzkran mit einer Tragkraft von 100 Zentnern zu besichtigen und sachkundige Informationen zu erhalten. Hier wurden seinerzeit immerhin schon Hartgusswalzen mit einer Länge von 6,50 m gegossen und zur Weiterverarbeitung gebracht.
Nebenbei wurde die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters und der Schwäbischen Hüttenwerke eingeflochten.
Rund 100 Teilnehmer nahmen bei sonnigem und sehr warmem Wetter an der dreistündigen, erfolgreich verlaufenen Führung teil.

Südwestdeutscher Floristentag am 16. und 17. Mai 2009 in Schwäbisch Gmünd
Die Botanische Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland e.V. (BAS) führte in diesem Jahr ihren 19. Floristentag in Zusammenarbeit mit dem Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd e.V. (Nkv) in Schwäbisch Gmünd und Umgebung durch. Die Tagungen der BAS fanden seither in Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg und Ulm statt. So war es an der Zeit, auch einmal Ostwürttemberg zu besuchen, zumal die Ostalb eine Reihe von floristischen Besonderheiten bieten kann.
Zur Tagung waren insgesamt über 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus ganz Südwestdeutschland erschienen. Sie begann mit den Vorträgen am Samstag, 16. Mai um 9.15 im Kleinen Saal des Prediger mit Begrüßungen durch den 1. Vorsitzenden der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland, Thoma Breunig, durch den 1 Vorsitzenden des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd, Prof. Dr. Friedrich Bay und durch den Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, Dr. Joachim Bläse. Anschließend führte Prof. Dr. Dieter Rodi in die Landschaft des Albuch mit besonderer Berücksichtigung der Exkursionsgebiete ein. Anschließend fanden, unterbrochen durch eine Mittagspause, folgende Fachvorträge statt:
Biodiversität kennen lernen – Schularten und Schulgelände (Dr. Karlheinz Köhler),    Ostwürttembergische Ackerflora seit 1797 (Hans Wolf),
Morphologische Variabilität der Flaumeiche in Südwestdeutschland (Dr. Carl Höcke),  Die Landschaft der Goldsterne – vergleichende Beobachtungen aus 20 Jahren (Monika Peukert),
Die Gattung Celtis in Südwestdeutschland (Thomas Breunig),
 ie Wilde Rebe (vitis vinifera ssp. sylvestris) – Biologie, Ökologie, Aspekte des Artenschutzes (Annemarie Radkowitsch).
Um 17 Uhr schloss die alljährliche Mitgliederversammlung der BAS an. Nach den Berichten des Vorstandes, der Schatzmeisterin und der Kassenprüfer wurde der Vorstand und die Schatzmeisterin entlastet. Anschließend wurden der Vorsitzende (Thomas Breunig), seine Stellvertreter/Stellvertreterin (Prof. Dr. Reinhard Böcker, Norbert Höll und Annemarie Radkowitsch) und die Schatzmeisterin (Rita Hofbauer) wiedergewählt. Zu den bisherigen Beiräten (Siegfried Demut, Dr. Adam Hölzer, Dr. Walter Lang, Dr. Markus Sonnberger, Uwe Fessenbecker, Helmut Herwanger, Eberhard Koch, und Jürgen Vögtlin) kamen für Ostwürttemberg Prof. Dr. Dieter Rodi und für das Staatliche Museum für Naturkunde in Stuttgart Dr. Arno Wörz hinzu. Über die Tätigkeit der Arbeitskreise Kinder und Jugend, Characeen, Adventivflora und Geobotanik wurde berichtet.

Am Sonntag 17. Mai begannen um 9 Uhr am Hauptbahnhof in Schwäbisch Gmünd zwei Exkursionen. Die BAS hat sich in Zusammenarbeit mit den Museen für Naturkunde in Stuttgart und Karlsruhe die Aufgabe gestellt, die Verbreitung der Farn- und Blütenpflanzen in einer landesweiten floristischen Kartierung zu erfassen. Beispielhaft wurde für den Floristentag  ein Quadratkilometer am Albtrauf südlich von Bargau ausgewählt.
In zwei Gruppen: Annemarie Radkowitsch, Ingeborg Lenske, Manfred Walderich und Dr. Dieter Rodi bzw. Thomas Breunig und Dr. Hermann Spieß wurden jeweils annähernd 270 Farn- und Blütenpflanzen erfasst. Die Ergebnisse sollen in einer Tabelle zusammengeführt werden.
Die zweite Exkursion besuchte zwei Naturschutzgebiete auf dem Albuch.
Im Naturschutzgebiet Raue Wiese zeigten Peter Aleksejew, Jürgen und Brigitte Adler und Dr. Thomas Grund die Pflanzenwelt der feuchten Feuersteinlehme, insbesondere die Borstgrasrasen mit Arnika und Sparriger Binse und die Übergangsmoore mit Scheidenwollgras, Schmalblättrigem Wollgras, der Moosbeere und dem Waldläusekraut. Harald Buchmann vom Regierungspräsidium Stuttgart konnte von der Pflege des Naturschutzgebietes berichten. Auf einer Rundwanderung im Felsenmeer des Naturschutzgebietes Wental unter Führung von Peter Aleksejew wurde vor allem die Flora der Dolomitfelsen mit dem seltenen Rasen-Seinbrech, der Rotblütigen (Sand-)Schaumkresse und verschiedenen Streifenfarnen vorgestellt. Die Kalkarmen Magerweiden (Wiesenhafer-Flügelginster-Heiden) auf den trockenen Feuersteinlehm-Böden waren vor allem durch das Heidekraut, den Flügelginster, die Arnika und das Hundsveilchen geprägt. Der Erhalt dieser für die Ostalb besonderen Pflanzengesellschaft durch Schaf-Beweidung und Pflege wurde durch Ralph Worm erläutert. Eine Wanderung durch das Wental unterhalb der Wental-Gaststätte mit Forstdirektor i. R. Max Riehle und Ralph Wormbeschloss die Exkursion. Die Tagung endete am Sonntag, 17. Mai, gegen  17 Uhr.
 

25.04.09: Ehrennadel für Prof. Dr. Rodi
Eine weitere Ehrung wurde dem Ehrenvorsitzenden des Naturkundevereins Schwäbisch Gmünd zuteil. Er erhielt am 25.04.09 bei der Mitgliederversammlung des Landesnaturschutzverbandes die Ehrennadel des LNV für 25 Jahre erfolgreiche Tätigkeit als Sprecher des ANO.
Die Naturschutz treibenden Vereine des Ostalbkreises gratulierten ihrem langjährigen Sprecher herzlich zur Auszeichnung.

15.04.09: Vortrag über das „Geheimnis“ Patagonien
Naturkundeverein und VHS luden zu einem Dia-Vortrag am 15. April 09 im VHS-Vortragssaal am Münsterplatz ein.
Im Süden von Chile und Argentinien liegt Patagonien. Es ist ein mythisches Land, dort in Südamerika am anderen Ende der Welt. Kontraste geben die Eindrücke mit der Pampa im Osten, unberührtem Regenwald im Westen und den schroffen Bergen und gewaltigen Gletschern der Südkordilliere. Die einzigartige Natur ist von Wind und rauem Wetter geprägt. Ein Ketten von großen Nationalparks laden zu Beobachtungen und Erlebnissen
ein.
Gerhard Albrecht vom Naturkundeverein war dort mit Rucksack und Zelt über zwei Monate auf einer Rundtour unterwegs.
In seinem Dia-Vortrag zeigt er faszinierende Bilder von seinen Wanderungen und Abenteuern in diesen großartigen Landschaften und vermittelte - neben Beispielen aus dem Tier- und Pflanzenreich - Eindrücke der schier endlosen Weite unter einem Himmel ohne Horizont.

01.04.09: Prof. Dr. Ulrich Kull: Die großen Aussterbe-Ereignisse in der Erdgeschichte und ihre Bedeutung für das Evolutionsgeschehen.
Im so genannten "Darwin-Jahr" 2009, jährt sich der Geburtstag von Charles Darwin zum 200. Mal. Hinzu kommt, dass seit seiner Bahn brechenden Veröffentlichung "On the origins of species by means.." 150 Jahre vergangen sind.
Prof. Dr. Ulrich Kull, früher Professor am Botanischen Institut der Universität Stuttgart und ehemals Vorsitzender der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg, bot in diesem Zusammenhang obigen Lichtbildervortrag an, den der Naturkundeverein zusammen mit der Volkshochschule ausrichtete.
Ein Aussterben (Extinktion), d. h. Verschwinden von Arten, ohne Nachkommen zu hinterlassen, erfolgt häufig im Verlauf der Evolution. Weit mehr als 95 % aller entstandenen Arten sind wieder ausgestorben. Man unterscheidet gewöhnliche Aussterbe-Ereignisse und Massenextinktionen.
Zunächst wurde an Hand der ersteren über die Ursachen von Aussterben gesprochen. Regionale Aussterbe-Ereignisse, wie z.B. gegen Ende der Tertiärzeit in Südamerika, leiten über zu Massenextinktionen, die weltweit gleichzeitig wirksam wurden. Deren Zeitpunkte, Genauigkeit dieser Datierung, mögliche Ursachen und unmittelbare Auswirkungen wurden erörtert und die Folgen für Pflanzen, Tiere und den Evolutionsvorgang insgesamt dargestellt. Im Vordergrund standen die Massenaussterben an der Perm/Trias-Grenze und der Kreide/Tertiär-Grenze .
Ohne das letztgenannte Massenaussterben wären die Säugetiere wohl nicht oder zumindest nicht so rasch eine herrschende Tiergruppe geworden und daher auch die Evolution der Primaten (Herrentiere) vermutlich viel langsamer erfolgt und es gäbe wahrscheinlich (noch?) keine Menschen, so die Aussagen des kompetenten Biologen und Evolutionsforschers.
Der Vortrag im Klösterle-Saal der VHS am Münsterplatz wurde vom NKV wie immer kostenlos angeboten und erfreute sich einer großen Besucherzahl.

 

 

 

 

 

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Stand: 27.01.12